The B-Project

GeschichteDrama / P16
03.02.2010
03.02.2010
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Diese Story widme ich Kyra Sedgwick, die sagt, dass es in einer Serie gar nicht so sehr auf den Plott, sondern vielmehr auf die Charaktere ankommt!

Brenda Leigh Johnson starrte auf den kleinen Gegenstand hinab, den sie in ihrer Hand hielt. Ein kleiner Gegenstand, der im Begriff war, ihr ganzes Leben von einem Moment zum anderen auf den Kopf zu stellen. Es handelte sich um einen Schwangerschaftstest. Und er war positiv. „ Oh, verflixt und zugenäht!“ Das war das einzige, was ihr im Moment dazu einfiel. Es war so verwirrend. Wenige Tage zuvor hatte sie ihre Katze Kitty einschläfern lassen müssen, was sie noch immer nicht verwinden konnte. Und genau in dieser Situation stellte sie fest, dass sie schwanger war! Wie konnte es bloß sein, dass Leben und Tod so nahe beieinander lagen? Das war wohl das, was man unter der Ironie des Schicksals zu verstehen hatte!  Sie ging zum Fenster und schaute in den Garten hinaus. Dort hatte Kitty immer gelegen und sich gesonnt. Er, quatsch, sie, war keine sehr agile Katze gewesen... Würde da in einem Jahr nun ein kleines Kind – ihr Kind! – herumtollen, spielen und die sommerliche Luft mit seinem Lachen erfüllen? Brenda spürte, wie ihr schwindelig wurde und setzte sich an den Küchentisch. Ein Glas Wasser würde ihr jetzt sicher guttun... Doch dafür hätte sie aufstehen, erst zum Kühlschrank gehen und sich eine Flasche Wasser holen, dann zum Schrank, um ein Glas herauszuholen und wieder zum Stuhl zurück gehen müssen. Dazu fühlte sie sich in dieser Minute außerstande. Sie stützte ihre Ellenbogen auf den Tisch und den Kopf wiederum auf ihre Hände und versuchte sich vorzustellen, wie die nächsten Monate verlaufen würden. Ihr Bauch würde sich wie ein Luftballon zu einer prallen Kugel aufblähen und sie wie eine Seekuh aussehen lassen. An Sex war demzufolge ab dem fünften bis sechsten Monat überhaupt nicht mehr zu denken. Und wie sollte das alles überhaupt mit ihren Aufgaben als Chief konform gehen? Sollte sie etwa hochschwanger Ermittlungen führen, bis spät in die Nacht hinein über einem Fall brüten... Und wollte sie das dann überhaupt? Es war alles so schwierig. Einerseits freute sich Brenda wie verrückt über diese Nachricht. Andererseits war sie jedoch vollkommen unsicher. Als sie Fritz vor ein paar Monaten das Ja-Wort gegeben hatte, war das schon ein Schritt gewesen, von dem sie sich nie hätte vorstellen können, ihn noch einmal zu tun. Brenda war immer eine Einzelgängerin gewesen. Sie hatte ihre volle Konzentration ihrer Arbeit gewidmet. Ein Privatleben hatte sie nicht wirklich gehabt und auch nicht haben wollen (deshalb war auch ihre erste Ehe gescheitert). Erst als sie mit Fritz Howard zusammengekommen war, hatte sie erfahren, wie schön es war, ein Privatleben zu führen. Wie schön es war morgens neben jemandem aufzuwachen. Mit ihm soviel Zeit zu verbringen, wie nur irgend möglich. Doch am schönsten war es, nach einem langen Tag nach Hause zu kommen, in der Gewissheit, dass da ein Mensch ist, der auf einen wartet. Das war mehr, als sie sich jemals erhofft hatte. Und nun erwartete sie ein Kind! Wie sollte sie es Fritzy sagen? Moment, wann kam der heute eigentlich nach Hause? Hatte er heute überhaupt Dienst? Wo zum Teufel war er? Sie könnte es ja auch zuerst ihren Eltern erzählen und...oh Gott, die würden bestimmt vollkommen aus dem Häuschen sein und sich sofort in das nächste Flugzeug nach Los Angeles setzen. Oh nein, bitte, bitte nur das nicht! Vielleicht sollte sie auch erst einmal...  All diese Gedanken schossen ihr komplett ungeordnet durch den Kopf und verursachten ihr entsetzliche Kopfschmerzen und sie spürte, wie ihr übel wurde. Schnell sprang sie auf, rannte ins Bad und schaffte es gerade noch, sich über die Toilette zu beugen, als es dann auch schon losging. Als es endlich vorbei war, stolperte Brenda zum Waschbecken, um sich den Mund auszuspülen. Bei dieser Gelegenheit warf sie einen Blick in den Spiegel und eine fremde Frau blickte sie an. Die Frau war leichenblass, hatte zerzaustes Haar und sah erschöpft aus. Ein leiser Schrei entfuhr ihr, als sie entsetzt feststellen musste, dass sie diese Frau war. „ Verflixt und zugenäht!“, stöhnte Brenda, wandte sich schnell von ihrem Zombie-Spiegelbild ab und verließ das Bad. Im Flur blieb sie stehen und überlegte, was sie jetzt tun sollte. Die Übelkeit war zwar verschwunden, aber die Kopfschmerzen quälten sie noch immer. An Arbeit war also nicht zu denken. Brenda beschloss, sich hinzulegen, um ein wenig zu schlafen. Wer weiß, vielleicht würde ein wenig Schlaf ihr Gemüt beruhigen und sie klarer denken lassen. Obwohl, eine Brenda Leigh Johnson lebte von chaotischen Zuständen! Aber einen Versuch war es wert...

