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Underworld: Reloaded!

GeschichteAbenteuer, Familie / P16 / Gen
Alexander Corvinus Lucian Micheal Corvin Selene Viktor William
07.03.2010
14.06.2014
7
8.672
 
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07.03.2010 1.877
 
Jaaaa, es lebt noch! Es lebt noch! Es lebt noch! :D Uuuund, es hat auch endlich mal wieder ein Kapitel im Gepäck! ^____^ Zugegeben, ich glaube, man merkt, dass ich nicht den allzu großen Plan habe, was die Handlung betrifft, aber ich find's spannend, herauszufinden, wie sich das entwickeln wird. Heute gibt's auf jeden Fall einen kleinen Einblick in Lenke aus dem Luftschacht, und es wird janz doll supptiel ein pehring gehintet. Pehringe, das sind die mutierten Flossenbrüder der Heeringe, und sie treten immer zu zweit auf. Deswegen kennt man sie auch als die "Dick&Doof"-Füsche. Muhaha. °0°
Also, wenn das jetzt zu wirr war: Ein kleeeeeines bisschen Romantik bau ich auch ein. Bin gespannt, ob ihr's erkennt. Hinweis: Et is nüscht mit Lenke. :D (Heiliges Hackbeil, seit ich Variationslinguistik habe verfolgt mich der Drang, dialektal zu schreiben. Hoffentlich ist das heilbar, sonst versteht mich am Ende keiner mehr. D:)

*hust* Wie dem auch sei: Vorhang auf!

~*~*~*~*~

Kapitel 6: Chaos

Interessiert betrachtete Raze Lucian und Lenke, wie sie sich Blut abnehmen ließen, das die Wissenschaftler dann in irgendein hochtechnisiertes Gerät einspeisten. Er brauchte das Equipment nicht ablesen zu können, um zu verstehen, worum es ging. Wie das möglich war, das war eine andere Frage und eine, die ihn nicht interessierte. Was zählte war, dass es so war und welche Auswirkungen das hatte.
Raze war sich im Klaren darüber, dass er den bisherigen Großteil seines Lebens in die Unterstützung von Lucian gegeben hatte, und für seinen besten Freund war ihm es ihm das auch wert. Doch diese Sache veränderte einiges. Sie waren sich eine Familie gewesen. Gut, das ganze Rudel war eine Familie, doch da er und Lucian sich so nahe standen waren sie einander der direkteste Familienersatz. Für Lucian, der Frau und Kind verloren hatte, oder zumindest die Frau, und für Raze, der seiner Heimat und Familie entrissen worden war und der nicht hatte zurückkehren können. Dass jetzt ein Teil von Lucians wirklicher Familie aufgetaucht war konnte nicht einfach wirkungslos bleiben. Aber wie diese Wirkung sich äußern würde, das hing nun von Lucian ab.
Der Brite erklärte Lucian und Lenke, was auf dem Bildschirm angezeigt wurde, wobei Lucian durchaus zuhörte, während Lenke mit jedem Wort des Wissenschaftlers spöttisch Grimassen schnitt.
„Und somit können wir eindeutig sagen, dass du, Lucian, der Vater von Lenke bist“, schloss der Brite mit genervtem Unterton, denn Lenkes Betragen war ihm keinesfalls entgangen.
Lucian stand für eine Weile still an einen Tisch gelehnt. Raze wusste, das bedeutete, dass er über die Neuigkeit nachdachte. Es war gewiss schwerlich zu verdauen, auf einmal Vater zu sein, erst recht, wenn man das Kind totgeglaubt hatte. Schließlich sah Lucian zu Lenke.
Diese hatte ihn während seines Schweigens fortwährend beobachtet. Ihre Augen waren dabei ruhiger als zuvor und ihr ganzer Gesichtsaudsdruck hatte etwas ernstes.
„Wirst du Adam etwas antun?“ fragte sie.
Lucian erwiderte ihren Blick ungerührt.
„Sollte ich nicht?“
Ein leises Knurren entwich Lenkes Kehle und untermalte ihre Entgegnung: „Tu's und du bist tot.“
Ah. Adam war also derjenige welcher, schlussfolgerte Raze. Damit gerechnet hätte vorher sicherlich keiner. Er selbst hatte Adam nicht sehr gut gekannt, der war auch lieber für sich geblieben, aber dass ihm für gewisse Dinge schlicht die Courage fehlte hatte jeder erkennen können. Nun allerdings schien sich da einiges verändert zu haben: Mal abgesehen davon, dass er Lucians Kind mit sich genommen hatte, hatte er es offensichtlich auch geschafft, diesem Kind wichtig zu werden. Es war, gelinde gesagt, eine Überraschung.
Einer der Wissenschaftler räusperte sich.
„Nun, wenn ihr alle die Freundlichkeit hättet... wir haben noch zu arbeiten.“
Ehe sie sich versehen konnten war die ganze Bagage schon aus dem Raum komplimentiert worden, selbst Lenke wurde durch die Tür hinausgegangen statt durch den Lüftungsschacht, und nun standen sie im Flur und schwiegen einen Moment lang. Dann schnappte sich Upenda den Kragen von Jegor und den Ärmel von Raze und zog beide mit sich.
„Komm, Jegor, du zeigst dem Gast mal unseren Trainingsraum.“
Der Gast? Wie freundlich. Aber Raze ließ sich mitziehen, um Lucian etwas Zeit mit seiner Tochter zu geben.

