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GeschichteAllgemein / P6
Nathan Petrelli Peter Petrelli
10.02.2010
10.02.2010
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10.02.2010 2.337
 
Es war einer dieser heißen schwülen Sommerabenden, als der
Älteste der Petrelli Brüder die Treppen des Sommersitzes der Familie hinab stieg. Es war bereits 8 Uhr Abends und dennoch wollte diese Hitze einfach nicht verschwinden. Gemütlich durchquerte Nathan die Halle - er hatte ein ganz bestimmtes Ziel. Vor nur einigen Minuten bat ihn seine Mutter doch seinen kleinen Bruder draußen im großen Garten einzufangen. Natürlich war er perfekt für diese Aufgabe. Nathan konnte meist keinen Schritt machen ohne, dass der kleine Zwerg ihm am Rockzipfel hing. Für den 6 Jährigen war Nathan einfach alles: Großer Bruder, bester Freund, das Idol. Umso rarer waren die Momente in denen die zwei getrennt waren. Wenn der 19 Jährige in der Schule war, verbrachte Peter die meiste Zeit vor dem Fenster in der Hoffnung das Nathan zu sehen wäre. Er wartete immer auf ihn.
Nathan freute sich nicht wirklich über die seltenen ‚Jetzt- hab- ich- meine- Ruhe’ Momente. Er genoss es seine Zeit mit dem kleinen Wirbelwind zu verbringen. Da sein Vater sehr viel Wert auf die Schule und Nathans Pflichten bestand, blieben die Brudermomente meist auf der Strecke - zum Bedauern der Beiden.
Langsam aber bestimmend schüttelte Nathan den Kopf. Nun aber genug mit den trüben Gedanken! Er hatte besseres zu tun - seinen kleinen Wildfang zwischen die Finger zu bekommen.
Der Älteste der Petrelli Brüder hatte bereits die Hand auf der kühlen Türklinke, die zu der Verandatür gehörte.
Ein Schlag warmer Luft stieß ihm in sein müdes Gesicht als er die Tür öffnete und schließlich draußen im Garten stand. Gedämpftes Licht einzelner Wandlaternen erhellten die Veranda - den Garten aber nur leicht und Nathan musste angestrengt gucken, um etwas darin sehen zu können. Er lauschte den Grillen beim Zirpen und der Braunhaarige nahm auf das Plätschern des kleinen Baches in der Nähe war.
Jedoch waren diese Laute nichts gegen den ohrenbetäubenden Lärm von aufeinander reibendem Metall. Nathan konnte sich nun denken wo Peter sein musste, schmunzelte unwillkürlich und lief mit Händen in den Hosentaschen zu der Schaukel hinüber. Und er hatte Recht. Im dämmrigen Licht konnte man die gleichmäßigen Bewegungen des Auf- und Abschwingen sehen und Nathan blieb neben dem Gerüst stehen. Peter schien ihn nicht wahrgenommen zu haben. Auch das konnte sich Nathan erklären. Immer wenn sein kleiner Bruder auf der Schaukel saß, schloss er die Augen. Träumte. Träumte davon wie er durch den Himmel fliegen würde. Nathan musste die Lippen aufeinander drücken, um nicht aufzulachen. Der Kurze konnte sich solch Träumerei noch leisten.
„Bist du für Heute nicht genüg geflogen, Pete?“ meinte der Ältere und unterbrach die nächtliche Ruhe.
Wäre es hell gewesen, hätte der ältere gesehen, dass Pete kurz zusammen zuckte, als er ihn eben ansprach.
Er lachte kurz auf, als er seinen großen Bruder neben der Schaukel stehen saß.
„Heißt das im Klartext es ist Schlafenszeit?“, erwiderte er unschuldig und blickte weiter gerade aus, ohne auch nur einen Hauch von Einsicht zu zeigen und schaukelte fröhlich weiter vor sich hin.
„Genau das heißt es. Ich frage mich sowieso wie du hier Tag ein Tag aus deine Zeit tot schlagen kannst.“
„Ich guck mir die Sterne an. Du tust das nicht so oft daher verstehst du’s wohl auch nicht.“
Nathan hob dezent eine Augenbraue. So spannend hörte sich diese Freizeitbeschäftigung auch nicht an, als ob er das mal ausprobieren wollte.
„Ich find’ s schade.“, unterbrach Peter Natahns Gedankengänge.
„Wenn ich mal fliegen kann, dann werd ich dir deinen eigenen Stern vom Himmel holen“, gab der Jüngere auf einmal stolz preis und in dem sachten Mondlicht konnte man seine glitzernden Augen und das breite Grinsen sehen.
„Dafür musst du einmal Astronaut werden.“, sagte der Braunhaarige gewohnt logisch und verschränkte die Arme vor der Brust.
Bei Peter aber schien dieser Satz in einem Ohr rein und aus dem anderen wieder raus zu flutschen.
„Sobald ich kann, möchte ich dir einen Stern vom Himmel holen.“
Dabei blickte der Jüngere wieder sehnsüchtig auf zum Himmelzelt, wo der Mond hinter einer einzelnen Wolke herbei huschte und man nun den vollständigen Nachthimmel erblicken konnte.
Dann, als er erneut Schwung nach oben holte und am höchsten Punkt ankam, lies Peter auf einmal die Halteketten der Schaukel los und sprang ab. Mit dieser Aktion verursachte er einen kurzen Herzaussetzer seines Bruders, der das nicht erwartet hatte und sowieso viel zu besorgt um den Jüngeren war. Dieser aber landete gekonnt mit beiden blanken Füßen im Rasen und wand sich dann verspielt grinsend um.
„Dann wollen wir Mom mal nicht warten lassen.“
„Wäre schlecht für dein Image - Mommys Liebling.“, erwiderte Nathan ebenfalls schief grinsend und bekam von Pete darauf hin einen harmlosen Kick gegen sein Schienbein.
Nachdem beide lachend das Haus betraten, kehrten wieder die Klänge der Nacht zurück und die Grillen spielten ihr Lied im Rhythmus des fließenden Bachwassers.

