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Zwischen Schein und Sein

von Mamiyu
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe
06.03.2010
20.03.2015
30
41.555
 
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Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
06.03.2010 1.867
 
Hier kommt meine neue Geschichte. Ich hoffe euch gefällt die Idee!
Ich wünsche euch schönes Lesen!
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Zwischen Schein und Sein

Das Urteil

Nun ging sie dahin, zu ihren Bossen und würde das Urteil erfahren. Maron arbeitete schon seit fünf Jahren für TimeFish-Records und würde die endgültige Endscheidung hören.
Sie wusste, dass ihr zukünftiges Leben von dieser Endscheidung abhängen würde. Sie wusste, dass sie vieles verlieren würde, wenn die Endscheidung so ausfallen würde, wie sie es vermutete. Nämlich gegen ihre eigene Endscheidung, gegen ihr eigenes Urteil. Sie wollte die Illusion aufrecht erhalten, wollte keinen enttäuschen, doch den Besitzern war das egal. Für sie zählte nun Profit!
Sie ging zur Tür, hinter der die Endscheidung liegen würde. Sie befand sich im Hauptgebäude der TimeFish-Record-Studios, einer der erfolgreichsten Plattenlabels seit Jahren. Hier in diesem modernen Gebäude arbeitete sie. In diesem Gebäude, in dem sie Stars ein- und ausgingen, in den Studios, wo die Stars gemacht wurden und Popköniginnen und –könige geschneidert wurden. Ja, in diesem Gebäude arbeitete sie.
Sie wusste genau, dass viele Frauen für ihren Job töten würden. Zu nah den Stars war die Arbeit. Doch in diesem bedeutsamen Augenblick würde Maron selber gerne töten, um wegzukommen.
Dennoch klopfte sie an diese wichtige Tür und trat ein.
Diese kleine und schöne Person, die sie war, ging in diesem riesigen Raum unter. Aus diesem einen Raum hätte man locker eine Zwei-Zimmer-Wohnung machen können, sogar mit einem riesigen Bad und einer großen Ess-Küche, nicht, dass der Platz im Wohnzimmer für eine Tafel nicht gereicht hätte.
Nun aber, im diesem Raum fand man keine Tafel, es standen nur zwei Schreibtische da, fast nebeneinander, nur ein kleiner Durchgang war zwischen ihnen.
Maron fühlte sich wie vor dem Gericht!
Hinter dem einen Tisch saß eine Frau, hinter dem zweiten Tisch ein Mann. Das waren die Gründer dieser Firma, Finn Fish und Access Time, die trotz ihres jungen Alters, sie waren erst 31, schon irgendwie das Monopol des Pop-Buisnesses in der Hand hielten.
Maron kannte die beiden schon seit ihrem 19. Lebensjahr, kannte sie also schon seit Anfang ihrer Firma und trotzdem hatte sie heiden Angst vor diesem Gespräch.
Einer der Gründe war, dass die beiden schon vor der Gründung ihres Unternehmens erfolgreich waren.  Sie waren seit ihrem 15. Lebensjahr bekannt als Duo und somit als Popgruppe, bis sie sich acht Jahre später entschieden hatten auch mal anderen eine Chance zu bieten und neue Talente zu fördern.
Und nun die 24-jährige Maron Kusakabe vor diesen einflussreichen Menschen und musste ihre eigene Meinung vertreten!
„Maron, Liebes, schön das du kommen konntest“, flötete Finn zur Begrüßung.
Von Access bekam sie nur ein Nicken zum Empfang, aber Maron war schon gewöhnt, dass er nie viel sprach.
„Wir hatten schließlich einen Termin.“ Maron zwang sich ein Lächeln aufs Gesicht.
„Setz dich doch, ich beiße nicht.“ Finns zu gute Laune gefiel Maron überhaupt nicht.
Sie ging zum Stuhl, der vor Finns vollbepackten Schreibtisch stand und fühlte sich, als ob sie den Weg zum Scheiterhaufen antreten musste. Sie setzte sich und sah vorsichtig Finn in die Augen.
Diese strahlte Maron an und wirkte dadurch nur noch schöner, als sie war.
„Ihr kriegt einen neuen Betreuer“, sprach Finn heiter.
„Betreuer?“ Maron war irritiert.
„Gott, wie nennt man das?“ Finn war wie immer theatralisch und guckte lange an die Decke. „Access, wie nennt man seinen Beruf noch mal?“
Maron wandte ihren Blick auf Access. Dieser würdigte sie aber keines Blickes und tippte einfach weiter. „Produzent“, war die allzu knappe Antwort des gutaussehenden Mannes.
