Frankensteins Höhle

GeschichteAllgemein / P12
Lucas Wolenczak
26.02.2010
26.02.2010
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Frankensteins Höhle

- Das Webtagebuch von Lucas Wolenczak -


Hey Leute,

entschuldigt bitte, dass ich jetzt sehr lange nicht mehr da war und auf keine E-Mail reagiert habe. Wie ich vor einer Woche in meinem letzten Eintrag schon befürchtete, ist das Schlimmste eingetreten. Mein Vater hat mich regelrecht vor die Tür gesetzt und damit übertreibe ich jetzt sicherlich nicht. Es ging ja damit los, dass ich ein wenig zuviel in seiner Firma gespielt und zu wenig gearbeitet habe. Gut, ich gebe es zu, ich bin nun einmal spielsüchtig, aber den ganzen Tag irgendwelche Unterlagen kopieren muss ich mir echt nicht gefallen lassen. Ich war praktisch der Sekretär seiner Sekretärin und das kann ganz schön nervig sein. Die unter euch, die solche Jobs machen müssen, wissen wovon ich rede.

Außerdem, was nützt einem eine super Firma mit echt leistungsstarken Computern, wenn man nicht ab und an daran spielen kann? Mich hat keiner gefragt, wie ich meine Ausrüstung jeden Morgen dort in das Büro bekomme und wie am Abend wieder nach Hause. Meinen Vater hat das nicht interessiert. Ihn störte meine Arbeitsmoral, dabei war die doch super. Ich hab immer etwas getan, wenn er mich um Hilfe bat. Da kann echt keiner meckern, denn meine Programme mussten nicht mehrmals überprüft werden, weil sie vor Fehlern nur so strotzten!

Lange Rede, kurzer Sinn, ich sitze auf der seaQuest fest. Ja, genau, ihr lest richtig, es ist die SEAQUEST! Dad muss ordentlich etwas über die Konten haben laufen lassen, anders kann ich mir nicht vorstellen wie ich hier gelandet bin. Im Moment versuche ich sowieso noch heraus zu finden, ob ich hier nun in der Besenkammer sitze und mein eigentliches Zimmer noch hergerichtet wird, oder ob das des Commanders Ernst war. Darüber muss ich mich mit ihm noch ausführlich unterhalten.

Mein Vater ist ja so ein Witzepuschen! "Du wirst Disziplin und Verantwortung lernen!" . Wo bitte soll ich die in dieser klapprigen Kiste lernen? Und was bitte habe ich auf einem U-Boot verloren? Wozu habe ich meine letzten Monate mit dem Schreiben einer Diplomarbeit vergeudet, wenn ich nach nur drei Wochen aus seiner Firma von ihm höchstpersönlich wieder raus fliege? Ich komme mir hier gerade ziemlich verarscht vor und das Beste ist: meine Mutter ist auf seiner Seite! Das gab es noch nie! Die zwei haben grundsätzlich immer verschiedene Meinungen und nun auf einmal ist das anders? Hier stimmt doch etwas nicht!

Bis ich mit ihr jedoch reden kann, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Ich habe nicht einmal meinen Computer mitnehmen dürfen. Als ich hier ankam, natürlich unter Bewachung eines von meinem Vater angeheuerten Herrn mit dunkler Brille und Anzug, ihr kennt das Klischee ja, war meine erste Begegnung mit einem General doch recht entspannend. Wahrscheinlich war er aber nur so nett, weil die UEO von meinem Vater eine Menge Geld bekommen hat, so ist das leider immer. Weniger davon beeinflussen ließ sich der Commander. Ich wollte meinen eigenen Computer an Bord bringen, hatte eine ganze Tasche voll mit meinen Spielen und was macht er? Er konfisziert es und ich durfte jetzt zusehen, wie ich mich beschäftige. Zum Glück gibt es überall auf diesem Boot etwas wie eine Computerschnittstelle und ich hab mir hier etwas provisorisches gebastelt. Spielen wird nur leider bis auf weiteres nicht möglich sein. Es ist ein Fluch!

Namentlich will ich hier Benjamin Krieg erwähnen. Hat sich mir als Versorgungsoffizier vorgestellt und mir gleich sofort im Vertrauen gesagt, dass ich mich jederzeit an ihn wenden kann, wenn ich etwas brauche. Da ich meiner Ausrüstung "beraubt" wurde, musste ich das Angebot annehmen... allerdings bereue ich es bereits. Ich hab zwar nun einen Computerersatz und fast drei Stunden damit zugebracht, hier einiges zu bauen, aber so ganz traue ich dem Frieden nicht. Dieser Ben Krieg scheint eine nicht ganz reine Weste zu haben. Das prüfe ich nach, sobald ich dazu komme. Ich sollte lieber nach einem neuen Zimmer fragen. Ich glaube der Commander kann mich nicht leiden und tut das hier nur um mich zu quälen, dabei bin ich total müde, da ich bereits um sechs Uhr morgens hier ankam. Mein erster Tag auf der seaQuest und ich möchte mich am liebsten die nächste Klippe hinunterstürzen. Wobei das vielleicht keine so gute Idee ist. Ich hab zu Hause noch eine eingeschweißtes Spiel liegen, das ich nicht aufmachen konnte. Okay, also noch warten mit dem von der Klippe stürzen.

Mit zocken ist derzeit leider nichts und wenn es klappt versuche ich einige der Mails zu beantworten, die ich bekommen habe, aber bis auf weiteres, müsst ihr euch mit meinen allgemeinen Nachrichten hier in der Höhle des Frankenstein begnügen. Ich probier jetzt erst einmal ein neues Zimmer zu bekommen. Das von Benjamin Krieg war viermal so groß wie meines!

Frankenstein

written: 06.06.06 höhöhöhö

Anm: Wie man sieht ist die Geschichte in einer Zeit entstanden, als ich mit Webblogs noch nicht in dem Maße bekannt konfrontiert wurde, wie es heute durch Medien etc der Fall ist. Ich bitte mir zu verzeihen, dass ich die Geschichte samt Inhaltsangabe nicht auf unsere aktuelle Zeit korrigiere, ich möchte es also so schön naiv und unschuldig halten wie es vor vier Jahren war.
YuryJ.
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