Eldas Liebesgeschichte (ist so peinlich)

KurzgeschichteRomanze, Tragödie / P12
03.03.2010
03.03.2010
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Kaum ein Mensch weiß noch, dass es sie gibt. Über Jahrhunderte hinweg, lebten wir mit ihnen zusammen, ohne es zu wissen. Obwohl sie anders waren, so schön und elegant, merkten wir es nicht. Sogar dann nicht, als die Zeichen ganz offensichtlich waren. Und ihr glaubt es immer noch nicht. Aber sie sind wirklich hier. DIE VAMPIRE!

Lauter Geschichten ranken sich um diese geheimnisvolle Spezies. Diesen wunderschönen und mysteriösen Geschöpfen. So sagt man auch, man könnte sie mit Knoblauch bezwingen. Allerdings meiden die Vampire dies nur, weil sie eine sehr feine Nase haben und den intensiven Geruch daher nicht ausstehen können. Bei den Kreuzen bin ich mir nicht so sicher, woher das kommt. Nur weiß ich, dass alle Vampire grundsätzlich Atheisten sind. Es gibt viele Dinge die wir von Vampiren nicht wissen.

So auch, dass jeder Vampir eine Vorliebe für eine Eigenschaft des Blutes hegt und diese dann aussaugt. Wenn ein Vampir zum Beispiel gerne „Unehrlichkeit“ trinkt, wird der Mensch, dessen Blut er getrunken hat, ehrlich. Oder wenn ein Vampire gerne den Geschmack des „Stresses“ mag, werden die Menschen, die von ihm gebissen wurden, ruhig und gelassen. Eigentlich ist es ja gut, die Negativen Eigenschaften eines Menschen aus zu saugen... doch was ist, wenn man die Vorliebe für „Glück“ hat? Genau! Der Mensch wurde unglücklich.

Und Unglück hatte eine junge Vampirin Elda auch. Zu der Zeit, als man noch wusste, dass es Vampire gab und man sie jagte, verliebte sie sich in einen Menschen namens Alfred Sinclair. Sein Traum war es, Gärtner zu werden. Das sie von unterschiedlichen Rassen abstammten, stand ihrer Lieber nicht im Weg.

Als sie einmal im Wald saßen, begann Alfred zu erzählten: „Dafür, das sie von den Blumen Nektar erhalten, tragen die Bienen deren Pollen weiter zur nächsten Blume und sind damit ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems.“ Elda war begeistert. „Blumen und Insekten können friedlich neben einander existieren.“ „Für Mensch und Vampir wird der Tag kommen an dem sie sich gegenseitig verstehen und akzeptieren.“ Dieser Tag würde kommen, das war es, was sie glauben wollte.

„Nein! Bitte verschont mich!“ „Hört auf! Ich bitte euch“ „Haltet ein! Ich flehe euch an!“ Drei Vampire befanden sich jeweils unter einem Stofftuch und waren an drei neben einander stehenden Pflöcken gebunden. Viele Leute haben sich um sie versammelt. Ein Mann stand auf einem Balkon, des Hauses direkt hinter dem Geschehen, mit guter Sicht dazu. Er hatte einen schwarzen Vollbart und einen ernsten Blick, der keine Gnade zeigte. „Beginnt mit der Exekution!“, sprach er zu den Wachen, die daraufhin das Tuch entfernten. Ihre schmerzerfüllten Schreie übertönten jedes andere Geräusch. Kläglich verbrannten sie unter den heißen Strahlen der Sonne. In den Augen der Schaulustigen spiegelte sich Hass und Genugtuung. Nur nicht in Alfreds. Voller entsetzen starrte er zu den drei Verurteilten und dann zu seinem Vater hinauf, der dieses Grauen veranlasste. Gemeinsame Existenz und gemeiner Wohlstand, das kam gar nicht in Frage. Und das nur, weil Vampire zum überleben, Blut brauchen. So, auch Elda!

