Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Jovetas Traum

von Celebne
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Aesculapius Johanna von Ingelheim Markgraf Gerold
12.03.2010
10.05.2010
10
13.826
 
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
12.03.2010 1.292
 
Kapitel 5: Bad mit Folgen

Joveta zögerte noch einen Moment, aber dann legte sie doch rasch ihr Kleid ab und stieg vorsichtig in das Wasser. Es war wirklich angenehm frisch. Als Gerold sich zu ihr hindrehte, schämte sie sich für ihre Nacktheit und begab sich schnell in das tiefere Wasser. Erst als ihre Brüste bedeckt waren, blieb sie ruhig stehen. Mit hochrotem Gesicht blickte sie zu Gerold hinüber.
„Fühlst du dich besser, Joveta?“, fragte er freundlich und schwamm zu ihr hin.
„Ich habe Angst, dass das Wasser zu tief sein könnte“, gestand sie ängstlich und wagte sich nicht weiter zu bewegen.
Gerold stellte sich jetzt aufrecht hin und das Wasser reichte ihm gerade bis zum Bauchnabel.
„Du musst keine Angst haben“, sagte er fröhlich und spritzte ihr ein wenig Wasser ins Gesicht.
„He!“, stieß sie erschrocken und empört zugleich hervor.

Gerold sah umwerfend aus, wie er da breit lächelnd vor ihr stand. Wassertropfen perlten von seinem muskulösen Oberkörper und er schob gerade wieder seine Hände unter Wasser, um ihr die nächste Ladung ins Gesicht zu spritzen. Doch dieses Mal kam Joveta ihm zuvor und sie „rächte“ sich, indem sie ihn blitzschnell mit Wasser vollschüttete. Gerold prustete und rieb sich das Wasser aus den Augen. Joveta bekam für einen Moment Angst, denn schließlich war sie nur eine Magd und er war ein Herr. Aber dann lachte Gerold schallend und das Wasserspielchen ging weiter. Irgendwann begann Joveta zu straucheln und sie tauchte kurz unter. Gerold zog sie rasch aus dem Wasser und er betrachtete ihren makellosen Körper. Er konnte selbst nicht sagen, wie es geschah, aber plötzlich lagen seine Lippen auf ihren, und er küsste sie fordernd.

Joveta hatte solch eine Leidenschaft noch nie erlebt. Gerolds Kuss gefiel ihr aber sehr und sie erwiderte ihn gierig. Sie spürte seine Hände auf ihren Körper, was sie ganz und gar nicht unangenehm fand. Schließlich hoch er sie hoch und trug sie sanft an das Ufer. Gerold legte Joveta vorsichtig in das weiche Gras und bedeckte ihren nassen, kühlen Körper mit heißen Küssen. Sein Bart kratzte ein wenig, aber Joveta hatte das Gefühl, zu versinken. Sie fügte sich seinen Bewegungen und nach einem anfänglichen, kurzen Schmerz begann es ihr Freude zu machen und sie passte sich rasch seinem Rhythmus an.  

So ist es also, wenn Mann und Frau es miteinander tun, dachte sie erstaunt, als er schweratmend sich von ihr herunterrollte.
„Ich hoffe, es hat dir ein wenig gefallen“, murmelte Gerold, als er neben ihr im Gras lag.
Er nahm ihre Hand und führte sie zu seinem Mund, um sie zu liebkosen. Joveta konnte jetzt nichts sagen. Sie war glücklich und verwirrt zugleich. Irgendwann schlief sie in der warmen Sonne ein.

Gerold erhob sich schließlich mit einem leisen Seufzen. Er bedeckte Joveta ein wenig mit ihrem Kleid, damit sie sich keinen Sonnenbrand holte. Er selbst zog sich langsam an. Ein wenig bereute er es, das Mädchen verführt zu haben, denn er hatte eigentlich nicht vor, eine längerfristige Verbindung mit ihr einzugehen. Eine Weile hatte er geglaubt, eine zweite Johanna in ihr vorzufinden, doch Joveta war ein völlig anderer Mensch. Gerold konnte ihr deswegen nicht böse sein. Die junge Magd war so, wie man es von jungen Frauen in dieser Zeit erwartete: zurückhaltend, scheu und unsicher. Dennoch war Gerold enttäuscht. Er hoffte, dass es ihm wenigstens gelingen würde, ihr das Lesen und Schreiben beibringen zu können, in der Zeit, in welcher er noch bei Graf Arculf weilte. Denn dann würde Joveta irgendwann ein besseres Leben haben und nicht als Magd in der gräflichen Küche verkümmern.

Er wusste, dass es ein unkluger Schachzug gewesen war, mit ihr zu schlafen, denn jetzt würde ihn das Mädchen wahrscheinlich noch mehr anhimmeln. Außerdem bestand eine gewisse Gefahr, dass sie nun ein Kind von ihm erwartete. Gerold fluchte leise vor sich hin. Er hasste seine eigene Unbeherrschtheit. Allerdings hatte er schon immer eine Schwäche für schöne Mädchen gehabt. Dieses Mal lag der Fall aber etwas anders. Er fühlte sich für Joveta irgendwie verantwortlich.

