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Underworld: Reloaded!

GeschichteAbenteuer, Familie / P16 / Gen
Alexander Corvinus Lucian Micheal Corvin Selene Viktor William
07.03.2010
14.06.2014
7
8.672
 
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07.03.2010 1.650
 
Täterätätätääää! Erster Auftritt meines OCs! Okay, eines meiner OCs. Eigentlich zweier meiner OCs. Dreier, wenn man Tomas mitzählt... ähem, wie dem auch sei.
Ich bin nicht so ganz zufrieden mit der plötzlichen Überleitung, aber... wenn ich ehrlich sein soll, dann wäre mir auch nix eingefallen, dass ich hätte zwischenschieben können, ohne es langweilig werden zu lassen.
Ich merke, ich laber schon wieder. Also: Vorhang auf!

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Kapitel 2: Kobold

Definiere Mist, multipliziere mit Verdammt, dividiere durch Folter und ziehe die Wurzel aus Scheiße. So und noch viel vulgärer dachte Tomas über die aktuelle Situation nach. Wie hatten sie sich nur in diese Klemme manövrieren können? Während sie in dem fast zu kleinen Transporter saßen, Xristo auf seiner linken, Lucian auf seiner rechten Seite, sowie die Turteltäubchen, Sabas und Raze gegenüber, spielte er das Geschehen erneut in seinem Kopf durch.
Auf einer hoffnungslosen und potenziell irren Suche nach Michael und Selene hatten sie die Stadt durchkreuzt. Nach fürchterlich vielen Stunden, kurz nach Sonnenuntergang, waren sie auf ihre Witterung gestoßen und hatten diese verfolgt, nur, um nach nicht einmal zehn Minuten mit den beiden zusammenzustoßen. Das Problem war nur, dass auch andere schon da gewesen waren. Ein ganzer Trupp bewaffneter... Soldaten? Was waren sie denn?
Aus dem Augenwinkel musterte Tomas die Frau in der Uniform. Sie war hochgewachsen, auf jeden Fall größer als Lucian, und ihre Glieder waren lang, was in eleganten Fingern resultierte, die sich unter ihren Handschuhen verbargen. Ihre Haut war von einem tiefen, dunklen Braun und ihre Haare tiefschwarz und in einem geflochtenen Zopf zusammengefasst. Sein Blick kreuzte ihren und sofort sah er weg. Da war etwas an ihren tiefdunklen Augen, oder es war ihre resolute, strikte Körperhaltung, vielleicht auch die Tatsache, dass sie bewaffnet war und er nicht, was ihm ein fröstelndes Unbehagen einflößte. Er dankte Lucian und Xristo dafür, ihn in die Mitte genommen zu haben – es vermittelte ihm Ruhe.
Dennoch konnte er nicht verhindern, etwas Angst zu empfinden bei dem Gedanken, was auf sie warten mochte. Immerhin waren sie hier in der Gewalt von Menschen, die über die notwendige Munition verfügten, um selbst den Unsterblichen den Garaus zu machen. Wie waren sie da rangekommen? Für wen arbeiteten sie? Auch, wenn die Frau nicht so wirkte, als nähme sie Befehle entgegen...
Der Geruch von Salzwasser drang in den Wagen und mit einem Rumpeln und einer Neigung machte sich die Fahrt auf ein Schiff erkenntlich. Daneben waren die eindeutigen Hafengerüche, das Salzwasser, Fische, Hanfseile und diverse Metalle und Lackierungen, sowie das leichte Schwanken nach Ende der Neigung ebenfalls eindeutige Indizien. Was wollten sie denn nun wieder auf einem Schiff?
Der Transporter stoppte und die Frau ruckte mit dem Kopf Richtung Türen.
„Rausgehen.“
Flüchtig dachte Tomas daran, wie es wäre, eine so bestimmende Frau im Bett zu haben und gleich darauf verfluchte er seine pubertären Gedanken. Nicht, dass es ihn prinzipiell nicht reizen würde, aber besser, er fing nicht erst damit an, so über eine von denen mit den Waffen zu denken. Käme bestimmt nicht gut.
