Übersetzung: The Force of Habit von Anna Amuse

GeschichteRomanze / P12 Slash
James T. Kirk Spock
28.02.2010
02.03.2010
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A/N: Dieses Kapitel ist ein Beispiel dafür, dass beim Übersetzen manche schöne Formulierung und manches Wortspiel verloren geht… es lässt sich nicht ändern. Ich hoffe, es ist trotzdem gelungen.

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“Ich sagte, nehmen Sie Ihre Männer und machen Sie, das Sie hier rauskommen,” schnaubte Kirk durch die zusammengebissenen Zähne und zielte erneut. Vor Rauch und Mündungsfeuer konnte er kaum sehen, was sich in dreißig Fuß Entfernung abspielte. „Gehen Sie zurück zur Basis.“

“Aber Sir!” Der junge Mann neben seinem Ellenbogen steckte ebenso tief in Schmutz und Blut wie er und war genau so entschlossen. „Das würde Sie hier ohne Verteidigung zurücklassen! Die Hilfstruppen werden noch mindestens eine Stunde brauchen, bis sie hier sind, und wir können das Fort nicht aufgeben, sonst erbeuten sie genug Munition, um eine Ewigkeit weiter zu kämpfen!“

„Ich komme schon klar.“

"Sir—"

Kirk funkelte ihn an.


“Ich sagte, ich komme klar, Lieutenant! Sie haben Ihre Befehle – evakuieren Sie das medizinische Personal. Jetzt!“

Der Lieutenant wich wie unter einem Schlag zurück.

"Aye, Sir!"

Kirk hatte keine Zeit, ihm nachzusehen. Er wusste, ohne das verdammte Kind waren seine Chancen, das Fort lange genug zu verteidigen, bis Rettung eintraf, gleich null. Aber wenn er nicht anordnete, dass die Mediziner und die Verwundeten in Sicherheit gebracht wurden, wären Ihre Chancen auch nicht viel besser. Es war das Vernünftigste, die Verluste so gering wie möglich zu halten. Er würde die Stellung so lange wie möglich halten. Und dann würde er das Vorratslager in die Luft sprengen. Scotty hatte ihm gerade genug Tallium dafür dagelassen.

Er holte den letzten Pack Elektrogranaten und brachte sich in eine bessere Position. Die Kunst des Krieges war ihm nicht fremd. Man brauchte nur ein Viertel so viele Leute, um eine befestigte Anlage zu verteidigen als sie einzunehmen. In Anbetracht seiner Erfahrung vielleicht nur ein Achtel. Das klang immer noch nicht nach einer besonders guten Chance, aber Kirk ergriff sie.

Er feuerte, organisierte um und feuerte erneut. Die miserable Sicht half ihm ebenso sehr wie sie seine Aktionen behinderte. Die Eingeborenen waren gegen Föderationskampftaktiken nicht so geübt wie gegeneinander. Verfluchte Befehle, die die Enterprise hierher verschlagen hatten in dem Versuch, bei dem lokalen Glaubenskrieg zu vermitteln. Es endete immer auf die gleiche Weise, das war hier nicht anders. Er feuerte und fluchte, änderte seine Position, feuerte und fluchte wieder. Er würde nicht mehr lange standhalten können. Die Energiezellen gingen ihm aus.

Plötzlich erregte eine verschwommene Gestalt seine Aufmerksamkeit. Die Eingeborenen schossen ab und zu auf ihn, kamen aber nicht besonders nahe. Dieser hier, wer auch immer das war, tat genau das, schlug Haken und nutzte jeden Stein des zerklüfteten Geländes als Deckung. Die Schlacht hatte offenbar ihren Tribut von Kirk gefordert, denn er brauchte mindestens eine weitere Minute, bis er merkte, dass sein Gast von den Eingeborenen beschossen wurde. Er gab dem sich nähernden Mann Deckung, so gut er konnte. Kirk sah nicht, ob er das Fort erreichte, weil ein weiterer Angriff aus der Gegenrichtung ihn ablenkte.