„Produzent? Einen neuen Produzenten? Und was werdet ihr beiden dann sein?“ Maron schaute wieder zu Finn.
„Wir sind seine Bosse und werden das letzte Wort haben. So, wie eigentlich immer, nicht?“ Sie schaute Maron amüsiert an. „Aber er wird nicht nur die Lieder produzieren, er wird nur für euch zuständig sein und auch eure Tournee überwachen.“
„Ihr habt also einen neuen Babysitter organisiert? Vertraut ihr mir so wenig?“ Maron beobachtete weiter.
Finns Mund verzog sich ein wenig. „Er ist kein Babysitter! Er wird einfach alles Haarklein überwachen und bei allen Terminen dabei sein!“
„Okay, okay! Reg’ dich an, ich hab es ja nicht böse gemeint! – Kenn ich ihn wenigstens?“
„Wohl kaum! Er ist ein neues Talent, das wir fördern wollen!“
„Wieder ein neues Talent? Habt ihr vergessen, was mit dem alten neuen Talent von Bodyguard passiert wäre? Miyako wäre beinahe von ihren Fans erdrückt worden!“
„Glücklicher Weise warst du ja da und hast sie gerettet, nicht?“, erwiderte Finn girftig.
Die beiden starrten sich einen Moment lang finster an, bis Maron einlenkte: „Solange er seinen Job versteht, kann es mir egal sein, wer mich ‚betreut’.“
Maron wartete, denn das war nicht das Thema vor dem sie Angst hatte. Nein, ihr war es egal, welcher Produzent auf den CDs stand. Was ihr aber nicht egal war, war ihre Zukunft. Und diese hing wahrscheinlich nicht von dem Neuen ab.
Nach einer langen weile fragte sie schließlich: „War das alles?“
Finn lachte auf. „Nein, oder glaubst du wir müssen dir persönlich von einem Personalwechsel berichten?“
„Scheinbar nicht.“ Maron schaute zu Boden, wollte nicht mehr Finns Augen begegnen.
„Maron, du bist ein kluges Mädchen, deshalb weißt du bestimmt , um welches Thema es sich handeln wird.“ Finns Stimme nahm einen geschäftlichen Ton an, vor dem Maron noch mehr Angst hatte.
„Ich kann’s mir denken und ich bin gegen jede Veränderung!“ Sie versuchte so bestimmend wie möglich zu klingen.
„Es ist nicht deinen Endscheidung! Wir bestimmen hier die Dinge und du wirst das tun, was wir sagen!“
„Wieso brachen wir einen Veränderung? Es läuft doch alles so gut!“ Maron sprach ganz leise.
„Willst du dich immer hinter Lügen verstecken? Ich will doch nur, dass du ein anständiges Leben führst!“
Nun schaute Maron Finn verärgert an. „Das kannst du deiner Oma erzählen! War es nicht eure Idee überhaupt diesen Zirkus zu veranstalten? – Ich bin nicht der Grund für diese Planänderung! Seid ehrlich zu mir!“
Wieder starrten sich die beiden Frauen an. Im Hintergrund waren nur die Schläge von Access auf sie Computertastatur zu hören. Maron wusste, dass Finn nie ganz die Wahrheit sagte und den wahren Grund konnte sie sich auch schon denken. Doch ihr war es wichtig ihn ausgesprochen zu hören.
„Mir gefällt der Bekanntheitsgrad nicht“, sprach Finn schließlich.
„Der Bekanntheitsgrad? Aber der ist so hoch wie nie zuvor!“
„Er könnte aber um einiges höher sein!“, schrie Finn auf einmal und schlug mit der Faust auf den Tisch.
Maron erschrak, so eine Reaktion hätte sie nie erwartet. Sie brachte einen Moment, um ihre Gedanken zu ordnen, um einen kühlen Kopf zu bekommen.
„Es geht also um die damit verbundene PR! Hab ich recht?“
„Das ist unser Business!“, warf Access schnell ein.
Maron achtete aber nicht auf ihn, sie schaute Finn weiterhin in die Augen. Sie wollte ihre Meinung hören.
„Wenn die Wahrheit über deine Identität rauskommt, wird es uns nützlich sein! Du musst entscheiden, ob du es freiwillig machst, oder ob wir nun einen Skandal einleiten sollen. Du hast die Wahl!“ Finn sprach es ohne Ehrbarmen aus.
„Du sagst, ich habe die Wahl dazwischen, ob ich mein Gesicht verlieren will, denn das wäre der Skandal, oder dazwischen zuzugeben, dass ich gelogen habe und so meine Freunde zu verlieren? Das nennst du eine Wahl?!“ Maron war außer sich. Nie hätte sie geglaubt von den beiden in so eine Sackgasse geführt zu werden.
