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Arista

von Melissa
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
07.02.2010
09.05.2010
8
5.067
4
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07.02.2010 1.532
 
Der Weg zu dem Dorf kam ihr wie Spaziergang vor. Die Soldaten sahen diese Ausdauer von Arista ungläubig an. Egal wie das Wetter oder die Wege waren, ihr machte es nichts aus. Im Gegenteil sie hatte großen Spaß. Arista fand es nur gemein, wenn sie Rast machten, aber es waren ja nicht alle so wanderfreudig wie sie.
Im Lager Kleinbonom wurde sie von einem beleibten Zenturion begrüßt.
“Sie sind also Cäsars Nichte?”, fragte er.
“Ja. Ich bin Arista.”
“Es ist mir eine Ehre Sie kennenzulernen. Ich kann Ihnen allerdings sagen, das diese Kämpfe gegen dieses Dorf langsam langweilig wird.”
“Warum?”
“Ihr Druide braut einen Zaubertrank, der sie unbesiegbar macht.”
“Ach ja, davon habe ich gehört.”
“Was halten Sie davon, das Dorf auszuspionieren?”
“Ja, gut. Was muß ich da denn tun?”
“Das Vertrauen der Dorfbewohner gewinnen, besonders das den Druiden, dann das Rezept des Zaubertrankes herausfinden und den Druiden umbringen.”
“OK, ich bin dabei. Endlich einmal etwas aufregendes! Wann soll ich anfangen?”
Verblüfft starrte er sie an, von dieser Adligen hätte er alles erwartet, aber nicht diese Antwort.
“Ähm, wie wärst mit Morgen. Die Sonne geht gleich unter.”
“Ja. Ich finde ich toll. Wie lange?”
“Das ist egal. Solange du brauchst.”

Am nächsten Tag erwärmte die Sonne das Land. Sie hatte keine Wolke zu befürchten. Arista zog die Kleider einer Gallierfrau an, die ihre Schönheit noch mehr Betonten. Der Zenturion hielt die Luft an, bei dem atmenden Anblick dieser schönen Frau. Wenn er nicht gewußt hätte, das sie eine Römerin ist, hätte er sie mit einer Gallierin verwechselt.
Arista lächelte nur.
“Sie kennen Ihren Auftrag noch?”
“Ja.”
“Gut. Folge einfach nur diesen Weg dort, dann finden Sie dieses Dorf.”
“Danke. Zum Glück kennen die mich nicht.”
Mit diesen Worten machte sie sich auf den Weg zum Dorf, der in einen Wald führte.
Je näher sie dem Dorf kamen, um so nervöser wurde sie.
“Hoffentlich sind sie anders, als die Menschen die ich kenne.”, murmelte sie zu sich. Nach einer Weile lichtete sich der Wald und ein aremoricanisches Dorf lag vor ihr. Das Dorf war von einem großen Holzwall umgeben.
“Schlicht und einfach, aber wunderschön. Viel schöner als die römischen Städte.”, rief sie nur träumerisch.
Ohne Furcht passierte sie den Eingang. Auf dem ersten Blick war es für sie ein ganz normales Gallierdorf und verstand nicht wirklich, wieso die Römer ihre Schwierigkeiten mit dem Dorf hatten.
“Wer bist du denn?”, fragte eine Männerstimme hinter ihr.
Sie drehte sich erschrocken um und erblickte einen kleinen blondhaarigen Mann mit Schnauzbart, einen Eisenhelm mit weißen Flügeln. Er trug ein schwarzes Hemd, eine rote Hose, einen grünen Gürtel und braune Schuhe.
“Ich bin Arista. Und du?”
“Asterix. Bist du ein Spion der Römer?”
Plötzlich kam ein kleiner, weißer Hund mit schwarzen Ohren- und Schwanzspitzen begrüßte sie freundlich.
“Oh! Hey! Wer bist du denn? Du siehst fast ja wie Sara, die Hündin von meiner Freundin Olga aus.”
Ein dicker, rothaariger Mann mit Schnauzbart kam auf sie zu. Seine Haare hatte er zu zwei Zöpfe geflochten und war fast so groß wie Arista. Auch er trug einen Eisenhelm mit zwei kleinen Hörnern, grünen Gürtel, ein blauweiße Hose und braune Schuhe.
“Das ist mein Hund Idefix.”
“Der ist ja süß. Wie heißt du?”
“Ich bin Obelix.”
“Aha und ich heiße Arista.”, meinte sie und nahm Idefix auf den Arm.
Er schleckte freundlich ab.
“Komm, wir bringen dich erstemal zum Häuptling und der entscheidet was wir mit ihr machen.”
Sie nickte nur. Die beiden Männer führten sie zu einem Haus, wo an der Hauswahn einer großer Ochsenkopf befestigt war. Arista setzte Idefix auf den Boden und sie gingen hinein.
Häuptling Majestix saß auf einer Erhöhung. Er hatte große Ähnlichkeit mit Obelix, nur war er etwas kleiner und trug schwarzweiße Federn am Eisenhelm.
“Du heißt also Arista. Warum bist du hier? Oder bist du eine Spionin der Römer?”
“Nein. Meine Familie hat mir von diesem Dorf erzählt. Deswegen wollte ich hier herkommen, weil ich einen großen Traum habe, der nur hier in Erfüllung gehen kann.”
“Wo kommst du her?”, wollte Asterix wissen.
“Aus Lutetica.”, log sie.
“Was ist dein Traum?”, fragte Asterix weiter.
Arista wurde rot vor Verlegenheit, da es ihr peinlich war und sie bis jetzt immer ausgelacht wurde, weil sie diesen einen Traum hatte. Nur ihre beste Freundin Olga fand ihren Wunsch super und holte tief Luft.
“Mein großer Traum ist es ein Druide zu werden.”, in ihrer Stimme merkte man, das es ihr unangenehm war, diesen Satz zu sagen.
“Druide? Wie bist du darauf gekommen?, wollte Asterix ungläubig wissen.
“Ich habe als kleines Kind ein Schlachtfeld in der Küche gemacht. Besser gesagt, ich habe versucht Zaubertränkte zu brauen, aber da ist immer etwas schief gegangen. Meine Eltern sind an mir verzweifelt. Schließlich haben sie mich zu meinem Onkel geschickt, um mich auf andere Gedanken zubringen. Aber mein Onkel war am Ende so genervt von mir, daß er mich hierher geschickt hatte, um einen Druiden zufinden.”
Alle drei schwiegen.
Plötzlich tauchte ein magerer blondhaariger Mann mit Schnauzbart und Leier auf.
“Dürfte ich unserem Gast ein Liedchen vor singen?”
Doch vor sie etwas sagten, bejahte Arista die Frage. Als er anfing zu singen, erschrak sie, wie konnte man nur so grauenhaft Singen?
Schließlich verpaßte sie ihm eine kräftige Kopfnuß. Er fiel bewußtlos zu Boden. Die Gallier staunten nicht schlecht über diese Frau.
“Und so etwas nennt sich Barde? Ich fasse es nicht.”
“Troubadix hat aber auch ein Pech. Jetzt wird er schon von  einer Frau verprügelt, die keinen Zaubertrank getrunken hat.”, meinte Obelix verblüfft.
“Ich habe mich früher gerne mit Leuten geprügelt.”, rief sie grinsend.
“Warum?”, fragte Asterix.
“Ich war immer anderer Meinung als die Leute.”
“Worum ging es?”
“Ähm, ums Essen.”
“Ums Essen?”, fragte Asterix überrascht.
Arista schluckte. Sie mußte aufpassen, das sie nicht als Römerin entlarvt.
“Viele die mich kennen, mögen mein Lieblingsgericht nicht. Meine Freundin Olga ist die Einzige die es auch gerne ist. ”
“Was ist das für ein Gericht?”, wollte Obelix wissen.
“Sag ich lieber nicht. Ich habe jetzt keine Lust zum streiten.”
Obelix seufzte. Arista merkte ihm an, das er sie gerne hatte und Asterix ihr Mißtraute.
“Was meinst du?”, fragte Asterix den Häuptling.
“Mh, ich denke wir führen sie zum Druiden. Er soll das entscheiden. Jedenfalls darf sie hier bleiben.”
“Vielen Dank!”, rief sie glücklich.
“Na dann komm, Arista. Wir führen dich dahin.”, meinte Asterix stöhnend.
Die beiden führten die junge Frau zu einem Haus, wo rechts daneben ein Wasserfall stand.
“Hey, Miraculix. Bist du hier?”, rief Asterix
Ein alter, hagerer Mann mit langem weißen Bart, einem weißen Mantel und roten Umhang trat aus dem Haus. Eine goldene Sichel steckte an seinem Gürtel.
“Was willst du und wer ist das?”
“Mein Name ist Arista. Die beiden haben mich her geführt.”
“Ach so. Wieso willst du zu mir?”
Sie errötete.
“Ähm.... Ich möchte bei dir in die Lehre gehen.”
Er hob überrascht die Brauen.
“Wie? Warum?”
“Früher habe ich gerne verschieden Mixturen ausprobiert, sind aber alle samt schief gegangen. Meine Mutter war stocksauer, als sie die Küche sah.”
Miraculix bemerkte die Entschlossenheit zu dieser Entscheidung und seufzte schließlich.
“Hör zu, ich werde es mir überlegen. Komm morgen früh noch einmal hier.”
“OK. Wo soll ich eigentlich übernachten?”
“Bei mir. Ich habe ein Gästezimmer frei.”, meinte Asterix.
“Ach, mir hätte der Fußboden gereicht, aber das geht auch.”
“Habt ihr zu Hause kein Bett?”, fragte Asterix überrascht.
“Doch, aber ich schlafe schlecht in Betten.”
“Das habe ich noch nicht gehört. Willst du dich erstemal ausruhen?”
“Nein. Ich will mir das Dorf ansehen.”
“Verstehe, na dann schau dich ruhig um. Zum Abendbrot holen wir dich.”
“Ja ist gut.”
Mit diesen Worten ging sie durch das ganze Dorf. Als sie beim Schmied angekommen war, kam ihr ein ekelhafter Fischgeruch in die Nase.
“Puh, wo kommt der Gestank her?”
“Das ist der Fischhändler auf der gegenüberliegenden Seite.”, erklärte ihr der Schmied.
Der beleibte, blonde Händler hatte es gehört und kam zu den beiden herüber.
“Mein Fisch ist nicht schlecht. Er ist frisch.”, erwiderte er zornig.
“Ja klar. Da kann ich nur lachen.”, antwortete der Schmied.
“Stimmt. Noch in meinem Leben habe ich jemals so einen furchtbaren Gestank gerochen.”, meinte Arista zustimmend.
“Das wird etwas anderes sein.”, meinte der Händler.
“Nein. Das kommt vom Fisch.”, rief Arista zurück.
Der Mann warf Arista einen Fisch ins Gesicht. Sie schlug ihn mit der Faust ins Gesicht. Dieser sah sie verdutzt an.
“Du hast aber einen Schlag drauf.”
“Siehst du, sie ist der selben Meinung.”
“Sie hat halt eine schlechte Nase, genau wie du.”
Verdutzt sah Arista die beiden an, die sich nun verprügelten. Ein paar Dorfbewohner hat sich ihnen angeschlossen.
“Wahnsinn. Kein Wunder, das meine Eltern mich ständig mit den Dorfbewohnern verglichen.”
Asterix stand plötzlich neben ihr.
“Das ist Alltag bei uns.”
“Schade, das ich nicht hier geboren wurde.”
“Du bist noch nicht lange hier.”
“Trotzdem ein schönes Dorf, bleibt ein schönes Dorf.”
“Verstehe. das Essen ist fertig.”
“Schön, was gibt es denn?”
“Wildschweinbraten.”
Sie hob überrascht die Brauen.
“Das ist mein Leibgericht.”
“Wirklich? Das höre ich gerne. Der letzte Gast aus Lutetcia wollte nur pflanzliche Kost haben.”
“Aha. Ich esse gelegentlich auch einmal etwas Gemüse oder Obst, aber Wildschwein mag ich am liebsten. Vielleicht kehre ich gar nicht mehr nach Hause zurück.”
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