Das Spiel des Lebens

GeschichtePoesie / P12
06.02.2010
06.02.2010
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Wir werden geboren.
Wir leben.
Wir sterben.
Es klingt so einfach. Wir leben. Wir leben in einer Welt, die einer riesigen Bühne gleicht.
Einer Bühne voller Schauspieler, die alle eine wichtigere oder unwichtigere Rolle spielen.
Eine Rolle, die einen Menschen verkörpert, der fast perfekt ist.
Der so ist, wie andere es sich vorstellen.
Ein Ideal.
Das Bild eines Ideals in einer Welt, in der die Oberflächlichkeit gewonnen hat.
Wie muss der Mensch sein, um akzeptiert zu werden?
Ein Klon der Gesellschaft?
Ein angepasstes etwas ohne eigene Persönlichkeit und Ziele?
Ein ruhiger Fisch in einem Becken voller Fische, die so verschieden scheinen, und doch gezwungen werden so gleich zu sein.
Nur nicht auffallen.
Einfach mitschwimmen.
Niemand wird je das Individuum erkennen.
So wird es gemacht.
Das ist das Leben.
Doch was, wenn sich jemand weigert, dieses Spiel des Lebens mitzuspielen?
Wenn sich jemand weigert einen Menschen zu töten?
Einen Menschen in sich selbst?  
Ist ein Mensch, der sich nicht an die Spielregeln hält, sofort als Aussätziger anzusehen?
Oder ist er zu Bewundern, weil er den Mut hat, sich gegen die Gesellschaft zu stellen?
Die Welt ist groß.
Sie ist frei.
Wir dürfen Leben.
Wer hat das recht uns vorzuschreiben, wie wir dieses eine Leben verbringen sollen?
Wer hat das recht, uns zu unterdrücken?
Ist es der Sinn des Lebens, sich am Leid anderer zu ergötzen?
Ist es der Sinn des Lebens irgendwann dazusitzen, alt und grau, und sich darüber zu ärgern, dieses eine Leben nicht gelebt, sondern nur darüber nachgedacht zu haben?
Wieso denken wir darüber nach was andere, die nicht mehr und nicht weniger sind, als wir selbst, über unsere Handlungen denken könnten?
Wenn wir sowieso irgendwann sterben?
Spielt es dann eine Rolle, ob die anderen sich Zeit unseres Lebens das Maul darüber zerreißen, dass wir nicht im Strom mitschwimmen, unser Leben eben nicht als passiver Zuschauer verbringen und irgendwann frustriert in einer Vier-Zimmer-Wohnung sitzen und darüber nachdenken, wie wir die nächste Rechnung bezahlen, sondern es leben?
So leben, wie wir es wollen?
Unsere Zeit nicht damit verschwenden, eine Rolle zu spielen, die man versucht uns aufzudrücken?
Letztendlich sind wir, wie wir sind.
Wir können es nicht ändern.
Wir können nur anfangen uns selbst zu akzeptieren.
Wir selbst sein.
Und kein Abbild irgendeines gesellschaftlichen Ideals.
Wir sind geboren.
Wir leben.
Wir werden sterben.
Ob als wir selbst oder jemand, den wir auf der Welt spielen, liegt in allein unserer Hand.