Am nächsten Abend wiederholte sich das Katz und Maus Spiel wieder. Angela fand ihren jüngsten Sohn nicht im Haus und bat daher Nathan erneut um Hilfe. Er fragte sich immer wieder, wieso sie nicht selber auf die Idee kam draußen nachzuschauen, aber diese Frage behielt er lieber für sich und legte sein Lernmaterial für die Geschichtsarbeit nach den Ferien zur Seite, ehe er wieder die Marmortreppen hinab stiefelte und auf die Veranda trat. Es war wie immer. Die Grillen zirpten, der Wind lies die Blätter erklingen und der Bach plätscherte vor sich hin.
Doch irgendwas war anders...
Nathans Augenbrauen zogen sich sogleich zusammen und er konzentrierte sich auf das was fehlte, während sein Blick scharf den Garten absuchte. Dann viel es ihm wie Schuppen von den Augen: Er hörte die Schaukel nicht quietschen. Mit schnellen Schritten lief der Braunhaarige zu dem Spielgerüst und rief den Namen seines Bruders, doch er bekam keine Antwort. Die Schaukel. Sie war leer.
Diese Erkenntnis traf Nathan wie ein Schlag ins Gesicht. Das war so neu - so unerwartet. Nichts brachte Peter doch dazu freiwillig die Schaukel zu verlassen! Also wo war er nun wenn nicht hier? Nathan wirbelte um 180° und rief erneut den Namen seines Bruders - diesmal schärfer. Ernster.
Doch er hörte nicht. Keine Antwort. Einzig der Wind, die Tiere und der Bach. Nur einen Wimpernschlag später rannte Nathan wie ein aufgescheuchter Hund durch den Garten, rief immer wieder ‚Peter’ und bekam immer wieder keine Antwort. Je länger er suchte umso schlechter wurde ihm und umso schneller rannte er. Bald hatte er den Garten erfolglos abgesucht und erweiterte den Radius. Mit einem kräftigen Sprung schaffte er es über die kleine Hecke zu springen und suchte nun das Gelände Drumherum ab. Die Petrellis waren die einzige Familie, die hier ihren Sommersitz hatten und es gab in der näheren Gegend auch keine weiteren Gebäude. Nichts war hier außer Natur. Dichte Sträucher, hohe Bäume. Während Nathan schrie und sein Blick durch die dunkle Nacht jagte formten sich in seinem Hinterkopf schon die grausamsten Gründe für Peters Verschwinden zusammen. Sein inneres Auge sah ihn irgendwo verletzt liegen, weinend und verängstigt. Und Nathan hätte versagt: Er hätte nicht auf ihn aufgepasst, ihn nicht beschützen können. Mit zusammen gepressten Zähnen raste er immer weiter durch das Unterholz, bis er auf einmal bis zu den Knien in kaltes Wasser stürzte. Nathan schaffte es noch gerade sein Gleichgewicht zu halten und somit ne Frei-Wäsche zu entkommen.
„Argh Verdammt.“, maulte er kurz ehe er sich wieder auf das wesentliche konzentrierte. „Peter! Wo bist du?!“
Vollkommen außer Atem stand er nun da und um ehrlich zu sein, hatte er keine Antwort erwartet - nur erhofft. Langsam senkten sich seine Schultern und auch sein Atem schien sich zu normalisieren, während seine grünen Augen auf das glitzernde Nass an seine Füße sank.