Sie war mal wieder im Wald mit ihrem Geliebten. Dieser machte sich gerade ein paar Notizen zu einigen Pflanzen. Doch plötzlich durchfuhr ihr ein stechender Schmerz in der Brust. Nein! Ich kann nicht hier bleiben! Ich muss hier weg! Leider bemerkte die Vampirin dies zu spät. Hart schlug Alfred auf den Boden auf, als sie sich auf ihn stürzte. Keuchend saß die auf seinem Bauch. „Elda...“, flüsterte der junge Mann und schaute in rot glühende Augen. Lächelnd schloss er seine Seelenspiegel und streckte ihr seinen Hals entgegen. Sie beugte sich hinab, war kurz davor ihn zu beißen.... als die hellen Glocken der Turmuhr läuteten. Diese holten Elda wieder in die Wirklichkeit zurück. Entsetzt darüber, was sie gerade tun wollte, wich sie zurück und hielt die Hände vor dem Mund. „Es tut mir leid... So schrecklich leid, Al!“ Tränen flossen ihre Wangen hinunter. Sie hielte sich zurück. Immer und immer weder. Sie wollte ihm das nicht nehmen. Nicht das! Ihr Geschmack des Blutes war nämlich... Liebe. Zuneigung, die eine Person für eine andere Person empfindet. Alfred richtete sich wieder auf, nahm sie sanft in seine Arme und strich ihr beruhigend über den Kopf.

„Warum?! Warum geht das nicht?!“ Wütend knallte der Junge seine Handflächen auf den großen Schreibtisch seines Vaters. „Sie ist ein Vampirmädchen. Ich verbiete dir jeglichen Kontakt mir ihr! Verstanden?!“ Die Stimme dieses Mannes duldeten keine Widerrede. Doch sein Sohn beharrte darauf: „Ich weigere mich! Ich werde sie niemals aufgeben!“ Der ältere Sinclair stand auf und faltete seine Hände hinter dem Rücken. „Hör mir zu, Alfred. Ich tue das nur zu deinem Besten.“ „Das ist eine Lüge! Du scherst dich einen Dreck um mich! Menschen wie du, sind der Grund, warum Menschen und Vampire nicht friedlich zusammen leben können!“ Ohne darauf vorbereitet zu sein, bekam er eine deftige Ohrfeige. So hart, dass er gegen die Wand prallte und bewusstlos zusammen sackte. „Wachen, sperrt diesen Idioten von einem Sohn hier ein! Lasst ihn nicht hinaus!“

Elda wartete wie immer am Waldrand neben der alten Mühle auf ihren Geliebten, als sie eine Gestalt im Schatten sah. Freudig lief die Vampirin ihr schon entgegen, als sie bemerkte, dass nicht Alfred, sondern ein fremder Mann dort stand. „Du bist Elda, nicht wahr?“, fragte er das Mädchen mit einem ernsten Gesichtsausdruck. Es trat unsicher einen Schritt zurück. „Ich bin Alfreds Vater.“ „Al's Vater...“, wiederholte Elda und sah schon ein bisschen erleichterter aus. „Mein Sohn wird nicht kommen! Nie wieder! Alfred sagte mir, er wolle die Beziehung zu dir beenden. Ich bin gekommen, um dir das mitzuteilen.“ „Aber...“, begann Elda und ging einen Schritt auf ihn zu. Doch sie blieb abrupt stehen, als ihr Gegenüber eine Pistole auf sie richtete. „Bleib zurück! Komm meinem Sohn nie wieder nahe! Verstanden?!“ Noch bevor er abdrücken konnte, verschwand die Vampirin, von einem Moment auf den Anderen.

Sie konnte nicht glauben was er ihr da sagte. Sie hatte an Als Rückkehr geglaubt und gewartet. Tag für Tag. Doch er kam nicht. Jetzt gab es keinen Grund mehr für sie, sich zurück zuhalten. Sie holte sich all das Blut, dass sie wollte. Ihren Durst, den sie über lange Zeit zurück gehalten hatte, gab sie hemmungslos nach. Es gab niemanden mehr, für den sie sich zurück halten musste. Sie streifte umher, immer auf der suche nach Blut.

Dann, eines Nachts, versammelten sich die Dorfbewohner. Jeder, eine Fackel in der Hand. Herr Sinclair führte diese wütende Meute an. „Wir können diesem Vampir nicht erlauben, weiter unwillkürlich zu jagen. Elda muss getötet werden!!!“ Die anderen stimmten mit lautem Gebrüll zu und hielten ihre Fackeln hoch.

