Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Underworld: Reloaded!

GeschichteAbenteuer, Familie / P16 / Gen
Alexander Corvinus Lucian Micheal Corvin Selene Viktor William
07.03.2010
14.06.2014
7
8.672
 
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
07.03.2010 954
 
Hier kommt das neue Kapitel herum, rabimmel, rabammel, rabumm, bumm, bumm! Happy Halloween, Leute! Und viel Spaß mit dem neuen Kapitel und einem weiteren OC von mir. :3
Vorhang auf!

---

Kapitel 3: Schuld

Der Pfarrer beobachtete ihn schon länger. Adam versuchte, es zu ignorieren, doch damit einher gingen die altbekannten Schuldgefühle und die Scham. Ihn überfiel das Gefühl des nahenden Todes, als Strafe für das, was er war, für das, was er tat. Seine bereits zum Gebet gefalteten Hände drückte er stärker zusammen, senkte den Kopf und kniff die Augen zusammen.
„Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.“, sprach er, leise aber inbrünstig, „Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.“
Die Angst fiel von ihm ab und gelöst sah er auf und zum heiligen Kreuz. Erneut hatte der Herr ihn errettet. Er durfte weiterleben.
Unschlüssig sah er zum Beichtstuhl. Wie lange war es her, dass er gebeichtet hatte. Jetzt konnte er das kaum noch tun, ohne seine wahre Natur zu offenbaren, und die ließe sich nicht mit fünfzehn „Ave Maria“ wegbeten. Er war wie er war, er konnte nicht beichten. Mal wieder nicht. Dabei wog die Schuld so schwer auf seinen Schultern, das er vermeinte, von ihr erdrückt zu werden wie Atlas von der Erdkugel.
Mit einem letzten, bedauernden Blick zum Pfarrer, der sich während seines Gebetes einer älteren Frau zugewandt hatte, die an ihn herangetreten war, erhob Adam sich und verließ die Kirche langsamen Schrittes. Noch immer zog es ihn innerlich zum Beichtstuhl, doch er widerstand dem Bedürfnis – es war ein zu großes Risiko.
Als er aus dem Gemäuer und hinaus ins Freie trat atmete er tief durch, den Blick auf das Sternenzelt gerichtet.
„Freu dich, Erd und Sternenzelt, Hallelujah“, sang er leise vor sich hin, während er die Stufen hinabstieg und sich zu seinem Motorrad begab. Er würde ordentlich Gas geben müssen, um die Botschaft zu überbringen. Zu dumm, dass sein Mobiltelefon kaputt war. Lenke würde ihm den Kopf abreißen.

„... und jetzt achten wir darauf, dass eure Aktivitäten nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Auch die jüngsten Leichen sind schon auf dem Weg hierher und die Spuren eliminiert“, schloss Corvinus seine Erklärung.
Lucian spürte einen leichten Kopfschmerz. Das war schon keine Kleinigkeit mehr, vor dem Urvater der Unsterblichen zu stehen, dazu dann noch die Vorfälle der jüngsten Zeit und die Enthüllung über die Aktivitäten von Corvinus ließen ihn sein Alter spüren. Nach all diesen Jahren und all diesen Geschehnissen immer noch keine Ruhe.
„Ich habe meine überlebenden Brüder nach Süden geschickt. Könnt ihr sie kontaktieren?“
Corvinus nickte.
„Sicher, ich werde sehen, dass wir sie herschaffen. Upenda?“ setzte er hinzu, an die schwarze Frau gewandt.
Sie gab die Anweisungen in ein Mikrofon an ihrem Revers weiter, während sie das Mädchen aus dem Lüftungsschacht weiter an einer Schulter festhielt. Das Mädchen indes hatte den Informationsaustausch zwischen ihnen und Corvinus nur mäßig interessiert verfolgt, jetzt allerdings musterte sie ihre Gruppe, im Speziellen Michael, mit zusammengekniffenen Augen.
„Was ist passiert?“ fragte sie. Sie klang keinesfalls wie das Kind, nach dem sie aussah, sondern um Einiges älter, und ihn durchzuckte Bedauern für das viel zu früh verwandelte Mädchen, das nun auf ewig in diesem Alter festsitzen musste.
Corvinus sah sie für einen Moment mit einem undefinierbaren Blick an, dann vollführte er eine Geste in seine, Lucians, Richtung.
„Lenke, das ist Lucian.“
Wie auf Kommando erstarrte Lenke, dann sprang sie in atemberaubender Geschwindigkeit nach oben und zurück in den Lüftungsschacht, an dessen Öffnung sie kurz mit den Beinen zappelte, bevor sie sich darin eilig und polternd wegbewegte.
Verwirrt sah Lucian Corvinus an.
„Was hat das denn zu bedeuten?“
Corvinus zögerte, bevor er eine Antwort gab. Nicht, dass diese zufriedenstellend gewesen wäre.
„Das sollten wir besser unter uns besprechen.“
Etwas wie Wut angesichts des Zweifels an seinen Gefährten flammte in ihm auf, gleichzeitig mit noch mehr Verwirrung und Neugierde. Bevor er allerdings darauf reagierte warf er einen Blick zu Raze, der diesem bedeutete, hier die Stellung zu halten. Er wäre gewiss nicht so naiv, Corvinus einfach blindlings zu vertrauen. Als er die Versicherung hatte, dass Raze auf die anderen Acht geben würde, nickte er Corvinus zu und dieser führte ihn hinaus, einen Gang hinunter und in einen anderen Raum, der nach einem Lesezimmer aussah.
Die Einladung, sich zu setzen, lehnte er ab – er wollte eine Antwort. Corvinus erkannte das und warf ihm einen warnenden Blick zu.
„Was ich dir jetzt sage wird dich aufregen, darum schwöre mir, dass du dich nicht zu einer Dummheit hinreißen lassen wirst. Höre dir erst alles an, was ich dir zu sagen habe, bevor du darauf reagierst. Habe ich dein Wort dazu?“
Corvinus wusste genau, wie man jemanden überzeugte. Kurzerhand nickte er – was sollte er auch sonst tun? Es interessierte ihn, und, nach dem, was er aus der kurzen Warnung hatte heraushören können, ging es ihn auch noch persönlich etwas an, also würde er sich nicht einfach zurückziehen.
Das alte, faltenreiche Gesicht von Alexander Corvinus schien noch älter zu werden und wie in Müdigkeit rieb er sich einmal über die rechte Gesichtshälfte und ging dann in eine leichte Schläfenmassage über. Schließlich, nach mehreren, quälend langen Sekunden des Wartens, verschränkte er die Arme vor der Brust und musterte Lucian, nun wieder distanzierter, dann sagte er: „Lenke ist deine Tochter.“

---

"Upenda" ist, soweit ich weiß, ein Name aus dem Suaheli. Könnte von "penda" kommen, was "Liebe" bedeutet. Inspiriert durch die großartige, unvergleichliche, wunderschöne Nyota Upenda Uhura, gespielt von Nichelle Nichols, auf die all diese Adjektive ebenfalls zutreffen. (Für die, denen das gar nix sagt: Star Trek, Original Series. Go check it out.)
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast