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Pride & Prejudice: Right Kind Of Wrong

GeschichteLiebesgeschichte / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
25.02.2010
13.11.2010
40
90.710
63
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25.02.2010 2.205
 
Harry schlenderte gedankenverloren durch die erhellten Gassen von Hogsmead. Irgendwie fühlte er sich leer. Es war, als hätte er keinen Platz mehr in der Welt. Natürlich, er war der Held, der den dunkeln Lord besiegt hatte. Doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass sein Leben ohne Lord Voldemort keinen Sinn hatte. Er hatte nie darüber nachgedacht was kommen würde wenn er ihn besiegte. Er hatte nie an ein Leben danach gedacht. Diese Aufgabe hatte sein Leben erfüllt und nun, da er sie gelöst hatte, kam er sich leer und ziellos vor. Er hatte nichts, worauf er hin arbeiten konnte.

Seufztend ließ er seine Hände in seine Hosentaschen sinken und kickte einen Stein auf den Weg vor sich. Er war gerade auf dem Weg in die Drei Besen, wo er sich mit seinen beiden besten Freunden Hermine Granger und Ron Weasley treffen wollte.
Er lächelte bei dem Gedanken an die beiden. Er hatte sie nun ein halbes Jahr nicht gesehen. Es war alles so schnell gegangen. Letzten Winter hatte er den dunklen Lord besiegt und dann hatten sich ihre Wege irgendwie getrennt. Er hatte nie gewollt, dass das passierte.
Er freute sich sehr die beiden wieder zu sehen, mit denen er so viel durchgemacht und erlebt hatte. Es kam ihm unmöglich vor die beiden ein halbes Jahr nicht gesehen zu haben. Es war ungewohnt, da sie die letzten Jahre Tag und Nacht um ihn herum gewesen waren. Und bald würde es wieder so sein. Die Sommerferien waren fast vorbei, Hogwarts wurde in dem halben Jahr nach der finalen Schlacht wieder aufgebaut und nun würden sie das letzte Schuljahr wiederholen müssen. Irgendwie freute sich Harry darauf. Er hatte nun, nachdem die dunkle Seite von ihm ausgelöscht worden war, keine Ahnung was er nach der Schule machen wollte. Für die Auroren gab es nun ja kaum Arbeit.

"Potter?"

Bei dieser durch aus bekannten schnarrenden Stimme wandte sich der junge Mann überrascht um. Er entdeckte einen überaus großen, mageren jungen Mann mit wasserstoffblonden Haaren. Sein freches Grinsen zierte diesmal nicht sein bekanntes Gesicht. Er sah eher überrascht und neugierig aus.

"Hey, Malfoy.", Harrys Stimme klang gelangweilt, obwohl er neugierig darauf war, was Malfoy von ihm wollte.

"Ich hab dich ewig nicht mehr gesehen. Wie gehts dir, Potter? Ist dein Leben nun langweilig, da du ja endlich den dunklen Lord erledigt hast?"

"Mir gehts gut, Malfoy. Kann man von dir nicht erwarten, oder? Beide Eltern in Askaban?", antwortete Harry bissig. Eigentlich hatte er gedacht, Malfoy hatte sich verändert. "Scheinst dich ja gar nicht verändert zu haben, Malfoy.", sprach er dann auch gleich seine Gedanken aus.

Der Blonde lachte bitter.

"Wenn du wüsstest, Potter, wenn du wüsstest.", murmelte er und trat einen Schritt auf Harry zu. "Hätte ich dich dann angesprochen und gefragt wie's dir geht? Würde ich dann fragen ob ich dich ein Stück begleiten darf?"

Perplex sah der Schwarzhaarige seinen blonden ehemaligen Erzfeind an.

