One way or another - so oder so ... "DAS A-TEAM"

von THARA
GeschichteAbenteuer / P12
02.03.2010
24.09.2011
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Diese Geschichte entstand lediglich zum Spaß und ist nicht für kommerzielle Zwecke meinerseits gedacht. Eine frei erfundene Folge aus dem Alltag der Serie „DAS A-TEAM“ von Stephen J. Cannell und Frank Lupo.

Ich widme diese Geschichte drei real existierenden Männern, die wissen, was es bedeutet, wenn man verliert:
George Peppard – original Darsteller des John Hannibal Smith (Ich weiß, leider bereits 1995 verstorben)
Liam Neeson – Darsteller des John Hannibal Smith im neuen A-Team Kinofilm
Hannibal Barkas – Feldherr, der dem Colonel seinen Spitznamen gab

Mein Dank an Blondie – ohne ihren tollen Song von 1979, der in einer Folge zu Beginn vorkommt, wäre ich nicht auf diese Idee gekommen.

Für J.R. - du hast mich wieder an unsere einstige Jugendleidenschaft erinnert: ans Schreiben von "A-TEAM"-Fan-Geschichten.

In Liebe für meinen Mann, der mein treuer Beta-Leser ist.

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VORSPANN:
„Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer militärischen Spezialeinheit wegen eines Verbrechens verurteilt, das sie nicht begangen hatten. Sie brachen aus dem Gefängnis aus und tauchten in Los Angelos unter. Seitdem werden sie von der Militärpolizei gejagt, aber sie helfen anderen, die in Not sind. Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden, aber ihre Gegner müssen sie ernst nehmen. Also, wenn Sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiter wissen, dann suchen Sie doch das A-Team!“
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Colonel John „Hannibal“ Smith baute seine kräftigen 1,83m vor dem Bett auf in dem schäbigen Motel-Zimmer, das sie notgedrungen im Moment zu viert bewohnten. In seiner unrasierten Miene lag die Ruhe selbst, doch das täuschte jeden außenstehenden Betrachter. Das Desaster von Vietnam hatte ihn früh gelehrt, seine innere Anspannung, seine Gedanken, Pläne und Gefühle sich von seinen untergebenen Soldaten und den Team-Mitgliedern niemals anmerken zu lassen, erst recht, wenn ihnen der ganze Dreck unter Beschuß um die Ohren flog.
    Der junge Lieutenant und der Sergeant hatten damit ihr spezielles Problem – sie waren emotionaler gestrickt, was nicht hieß, dass sie im Ernstfall nicht ihren Mann standen, aber sie gerieten leichter aus der Fassung und neigten zu Flüchtigkeitsfehlern. Nur ein abgestempelt Verrückter wie ihr Pilot besaß genügend Selbstschutz, um in diesem halb zivilen, halb militärischen Krieg standhaft zu bestehen, denn wer schenkte schon einem Narren Glauben? Es genügte, dass er, Colonel John „Hannibal“ Smith an H.M. Murdocks Fähigkeiten glaubte.
    Hannibal trug noch immer den beigefarbenen Overall der Fluggesellschaft Beller-Air, den er dem Mitarbeiter eines Betankungs-Trupps am Los Angeles-Flughafen abgeknöpft hatte. Die kalte Zigarre klemmte ihm im linken Mundwinkel. Das „Green Baret“, sein grünes Barett aus den Zeiten vor dem Krieg von Fort Bragg, saß lax auf seinem weißhaarigen Haupt. Ein MG des Typs Ak47 hing am Textilgurt von seiner Schulter herab und flankierte ihn rechtsseitig. Auf das hübsche, beinahe jugendlich wirkende Gesicht von Lieutenant Templeton „Faceman“ Peck, das im Schlaf nicht entspannt war, blickte er in der aufgehenden Sonne stumm hinab.
    Faceman hatten sie ihn genannt, nicht weil er unter den vier Männern definitiv der Schönling, der bei den Frauen beliebte Beau war, sondern wegen seiner exzellenten Begabung, anderen Leuten mit an ein liebes Kind erinnernde Unschuldsmiene einen ganzen Truck samt Anhänger voll reifer Melonen unter dem Hintern weg zu schwatzen fähig war, denn hinter seiner gebügelten Dressman-Fassade war Peck ein kleiner Gauner. Allerdings musste er noch lernen, sich vom äußeren Druck nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Druck ist etwas Wunderbares, denn dann bringt man die besten Leistungen zustande, und dann sprühte in ihm, in Hannibal, die Einfalls-Fontäne und die Pläne flutschten nur so durch seine niemals ruhenden Gehirnwindungen.
    Vor fünf Wochen wäre das Spiel jedoch beinahe aus gewesen. Um Haaresbreite waren sie davon gekommen, als ihnen Colonel Decker von der MP schon am Saum der Uniformhosen gehangen hatte, während sie Face wegen dieser vermaledeiten Blinddarmentzündung hoch fiebernd auf Leben und Tod ins L.A.-Central-Hospital hatten bringen müssen. Es war fast in die Hosen gegangen, wenn ihnen Dr. Mo Sullivan nicht im Nachhinein Hilfe und Luft verschafft hätte, Face und das Team in ihrer Praxis auf dem Land in Bad Rock City wieder einmal für ein paar Tage zu verstecken. Nach diesem Dilemma hatten sie dringend Ruhe gebraucht, denn Hannibal hatte ein Chirurgen-Team unter wachsamen Augen und mit vorgehaltener Waffe dazu zwingen müssen, den Lieutenant zu operieren.
