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Außer Kontrolle

von MariLuna
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
04.02.2010
02.03.2010
21
45.839
1
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Dieses Kapitel
8 Reviews
 
04.02.2010 2.565
 
@Jenny: Jetzt folgt der Teil, den ich damals gemeint habe ...
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12. KAPITEL

Warmer Kerzenschein brach sich in echten Kristallgläsern, dem darin befindlichen Rotwein, dem Silberbesteck und sogar im spiegelglattem, weißen Porzellan. Und, nicht zu vergessen – in Brave Starrs dunklen Augen.

Nicht zum ersten Mal in der letzten halben Stunde, ließ Tex Hex seinen Blick über dieses wahrhaft romantische Ambiente schweifen.
Da kam er sich in seinem einfachen T-Shirt und der schlichten Jeans fast ein wenig deplatziert vor, auch, wenn sein Marshall ähnlich gekleidet war – aber der sah sowieso in allem einfach nur blendend aus.
Und auch mit dem Drei-Gänge-Menü hatte sich Brave Starr selbst übertroffen.
Es war lange her, daß Tex Hex so gut gespeist hatte und noch niemals in seinem Leben hatte sich jemand so viel Mühe für ihn gegeben.
Und es war reichlich, fast zu reichlich.
Beinahe erschüttert starrte Tex Hex auf seinen Teller. Salat, Kartoffeln, Gemüse und Rouladen – Himmel, Rouladen! Nein, das war nicht nur reichlich, sondern auch zeitaufwendig und kostspielig.

„Das hast du alles ganz allein gekocht?“ fragte Tex gerührt. „Für mich?“

„Natürlich, mein Schatz“, klang es vergnügt zurück. „Schmeckt’s gut?“

„Oh ja, sehr sogar.“

„Das sollte es auch.“ Brave Starrs Stimme senkte sich wieder zu einem Schnurren.
„Ist schließlich mit viel Liebe gekocht.“

Tex Hex errötete bei diesen Worten unwillkürlich und senkte betreten den Blick.

„Hey“, blitzschnell schnappte sich Brave Starr seine Hand und drückte ihm einen Kuß auf die Innenfläche. „Du bist der Wind in meinen Segeln, mein Regenbogen an einem trüben Tag und mein funkelnder Stern in finsterster Nacht. Ich. Liebe. Dich.“

Tex Hex hob den Blick und ertrank fast in diesen strahlenden, braunen Augen.

„Ich dich auch, Brave Starr“, hörte er sich selber sagen. „Mehr als alles andere in meinem verkommenen Leben.“

Jetzt fing er auch schon an mit diesem Süßholzgeraspel – aber es fühlte sich gar nicht mal so schlecht an, befand er. Und bedauerte es, dem Marshall als Beweis seiner Liebe nichts außer sich selber geben zu können. Und auch wenn er es gewollt hätte: auf die „richtige“ Seite des Gesetzes konnte er nicht mehr wechseln. Da hatte Stampede immer noch ein Wörtchen mitzureden, von seiner Verantwortung gegenüber seiner Gang mal ganz abgesehen. Nein, was das betraf, saß er fest.

„Aber“, meinte er daher auch betrübt, „ich stehe nun einmal in Stampedes Diensten. Ich werde immer Tex Hex, der böse Handlanger von Stampede und Anführer der Carrion Bunch bleiben. Ein Gesetzloser. Ein Verbrecher. Und ich bin nun mal…“ hier fuhr er sich zaghaft durchs Gesicht, „… ein Skullhead.“

Ein lautes Schnurren, und er fand sich plötzlich stehend, an einen etwas größeren, warmen Körper gedrückt wieder. Brave Starrs Atem streichelte seinen Hals, als dieser eine Spur kleiner Küsse auf seinem Kiefer verteilte.

„Dummkopf“, raunte der Marshall ihm zu. „Ich liebe dich so wie du bist, weil du bist, was du bist.“

Und als er Tex wieder in einen leidenschaftlichen Kuß entführte, geriet das angefangene Dinner schnell in Vergessenheit.