"Äh, na sicher.", nickte er verwirrt und setzte einen Fuß vor den anderen. "Ich ..", Malfoy stockte. "Ich hab dir nie dafür gedankt, dass du mein Leben gerettet hast, Potter." Malfoys Blick richtete sich gen Boden. Harry wusste wie unangenehm dem Blonden das war. "Ist okay, Malfoy.", murmelte der Brillenträger und sah nach vorne auf die Straße. Die Sonne war schon lange untergegangen aber trotzdem war es noch sehr warm, da es August war.

"Das ändert aber nichts, Potter."

Malfoys Stimme war schneident scharf. Harry überraschte das nicht. "Das habe ich nicht erwartet.", sagte Harry und erhob abwehrend die Hände. Er könnte sich nicht vorstellen mit Draco Malfoy befreundet zu sein.

Schweigend gingen die beiden Männer nebeneinander her. Ihre Blicke waren auf die leere Gasse vor ihnen gerichtet. Harry erkannte schon das Lokal, wo er sich mit seinen beiden Freunden treffen wollte.

"Was machst du überhaupt hier, Malfoy?"

"Ich war oben im Schloss. Wegen dem neuen Schuljahr.", antwortete der schlanke Blonde kurz angebunden. Harry nickte. "Und du?"

"Ich treffe mich mit Hermine und Ron."

Harry sah Draco schmunzeln.

"Das Traumpaar.", schnaubte der Blonde und sah hoch zu dem Lokal.

Harry antwortete darauf nicht. Es war klar gewesen, dass Ron und Hermine irgendwann zusammen kommen. Es war, als wäre das in ihrem ersten Schuljahr festgelegt worden. Er wusste von Anfang an, dass er niemals mit Hermine zusammen kommen würde.

Ein lautes Klirren richtete die Aufmerksamkeit der beiden zur Tür der Drei Besen. Ein Krug war auf dem Boden zerscheppert und eine bekannte und sehr wütendte Stimme erfüllte die Stille der Nacht.

"Hermine! Du verstehst das einfach nicht!"

Ron hielt sich wegen des Kruges, den seine Freundin nach ihm geworfen hatte, geduckt. Abwehrend hielt er ihr seine Hände entgegen. Maßlose Wut stand auf seinem Gesicht geschrieben. Das war allerdings nichts gegen Hermine.

"WAS? ICH? ICH verstehe nicht, Ronald? ICH? Ich glaube du bist derjenige, der nicht versteht!"

Ron wich gerade noch rechtzeitig einem weiteren Krug aus.

Malfoy sah mit einer hochgezogenen Augenbraue zu dem kleineren Mann neben ihm. Die beiden waren wohl doch nicht so ein Traumpaar.

Harry rieb sich die Schläfen und schaute kopfschüttelnd zu Boden. Sie stritten also immer noch so heftig wie früher.

"Weißt du was, Hermine? Ich glaub, ich gehe! DAS lass ich mir nicht bieten!"

"Ja, dann geh doch, Ronald! Als ob mich das stören würde!"

Wütend drehte sich die Brünette um und knallte lautstark die Tür des Lokals hinter sich zu. In diesem Moment entdeckte Ron seinen besten Freund. Den großen Blonden, der neben diesem stand, schien er allerdings noch nicht bemerkt zu haben.

"Harry!", der Rothaarige rannte auf ihn zu. "Hast du das gesehen? So geht das schon seit Wochen! Was ist nur mit ihr .. ?", keuchend kam er vor Harry zum Stehen und erblickte somit auch Draco Malfoy.

"Malfoy?", fragte er verwirrt.

"Ob du's glaubst oder nicht, Wiesel." Sein typisches Grinsen zierte sein Gesicht.

"Harry!", rief Ron empört. "Nicht dein Ernst oder? Malfoy?"

"Ron, lass mich erklären.", murmelte Harry. Doch Ron ließ ihm keine Zeit seine Situation irgendwie zu erklären. "Ihr habt doch alle den Verstand verloren! Ich verschwinde!" Ron disapparierte direkt nachdem er dies ausgesprochen hatte.

