One way or another - so oder so ... "DAS A-TEAM"

von THARA
GeschichteAbenteuer / P12
"Howlin' Mad" Murdock Amy Allen Bosco "B.A." Baracus Colonel Decker John "Hannibal" Smith Templeton "Face" Peck
02.03.2010
24.09.2011
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„Face?“ Hannibal war klar, dass sie mit dem MG-Feuer spielten, wenn sie jetzt nicht reagierten, und so blieb ihm keine Zeit, Amy eine Antwort zu geben. „Lieutenant, kommst du an eines der Ak ´s ran?“
    „Ich mach ja schon! Ich mach ja schon!“, gab Peck nervös zurück. Face arbeitete sich auf Knien im Van nach hinten zum Heckbereich, wo sie in einer Waffenkiste die Schnellfeuergewehre verwahrten. Das würde ihm den feinen Anzug noch ruinieren! Hier auf den Knien herumrutschen und dienen, wie damals in der verfluchten grünen und schlammig-schwülen Subtropik Vietnams! Würden sie das denn niemals hinter sich lassen können? Es war noch immer so präsent, obwohl sie nun seit fast zehn Jahren aus dem Army-Knast draußen und vor der Militärpolizei in den Vereinigten Staaten auf der Dauerflucht waren! Bodenständiger und friedliebender Erdnuss-Farmer hätte man besser werden sollen!
    „Ich will in kein Flugzeug, Hannibal! Hörst du? Wehe wenn Face da hinten jetzt eine Spritze aufzieht, dann … dann war es das letzte Mal, dass ich mir den Van zerballern lasse!“, protestierte B.A. Er wollte nicht zum Flughafen, trotzdem war er gerade dabei, sich auf der viel befahrenen Spur Richtung L.A.-Airport einzureihen. „Dann stelle ich mich freiwillig der MP!“
    Hannibal sparte sich einen Kommentar, denn er wusste, dass B.A. es längst nicht so meinte, wie er es eben gesagt hatte. „Face, was ist denn nun? Wo bleibt meine Wumme?“
    Face blickte mit erschrocken geweiteten Augen zwischen den Sitzen nach vorne und sein Blick traf mit Hannibals im Rückspiegel des Vans aufeinander. Peck wurde der hoch geschlossenen Hemdkragen samt der gestreiften Krawatte unter seinem nachtblauen Sakko zu eng.
    Hannibal kapierte sofort, was der Faceman hinter B.A.s breitem Rücken getrieben hatte, denn er sah einen gläsernen Gegenstand in Pecks Händen aufblitzen: eine Ampulle mit Narkotika. Bloß nicht! Knapp verneinend schüttelte Hannibal an Faces und Amys Adresse den Kopf – um Himmels Willen, B.A. nicht betäuben! Sie brauchten ihn wach, wacher als wach!
    „Face, pack die Spritze da hinten weg, ansonsten wird dich dein Zahnarzt noch nicht einmal an den Röntgenbildern wiedererkennen und Schwester Benedikta in deinem Waisenhaus wird nur noch einen Rosenkranz nach dem anderen am Krankenbett für dich beten können, wenn ich mit dir durch bin!“, motzte B.A.
    „B.A., kühl dich ein paar Grad ab!“, griff Hannibal nun todernst ein. „Wir kriegen die siebenunddreißig Elefanten schon heil über die Alpen, Sergeant! Also, lass mir den Lieutenant ganz! Ohne sein makellos  zahnweißes Lächeln kriegen wir bloß die Jugendherbergs-Baracken anstelle einer Hotel-Suite!“
    Hinter B.A.s Fahrersitz ließ Amy, die flink reagierte und Face die Utensilien und das Narkosemittel aus den Fingern genommen hatte, die Spritze und die Ampulle schnell wieder in seinem Etui verschwinden.

„Crane, jetzt fahren Sie doch mal ran an den Van! Etwas mehr Schmackes in der Stiefelspitze, ja?! Wir müssen das A-Team schnappen!“ Colonel Roderick Decker wäre am liebsten selbst hinter dem Steuer gesessen, das der MP-Captain pausenlos herumwirbelte, um auf der rasanten Flucht des A-Teams dem Van auf Wagenlänge durch die Innenstadt und zum Autobahn-Ring durch den betriebsamen Verkehr an diesem vermaledeiten Morgen folgen zu können. Unzufrieden über die Gesamtlage stierte Decker durch die Frontscheibe, über die die Scheibenwischerarme hektisch ihnen vor Augen hin und her wischten und dem Platzregen trotzdem kaum Herr der Wetterdinge werden konnten. Deckers rechte Uniformseite war schon nass, aber der Colonel war hart im Nehmen und im Austeilen, so kurbelte er neben sich erneut das rechte Seitenfenster herunter und steckte den Arm bis zur Schulter weit in den Regen raus. Mit vorwärts winkender Geste trieb er die beiden hinter sich wissenden MP-Wagen an, bloß nicht den Verfolgungs-Konvoi zum voraus preschenden A-Team Van gänzlich abreißen zu lassen. Wie hatte das Militär diese Elite-Soldaten nur wegsperren, anstatt zu ihren Zwecken nützen können?
    Colonel Decker wollte und konnte sich darüber im Moment keinen zweiten Kopf auf seinen Schultern wachsen lassen. Ein Erfolgsergebnis musste endlich nach Jahren der Jagd auf das A-Team her. Ganz egal, wie viele Stoßstangen, Motorhauben und Reifenkappen es sie diesmal wieder kosten würde! „Ich will das A-Team, Crane, bevor die wieder einen anderen Ausweg finden, oder bevor uns am Flughafen der General die ganze Show stiehlt!“
    Captain Crane hatte ein hartes Legionärs-Los mit Decker als seinen Vorgesetzten gezogen, doch er lebte stumm damit. Kaum etwas gab es, das dem farbigen MP-Captain die Ruhe stehlen oder ihn gar zu einem unüberlegten Laut seinerseits reizen konnte. Dann kam ganz unerwartet die Bodenwelle im Teer vor dem Fußgängerüberweg durch den Regenschleier in Sicht und Crane vergaß sämtliche Lebens-Vorsätze, die ihn einst sein Vater gelehrt hatte. „Colonel! Hang on!“
    „Nein, Crane! Bremsen! Mann, bremsen Sie!“, brüllte Decker auf, der doch nicht so lebensmüde war, wie er tat. „Hauen Sie auf die Klötze, Mann!“
    Dann kam die Bodenwelle unerbittlich auf sie zu, der MP-Wagen hob mit allen vier rotierenden Rädern vom Asphaltbelag ab und Crane konnte nur noch schreien: „Halten Sie die Uniformhosen fest, Colonel! FESTHALTEN!“
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