***


Irgendwann während einer Unendlichkeit, in der er sich eingehüllt sah von einer Wolke grünen Tees und einem Geschmack, bei dem ihm schier die Sinne schwanden, spürte Tex Hex, wie sein Gleichgewichtssinn den Abgang probte.
Warme, starke Arme gaben ihm Halt, und er fühlte, wie er sich bewegte.
Eine Sekunde später schon fand er sich auf einem gemütlichen Bett wieder.
Pumageschwindigkeit und Bärenkräfte.
Belustigt löste er sich aus dem Kuß – den sein Marshall tatsächlich nicht ein einzige Mal unterbrochen hatte – und blickte sich neugierig um. Er war noch niemals hier gewesen – weder in der Wohnung, und schon gar nicht in diesem Schlafzimmer. Es wirkte schlicht, ordentlich und funktionell wie alles hier. Nur eines schien sich Brave Starr nicht nehmen zu lassen: jeden seiner Räume verzierte er mit einem Kunstobjekt seines Volkes. So hing über dem Bett – neben der Deckenleuchte – ein waschechter Traumfänger.

„Schönes Zimmer“, stellte Tex fest, „ganz allgemein hast du eine hübsche, kleine Wohnung.“ Plötzlich wurde er ernst. „Danke, daß du sie mir zeigst.“

Brave Starr, der neben ihm auf der Matratze kniete, lächelte leicht, strich sanft über Tex’ Oberschenkel und beugte sich dann beinahe verschwörerisch zu ihm hinüber.

„Du bist hier willkommen. Fühl dich einfach wie zuhause, mein Schatz.“

Und um seinen Worten den nötigen Nachdruck zu verleihen, zog er erst ihm, dann sich selbst das T-Shirt über den Kopf, schmiegte sich dann der Länge an ihn und küßte ihn zärtlich.

„Hm…“, murmelte er, während sich seine Lippen wieder langsam über erhitzte, lila Haut in tiefere Regionen vorarbeiteten – nur kurzzeitig gestoppt von einem Gürtel und einer Jeans.

„Hier, genau hier, gehörst du hin…“

Und Tex wußte nicht, was ihm größeres Wohlbehagen bescherte: Brave Starrs geschickte Zunge oder diese Worte.
Letztendlich war es aber auch egal, denn schon sehr bald bestand seine ganze Welt nur noch aus goldenen, leuchtenden Gefühlen, und alles, was er wollte, war mehr davon.

***


Aus dem anfangs sanften, ruhigen Liebesspiel wurde bald etwas sehr viel Temperamentvolleres, und nach einem kurzen, spielerischen Ringen um Dominanz, sah sich der Marshall in die Kissen gedrückt, und ließ sich nur zu gerne von Tex' wilder Leidenschaft mitreißen.
Und als er schließlich den Kopf in den Nacken warf und seine Lust hinausschrie, da schwangen in diesem Laut auch die Stimmen seiner vier Tiergeister mit.
Tex spürte, wie etwas tief in ihm darauf antwortete, und so seltsam es erschien, aber er hatte das Gefühl, daß er eben hier wesentlich mehr schluckte als den üblichen Proteinshake.
Doch er kam gar nicht dazu, diesen Gedanken weiter zu verfolgen, denn schon vergruben sich zwei dunkle Hände in seinem Haar und zogen ihn mit sanfter Gewalt in die Höhe.

„Liebe dich“, seufzte Brave Starr mit lustgetränkter Stimme und glühenden Augen, bevor er ihm seine Zunge zwischen die Zähne schob, begierig, sich selbst in Verbindung mit diesem umwerfenden Tex-Hex-Aroma zu schmecken.

„Gebe dich nie wieder her.“

Es war nicht mehr als ein heiseres Knurren, was da der Kehle des Marshalls entwich, und diese Worte waren wirklich kaum zu verstehen, aber er wußte sie sehr, sehr anschaulich in Körpersprache umzuwandeln.

Als sie irgendwann – viele anregende Stunden später - doch die Müdigkeit übermannte, hielten sie sich so engumschlungen, als wollten sie einander nie wieder loslassen.