„Nathan?“
Der angesprochene wirbelte kräftig herum als würde er einen heranrasende Zug hören, doch die unsichere Stimme ähnelte diesem Beispiel gar nicht und ehe Nathan sich versah, blickte er in die verunsicherten und verwirrten Augen von Pete, der ziemlich verdreckt und mitgenommen aussah..
Der Ältere schien sichtlich überfordert doch als hätte man einen Schalter rumgelegt, versteinerte sich sein Gesicht und er stampfte regelrecht auf den Kleineren zu, ehe er ihn grob an den Schulter packte und auch schon seine Stimme wieder fand.
„Bist du wahnsinnig geworden? Hast du eigentlich eine Ahnung was dir hätte passieren können, wenn du einfach ohne ein Wort zu sagen abhaust?! Du hättest dich verirren können oder Schlimmeres! Was wäre, wenn ich nicht gekommen wäre, um dich zu suchen?“
Nathan schrie ohne Punkt und Komma auf den Jüngeren ein, der bei jedem Wort noch mehr in sich sackte und noch ängstlicher drein blickte.
Der Braunhaarige hätte noch weiter auf seinen Bruder einreden können, doch als das Mondlicht auf einmal die bereits nassen Augen des sechsjährigen aufflackern lies, verschluckte er regelrecht die Worte und sie drangen gar nicht mehr aus einer Kehle heraus.
Reue machte sich in Nathan breit und augenblicklich wand er seinen Blick von Pete ab und ließ auf den starken Griff an seinen Schultern abklingen.
Er hätte jetzt liebend gern gesagt, wie froh er war, dass ihm nichts passiert ist und das ihm sein Ausbruch eben sehr leid tat, doch ehe es soweit kam, ergriff der kleine Junge mit den braunen Augen das Wort.
„Ich…habe eine guten Grund wieso ich gegangen bin.“
Seine Stimme klang brüchig, wahrscheinlich wegen der Aufregung, doch er wollte die Sache klären. Friedvoller als Nathans Variante. Und das war dem Älteren auch um einiges rechter.
Doch Peter fuhr nicht fort, er hielt demonstrativ seine beiden Hände vor Nathans Gesicht, die ineinander gefaltet waren.
Nate verstand nicht ganz und das konnte man gut in seinem Gehsichtsausdruck erkennen. Peter schien was zu halten… und das war sein Grund einfach von zu Hause wegzurennen? Was konnte das denn bitteschön sein?
Natahns Augen blickten von der Hand weg und sein Blick schien eindeutig zu sein. Er wollte das Peter Klartext redete.
Langsam nahm er seine Hände wieder runter, öffnete diese aber nicht, trat näher zu Nate und erzählte dann alles von Anfang an:
„Ich hab geschaukelt. Wie immer. Und auch die Sterne angeguckt. So wie immer. Ich hab überlegt wie ich fliegen könnte. Mit der Schaukel hatte ich zu wenig Schwung.“ er seufzte kurz „Dann, plötzlich sah ich wie ein Stern vom Himmel fiel!“ Augenblicklich schien die Spannung von vorhin aus Peters Körper gewichen zu sein, denn er lachte erneut breit wie ein kleines naives Kind - was er ja auch war. Ein Stern fiel vom Himmel? Nathan musste nicht lange überlegen, um zu wissen was der Jüngere meinte - eine Sternschnuppe.
„Sie fiel genau hier runter bloß viel weiter weg von unserem Garten.“
Nathan unterbrach ihn schlagartig
„Ach komm schon Pete. Man sieht ihn fallen aber in Wirklichkeit sieht man solche Kometen nur vorbeirauschen. Hier ist kein Stern gelandet, sonst hätte es einen Mordsknall gegeben!“
Er prustete kurz verächtlich auf, ehe er den Kopf schüttelte. Was für ein Träumer er doch war. Doch Peters Gesichtsausdruck zeigte keine Einsicht. „Ich hab’s doch selbst gesehen!“, schimpfte er vorwurfsvoll. Er mochte es gar nicht, wenn man ihm nicht glaubte!
„Immerhin hab ich die Stücke des fallenden Sternes gefunden!“
Erneut hob der jüngere Petrelli die Hände Nathan entgegen.