Sie wurden in einen schmalen Durchgangsraum geführt und gründlich durchsucht. Das körperliche Abtasten trieb Tomas die Schamesröte ins Gesicht. Nach dem, was er von den anderen erkennen konnte, war das nur noch bei Michael der Fall. Nun gut, sie waren halt die Jüngsten in der Gruppe.
Auf die Durchsuchung folgte ein Gang durch lange Flure, mal nach links, mal nach rechts und schon bald erkannte er, dass man sie mehrmals im Kreis führte, um ihre Orientierung durcheinander zu bringen. Nicht, dass er sich hier hätte zurechtfinden können. Schiffe waren so gar nicht sein Revier.
Endlich erreichten sie eine schwere Tür und wurden in einen Raum geführt, der so etwas wie eine Kombination aus einem Büro und einem Kapitänszimmer zu sein schien. Die Wände waren auch hier metallisch, in einer dieser tristen Farben, in die man Horrorfilme gerne kleidete, und nur wenige Wandbehänge hellten das Bild auf. Es gab einen großen Schreibtisch, auf dem einige teuer aussehende Briefbeschwerer lagen, einer davon etwas, das wie ein Kristall aussah und im matten Licht blau schimmerte. Dahinter hing eine beträchtliche Waffensammlung, bestehend aus mehreren, verschiedenen Arten von Schusswaffen, Wurfmessern und sogar Schwertern. Sonst waren vereinzelt nur noch viele Bücher im Raum verteilt, auf dem Schreibtisch, auf kleinen Tischen, in Regalen und sogar auf einer bequemen Chaiselongue unter den mit schweren Vorhängen verhüllten Fenstern, derer er erst jetzt gewahr wurde.
Es war ein krasser Kontrast. Was sie nun wohl erwartete? Ein wenig hilfesuchend sah Tomas zu Lucian, der wiederum die Frau ansah. Sie musterten sich, aber noch bevor irgendwer den Gedanken hätte ausformulieren können, dass jederzeit ein Revolverduell stattfinden würde, hatte die Frau mit der Hand eine Geste vollführt, die den ganzen Raum einschloss.
„Bleibt hier, macht es euch bequem. Der Boss wird bald hier sein.“ Damit wandte sie sich ab und verließ den Raum. Die Türe schloss sich mit einem fast hallenden Klicken.
Wieder wandten sich Blicke an Lucian, doch dieser befolgte nur gelassen den Rat und lehnte sich an die Wand, von der aus er sowohl die Fenster als auch die Tür gut im Auge behalten konnte. Sie taten es ihm nicht unmittelbar darauf gleich, doch es dauerte nicht lange, bis jeder eine Möglichkeit gefunden hatte, seine Anspannung zu beherrschen. Michael begann, in den Büchern zu blättern. Selene überprüfte die Wandhalterungen der Waffen mehrfach, auch wenn keine davon sich ihrem Willen beugen wollte. Xristo und Sabas hatten sich an zwei anderen strategisch günstigen Punkten aufgestellt, um Lucian im Notfall zur Seite stehen zu können. Raze blieb stehen, wo er war und starrte zur Tür. Vielleicht starrte er auch der Frau nach, optisch gesehen war die ja schon...
Innerlich den Kopf schüttelnd wies Tomas diese Gedanken von sich. Das lenkte ihn nur ab. Kurzerhand setzte er sich auf die Chaiselongue und fuhr mit den Fingern über den Stoff. Samtig, bis auf die Nähte, aber der Kontrast fühlte sich gut an. Das Sofa seiner Mutter hatte sich ähnlich angefühlt, wenn er sich noch recht erinnerte. Ach, seine Mutter...
Sie warteten sicher noch keine Viertelstunde, da klapperte und rumpelte es im an der Decke verlaufenden Lüftungsschacht. Sofort hatte dieser die Aufmerksamkeit der Gruppe. Mit angehaltenem Atem – hatte jemand außer Tomas überhaupt den Atem angehalten? – warteten sie, was nun käme.
Mit einem lauten Scheppern fiel das Gitter zu Boden. Ein Kopf steckte sich durch das Loch. Ein kleiner Kopf mit vielen, dunklen Haaren daran, die sich der Schwerkraft ergaben und in einem ungekämmten Wust in der Luft baumelten. Außerdem hatte der Kopf große, dunkle Augen, die vor Neugier nur so blitzten und zeigte ein umgedrehtes, schelmisches Lächeln.
