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Underworld: Reloaded!

GeschichteAbenteuer, Familie / P16 / Gen
Alexander Corvinus Lucian Micheal Corvin Selene Viktor William
07.03.2010
14.06.2014
7
8.672
 
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07.03.2010 906
 
Bonjour! Vous conaissez cette... ces... cecaci... äh... egal. Ich kann kein Französisch mehr. @_@
Nun, wie dem auch sei, hier ist das neue Kapitel. Heute ohne Kobold, aber das ändert sich bald und dann kann ich ganz viele doofe Sprüche anbringen. *vorfreu* :3

Vorhang auf!

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Kapitel 4: Zweifel

Der war doch völlig durchgeknallt.
„Hast du verstanden, was ich gesagt habe?“ fragte Corvinus.
Corvinus war völlig durchgeknallt.
„Lucian, hast du mich verstanden?“
„Das ist unmöglich“, knurrte Lucian und spürte, wie seine Augen sich zu verfärben begannen vor Wut. Sein Gegenüber verweigerte es allerdings, sich davon einschüchtern zu lassen, und stachelte die Wut in ihm damit nur noch mehr an.
„Das ist nicht möglich!“ wiederholte er, sichtbar verstimmt über eine solch geschmacklose Bemerkung. Sein Kind war tot, tot seit sechshundert Jahren, und es war bei seiner Mutter. Nicht in dieser kalten, grausamen Welt, in der Viktor noch immer sein Unwesen trieb.
Corvinus sah ihn ungerührt an und sagte: „Ich verstehe, dass es schwer zu glauben ist. Nichtsdestotrotz hast du mir zugesagt, mich bis zum Ende anzuhören, bevor du reagierst.“
Die lähmend heiße Wutflamme in seinem Brustkorb schwächte sich ein wenig ab. Richtig, darauf hatte er sein Wort gegeben. Es kostete ihn enorme Willenskraft, sich zu beruhigen, aber schließlich schaffte er es und richtete sich wieder auf – Wann hatte er sich in Angriffsposition gekauert? Es musste ihm näher gegangen sein, als er zunächst angenommen hatte –, dann nickte er dem anderen Mann zu.
Korrekterweise interpretierte Corvinus die Geste als Aufforderung, fortzufahren. Mit einem leichten Seufzen als Einleitung kam er dem nach.
„Du kennst an Hybriden bisher nur Michael, aber Lenke ist anders. Ihr Körper funktioniert völlig anders als unsere, was damals ihre Rettung war. Verkürzt ausgedrückt ist ihr Körper dazu in der Lage, sich im Notfall zu assimilieren, um am Leben zu bleiben. Bei der Verbrennung von Sonja vor sechshundert Jahren“, Lucian zuckte bei der beiläufigen Erwähnung seiner verblichenen Liebe zusammen, „begann sie nahezu automatisch, sich den Gegebenheiten anzupassen, die notwendig waren, um auch außerhalb der Gebärmutter zu überleben.“
Nicht fähig, sich an diesem Punkt zu beherrschen, begehrte Lucian auf: „Ich war stundenlang mit Sonja in einem Raum! Mit ihrer Leiche! Denkst du nicht, dass ich es bemerkt hätte, wenn unser... wenn da noch etwas am Leben gewesen wäre?“
Corvinus schüttelte sachte den Kopf.
„Ich weiß nicht hundertprozentig, was damals geschehen ist, aber ich kann sicher sagen, dass Lenke wohl noch einige Weile in Sonjas Körper verbleiben musste, bevor sie die Kraft hatte, sich zu befreien. Vergiss nicht, sie entwickelte sich in rasender Geschwindigkeit von einem Zellklumpen, der keinerlei Ähnlichkeit mit einer Menschengestalt hatte, zu einer Form mit Gliedmaßen, den überlebensnotwendigen Organen... was ich dir sagen kann, ist, dass sie erst in den Wirren eures Kampfes gegen die Vampire wirklich geboren wurde.“
Ein unangenehmes Verdachtsgefühl keimte in Lucian auf. Er spürte es in seiner Kehle kratzen und jucken, aber es wollte sich nicht vollständig zeigen, doch er ahnte schon, auf was das hinauslaufen würde.
„Ich kann sicher sagen, dass sie sich schließlich aus dem toten Körper ihrer Mutter freikämpfen konnte und dass sie seither in Sicherheit war. Einer deiner Kameraden stieß rein zufällig auf sie.“
Das Jucken wurde stärker und wie ein Echo hallte ein leiser, unverständlicher Schall durch Lucians Ohren.
„Er wusste, was geschähe, wenn auch nur einer der Vampire es herausfände“, sprach Corvinus weiter, „darum nahm er sich ihrer an und zog sie fern von den wachsamen Augen von Viktor auf. In all der Zeit, Lucian, hat sie gewusst, wer ihre Eltern waren. Er hat sie nicht über dich angelogen.“
Schmerzgepeinigt schloss Lucian die Augen und wünschte sich weg, weit weg, am liebsten in den Tod, dem er so knapp entwischt war. Er wollte das nicht hören, er wollte diesen Verlust nicht weiter fühlen und den Verrat ausblenden. Es tat zu weh, viel zu weh...
„Ah, richtig“, meinte Corvinus, „sein Name ist-“
„Adam“, konnte er nicht verhindern zu flüstern.
„Ich sehe, du erinnerst dich an ihn“, sprach Corvinus mit einem fast abwesenden Nicken.
Das Jucken und Kratzen in seiner Kehle hatte sich durch eine ansteigende Übelkeit ersetzen lassen. Adam, von allen seinen Brüdern war es Adam gewesen, der ihn verraten hatte. Adam, der kampfesunlustige Träumer, der stets gebetet hatte, in der Hoffnung, von seinem Gott errettet zu werden. Ausgerechnet dieser alte, nein, dieser ehemalige Freund, dem er einst vertraut hatte, hatte ihm sein Kind gestohlen? Das konnte nicht stimmen, es durfte einfach nicht wahr sein!
„Du glaubst mir immer noch nicht“, murmelte Corvinus.
Lucian schüttelte den Kopf, um die unliebsamen Gedanken loszuwerden.
„Wieso sollte ich? Alles, was ich habe, sind deine Worte und Worte sind bedeutungslos. Liefere mir einen Beweis für deine Behauptungen, aber versteck dich nicht hinter hohlen Phrasen“, knurrte Lucian und verdeckte nicht den Zorn, der in seiner Stimme widerklang. Er war gewiss nicht so leichtgläubig, diesen Schwachsinn für bare Münze zu nehmen.
Corvinus zuckte gelassen die Schultern.
„Kein Problem, Lenke meinte sowieso mal, dass sie sichergehen wollen würde, damit wir ihr nicht einfach irgendwen als Vater unterjubeln. Ein Vaterschaftstest sollte die Frage regeln. Bist du damit einverstanden?“
Verdutzt und von einer absurden Welle der Hoffnung umspült nickte Lucian nur. Entweder kam heraus, dass man ihn nur an der Nase hatte herumführen wollen, oder – und er wagte kaum, es auch nur zu denken – es würde sich herausstellen, dass sein Kind, seines und Sonjas Kind, wirklich noch am Leben war, die ganzen vergangenen sechshundert Jahre lang gelebt hatte. Er konnte nicht sagen, was die schmerzlichere Option wäre.
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