Übersetzung: The Force of Habit von Anna Amuse

GeschichteRomanze / P12 Slash
James T. Kirk Spock
28.02.2010
02.03.2010
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"Doktor?"

"Spock? Kommen Sie rein. Wollen Sie einen Drink?"

“Nein, danke. Ich frage mich, ob Sie wissen, wo der Captain sich aufhält.”

“Ach, haben Sie ihn verloren?” McCoy schmunzelte listig. „Es gibt für alles ein erstes Mal.“

“Doktor, ich bin wirklich nicht in der Stimmung für sinnloses Gezänk. Wissen Sie, wo der Captain ist?“

“Sicher,” nickte McCoy und hob sein Glas an die Lippen. „Und es ist gut, dass Sie ihn suchen.“

"Warum?"

“Weil es langsam Zeit wird, dass Sie etwas deswegen unternehmen.“

“Ich verstehe nicht, was Sie meinen.”

“Ach, tun Sie nicht so,” grollte McCoy. „Sie verstehen ganz genau, was ich meine. Sie und Jim, Spock, ich rede über Sie und Jim.“

Spock runzelte die Stirn.

“Wenn ich Ihre Andeutung richtig verstehe, geht es Sie nichts an, ob wir etwas ‘deswegen’ unternehmen.”

“Ach was. Glauben Sie, ich bin verrückt genug, im Weg zu stehen? Nein, Spock.” Er nahm einen großen Schluck von seinem Brandy. „Ich hege nicht den Wunsch, dass es mich etwas angeht. Ich sage nur, wenn Sie etwas unternehmen wollen, dann tun Sie das besser jetzt.“

Spock kniff zweifelnd die Lippen zusammen.

„Sie sind nicht überzeugt,“ stellte McCoy fest.

“Er ist jetzt verletzlich,” sagte Spock zögernd. „Er könnte es als Mitleid auffassen.“

McCoy lachte sardonisch.

"Spock, Sie würden Mitleid nicht erkennen, wenn es sich vor Sie hinstellt und Ihnen die Hand schüttelt. Jim weiß das. Nun, wie auch immer, Sie sind ein kluger Junge, Spock. Ihnen wird schon etwas einfallen.“

"Wo ist er?"

"Hamburg. Reeperbahn." Spock starrte ihn an. McCoy grinste wieder. “Ich entnehme Ihrem Gesichtsausdruck, dass Sie wissen, was Sie zu erwarten haben. Passen Sie auf sich auf, Spock."

“Danke, Doktor,” nickte Spock, immer noch leicht schockiert. „Das werde ich.“

Er hatte die Geistesgegenwart, Zivilkleidung anzulegen, bevor er hinunterbeamte. Sie schützte ihn nicht vollständig vor unwillkommener Aufmerksamkeit, aber verringerte sie wenigstens beträchtlich. Spock wusste nicht, warum er einige Lokale ignorierte, während er die Straße hinunterging, und es in anderen versuchte, aber seine unterbewusste Logik oder Intuition oder was es auch war hatte ihn auf die richtige Spur gebracht. Er fand Jim in der dritten Bar, die er betrat.

Spock gönnte der Stripshow einen flüchtigen Blick, aber nichts daran erregte seine Aufmerksamkeit. Er hatte schon bessere gesehen. Er schickte die Kellnerin mit einer lässigen Handbewegung weg und ging direkt dort hin, wo Jim saß. Der Captain nahm die Augen nicht von dem Mädchen auf der Bühne, aber anscheinend brauchte er nicht aufzusehen, um die plötzlich aufgetauchte Gestalt an seinem Tisch zu erkennen.

“Warum haben Sie so lange gebraucht?”

Spock hob eine Augenbraue und glitt auf den Stuhl neben ihm.

“Sie haben mich erwartet?”

Kirk lachte bitter.

„Erwartet? Nein, Spock. Wie könnte ich das wagen? Nein, nein,“ er schüttelte melancholisch den Kopf. „Ich hatte gehofft, dass Sie kommen. Ich habe die ganzen verdammten fünf Jahre lang gehofft. Mir vorgestellt, was wir sagen würden, wie Sie aussehen würden… ich habe gehofft,“ wiederholte er seufzend. „Ich habe nie damit gerechnet, dass Sie tatsächlich kommen.“

Spock betrachtete das halb geleerte Glas auf dem Tisch, bevor er Kirk wieder ins Gesicht sah.

“Wenn Sie möchten, dass ich Sie Ihrer Phantasie überlasse, könnte ich…”

“Nein,” sagte Kirk schnell, ergriff Spocks Hand und drückte sie. Dann sah er den Vulkanier direkt an. „Nein. Bleib. Bitte.”

“Ich möchte nicht hier bleiben, Jim.“ Spock schüttelte leicht den Kopf. Er sah sich mit leichtem Widerwillen um. „Ich schlage vor, wir wechseln zu einem weniger… schmutzigen Ort.“

Kirk prustete.