Sie erwachte, als jemand sie sanft am Arm berührte. Brenda brauchte einen Augenblick, um einen klaren Kopf zu bekommen, dann erst bemerkte sie Fritz der neben ihr saß und sie besorgt ansah: „ Muss ich mir Sorgen um dich machen, Liebling? Du siehst so schlecht aus.“ Brenda verzog das Gesicht und spielte die Beleidigte. „ Also, wenn ich dir nicht mehr gefalle, hättest du vielleicht eine andere heiraten müssen!“ Fritz grinste und stellte verschmitzt fest: „ Okay, dir geht es blendend!“ Und Brenda fühlte sich tatsächlich wie ausgewechselt. Eine Mütze voll Schlaf bewirkte wahrlich Wunder! Dann kam die Erinnerung an die neueste Entwicklung zurück und sie strich sich unwillkürlich über ihren Bauch. Es fühlte sich mit einem mal so gut an! Plötzlich überkam sie etwas, was sie noch nie zuvor an sich erlebt hatte. Eine sanfte Wärme durchflutete sie. Es fühlte sich so...so überwältigend an...  „ Ist wirklich alles in Ordnung?“ Als Brenda den liebevoll-besorgten Blick ihres Ehemanns sah, füllten sich ihre Augen mit Tränen. Halb lachend, halb schluchzend, kuschelte sie sich an ihn. „ Ich liebe dich, Fritzy. Ich liebe dich so sehr!“, flüsterte sie. Fritz war an die plötzlichen Gefühlsausbrüche seiner Frau gewohnt. Deshalb ließ er sie gewähren, sagte nichts, sondern streichelte ihr den Rücken und küsste ihr Haar. Schließlich beruhigte sich Brenda wieder und blickte ihn nachdenklich an. „ Würdest du eigentlich gern Kinder mit mir haben?“, fragte sie unvermittelt. Überrascht zog Fritz die Augenbrauen hoch: „ Wie kommst du denn jetzt darauf?“ Brenda schüttelte den Kopf und verlangte ungeduldig eine ehrliche Antwort von ihm. Er seufzte: „ Kinder. – Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ehrlich gesagt bin ich davon ausgegangen, dass du ohnehin keine Kinder möchtest.“ Verwirrt riss Brenda ihre Augen auf: „ Wie meinst du das?“ „ Naja“, sagte Fritz, „ ich hatte immer den Eindruck, dass dir dein Beruf extrem wichtig ist und dass du für deine Arbeit lebst.“ Fritz‘ Worte machten Brenda nachdenklich. War sie wirklich so sehr auf ihre Arbeit fixiert? Definitiv! Sie war eine von der CIA ausgebildete Polizistin. Sie war ehrgeizig, arbeitete gewissenhaft und gründlich. Legte sich regelmäßig mit der Führungsetage an, weil diese mit ihren Methoden oftmals nicht ganz einverstanden war. Als Deputy Chief leitete sie ihr eigenes Team, das sich mit besonders schwierigen Mordfällen auseinandersetzte.

...Wie sollte es eurer Meinung nach weitergehen? Soll Brenda Fritz schon jetzt erzählen, dass sie ein Kind erwartet, oder sollte sie sich vielleicht erst einmal selbst an den Gedanken gewöhnen? Und was für einen Kriminalfall könnte es geben? Eure Meinung interessiert mich...