„Lasst mich raus! Lasst mich hier raus!“ Alfred hämmerte mit den Fäusten gegen die hölzerne Tür. Durch das Fenster auf der gegenüberliegende Seite, hörte er die vielen Menschen, die auf dem Weg zu Elda's Vernichtung waren. Kurzerhand schnappte sich der Junge einen Stuhl und zerschlug damit das Glas.

Das Vampirmädchen rannte um ihr Leben. Die Dorfbewohner waren ihr dicht auf den Fersen und nur mit Mühe konnte sie den Abstand halten. Keuchend versteckte sie sich hinter einem großen breiten Baum. Sie war so konzentriert darauf, nicht gesehen zu werden, dass sie nicht bemerkte, wie sich eine Gestalt hinter sie näherte. Eine Hand legte sich auf die Schulter der Vampirin. Sie wirbelte herum und hätte bei nahe aufgeschrien. Alfred legt seinen Zeigefinger an die Lippen und bedeutete ihr still zu sein. Daraufhin zog er sie zu sich und umarmte sie. „Ich habe dich vermisst, Elda. Mein Vater hat mich eingesperrt. Es tut mir leid.“ Elda gab sich der Umarmung hin und genoss es, wieder mit ihrem Geliebten zusammen zu sein. Er schaute ihr in die Augen und sagte: „Ich glaube daran, dass Menschen und Vampire einmal friedlich zusammen leben werden. Niemand kann sagen, was die Zukunft für uns bereit hält.“ Damit legte er seine Lippen auf die ihren.

„Wir haben dich eingekreist, Elda.“, meinte der Anführer der wütenden Dorfbewohner. „Umstellt das Gebäude und zündet es an!“ Die Menschen taten was ihnen geheißen und schon bald brannte die Mühle lichterloh. „Du musst fliehen, Al!“ „Was redest du denn da, Elda?! Wir fliehen zusammen!“, rief der Angesprochene. „Ich habe nicht mehr genug Kraft, um von hier zu entkommen.“, erklärte das Mädchen ihm. „Trink mein Blut.“ Er lächelte sie an. „W-was hast du gesagt?!“ Elda konnte kaum glauben, was sie da hörte. „Das sollte dir genug Kraft geben, um zu entkommen.“ Doch sie weigerte sich: „Nein! Ich kann nicht! Wenn ich dein Blut trinke...“ „...wird meine Liebe für dich verschwinden.“, beendete Al ihren Satz. Überrascht und zugleich entsetzt fragte sie: „Du hast davon gewusste?“ „Mach dir keine Sorgen! Meine Gefühle für dich werden sich nicht ändern! Meine Liebe wird nicht verschwinden! Das werde ich nicht zulassen!“ Mit diesen Worten schloss er seine Arme um sie. Unter Tränen biss Elda ihn schließlich widerwillig in den Hals.

„B-bleib weg von mir! Verdammter Vampir!“, schrie Alfred, als sie von ihm ab gelassen hatte. Die Tränen flossen immer noch. Unaufhaltsam. Sie konnte es einfach nicht verstehen. Sie wollte es nicht verstehen. Ein Mark erschütternden Schrei, durchbrach die Stille der Nacht. Alfred hatte sich einen spitzen Pflock geholt und ihn in Elda's Brust gerammt. „I-ich verfluche euch alle!!!“, keuchte sie. Ihre Pupillen formten sich zu schlitzen. Wie die eines Tieres. Mit einer gewaltigen Energie aus Wut und Verzweiflung, sprang sie durch die Decke und verschwand in der Dunkelheit. Plötzlich durchfuhr Al ein Schwall der Erinnerungen und er war sich erst jetzt bewusst, was er eigentlich getan hatte. Voller Entsetzten betrachtete er den durch Blut befleckte Holzpflock in seinen Händen und sank in die Knie. Tränen strömten an seinen Wangen hinunter. „EEELLLDDDAAAA!!!!“, schrie er ihren Namen voller Schmerz hinauf in den Himmel.

Später wurde nur wegen diesen einen Mann, der von einer Vampirin verführt wurde, die ganze Sinclair-Familie vom Dorf missachtet. Und um ihren Namen wieder herzustellen, wurden sie zu Vampirjägern, die nur dafür lebten, Elda Maaka und ihren ganzen Clan zu vernichten...
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