“Weniger schmutzig. Gott, du erwischst mich immer wieder.“ Seine gute Laune verpuffte so schnell wieder, wie sie gekommen war. Er sah Spock direkt in die Augen. „Bevor wir gehen, möchte ich, dass dir eines ganz klar ist. Vor allem meine Pläne für diesen Abend. Ich beabsichtige betrunken zu werden, Spock. Sehr, sehr, sehr betrunken. Und dann möchte ich mit jemandem ins Bett gehen, dessen Namen ich am Morgen noch weiß. Noch wichtiger, der immer noch da ist. Du bist die einzige Person, bei der ich mir dessen sicher sein kann. Wenn wir zusammen hier weggehen, solltest du bereit sein zu bleiben.“

Spock faltete die Arme über der Brust und studierte Kirk nachdenklich. Was der Captain sagte, war schlecht. Nein, schlimmer als schlecht. Sehr schlecht. Katastrophal. Weltuntergangsszenario. Apokalypse. Und wenn Spock nicht wollte, dass das passierte, musste er sehr, sehr vorsichtig sein.

„Bodeneinsatz?“, fragte er ruhig.

Kirk zuckte zusammen. Nickte rasch.

„Bodeneinsatz.“ Er leerte sein Glas in einem Zug. “Du siehst also, ich kann mir im Moment über gar nichts sicher sein. Ich bin nicht mehr der Captain. Ich bin… vom Weg abgekommen.“

Spock hob eine Braue. Er sah so ruhig und kühl aus, als ob sie den letzten Sektionsbericht der Enterprise diskutierten.

“Das mag so sein, Jim, aber… es gibt bestimmte Dinge, deren du dir sogar jetzt sicher sein kannst.“

“Wirklich? Zum Beispiel?”

Spock sah ihm entschlossen in die Augen.

“Wie zum Beispiel die Tatsache, dass ich auch am übernächsten Morgen noch da sein werde. Und an dem danach. In jeder Eigenschaft, in der du mich brauchst, solange du willst, dass ich bleibe. Und wenn du meiner müde bist, wäre ich immer noch da, nur einen Schritt entfernt.“

"Spock," Kirk schluckte hart. „Du ahnst nicht, wie sehr ich das will. Aber ist dir klar – bist du sicher, dass du weißt, worauf du dich einlässt? Ich bin kein vorbildlicher Mensch. Zum Teufel, ich bin kein vorbildlicher irgendwas.“

Spocks Lippen zuckten.

“Nach vier komma sieben Jahren ist mir das nur allzu bewusst, Jim,”, sagte er trocken. „Und ob ich weiß, worauf ich mich einlasse – die Antwort ist nein. Ich weiß es nicht. Genauso wenig wie du. Aber du willst es. Ich auch. Wir haben ähnliche Stadien der Unsicherheit schon früher erlebt. Wir haben uns ihnen gemeinsam gestellt und es zusammen geschafft. Ich schlage vor, wir werfen die Waffen nicht weg, die uns in der Vergangenheit so gut gedient haben.“

Am Ende dieser Rede lächelte Kirk.

“Wir könnten zusammen untergehen, Spock. Hast du das bedacht?“

“Ich finde es besser, als allein zu überleben.“

“Komisch. Ich auch. Also gut, dann ist das geklärt. Ich nehme an, es bleibt nur noch die Frage,“ er sah Spock spitzbübisch an, „zu dir oder zu mir?“

Spock hob eine Augenbraue.

"Du vergisst, dass ich auf diesem Planeten keine Wohnung habe, Jim."

“Also zu mir,” grinste Kirk und stand auf. Er sah sich mit einer seltsam neuen Neugierde um, ergriff Spocks Arm und hielt ihn fest. „Spock, denkst du… wir werden je aufhören, uns auf diese Art zu treffen?“

Spock folgte seinem Blick und seufzte dann leise. Kirk erstarrte leicht, als er starke Arme fühlte, die um seine Taille glitten. Für Spock war das eine unglaubliche öffentliche Zurschaustellung, die an einen Skandal grenzte. Er lehnte sich noch näher an ihn und lächelte dünn, aber sichtbar. Kirk fühlte, wie ihm der Atem stockte.

"Ich hoffe nicht, Jim," flüsterte Spock, wenige Zentimeter entfernt.

“Gott,” stieß Kirk atemlos hervor. In seinem Kopf drehte sich alles und das war lächerlich, soviel hatte er doch gar nicht getrunken. „Ich glaube, ich lasse den Teil mit dem Trinken heute Abend weg.“

Näher. Ein halber Zentimeter.

"Das hatte ich gehofft."

Und dann stand er alleine da, leicht schwankend bei dem plötzlichen Verlust. Spock beobachtete ihn von der Tür aus mit tief nachdenklichem Gesichtsausdruck. Kirk merkte, dass er wie angewurzelt mitten im Raum stand. Wie ein Idiot. Er errötete, grinste und schüttelte den Kopf, um die anhaltende Verzauberung loszuwerden. Er konnte diese Augenbraue laut und deutlich lesen.

'Kommst du, Jim?'

"Ja," murmelte er. ‘ Und ich hoffe, du hörst nie auf, mich so anzusehen.'

Spock nickte fast unmerklich.

Er hörte niemals auf.
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