Lenke wippte auf ihren Fußballen hin und her und machte Schnalzgeräusche mit der Zunge, als sich die Stille zwischen ihr und Lucian in die Länge zog. Schließlich setzte Lucian ein Lächeln auf und fragte: „Wollen wir etwas gehen?“
Mit einem undefinierbaren Schulterzucken willigte sie ein und beide schlenderten los. Lucian ließ sich von Lenke durch einige Gänge führen, dann kamen sie an eine Leiter, die sie hinaufkletterte und dann oben eine Luke öffnete, die aufs Deck führte. Er folgte ihr und sah zu, wie sie, seinem Blick ausweichend, begann, auf der Brüstung zu balancieren wie auf einem Bordstein.
Sie nicht bedrängen wollend schwieg er weiter, bis sie zeigen würde, zu einer Konversation bereit zu sein, und betrachtete sie solange eingehend. Eigentlich war es augenfällig, dass sie seine Tochter war – „seine Tochter“, das klang immer noch merkwürdig. Sie hatte eine gewisse Wildheit in ihrem Gesicht, die er bei sich als existent sah, so eine Aura, die erwarten ließ, dass sie viel Energie selbst in die kleinsten Tätigkeiten legte. Nachdem sie das erste Mal aus dem Lüftungsschacht gesprungen war, war dieser Eindruck viel stärker gewesen. Nun war er zwar nicht gänzlich verschwunden, doch immerhin gebändigt durch ihre ruhige Körperhaltung. In dieser ähnelte sie ihrer Mutter. Aus einer fernen Ahnung hörte Lucian schon ein Vöglein zwitschern, dass sie wahrscheinlich auch so schlecht darin war, auf ihren Vater zu hören. Auf beide, bestimmt.
Davon abgesehen hatte er nicht das Gefühl, schlau aus ihr werden zu können. Gut, er hatte sie natürlich auch heute erst kennengelernt, aber vom momentanen Gefühl ausgehend erwartete er nicht, allzu bald zu begreifen, was sie dachte.
Plötzlich schlug sie auf der Brüstung ein Rad und nutzte es als Übergang dazu, auf den Händen weiter zu balancieren. Ihre noch immer ungekämmten Haare schüttelte sie, sodass sie an einer Seite ihres Kopfes herunterhingen, wohl, damit sie sich nicht in ihnen verhedderte, während sie sich fortbewegte.
Stillschweigend ging Lucian neben ihr her und fragte sich, weswegen sie nicht mit ihm sprach. Die bisher einzige Interaktion von Vater und Tochter waren Drohungen gewesen und ehrlich gesagt hatte er kein Interesse daran, ihre Beziehung auf ein Level zu bringen, das Viktors würdig wäre. Doch solange er ihren Charakter nicht einschätzen konnte war es schwierig, auf sie zuzugehen. Vielleicht war sie ihm gegenüber schüchtern und dann könnte es darauf hinauslaufen, dass er sie verschreckte und sie gar nicht mehr mit ihm sprechen würde. Oder sie war gar nicht an ihm interessiert, dann würde er sich bei der ersten Begegnung mit Adam auf eben diesen stürzen, da er dann gewiss der Schuldige war, und dann wäre auch alles ruiniert.
Er zwang sich zur Ruhe und Logik. Corvinus hatte gesagt, dass Adam Lenke nie angelogen hatte was ihre Herkunft betraf. Lenke selbst schien sich geniert zu haben, als sie urplötzlich ungepflegt vor ihrem leiblichen Vater stand, denn sie war sofort abgehauen. Also hatte Adams Erziehung, wie auch immer und hoffentlich relativ unreligiös die ausgesehen hatte, sie nicht ihrer leiblichen Familie vollkommen desinteressiert gegenüber gelassen, und es bestand somit die Chance, dass zwischen ihnen beiden eine Bindung entstehen könnte. Jedenfalls hoffte er das inständig.
„Also ich kann mindestens fünfzig Jahre schweigen, und du?“
Die plötzliche und paradoxe Frage traf Lucian unerwartet und er musste einen Moment nachdenken, bevor er sich für eine Entgegnung entschied.
„Ich würde es eher vorziehen, jetzt zu reden.“
Lenke verdrehte die Augen.
„War klar. Und da bin ich noch so nett und warn dich vor...“
Lucian überging die Bemerkung.
„Magst du mir etwas aus deinem Leben erzählen?“ fragte er sie, seine Neugierde nicht völlig in seine Stimme lassend.
