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Gewitter

von Meg-Giry
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Duke L'Orange Nosedive Flashblade
25.02.2010
30.06.2010
3
5.051
 
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25.02.2010 819
 
Die Rechte der süssen Entchen liegen natürlich bei Disney.


Gewitter

Ein Donnerhall lässt mich im Bett hochschrecken.
Schon wieder ein Gewitter. Ich HASSE Gewitter! Und aus einem unerfindlichen Grund hört man sie in meinem Zimmer immer am Besten.
Scheiss Lüftungssystem. Wir sind unter der Erde und dennoch lässt mich jeder einzelne Donnerschlag aufschrecken.
Ich will hier raus – ich MUSS hier raus! Sofort!
Entschlossen schlage ich meine Decke zur Seite und springe vom Hochbett.
Zögernd klopfe ich gegen Wingsters Türe. „Bro bist du da? Bitte… darf ich zu dir?“
Ich hasse diese Nächte in welchen ich meiner Angst so ausgeliefert bin. Nur mein grosser Bruder kann mich etwas beruhigen.
Doch heute antwortet er nicht auf mein Klopfen und meine Rufe.
Schon langsam beunruhigt, öffne ich die Türe und schleiche hinein. Aber ich finde nur ein leeres Bett. Minutenlang starre ich darauf, ehe ich hinausstürze.
Ihm muss etwas passiert sein! Wing würde nie einfach weggehen – schon gar nicht mitten in der Nach. Ich meine er hat nichts erwähnt… ER würde mich nicht wieder allein lassen!
Panisch hämmre ich gegen die Türe, die plötzlich vor mir auftaucht, bis sie sich öffnet und ein sehr verschlafener und verwirrter Duke mich mustert.
„Was’n los?“
Weiter kommt er nicht, denn schon sprudeln meine wirren Gedanken aus mir heraus: „Wingster ist verschwunden – einfach weg! Bitte… wir müssen etwas machen – irgendwas…“

***

Alles andere als begeistert quäle ich mich aus dem Bett. Ein Alarm  ist schon mal nicht zu hören – also was soll das, mitten in der Nacht?
Doch kaum blicke ich in Dives sorgenvolle Augen, bin ich hellwach und mein Ärger ist verflogen.
Dass unser Captain in Gefahr ist bezweifele ich ein wenig. Der hat sich wohl einfach sonst verdrückt. Uns allen wird der Pond manchmal zu eng.
Doch der Kleine scheint echt Panik zu haben. Und egal was ich sage – er will oder kann sich nicht beruhigen. Er zittert schon am ganzen Körper.
Ohne gross zu überlegen, schliesse ich Dive kurzerhand in meine Arme und ziehe ihn in mein Zimmer.

***

Was ist passiert?
Ich weiss noch wie Duke auf mich einredete, mir versicherte, dass alles in Ordnung sei. Und nun liege ich in seinen Armen – in seinem Bett.
Nie im Leben hätte ich gedacht, dass eine andere Ente, als mein Bruder, mir so viel Wärme und Sicherheit vermitteln könnte. Gut, ich hatte auch nie grosse Möglichkeit es zu testen. Immerhin würde Mal mir den Hals umdrehen, wenn ich ihr so nahe käme und bei Tanya, würde ich die nächste Begegnung mit Wing nicht überleben…
Seufzend schmiege ich mich noch etwas dichter an Dukes Brust und fühle, wie ich langsam in den Schlaf hinüberdrifte.
Kurz bevor ich endgültig in den Träume versinke, höre ich noch einen Donnerhall – der mich aber nicht im Geringsten mehr interessiert. Wozu auch; Duke passt ja auf…

***

Erleichtert fühle ich, wie sich Dive in meinen Armen immer mehr entspannt.
Ich weiss wirklich nicht, was mich zu meinem Handeln bewog. Vermutlich lag es an meiner eigenen Verschlafenheit. Jedenfalls scheint der Kleine es auf meiner Brust bequem zu finden, denn er brabbelt im Schlaf leise vor sich hin. Während ich noch über den Zusammenhang seiner Worte nachdenke, werden meine Lider immer schwerer.

Schon wieder reisst mich ein lautes Pochen aus meinen Träumen.
Verwirrt presse ich den schlanken Körper in meinen Armen dichter an mich, als die Türe reglerecht auffliegt und Wingster hineinstürzt.
„Duke – Nosedive ist verschwunden!“ ruft er ohne umschweife.
Grinsend blicke ich, auf den anscheinend SEHR tief schlafenden, ehe ich zur Antwort ansetze. „Nö, is’ er nicht. Aber du warst letzte Nacht weg. Der Kleine hier hat sich Sorgen gemacht.“
Wingsters Augen werden immer grösser als er endlich seinen Bruder erblickt.
Wie aufs Stichwort erscheint Tanya hinter unserem Teamcaptain, legt ihm einen Hand auf die Schulter und raunt erstaunlich gelassen: „H…hab ich dir nich gesagt, wir sollten es offizi… off… allen sagen?“
Anstelle einer weiteren Erklärung, streicht sie Wing zärtlich über die Kopffedern, raubt ihm einen sanften Kuss und zieht ihn schliesslich aus meinem Zimmer.
Ich starre ihnen immer noch verblüfft nach, als Dive sich in meinen Armen zu regen beginnt.

***

Nein, ich habe nicht geschlafen.
So wie mein Big Bro gegen die Türe hämmerte, hätte er Tote aufwecken können. Aber… naja, wie soll ich sagen… Es war einfach so schön, so gemütlich, ich mochte mich gar nicht bewegen.
Doch jetzt, wo die Störenfriede weg sind, muss ich es endlich wissen: „Duuuke? Darf ich beim nächsten Gewitter wieder zu dir kommen?“

***

Perplex starre ich auf den jungen Erpel. Denke an all die Nächte der letzten vierzehn Monaten, seit wir hier sind, in denen ich mir etwas Nähe gewünscht habe – die Nähe einer anderen Ente.
Aber er hat das eben nicht wirklich gefragt – oder? Nein, das war bestimmt nur meine Einbildung.
Dennoch nicke ich – zögerlich.
Erst als er sich an mich schmiegt und raunt „Hoffentlich gibt es morgen wieder ein Gewitter…“ beginne ich daran zu glauben.
Ganz ehrlich? Ich hoffe mit ihm.
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