***


Sanfte Berührungen und federleichte Küsse holten Tex Hex aus einem traumlosen Schlaf in einen neuen Tag. Er seufzte wohlig und schmiegte sich diesen Zärtlichkeiten willig entgegen. Auf diese Art geweckt zu werden, war etwas, woran er sich gewöhnen konnte.

Er blinzelte träge in ein vom Dämmerlicht des heranbrechenden Morgens golden angehauchtes Zimmer, seine Finger landeten in pechschwarzen, vom Schlaf wirren Haaren und strichen sanft darüber.

„Gut geschlafen, mein Schatz?“ warme, weiche Lippen preßten sich auf seinen Mund, tauchten nach seiner Zunge, nahmen ihm die Möglichkeit zu einer Antwort.

„Hm-hm“, war alles, was Tex hervorbrachte.

Und dann gruben sich seine Finger tief in einen dunklen Rücken, als der Marshall seine morgendliche Trägheit nutzte, um sich tief in ihm zu versenken. Tex, noch immer nicht ganz wach, ließ sich bereitwillig von ihm erobern und von einer Woge aus Wärme und Leidenschaft entführen.

Oh ja, so könnte von ihm aus jeder zukünftige Tag seines Lebens beginnen!

***


Brave Starrs Welt bestand nur noch aus Gefühlen, Gerüchen und Geschmack, vereint in dem gierigen Wunsch nach Vereinigung.
Mit jedem wilden Stoß fühlte er seinen Höhepunkt näher heranrauschen, ließ sich fallen in Tex’ Umschlingung.
Er konnte spüren, wie sich seine Tiergeister von ihm lösten, für einen kurzen Augenblick war da dieses Gefühl grenzenloser Freiheit, dann überschwemmte wieder pure, unverfälschte Lust alles andere und stöhnend riß er die Augen auf.

Und sah.

Er sah Tex Hex unter sich.
Bemerkte dessen verzückten Gesichtsausdruck.
Die halbgeschlossenen, glühendroten Augen, hörte dessen dunkles Keuchen.
Sah den Moment, wo sich dieser seiner Lust hingab.
Spürte zwischen seinen Fingern dessen zuckende Erektion.
Spürte seine eigene in ihm, konnte es aber nicht mehr stoppen.
Im gleichen Maße, wie sich seine Finger grober als nötig zusammenkrampften, wurde auch sein letzter Stoß wesentlich härter.
Er spürte, wie er sich im anderen verströmte.
Er fühlte, wie sich dieser Körper unter ihm verkrampfte, gefangen in einem eigenen Höhepunkt.
Und er spürte, wie sich die Umklammerung von Tex’ Beinen um seine Taille währenddessen verstärkte.
Und fühlte sich doppelt gefangen.

Abscheu und heiße Wut loderten in ihm empor.

Hastig zog er sich aus dem anderen zurück, was dieser mit einem leisen Keuchen quittierte und sprang so schnell aus dem Bett, als läge dort eine giftige Schlange.

Vom Rausch und Schmerz der plötzlichen Trennung noch ganz benommen sah Tex zu seinem Geliebten auf. Doch seine anfängliche Überraschung wich zunehmender Verwirrung, als er dessen Gesichtsausdruck bemerkte.

Abscheu.
Ekel.

Unwillkürlich krallte Tex die Finger in die Bettdecke und wickelte sich darin ein. Er fühlte sich plötzlich wie ein kleines, widerwärtiges Insekt ohne auch nur im geringsten eine Ahnung zu haben, wieso.

Brave Starr schnaubte, griff nach einem Kleenex auf dem Nachttisch, rieb sich damit die Hände sauber und bedachte ihn dann mit einem Blick, aus dem dieses ganz gewisse Glühen verschwunden war.
Jetzt herrschte dort nur noch eisige Kälte.
Wortlos drehte er sich um und ging Richtung Tür.
Im Türrahmen hielt er noch einmal inne.

„Ich brauche eine Dusche“, stellte er hart fest. „Und wenn ich wiederkomme, bist du verschwunden. Oder ich werfe dich in die nächstbeste Zelle.“

Er drehte sich um und schoß ihm einen seiner tödlichsten Blicke zu.

„Keine Ahnung, wie du das jetzt wieder gemacht hast, ob du mich unter Drogen gesetzt hast oder verhext hast, aber das … du bist einfach nur widerlich!“

Tex zuckte zusammen, wurde totenblaß und starrte ihm nur entsetzt nach.

***


Brave Starr stand unter der Dusche und schrubbte sich regelrecht.
Seine Gedanken kreisten immer nur um einen einzigen Gedanken: Er, Marshall Brave Starr, hatte eben, gerade eben, Tex Hex gevögelt!
In seinem eigenen Bett!

Er schüttelte sich, und wusch sich noch heftiger, besonders jene Körperteile unterhalb der Gürtellinie.

***


Rein mechanisch suchte sich Tex Hex seine verstreut herumliegenden Kleidungsstücke zusammen und zog sich wieder an. Sein Geist und sein Körper fühlten sich merkwürdig taub an, wirklich denken konnte er nicht. Von einer Sekunde zur anderen hatte man ihm den Boden unter den Füßen weggezogen, und sein Gehirn hatte pflichtschuldigst auf „Automatik“ geschaltet. Und nur sein Stolz hielt ihn davon ab, diese Wohnung tatsächlich zu verlassen.
Er wollte eine Erklärung.
Ihm stand eine Erklärung zu!
Und vielleicht – meldete sich das zarte Stimmchen der Hoffnung – war alles nur ein riesiges Mißverständnis. Oder – noch viel besser – nur ein Alptraum.
Aber ganz tief in seinem Herzen wußte er es besser.

Und so wartete er.
Lauschte dem Wasserrauschen der Dusche und spürte, wie sich zunehmend eine eisige Kälte in seinem Inneren ausbreitete. Der Drang, die Arme um sich selbst zu schlingen und leise aufzuwimmern wurde übermächtig, doch er widerstand.
Er senkte den Blick, bemerkte, daß er auf Socken hier stand und schlich hinüber in den Flur.  Kurze Zeit später kehrte er zurück ins Zimmer, trug wieder Stiefel und Hut und stellte sich mitten in den Raum, die Arme vor der Brust verschränkt und den Blick unablässig auf die Tür gerichtet.

„Eine Erklärung“, murmelte er dabei unbewußt vor sich hin. „Gib mir nur eine Erklärung. Irgend etwas, womit ich leben kann.“

Je länger er wartete, je länger er dem Geräusch der Dusche zuhören mußte, desto erniedrigter fühlte er sich.

Obwohl er die Augen weit geöffnet hatte, nahm er nicht wirklich etwas wahr, und so zuckte er auch erschrocken zusammen, als plötzlich Brave Starr in einem blauen Bademantel vor ihm auftauchte und ihn zornig anblitzte.

„Du bist noch da? Sagte ich nicht, du sollst verschwinden?“

Ohne ihn noch eines weiteren Blickes zu würdigen, ging er hinüber zum Bett und begann, es mit spitzen Fingern, aber sehr entschlossen, abzuziehen.

Tex schluckte schwer und fühlte sich schwer gedemütigt, doch sein Stolz hinderte ihn erfolgreich, sich noch weiter zu erniedrigen und so kam es, daß seine Stimme erstaunlich kalt und ruhig klang, als er sie endlich wiederfand.

„Erst erzählst du mir, was mit dir los ist. Wie kommst du dazu, mich so zu behandeln? Was soll das?“

„Das ist eine gute Frage!“ zischte Brave Starr und drehte sich mit dem Bettdeckenbezug in der Hand zu ihm um.
Mit einer grenzenlos angeekelten Miene warf er den Stoff hinaus auf den Flur.
„Was hast du in meiner Wohnung zu suchen? In meinem Bett? Was ist das für ein fauler Zauber?“

„Fauler Zauber? Was ist los mit dir? Vor fünf Minuten…“

„Keine Ahnung, wie du das gemacht hast!“ unterbrach der Marshall ihn aufgebracht. „Bei den Göttern – das ist so verdammt widerlich! Allein bei dem Gedanken, was eben passiert ist, wird mir sowas von schlecht! Dich anzufassen, dich zu …“ er schüttelte sich angewidert, „nein, das ist einfach nur ekelhaft.“

Die Verachtung in seiner Stimme riß beinahe Tex’ so sorgfältig beherrschte Fassade ein. Doch bevor ihm tatsächlich die Tränen in die Augen steigen konnten, loderte die Wut in ihm hoch.

„Scheißkerl!“

„Wer? Ich?“ Brave Starr schnaubte abschätzig. „Hau ab, bevor ich dich noch wegen Vergewaltigung anzeige!“

„Also ging es dir doch nur um den Spaß! Und all das andere Gerede, dieses Süßholzgeraspel waren nur Lügen.“

„Spaß? Du glaubst, dich zu vögeln macht Spaß? Ich würde jemanden wie dich doch nicht mal freiwillig mit `ner Kneifzange anfassen!“

Für einen Moment verschlug es Tex Hex glatt den Atem, und nur, weil ihn der seelische Schmerz plötzlich mit voller Wucht traf, ging er nicht mit den Fäusten auf jenen Mann los, der ihm vor wenigen Minuten noch eine heile Welt vorgegaukelt hatte.

Und so flüchtete sich Tex Hex in seinen gewohnten Satz, jenen, den er immer bei ihren Duellen gebrauchte, wenn er mal wieder unterlegen war.
Nur, daß er es diesmal bitterernst meinte.

„Dafür wirst du bezahlen!“

Und bevor er doch noch seinen letzten Rest von Selbstbeherrschung verlieren konnte, löste er sich in Luft auf.

***


Brave Starr war wirklich erleichtert, daß er Tex Hex’ Anwesenheit nicht länger ertragen mußte und widmete sich wieder seinem Bett. Seine eigene Bettwäsche widerte ihn regelrecht an, und nichts erschien ihm jetzt wichtiger, als alles hier so schnell wie möglich in die Waschmaschine zu stopfen.
Und auf höchster Stufe durchzukochen.

Für einen winzigkleinen Augenblick verspürte er so etwas wie ein schlechtes Gewissen, als er an Tex Hex’ erschüttertes Gesicht dachte, doch dann verdrängte er diese Erinnerung schnell wieder. Mitleid mit jemanden wie Tex Hex zu haben, war absurd. Schließlich war er es, der sich bei ihm eingeschlichen, ihn irgendwie zu all diesen widerwärtigen Taten gezwungen hatte.
Nein, er sollte sein Mitgefühl wirklich nicht an jemanden wie diesen Mann verschwenden.

Entschlossen packte er das Kopfkissen, hob es in die Höhe und – erstarrte.
Fassungslos starrte er auf die merkwürdige Ansammlung verschiedenster Kleidungsstücke. Als er dann jedoch begriff, was dort genau vor ihm lag und wem das alles gehörte – dieses grüne Halstuch war wirklich unverwechselbar – begann er darüber nachzudenken, ob seine „Träume“ nicht doch etwas mehr als Träume waren.
Und nur deshalb widerstand er seinem ersten Impuls und warf diese Sachen nicht in den Müllcontainer auf dem Hof, sondern stopfte sie nur in eine Plastiktüte und diese verstaute er dann in seinem Garderobenschrank.

Als er die Schranktür zuwarf, kroch plötzlich doch etwas wie Schuld in ihm empor. Er schloß die Augen und murmelte:

„Augen des Falken.“

Es konnte ja nichts schaden, sich zu vergewissern, wie es Tex Hex nach seinen – zugebenermaßen - harten Worten jetzt ging.
Doch nichts geschah.
Sein Falkengeist verweigerte ihm schlichtweg den Dienst.
Für einen Moment war Brave Starr verwirrt, fast schon beunruhigt, doch dann zuckte er nur mit den Schultern.
Vielleicht war es besser so, wenn er nicht wußte, wie es diesem Schuft ging.

***
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