„Ich hab dir deinen Stern geholt...“, meinte Peter zunehmend leiser und senkte dabei den Blick. Sicher, er war wegen der Standpauke noch ziemlich mitgenommen. Die Traurigkeit, die der Kleine ausstrahlte färbte auch auf Nathan ab und er senkte seinen Blick ebenfalls.
Es herrschte erneut kurzes Schweigen ehe Nate sich dann in die Hocke begab.

„Dann lass mich mal meinen Stern sehen.“

Als Peter verwundert aufblickte schaute er in das leicht lächelnde Gesicht seines großen Bruders und im nächsten Augenblick fühlte sich der Jüngere wohler in seiner Haut.
„Ja!“, erwiderte er ehe er seine Hand langsam öffnete und Nathan gespannt reinspähte. Ihm war Anfang an klar, das es kein Stern wahr, doch als er seinen ‚Stern’ nun vor Augen hatte, wurde ihm so einiges Klar. Größtenteils auch Peters verdrecktes Auftreten.

Ein kleines Licht schwebte aus Peters Handflächen und flatterte vergnügt umher. Das Licht, was es absonderte erhellte Peters und auch Nathans Augen. „Ein Glühwürmchen...“, hauchte Nathan atemlos, ohne den Blick von dem Tier zu nehmen.
Es flog höher... und höher...und irgendwann war es außerhalb von Peters Reichweite - was ihm gar nicht gefiel.
„Ah! Nein! Es darf nicht gehen! Es ist doch dein Geschenk!“
Peter griff verzweifelt nach dem Glühwürmchen, doch Nathan fing rasch seine Hand ab, hielt sie in seiner großen und lächelte hinab zu Pete, der ihn verwirrt anblickte.

„Sterne gehören nicht in meine Hosentasche oder in mein Zimmer. Sie gehören in den Himmel.“
Nathans Stimme klang ungewohnt sanft und dankbar, was sofort ein wohliges Gefühl in Peter auslöste und er den Älteren fasziniert anstarrte, mit Augen so groß wie Essteller.
„Danke Kurzer. Das ist das schönste Geschenk von allen.“
Die freie Hand von Nathan legte er sachte auf den Kopf des Jüngeren, um diesen sachte zu streicheln.
Der ganze Aufstand nur für ihn... Nathan konnte seinem Bruder gar nicht deswegen böse sein. Wieso auch? Er wollte ihm einen Gefallen tun. Ihm eine Freude bereiten.
Zeitgleich bildete sich ein Lächeln auf den Gesichtern der Petrellis und ehe Peter sich versah, spürte er einen kräftigen Druck um seinen Bauch und nur einen Wimpernschlag später hing er mit dem Bauch nach unten in der Luft. Nathan hatte seinen Arm um die Taille seines Bruders gelegt und hatte ihn nun im Griff wie ein Möbelpacker einen eingerollten Teppich. Peters Gliedmassen hingen runter zum Boden und sein Kopf machte es ihnen gleich. „Hey!“
„Nichts Hey. Jetzt geht’s zurück nach Hause. Du siehst aus wie ein Schwein und dreckig gemacht hast du dich auch noch - es wird Zeit für ein Bad.“, verkündete Nathan belehrend und setzte sich in Bewegung, während sein Bruder nur lachend vor sich her baumelte.
Als sich die zwei Brüder auf den Heimweg machten und es um den kleinen Bach immer stiller wurde, sank das Glühwürmchen, das eben noch in Peters Gefangenschaft war, wieder hinab zu dem Wasser und setzte sich auf ein Fahnenblatt. Es dauerte nicht lange, dann tauchten immer mehr von ihnen aus ihren Verstecken auf und schenkten dem umliegenden Wald ein traumhaftes Farbenspiel, das Peter mit großen Augen bestaunte - während Nathan ihn verkehrt herum zurück zum Anwesen trug.
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