„Zum Beispiel?“
„Wie es dir geht. Was du für eine Person bist. Was dich interessiert“, fasste er kurz das Wichtigste, was ihn interessierte, zusammen.
Lenke sprang von der Brüstung, stand nun vor ihm, wieder auf den Beinen, und sah ihn direkt an.
„Mich interessiert nur Blut und wie ich es bekomme. Ich bin ein Blutjunkie, durch und durch. Mir geht es dreckig, weil Adam immer noch nicht wieder zurück ist. Sonst noch etwas?“
Kratzbürstig. Von wem sie das nur hatte?
„Ich meine es ernst, Lenke“, bekräftigte er sanft. Er hatte das erste Mal ihren Namen ausgesprochen. Ein schönes Gefühl.
Lenke sah von ihm weg und hinaus aufs Wasser, das in der Dunkelheit so finster war wie es tagsüber vor lauter Menschendreck aussehen musste. Wie automatisch verschränkte sie die Arme vor der Brust.
„Zu mir gibt es nicht viel zu sagen“, murmelte sie.
Lucian lächelte schief.
„Das kann ich mir kaum vorstellen.“
Sie reagierte zunächst nicht darauf, dann griff sie blitzschnell nach seinem Handgelenk und zog ihn mit sich, zurück unter Deck, Gänge entlang, hoch, runter, links, rechts. Er ließ sich mitziehen und fühlte überrascht, wie schmal und klein ihre Hand auf seiner Haut wirkte. Weswegen sie immer noch die Gestalt eines Kindes hatte musste ihm auch noch jemand sagen. Ob geborene Hybriden langsamer wuchsen?
Sie hielten vor einer Tür, die Lenke öffnete, ihn reinzog bevor er irgendwas sagen konnte und sie dann hinter ihnen beiden wieder verschloss. Erstaunt betrachtete Lucian das Bild, das sich ihm bot.
Die Kajüte war unordentlich. Von oben bis unten. Klamotten lagen auf dem Boden, auf einem Sofa, auf den zwei Betten die da standen, auf Stühlen und auf Tischgelegenheiten, hingen über dem Türknauf zu einem Badezimmer, an Lampen, Spiegeln und sogar über den Zweigen einer Topfpflanze, die auch schon bessere Tage gesehen hatte. Dazwischen lagen Zeitschriften, Bücher, leere Blutkonservenbeutel, großteilig zerfledderte Plüschtiere und abgenutzte Schuhe. Es war das pure Chaos.
„Das ist... wow“, konnte er nur sagen.
„Sag's ruhig: Es ist ein Albtraum.“
„So harsch würde ich es auch nicht ausdrücken“, meinte er, nicht willens, sie sich eventuell schlecht fühlen zu lassen.
Sie schritt an ihm vorbei und warf sich rücklings auf das größere Bett. Es war vollkommen unbezogen und ein großer Blutfleck prangte auf dem Kissen, der wohl von einer verkleckerten Mahlzeit stammen musste. Dann klopfte ihre kleine Hand neben sich auf die Matratze.
„Meinethalben kannst du dich hier hinsetzen, wenn du magst.“
Er folgte der Einladung und musterte sie dann wieder eingehend. Ihre Augen verengten sich.
„Was?“
Er schüttelte den Kopf.
„Nichts. Ich dachte nur gerade wie ähnlich du deiner Mutter siehst.“
Sie schwieg und musterte ihrerseits ihn. Erheitert imitierte er ihre Frage, wenn auch zeigend, dass er es nicht aus denselben Gründen wie sie tat.
„Nichts. Ich dachte nur, dass ich dich mir ganz anders vorgestellt hatte.“
„Tatsächlich?“
Sie hob leicht die Schultern.
„Na ja, verwegener. So Clint-Eastwood-mäßig.“
Er blinzelte verwirrt.
„Was ist Clint Eastwood?“
„Nevermind“, antwortete sie und zog eine Schnute.

~*~*~*~*~

Etwaige Rechtschreib- und Grammatikfehler werden dankend angenommen, unterwürfige Lobesbekundungen noch mehr. >3>
Hoffe ihr hattet Spaß und soweit keine Fragen. Ich würde ja sagen, dass ich mich mit dem nächsten Kapitel beeile, aber ich glaube, wir wissen alle, wenigstens mittlerweile, dass die Aussichten dafür mau sind. Find ich aber klasse, dass ihr mir trotzdem nicht reihenweise aus den Favoriten gesprungen seid. Muss man euch lassen, ihr habt Geduld. Oder einfach zu viel anderes zu tun. :D
Das ist für euch alle: <3 <3 <3 <3 <3 ^______________^
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