Blitzartig war der kleine Luftschachtkobold aus eben diesem herausgehüpft und in der Mitte des Raumes, mit Raze im Rücken, gelandet. Jetzt erkannte Tomas, der sich für seine lange Leitung schalt, dass es ein Mädchen war. Sie war sicher etwa zwölf Jahre alt, hatte kaum noch die Androgynität des Kindesalters, doch auch noch nicht die Rundungen einer Frau, und trug nicht unbedingt Haute Couture. Eine knielange Jeans, deren Fransen an den Beinen zeigten, dass sie eher unkundig mit einer Schere gekürzt worden war. Ein etwas zu großes Shirt, weiß mit vielen Flecken und einem großen Aufdruck eines bekannten TV-Alien auf der Brust. Alf, wenn er sich recht entsann. Weder Schuhe noch Socken trug das Mädchen und stellte damit ihre ungepflegten Fußnägel offen zur Schau. Insgesamt wirkte sie recht verwildert.
Sie musterte jeden von ihnen kurz und in ihren Augen glitzerte ein Schalk, der ihm so gar nicht behagen wollte. Blieb nur, zu hoffen, dass sie die Grenze zwischen diesem und der Realität ziehen konnte.
„Wer bist du?“ fragte Michael und ihr Blick heftete sich sofort auf ihn.
Sie machte ein paar kleine Schritte auf ihn zu und schnüffelte. Das muss es sein, dachte Tomas, der die Botschaft hinter dem von ihr ausgehenden Geruch erst jetzt bewusst aufgenommen hatte. Sicher war sie eine Lykanerin. Nicht, dass sie zu viele weibliche Exemplare hätten, eher im Gegenteil. Aber wer verwandelte denn ein Kind?
Bis eben stand sie noch etwas gebeugt, nun fuhr sie abrupt in eine aufrechte Haltung. Der Schalk hatte ihre Augen verlassen und stattdessen blitzte dort so etwas wie... Wut? Wozu sollte sie denn wütend sein?
Die Tür flog auf und ein älterer, nein, ein alter Mann trat ein, der sich wie ein gar nicht so alter Mann bewegte.
„Lenke!“ rief er aus.
Das Mädchen schenkte ihm keinen Blick und fuhr fort, Michael wütend anzustarren, auch, wenn dieser sich bereits zu dem Mann gewandt hatte, wohl auf Hilfe oder zumindest eine Erklärung hoffend.
Die dunkle Frau, die den Raum nach dem Mann betreten hatte, kam zu dem Mädchen, Lenke, und legte ihr von hinten die Hände auf die Schultern.
„Cálmate“, sagte sie zu ihr.
Dieses Mal hatte es einen Effekt und, wenn auch widerwillig, ließ sich Lenke in die Nähe der Tür bugsieren.
Der alte Mann wandte sich vor allem Lucian und Michael zu, als er sprach.
„Ich bedaure, dass ihr uns auf diese Art begegnen musstet. Wenn ich mich vorstellen darf: Ich bin Alexander Corvinus.“
What the fuck?

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Da schon einmal Verwirrung aufkam deswegen, hier die Erklärung zu "Lenke": Da Underworld in Ungarn spielt und nicht wenige der Charaktere von dort oder aus umliegenden Regionen stammen, habe ich für den kleinen Kobold einen ungarischen Namen gewählt. Lenke ist eine Kurzform von Magdalena(Bed.: Frau von Magdala) und Helene(Bed.: die Helle, Intelligente(Oder irgendsowas)), funktioniert allerdings auch als Eigenname. Ich spreche den Namen etwa so aus: Len- nicht zu langsam, das e auch wie ein e(z.B. wie in "sehen", also _nicht_ wie ein ä), -ke, diese Silbe ziemlich unbetont, das e also auch nicht betonen wie in der ersten Silbe, sondern z.B. wie am Ende von "Ich gehe" oder wie beim Namen "Malte". Will heißen, dass letzte "e" verschluckt man ein wenig.
Sollte wer das nicht verstanden haben, sagt mir bitte Bescheid und ich werde versuchen, es besser zu erklären. :)
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