Eine Minute verging, vielleicht auch zwei, und dann hörte Kirk einen zweiten Phaser direkt neben sich feuern. Trotz seiner Schmerzen und der äußersten Hoffnungslosigkeit der Situation konnte er ein Grinsen nicht unterdrücken. Er sprach über die Schulter, ohne sich umzudrehen.

“Wir sollten wirklich aufhören, uns auf diese Art zu treffen, Spock. Das ist mein Ernst.“

"“Woher wussten Sie, dass ich es bin, Captain?”, fragte Spock zwischen zwei Schüssen.

“Wer sonst würde so viele Schwierigkeiten auf sich nehmen, um eine zum Untergang verdammte Stellung in der Mitte von Nirgendwo zu so einer Zeit zu erreichen?”

"Hm." Spock tauschte den Platz mit ihm, ohne die Augen von den feindlichen Flanken abzuwenden. „Überraschend logisch.

Ohne zu reden fielen sie in einen Rhythmus, abwechselnd zu feuern und in Deckung zu gehen, um die Eingeborenen fernzuhalten. Sie glitten so mühelos in diese Routine, man hätte es für eine choreographierte Vorstellung halten können.

“So,” sagte Kirk nach einer Weile.“ „Ich schätze, die Verhandlungen liefen nicht allzu gut.“

„Botschafter Soral ist tot,“ teilte Spock ihm unverblümt mit. „Wir wurden von der Gegenpartei überfallen.“

“Wie kommt es, dass Sie nicht auch tot sind?“

„Ich nehme an, ich hatte… Glück.“

Kirk warf ihm einen flüchtigen Blick zu.

„Es muss wirklich heiß hergegangen sein, wenn Sie von Glück reden.“

„Es war äußerst unerfreulich.“

„Tatsächlich.“

Sie verfielen für einige Augenblicke in Schweigen, als das feindliche Feuer stark zunahm, und konzentrierten sich darauf, zurückzuschießen. Ein besonders glücklicher Treffer erwischte das beschädigte Dach direkt über Spock. Kirk sprang auf den Vulkanier, bevor der erste lose Stein auf halbem Weg unten war, schlug ihn nieder und aus der Gefahrenzone. Spock stöhnte leise, und Kirk fluchte kräftig und verlagerte sein Gewicht in einer raschen Bewegung.

“Gottverdammt noch mal, Spock, warum um alles in der Welt tragen Sie keine Rüstung?”

„Es schien… keine geziemende Bekleidung für Friedensverhandlungen zu sein,“ sagte Spock, während er wieder auf die Füße kam und erneut zielte.

“Das ist das Dümmste, was ich je gehört habe,”, schimpfte Kirk und nahm seine Position wieder ein. „Ich habe dem gesamten Sternenflottenpersonal befohlen, auf der Oberfläche Schutzausrüstung tragen.“

„Ich glaube, Botschafter Sorals Befehle verdrängten die Ihren in dieser Angelegenheit.“

“Ach ja? Scheint, als hätten diese Befehle ihn auch umgebracht. Und wenn nicht, würde ich ihm persönlich das Genick brechen wegen unglaublicher Dummheit. Vulkanier-!“, knirschte er angeekelt.

“Ich kann keinen Grund erkennen, warum Sie einen Groll gegen ihn hegen, Captain. Eben die Tatsache, dass er Vulkanier ist, machte die Aufnahme von Verhandlungen überhaupt erst möglich. Ich verstehe nicht, warum Sie ihn dafür geringschätzen, dass er guten Willen gezeigt hat.“

Kirk rollte mit den Augen, bevor er wieder feuerte.

“Da gibt es nichts zu verstehen, Spock. Die Leute können so dumm sein wie sie wollen, soweit es mich betrifft. Aber ich werde jeden ‚geringschätzen’, der mit seiner Dummheit Sie in Gefahr bringt.“

Spock versäumte beinahe seinen Schuss und erholte sich im letzten Moment.