Draco ließ ein leises Kichern hören. "Wenn einer den Verstand verloren hat, dann er." Harry schnaubte nur und sah wieder zur Tür des Lokals, die aufgerissen wurde.

"Harry!", schrie eine wütende Hermine. "Hast du Ron gesehen?" Draco grinste. "Das Wiesel hat sich gerade verpisst, kurz nachdem er mich gesehen hat."

Völlig perplex blieb die Brünette stehe und starrte den Blonden an. "Malfoy?", flüsterte sie leise. "Richtig, Granger.", sagte er selbstsicher und verbeugte sich glucksend vor ihr. Hermine lächelte darüber. "Ich hätte ja nie gedacht dich mal wieder zu sehen.", sagte sie und wandte sich dann an Harry. "Sag mal, wie kommt es dazu, dass du mit ihm hier in Hogsmead auftauchst?"

"Ich hab ihn zufällig getroffen. Haben ein wenig geredet, weil wir in die gleiche Richtung gegangen sind.", sagte Harry und Draco nickte zustimmend. "Ron hat mir nicht so viel Zeit gegeben, um es zu erklären. Ich glaube er ist noch wütender geworden als er Malfoy gesehen hat. Dann ist er sonst wohin disappariert."

Hermine nickte. "Schön .. schön dich wieder zu sehen, Malfoy.", sagte sie sachlich und streckte ihm ihre Hand entgegen.

Draco betrachtete ihre Hand und warf dann seinen Kopf in den Nacken, um laut zu lachen. Sein glockenklares Lachen hallte durch die Stille der Gasse. Hermine stutzte. Sein Lachen passte so gar nicht zu seiner Stimme. Sie fand keine Worte zu seiner Stimme, irgendwie war sie hoch aber irgendwie auch rau. Und egal wie fies sie auch klingen mochte, sie war ihr mehr vertraut als vieles andere. Immerhin hatte sie sich 6 Jahre lang Beschimpfungen jeglicher Art von ihr angehört.

"Das ist nicht dein Ernst, Granger! Du benimmst dich ja fast so als wären wir irgendwelche alten Säcke. Warum so förmlich? Warst du doch in den letzten Jahren auch nicht?"

Der Blonde gluckste noch einmal und sah dann zu der Brünetten. Sie schmunzelte. "Hast du gesagt, dass Ron noch wütender wurde als er unseren Slytherin entdeckt hat, Harry?" Der Angesprochene nickte. Was hatte sie vor?

"Malfoy? Hättest du Lust mit Harry und mir in die Drei Besen zu gehen?"

Völlig verwirrt sah Draco zwischen den beiden hin und her. Harry sah genau so verwirrt aus wie er. Doch als er Hermines entschlossenen Blick sah grinste er bösartig. Dieses Biest.

"Wie du willst, Granger. Allerdings kann ich euch nicht sehr lange bereichern."

"Für ein Glas Feuerwhiskey wird deine Zeit schon reichen!", sagte die Braunhaarige bestimmt und lief dann den beiden jungen Männer voraus in das kleine Lokal.

Draco zuckte nur mit den Schultern.

***

"Ich wusste gar nicht was für ein Biest du bist, Granger.", grinste er als er sich neben dem Mädchen niederließ.

"Ich weiß nicht, was du meinst.", sagte sie nur und betrachtete ihre Fingernägel.

Draco schnaubte. So kannte er die kleine Granger ja gar nicht.

In diesem Moment erreichte Harry den Tisch der beiden, beladen mit 3 Gläsern Feuerwhiskey. "Danke.", murmelten beide, als er die Gläser vor sie auf den Tisch stellte.

"Sag mal, Hermine, warum haben Ron und du eigentlich so gestritten?"

Hermine seufzte auf die Frage des Schwarzhaarigen. "Er .. er will, dass wir heiraten und zusammen ziehen und was auch immer. Er malt sich ständig eine unrealistische Zukunft aus. Und ich kann das einfach nicht. Er will direkt nach diesem Schuljahr heiraten. Ich meine, ist das nicht verrückt? Ich werde ihn auf keinen Fall heiraten!"