Maron traten die Tränen in die Augen. Sie wusste, dass dieser Augenblick kommen würde. Doch, dass er so früh sein würde, dass sie so früh ihre Freunde verlieren würde, hätte sie nicht erwartet.
„Maron ...“ Finns Stimme war wieder freundlich und nett.
Doch Maron unterbrach sie, sie war zu wütend. „Nein, Finn, du bemitleidest mich nicht! Nein! – Ich gebe mich geschlagen. Zufrieden? Und wie soll ich meine echte Identität aufdecken, wenn ich fragen darf?“
Sie sah in Finns abwesendes Gesicht. Sie konnte keine Gefühlsregung bei ihr erkennen.
„Eine Bühnenshow, die speziell auf diesen Moment zugeschnitten wird. Oder hast du vielleicht eine bessere Idee?“
Maron wandte ihren Blick wieder zum Boden. Sie sah es schon vor sich. Die Tänzer hinter ihr, die dröhnende Musik und die vielen Fans vor ihr. Bestimmt hatten die beiden ‚Bosse’ auch noch an eine Live-Übertragung gedacht, damit es so viele wie möglich Menschen mit verfolgen konnten.
Doch was würden sie tun, wenn es nach hinten los ginge, wenn sich die Fans nur abwenden würden? Was wäre dann?
Und da machte es ‚klick’ in Marons Kopf und sie verstand alles.
Sie lachte los.
Sie schaute in Finns verwirrtes Gesicht hoch und sah aus den Augenwinkeln, dass selbst Access seine Arbeit ruhen lies.
„Ihr beiden habt wie immer alles geplant. Selbst der neue Produzent ist in dieses Spiel verwickelt. – Wenn nämlich das alles nach hinten losgeht, gebt ihr einfach ihm offiziell die Schuld. Er hat mich ‚betreut’ und wird aus der Firma geschmissen und die Firma bleibt einfach erfolgreich wie eh und je! ... Ich hätte nie gedacht, dass ihr mit so miesen Mitteln spielt!“
Access stand auf und stellte sich hinter Finn. Er schaute Maron eindringlich an und erwiderte schließlich: „Die Firma ist unser Leben. Wir haben sie aufgebaut und lassen sie nicht so einfach zerstören. Wenn du willst, dann können wir dich gerne rausschmeißen. Nur da muss dir bewusst sein, dass du nirgends wieder in dieser Branche arbeiten kannst und wir alle kennen dich gut genug, um zu wissen, dass das auch dein Leben ist und du es für nichts aufgeben könntest! Nicht mal für eine Familie! – Also, du hast nicht das Recht uns zu verurteilen! Wir können dieses Business nicht einfach aufgeben und werde es auch nicht tun. Und unsere Firma ist uns heilig! – Bilde dir also nicht ein, du könntest uns etwas vorwerfen!“
Maron fühlte sich so, als ob sie einen Schlag ins Gesicht bekommen hätte. Sie musste schwer schlucken, um das alles zu verkraften.
Sie starrte die beiden eine Weile an, dann erhob sie sich und ging zur Tür.
„Ich habe verstanden!“
Sie verlies den Raum und ging in die frische Luft. Sie musste wieder denken können.
Sie wusste, dass diese Arbeit ihr Leben war, aber es war ihr nicht klar, dass das so offensichtig war
Diese Arbeit füllte sie aus und sie konnte sich nicht vorstellen, ohne sie zu leben. Sie verstand auch, was Access meinte. Selbst wenn sie die große Liebe finden würde, würde sie die Arbeit vorziehen. Im Gegenteil zu ihrer Freundin Miyako, die auch hier arbeitete, diese würde gleich den Job für den Mann aufgeben.
Maron aber würde dazu nie in der Lage sein! Sie brauchte es, es war eine Art Droge für sie. Ihr Lebenselixier, durch das sie nur in dieser Welt überleben konnte.
Ihre Berufung!
Sie war nun draußen und atmete tief ein. Sie wusste, dass sie sich diese Suppe eingebrockt hatte und sie jetzt auch diese auslöffeln musste. Doch der schmerzende Punkt war, dass sie wahrscheinlich Miyako als Freundin verlieren könnte. Andere Freundschaften natürlich auch, doch an Miyakos lag ihr am meisten.
Und das schmerzte. Es schmerzte schon bei diesem Gedanken. Dich sie wusste, dass sie eine Mitschuld trug und sich nun Erwachsen und Verantwortungsvoll verhalten musste.
Sie hatte ihr Leben zu dem gemacht, was es nun war, auch wenn Finn und Access geholfen hatten.
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So, das war das erste Kapitel...
Eure,
Mamiyu
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