“Sie kümmern sich immer um Ihre Mannschaft, Jim, ich weiß das zu schätzen. Aber zumindest technisch gesehen gehörte ich für die Dauer dieses Auftrags zu seiner Mannschaft, nicht zu Ihrer. Es war nicht Ihre Verantwortlichkeit…“

“Es ist immer meine Verantwortlichkeit,” schnitt Kirk ihm das Wort ab. „Sie sind immer meine Verantwortlichkeit, Spock. Ob ich Ihr Captain bin oder nicht, ob ich ein Schiff habe oder nicht, ob ich überhaupt in irgendeiner Flotte diene oder nicht, Sie gehören immer zu meiner Mannschaft. Jeden anderen können sie haben, aber nicht Sie. Sie gehören immer unter meinen Schutz, hören Sie? Nur meinen.“

Spock unterbrach sein Feuer lang genug, um Kirk flüchtig anzusehen.

„Eigenartig, ich habe den Eindruck, Sie lassen mir keinerlei Wahl.“

Kirk lächelte spöttisch.

“Ganz richtig, das tue ich nicht. Sie gehören mir. Es wäre leichter für Sie, wenn Sie das im Gedächtnis behalten.“ Ein Schuss. „Ich überlasse Sie niemandem.“ Ein Schuss. „Nicht Vulkan.“ Ein Schuss. „Nicht Ihrem Vater.“ Ein Schuss. „Nicht irgendeinem süßholzraspelnden Arschloch von Botschafter.“

Spock hob eine Augenbraue, obwohl er wusste, dass Kirk ihn nicht sehen konnte. Als er sprach, klang er leicht belustigt.

“Was ist mit mir, Jim? Können Sie mich nicht mir selbst anvertrauen?“

“Nein,” Kirk sah ihn kurz an. “Sie haben absolut keinen Selbsterhaltungstrieb. Wenn es um Ihre Sicherheit geht, sind Sie der letzte, dem ich traue.“

“Und doch vertrauen Sie sich selbst mir an.“

Kirk grinste und hielt lang genug mit feuern inne, dass Spock es sehen konnte. Der Vulkanier zuckte zusammen und kehrte ein wenig zu hastig zu seiner Aufgabe zurück.

“Ich war immer der Ihre, Spock,” sagte Kirk nüchtern und warf seine letzte Granate. „Immer. Wußten Sie das nicht?“

"Nein,” sagte Spock.

“Komisch. Sie haben sich verhalten, als ob Sie es wüssten.”

“Ich habe mich verhalten, als ob… Jim,”, seufzte Spock und wandte sich ihm zu. „Sie hätten sich einen besseren Zeitpunkt aussuchen können, um mich zu erleuchten. Meine Phaserbatterie ist leer.“

Kirk schoss noch einmal und betrachtete seine Waffe bedauernd.

“Meine auch. Und ich vermute,” sagte er gedehnt und lauschte angestrengt, „ihre auch.“ Er sah den Vulkanier mit jungenhaftem Grinsen an. „Sieht so aus, als müssten wir es auf die altmodische Art machen.“

Spock ächzte und warf die nutzlose Waffe weg.

„Können Sie sie hören?“

“Ja. Sie nähern sich aus allen Richtungen.”

“Rücken an Rücken”, ordnete Kirk rasch an. „Wissen Sie, rückblickend betrachtet ist das nicht die schlechteste Art zu gehen.“

„Es sieht Ihnen nicht ähnlich aufzugeben, Captain.“

“Wer sagt etwas von aufgeben? Ich bin nur … romantisch.“

Ungläubiges Schweigen. Der Klang schleichender Schritte.

“Sie finden das romantisch?”

“Sie nicht?”

“He, ihr zwei! Wir haben euch umringt. Geht weg von der Tür, dann lassen wir euch vielleicht leben.“

“Was, und den ganzen Spaß verpassen?”, rief Kirk in die Richtung, aus der die Stimme kam. „Kommt nicht in Frage!“

“Wie ihr wollt. Schnappt sie euch.“

“Endlich,” murmelte Kirk mit grimmiger Befriedigung. „Es kann losgehen.“
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