"Was? Das Wiesel will heiraten?", lachte Draco spöttisch. "Du bist doch seine erste Freundin oder? Will er wirklich gleich die Erste heiraten? Naja, eigentlich klug. Er wird sonst keine andere abkriegen."

Harry und Hermine sagten darauf nichts. Die Brünette wusste irgendwie, dass er Recht hatte. Ron würde kein anderes Mädchen mehr finden, das glaubte sie einfach nicht. "Er wird sich schon wieder einkriegen, Hermine. Er wird lernen dich zu akzeptieren." Hermine nickte und seuftzte leise.

Das restliche Gespräch der drei verlief ganz ungezwungen. Zwar war Hermines Laune nicht gerade die beste und auch Harry wirkte bedrückt. Er hatte eigentlich gedacht, dass die beiden glücklich waren.

***

Nachdem er sein Glas geleert hatte erhob Draco sich. "Ich mach mich mal auf den Weg. Es war mir eine Ehre.", grinste er und verbeugte sich. Dann hob er den Arm, um seine Jacke überzustreifen. Dabei entblöste er einen Verband, der um seinen Unterarm gewickelt war.

Hermine schmunzelte. "Wo ist dein Todesserstolz geblieben, Malfoy?" Die Brünette deutete auf seinen Unterarm.

Der Angesprochene lächelte verschmitzt. "Naja, es kommt nicht so gut ein dunkles Mal mit sich herum zu tragen. Besonders nicht bei den Mädchen." Er zwinkerte.

Hermine schnaubte. "Deinen Namen kennt doch eh jeder. Das bringt nichts." "Oh ja, jeder kennt meinen Namen und ich liebe es wenn man ihn mir leise ins Ohr haucht." Wieder zwinkerte er und wandte sich dann zum gehen. Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte seufzte Harry.

"Er ist ein Idiot.", schmunzelte Hermine. "Oh ja.", sagte Harry. "Aber du wolltest mit ihm was trinken gehen." "Ja, ich dachte ich könnte Ron ein wenig eifersüchtig machen. Vor 2 Jahren hat das mit Cormac auch gut geklappt." "Stimmt.", seufzte Harry. "Da hattest du auch Streit mit Ron."

Diesmal war es Hermine, die seufzte. "Im 4. Jahr, vorletztes Jahr, letztes Jahr, dieses Jahr, sogar heute. Ich hab immer Streit mit Ron, Harry. Und am Ende sind immer wie zwei da." Harry sah seine beste Freundin verblüfft an. "Wie meinst du das?"

"Nun ja, in der vierten Klasse hatten Ron und ich Streit wegen Viktor Krum. Da waren wir zu zweit. Als du im selben Jahr auch mit Ron zerstritten warst, haben wir auch nur zu zweit rumgehangen. Im 6. Jahr hatte ich Streit mit Ron wegen Lavender. Da hast du auch zu mir gehalten. Dann ist er letztes Jahr sogar abgehauen! Da waren wir eine ganze Zeit alleine. Und heute? Heute sitzen wir hier auch wieder zu zweit. Weißt du, Ron hatte immer andere Freunde, mit denen er was gemacht hat. Oder Geschwister. Ich meine, wir hatten auch Freunde. Aber nicht so welche, denen wir unsere Probleme erzählen. Wir hatten immer nur uns. Wir sitzen im selben Boot, Harry. Keine Geschwister. Keine Eltern, deine sind tot, meine in Australien. Sie erinnern sich nicht an mich."

Harry lächelte seine beste Freundin an. "Du hast Recht, Hermine. Auf unsere Freundschaft!" Grinsend erhoben beide ihre Gläser. Sie beide waren glücklich, dass ihre Freundschaft immer noch die Gleiche war. Wenigstens war nach Voldemorts Tod etwas gleich geblieben. Und sie wussten, dass es auch immer gleich bleiben würde.
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