    Face sah nach der Erkrankung, der Operation und der letzten Nacht, die sie hatten durch fahren müssen, noch immer erschöpft aus. Sie hatten kräftemäßig alle schwer nachgelassen, doch Hannibal, auch wenn er mit seinen drei Männern und der Journalistin Amy Amanda Allen „Tripple A“ immer streng ins Militärgericht zog, wenn sie unter Fulbrights oder Deckers MP-Zugzwang gerieten, war er ihnen gegenüber nie gänzlich verständnislos oder gar herzlos. Hannibal lebte stets unter dem Druck, die Verantwortung für seine Leute zu tragen, denn sie waren längst nicht mehr die untergebenen Ränge für ihn. B.A., H.M., Face und Amy waren seine Freunde und so etwas wie eine Familie, die er durch seine Berufung als Soldat und Söldner selbst nie hatte ins Leben rufen können.
    So war er seit langem der Leitwolf des A-Teams, das Menschen in Not half, auch wenn sie dafür hin und wieder keinen müden Dollar kassierten. Es widerstrebte dem Colonel Menschen unter Druck zu setzen, obwohl es oftmals keinen anderen Ausweg gab, sich Respekt und Gehör in dieser rabiaten Welt mit Druck zu verschaffen. Paradox - genau das war der Grund, weswegen er Berufssoldat damals in den 1960ern geworden war. Er verabscheute es, wenn Menschen ihrer Freiheit und ihrer Menschenwürde beraubt wurden. So war er voller Hoffnung nach Vietnam gegangen und hatte das Schlimmste erlebt, was man sich als Zeitsoldat nur vorstellen konnte.
    Der Vietcong hatte ein Vierteljahrhundert lang voller Folter und Unterdrückung keine Würde des individuellen Menschen gekannt, doch was sich teilweise die Soldaten der US-Truppen geleistet hatten gegenüber der Bevölkerung, war nicht minder verabscheuungswürdig gewesen.
    Hannibal regte sich nicht. Er verkniff sich das Rauchen seines Zigarrenstumpens im geschlossenen Raum und sein Atem ging völlig geräuschlos, als er seine Team-Mitglieder im Schlaf beobachtete. Amy schlief fest in Facemans Armbeuge im Doppelbett. B.A. Baracus, der farbige, mit Goldketten behängte bullige Sergeant hatte seine Boxerstatur auf zwei Sessel gezwängt, auf denen er seit drei Stunden mit über der Lehne ausgestreckten Füßen schnarchend schlief. Ein friedliches Bild unter Freunden, die in ihrem Wesen so unterschiedlich waren, dass man kaum glauben mochte, wie fest sie untereinander als Freunde ein eingeschworenes Team auf Gedeih und Verderb waren. Der scheinbare familiäre Frieden war ein flimmerndes Trugbild. Die Militärpolizei-Bulldoggen schnupperten ihnen nach wie vor an den Fersen.
    Captain H.M. „Howling Mad“ Murdock, ihr ausgeflippter Pilot, war nicht bei ihnen. Sein derzeit labiler Gesundheitszustand hatte Hannibal gezwungen, ihn in der schonenden Obhut des Veteranen Hospitals zu belassen. Schlimm genug war es schon, dass Faceman körperlich noch immer nicht wieder ganz fit in den Tennisschuhen war. Hannibal musste ihm und Murdock Schonzeit gewähren. Der Captain war zudem sein letztes As im Ärmel, das er Full House ausspielen konnte, wenn sich die Schlinge der MP-Leute erneut so eng ihnen um die Kehle legen sollte, wie gestern früh auf dem Flughafen beinahe ihnen das kochend heiße Henkerssüppchen serviert worden wäre. Es gab nur eine einzige Sache, die für den Colonel als der Mann und Mensch John Smith das Allerschlimmste gewesen wäre: der Verlust eines dieser vier Menschen, mit denen er ohne Wenn und Aber durchs Fegefeuer ging. Das A-Team … one way or another – so oder so: sie gingen zusammen.
    Der Colonel ließ seine Leute schlafen. Sie waren fertig auf den Panzerketten – und der Homerun stand ihnen noch bevor. Deckers und Fulbrights Krokodile lagen noch in Lauerstellung und sie, das A-Team, sie waren das Futter für die hungrigen Reißzähne der Militärpolizei. Die JAG-Richter warteten schon auf sie – aber da konnten sie lange warten. So schnell gab er als Chef des A-Teams nicht auf. Er setzte die Wache fort und spulte einen Plan nach dem anderen im Kopf vor und zurück. So knapp, wie am gestrigen Vormittag, durfte es einfach nicht wieder werden …

Am Vortag; vormittags
Sergeant „B.A.“ Bosco Baracus trieb den Van mit Vollgas und mit Bleifuß auf dem Gaspedal durch die verregnete Innenstadt von Los Angeles, dass die Pfützen nur so stoben. Sie mussten schleunigst allesamt die Fliege machen. Die MP hing ihnen wie eine Schmeißfliege am Kuhschwanz. Die Idee, auf ein Rodeo zu gehen, konnten sie sich an den Stetson stecken. Sie mussten weg, nur noch weg.
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