Nach einer Weile weckte er Joveta vorsichtig. Das Mädchen lächelte ihn an, als er sie sanft rüttelte.
„Gerold“, murmelte sie schläfrig. „Ich liebe dich.“
„Schön“, erwiderte er etwas befangen. „Wir sollten jetzt zurück zum Gut gehen. Ich möchte dir heute noch einige Buchstaben beibringen.“
„Warum willst du eigentlich, dass ich das lerne?“, fragte Joveta ein wenig gekränkt.
Sie hatte sich noch mehr Zärtlichkeiten von dem jungen Markgrafen erhofft. Gerold merkte dies und er schüttelte leicht seufzend den rotgelockten Kopf.
„Wenn du lesen und schreiben kannst, dann musst du keine Magd bleiben“, erklärte der junge Markgraf ihr geduldig.
„Vielleicht heirate ich ja irgendwann einen reichen Mann“, erwiderte Joveta verträumt lächelnd. „Dann muss ich nicht mehr arbeiten.“
„Du weißt, dass sich die Reichen oft nur ihresgleichen zum Heiraten suchen, damit sie noch reicher werden“, mahnte Gerold ernst.
„Aber du bist nicht so“, meinte Joveta unsicher und blieb plötzlich stehen. „Sonst würdest du diese Ogiva heiraten.“
Gerold verschlug es die Sprache und er musste schließlich herzlich auflachen. Joveta war vielleicht nicht besonders klug, aber dumm war sie auch nicht.

Während sie zum Gut zurückwanderten, zogen dunkle Wolken am Himmel auf. Ein Gewitter nahte. Joveta hoffte nun, dass sie an diesem Tag nicht mehr lernen musste, obwohl sie wusste, dass sie sich für solche Gedanken schämen sollte. Gerold gab sich soviel Mühe mit ihr und sie durfte ihn nicht enttäuschen.  Als sie das Gut erreichten, klatschten erste dicke Regentropfen auf die Erde.
„Schade, wir können heute im Sand nicht mehr Schreiben üben“, bedauerte der Graf. „Aber vielleicht konnte Herr Arculf inzwischen Wachstafeln besorgen.“

Joveta war froh, dass die Wachstafeln noch nicht eingetroffen waren und so konnte sie sich den restlichen Tag ausruhen. Die Köchin Hildegund hatte inzwischen eine neue Magd zur Hilfe bekommen. Und so saß Joveta am offenen Fenster und beobachtete den prasselnden Regen und die größer werdenen Pfützen im Hof. Als ein Blitz in einem Gartenbaum einschlug, bekam sie es jedoch mit der Angst zu tun. Rasch schloss sie das Fenster und versteckte sich unter der Bettdecke.

Gerold traf sich mit Graf Arculf in der großen Halle des Hauses. Wie so oft, tranken sie Wein miteinander.
„Man hat mir erzählt, dass Ihr der jungen Magd Lesen und Schreiben beibringt“, begann der alte Herr neugierig zu reden. „Was hat das für einen Grund? Hat es überhaupt einen Sinn, einem weiblichen Wesen so etwas zu lehren?“
Gerold ärgerte sich ein wenig über Arculfs Worte, denn sie klangen sehr anmaßend. Aber er beschloss, deswegen keinen Disput mit dem alten Grafen anzufangen, denn so wie Arculf dachten viele Männer in dieser Zeit.
„Joveta tut mir irgendwie leid“, sagte Gerold schließlich und nahm einen großen Schluck Wein. „Sie ist schön und zart. Wenn sie lesen und schreiben kann, muss sie vielleicht nie wieder die harte Arbeit in einer Küche verrichten.“
„Frauen sind zum Heiraten und Arbeiten da“, bemerkte Arculf belustigt. „Daran werdet auch Ihr nichts ändern können, Gerold.“
„Vielleicht schon“, erwiderte der jüngere Mann entschlossen. „Ich beherbergte einst ein junges Mädchen in Villaris, das zur Domschule ging. Sie war die beste Schülerin dort. Sie hätte es weit gebracht, wären die Normannen nicht in Dorstadt eingefallen.“
„Das ist sehr bedauerlich“, meinte Arculf erschrocken. „Jetzt kann ich Euer Handeln besser verstehen. Tut mit Joveta, was Ihr für richtig haltet.“

Gerold war sich aber plötzlich nicht mehr sicher, ob es Sinn hatte Joveta weiter zu lehren. Vielleicht würde ja doch niemand das Mädchen als Schreiberin bei sich arbeiten lassen.  

Tbc...



≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈



@Veleren: Gerold hat sich da etwas Merkwürdiges in den Kopf gesetzt, wie es scheint. Ob es Joveta am Ende tatsächlich helfen wird, wird sich noch zeigen. Danke fürs Review!

@JulesMumm: In 2 Tagen erscheint die DVD. Ich freue mich schon wie ein Schneider darauf.
Schön, dass dir das Kapitel wieder gefallen hat. Danke fürs Review!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast