Ist das Schicksal wirklich unumgänglich?

von Lydi2109
GeschichteRomanze / P12 Slash
Itsuki Koizumi Kyon
02.02.2010
02.02.2010
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Immer wenn man am wenigsten denkt, dass etwas passieren könnte, trifft es einen frontal ins Gesicht. Eigentlich war alles wie üblich. Asahina-san war damit beschäftigt für uns alle Tee zu kochen und Yuki saß still schweigend in der entgegenliegenden Ecke, vollkommen in ihr Buch vertieft. Ich beobachtete das Treiben der Vögel vor dem Fenster, als ein lautes "Kyyyoooon!!!" mich aus meiner inneren Ruhe riss. Leider wusste ich genau wer da nach mir rief, deswegen brauchte ich mich nicht einmal umzudrehen.
"Was ist denn, Haruhi?"  Noch bevor ich mir es anders hätte überlegen können und mich doch umgedreht hätte zog jemand an dem Stuhl auf dem ich saß und riss mich damit zu Boden. Jeder andere wäre wahrscheinlich wütend aufgesprungen, aber ich wusste über Haruhis Launen Bescheid und war mittlerweile einfach nur noch genervt davon. Ohne mich auch nur einen Zentimeter vom Boden zu erheben fragte ich sie: "Hattest du einen schlechten Tag, oder wieso versucht du mich umzubringen?"
Plötzlich trat ein Lächeln auf ihr Gesicht, und das war mindestens genau so gefährlich wie ihre böse Miene. "Nein Kyon, ganz im Gegenteil! Mir ist gerade eine unglaublich geniale Idee für die SOS Brigade gekommen. Wenn wir meinen Plan genau befolgen, wird uns bald die ganze Stadt kennen!"
Wieso bringt sie mich nicht einfach doch um?; fragte ich mich während ich mich erhob. Nach all den mehr oder weniger sinnlosen Versuchen, die SOS Brigade bekannt zu machen, konnte ich mir nicht vorstellen, was sie noch auf Lager haben sollte. Gut, ich musste zugeben, dass uns die ganze Schule kannte. Aber das kam wohl eher von Asahina-sans Kostümen, inden sie einfach niemand übersehen konnte. Ich sah das Haruhi gerade mit einer ausführlichen Ansprache beginnen wollte, als sich die Tür zum Clubraum gerade zu geräuschlos öffnete. Nur eine Person konnte so elegant einen Raum betreten. "Halle alle zusammen, tut mir Leid das ich zu spät bin. Wir mussten in unserer Klasse noch etwas besprechen!"
Itsuki Koizumi, 1,78 m groß, hellbraune Augen und Hasellnussbraune Haare.
Selbst als Junge musste ich zugeben, dass er eine offensichtlich attraktive Person war und ihm die Frauen hinterlaufen mussten.
Doch das wichtigste an Koizumi war, dass er immer lächelte. Ich hatte erst einmal sein ernsthaftes Gesicht gesehen, doch das war nur ein Schauspiel gewesen. Wie wohl seine echten Gefühlsregungen aussahen?
Dank Haruhi kam ich aus meinen Gedanken wieder in das Jetzt, denn sie lief lachend auf Koizumi zu und sagte ihm, es sei nicht schlimm, dass er zuspät sei, er sei ja Stellvertretender Brigadechef.
Bei dieser bescheuerten Aufstellung musste ich immer wieder schmunzeln. Alle anderen sind während der vergangenen Monate aufgestiegen, nur bei mir verschlimmerten sich die Aufgaben von Tag zu Tag. Ob das mein Schicksal ist, als einziger normaler Mensch in diesem Raum? Eigentlich war es mir egal, aber ab und zu regte es mich schon auf.
Koizumi setzte sich leise neben mich und flüsterte mir ein "Hallo" zu, da er Haruhi nicht unterbrechen wollte, die bereits gegonnen hatte ihre Ansprache zu halten. Ich hörte ihr gar nicht zu. Ich fragte Koizumi welche Art von Besprechung sie in seiner Klasse hatten. "Ach nichts besonderes, es ging nur um ein weiteres Schauspiel das wir aufführen wollen. Jeder will, dass ich die Hauptrolle spiele, aber ich bin mir nicht sicher ob das Haruhi gefallen würde, denn so hätte ich weniger Zeit für die Brigadentätigkeiten!" "Würde es dir denn gefallen, die Hauptrolle zu übernehmen?", fragte ich ihn. Ich wusste, dass er sehr gerne an soetwas teilnahm. Er nickte kaum merkbar.
Wieder einmal hielt uns dieses verrückte Mädchen davon ab, das zu tun was wir wollten. Aus irgendeinem Grund machte es mich richtig wütend und ich schlug mit der Faust auf den Tisch, um den alle anderen und ich saßen. "Hey Kyon, lass unseren Tisch ganz, sonst musst du uns einen neuen beschaffen!" Haruhi sah mich mit böse funkelnden Augen an. "Wenn dir mein Plan, Survivalzelten zu gehen und das mit der Kamera zu dokumentieren nicht gefällt, dann sag was und mach nicht gleich Kleinholz aus unserer Einrichtung!" "Wie bitte?", schrie ich unsere selbsternannte Chefin an. "Du willst mitten in die Wildniss zelten? Weißt du wie gefährlich das werden kann?" Eigentlich hatten mir Asahina-san, Yuki und Koizumi gesagt, ich sollte mich vor Haruhi zurückhalten und ihre Ideen beführworten, sonst würde sich wieder einer ihrer "Wut-Räume" bilden. Aber leider konnte ich nicht immer so ruhig bleiben wie die anderen. Also erhob ich mich und stellte mich direkt vor sie: "Weißt du eigentlich wie sehr du uns in Beschlag nimmst? Wir sind jeden Tag nach der Schule hier und an den Wochenenden klingelst du uns früh um 7 aus den Betten. Yuki musste aus dem Literaturclub austreten und Asahina-san wurde von dir schon mehrmals vor allen Mitschülern bloßgestellt. Koizumi kann nicht einmal seinem größten Hobby nachgehen, weil er Angst hat dich zu verärgern! Du kotzt mich wirklich an! Ich kann diesen Quatsch hier nicht mehr mitmachen!" Ohne darauf zu warten, dass Haruhi mir etwas entgegnen konnte, stürmte ich aus unserem Clubraum raus und lief die Treppe runter. Ich wollte einfach nur an die frische Luft und weg von diesem Mädchen.
Ich lief immer schneller und blieb erst stehen, als ich nicht mehr konnte. Erschöpft setzte ich mich auf eine Bank, die unter einem blühenden Kirschbaum stand. Nach einer Weile fing ich an zu bereuen, was ich gesagt hatte. "Nun wird Haruhi ganz sicher riesen Ärger machen und alles an den anderen dreien auslassen. Wie konnte ich nur so egoistisch sein?"
"Ja, das stimmt. Es war nicht besonders schlau. Aber du bist eben auch nur ein Mensch!" Erschrocken blickte ich auf, ich hatte nicht gemerkt, dass er mir gefolgt war. Koizumi stand links neben mir, an einen Baumstamm gelehnt und lächelte mich aufmunternd an. "Was machst du hier? Du musst doch auf unseren "Gott" Haruhi aufpassen.", flaumte ich ihn ungewollt feindseelig an. Er setzte sich ohne einen Windhauch zu verursachen neben mich und starrte wie ich auf den Boden unter unseren Füßen, der mit Kirschblütenblättern übersäht war. "Im Moment mache ich mir mehr Sorgen um dich!"
Das überraschte mich. Koizumi machte sich um mich Sorgen? Ich hatte immer gedacht, dass er nur an Haruhi dachte und wie man sie zufrieden stellen konnte. "Ich weiß nicht wie ihr das schafft, immer so ruhig zu bleiben. Sie ist einfach unfair und egoistisch. Ich kann mit sowas nicht umgehen!"
Dieses Geständniss meinerseits überraschte Koizumi kein Sück, da wir das Gespräch schon öfter gehabt hatten. "Leider kommst du aus der Sache nicht mehr raus!"; hatte er bis jetzt immer gesagt. Doch diesmal sagte er etwas völlig anderes: "Wenn ich die Wahl hätte, davor zu flüchten, würde ich es tun. Ich würde mit dir weit wegziehen und hoffen, ihr nie zu begegnen.." Ich schaute ihn geschockt an und als er dies merkte wurde er rot und sagte schnell:" Und natürlich auch mit Asahina-san und Yuki!"
Wie hatte er das wohl gemeint? "Aber uns gibt es nun einmal nur wegen Haruhi, also gab es nie einen anderen Weg als diesen für uns. Nur für dich tut es mir Leid, Kyon..", er sah mich an und ich wisch seinem Blick nicht aus. "Du hättest eine vernünftige Frau heiraten können und eure Kinder in japanischer Tradition erziehen können. Ihr hättet bestimmt einen Koi-Teich gehabt und du wärst Vorsitzender einer großen Bank geworden. Es schmerzt mich mit ansehen zu müssen, wie dir all das weggenommen wird!" Und da war er. Der ernsthaft verletzte Blick. Koizumi konnte also nicht nur lächeln. Und er sah wunderschön aus. Seine Augen glitzerten, als ständen ihm Tränen in den Augen. Und seine Lippen weiteten sich zu einer vollkommenen Form. Haarsträhnen fielen ihm genau an den richtigen Stellen ins Gesicht und die Blütenblätter, die vereinzelt auf ihn herabregneten, perfektionierten das Bild, das sich mir bot. Automatisch legte ich eine Hand auf seine Schulter. "Weißt du, hätte Haruhi mich nicht ausgewählt, wäre ich Yuki, Asahina und dir nie begegnet. Also bin ich doch ganz froh darüber!" Diesmal lächelte ich Ihn aufmunternd an und ich wusste nicht wirklich wieso.

Als ich am selben Abend in meinem Bett lag und an die Decke sah dachte ich nochmals genau über seine Worte nach. Koizumi hatte gesagt, er wünsche mir eine Frau und Kinder. Würde er soetwas sagen, wenn er doch in mich...
"Waaaahhh", ich schlug mir selber leicht ins Gesicht um mich zur Vernunft zu bringen. "Wie kann ich nur glauben, dass Koizumi mich mag? Ich muss verrückt geworden sein!" Es klopfte leise an meiner Tür. "Kyon-kun, mit wem redest du?", fragte mich meine kleine Schwester von der anderen Seite der Tür aus. "Mit niemanden, ich habe nur nachgedacht. Geh jetzt ins Bett!"
Ich drehte mich auf meine linke Seite und sah nun auf meine Wand. Das Bild von Koizumi, der traurig neben mir saß, bildete sich vor meinen Augen an der weißen Wand ab. "Er sah wirklich am Boden zerstört aus...als täten ihm die Worte weh, die er gesagt hatte." Ich musste wohl irgendwann zwischen meinen Gedankenströmen eingeschlafen sein, denn was dann passierte konnte nur ein Traum gewesen sein.

Ich fand mich auf der Bank wieder, auf der Koizumi und ich am Nachmittag gesessen hatten. Nur diesmal lag ich darauf und Itsuki war über mich gelehnt, mit einem Lächeln im Gesicht. "Tut mir Leid Kyon, aber diese Nacht wirst du dich wohl nicht erholen können!" Ich schaute ihn an und er schien zu merken, dass ich nicht begriff wo wir uns befanden. "Wir sind in einem von Haruhis Räumen eingesperrt...Ich weiß noch nicht genau wie groß er ist und wie lange wir schon hier sind, aber wenn es dir nichts ausmacht werde ich mich jetzt, wo du aufgewacht bist, auf den Weg machen und das alles etwas erkunden."
Ich war noch viel zu perplex um seine verschachtelten Sätze ganz zu verstehen, aber ich hatte letzteres verstanden. "Nein, geh nicht! Wir können uns doch hier nicht trennen, ich habe keine Ahnung was ich machen soll, wenn so ein Monster auftaucht!" Koizumi war sichtlich überrascht über meine Forderung, ich selbst war es auch etwas. Aber ich wollte nicht von ihm weichen, vor allem nicht in dem Gedanken, dass er in Gefahr geraten könnte.
"Na gut", sagte er grinsend und half mir auf die Beine, "dann lass uns mal gehen. Man wird normalerweise mitten im Zentrum eines solchen Raumes ausgesetzt, also wird es egal sein in welche Richtung wir gehen." Schweigend folgte ich ihm und beobachtete dabei, wie gewissenhaft und selbstsicher er um sich schaute, immer auf der Hut vor merkwürdigen Vorkomnissen. Nach einer Weile wurde mir langweilig und ich fing an mich mit ihm zu unterhalten. "Sag mal Koizumi, bevor du erfahren hast, welche Fähigkeiten du hast, wolltest du da auch eine Frau und Kinder und einen Koi-Teich?" Er lachte. "Nein, damals war ich noch zu jung um mir soetwas zu wünschen. Ich hatte noch nie wirklich gefallen an Frauen gefunden, an Fischen auch nicht. Kinder mag ich sehr gerne, deswegen werde ich auch Medizin studieren nach unserem Schulabschluss. Kindermedizin ist wirklich ziemlich interessant." Ich merkte, dass er vom Thema ablenken wollte, lies ihn aber trotzdem weiter über die verschiedenen medizinischen Universitäten rund um Tokio erzählen. Da fiel mir etwas auf. Wenn unsere Schulzeit vorbei sein wird, werden wir wohl alle wegziehen und uns vermutlich nie wieder sehen. Damals, als mich die Asahina-san aus der Zukunft besucht hatte, da erwähnte sie, wie lange sie mich nicht gesehen hätte. Wird es bei Koizumi genau so sein?
Ich hatte überhaupt nicht mehr auf meine Beine geachtet, als ich merkte wie ich ins stolpern geriet und dem Boden gefährlich nahe kam. Doch eine Hand zog mich an meinem Shirt hoch und stellte mich wieder auf die Beine. "Danke", sagte ich atemlos. "Du hast echt gute Reaktionen!"
"Du solltest dich hier lieber nicht verletzten, hier kann ich keine Wunden versorgen!"; sagte Koizumi ernst.Ich nickte nur und fragte ihn, wann wir endlich das Ende finden würden. Er blieb stehen und sah mich mit geweiteten Augen an: "Oh nein..wir werden kein Ende finden...weil es keins gibt!"


Wir lagen beide nebeneinander auf dem steinernen Boden und seufzten abwechselnd laut auf. "Was soll das denn nur? Wieso sperrt uns Haruhi alleine in diese unendliche, schwarze Höhle?" "Wenn ich das wüsste, wären unsere Probleme so gut wie gelöst!" Woher wusste ich, dass Koizumi genau das sagen würde? Genervt stand ich auf und schaute nach unten in ein sehr verzweifeltes Gesicht. "Ist es so schlimm für dich hier allein mit mir zu sein? Also wenn ich dich absolut nerve kann ich gerne gehen.." Mir war klar das meine Feindseeligkeiten uns nicht weiterbringen würden, trotzdem konnte ich sie mir nicht verkneifen. Koizumi stand mit einem Ruck vor mir und schaute mich eindringlich an. "Wie bitte? Was ist denn mit dir los? Ich versuche doch nur für dich einen Ausweg hierraus zu finden. Glaubst du wirklich, mir würde es etwas ausmachen hier bleiben zu können und nie wieder diese Haruhi wiedersehen zu müssen?" Ich sah wohl einen Hauch von Zorn in Koizumis Augen, deswegen war ich so außer Gefecht gesetzt. Trotzdem drehte ich ihm den Rücken zu: "Pff...tu nicht so als würdest du das alles nur für mich tun. Mir ist unsere Welt doch sowieso ziemlich egal. Ich hab keinerlei Zukunftswünsche, wenn mir sogar vorgeschrieben wird, in wen ich mich verlieben soll..." Oh nein, hatte ich das gerade wirklich laut gesagt? Natürlich hatte ich nicht das Glück, dass Koizumi es überhörte. "Ist das dein Problem? Ist es für dich unmöglich, Liebe für Haruhi zu empfinden?", fragte er leise. Ich nickte nur. Dann wurde mir die Situation zu intim und ich fing an loszulaufen. Wieder einmal fiel mir nichts besseres ein, als wegzurennen, wenn mir etwas nicht passte. Wie lahm von mir...
Ich kam nicht weit, denn Koizumis Hand packte mich am Arm und zwang mich stehen zu bleiben. "Hör auf vor allem wegzurennen, Kyon! Wir müssen uns alle mit unserem Schicksal abfinden! Sei froh, dass du dich verlieben darfst! Ich dürfte nicht mal demjeningen sagen, dass ich ihn liebe, selbst wenn ich es wollte. Versuch dich nicht noch mehr gegen dein Schicksal zu stellen!" Ich schnellte herum und schlang meine Arme um ihn. Ich lehnte mein Gesicht an seine Brust und verschloss meine Hände hinter seinem Rücken. Ich merkte wie er schnell begriff und die Umarmung erwiderte. "Es ist so schrecklich, diesen Menschen, den man so sehr liebt, jeden Tag zu sehen und ihm nicht nah sein zu dürfen. Natürlich wäre es wesentlich einfacher für mich, Haruhi zu lieben, aber ich kann es nicht. Ich liebe schon jemanden, bedingunslos. Ich kann das nicht auschalten. Sag mir doch bitte, was ich machen soll!"
Lange Zeit antworte Koizumi nicht, die Umarmung lösten wir beide jedoch auch nicht. Schließlich flüsterte er: "Scheint, als wären wir uns gar nicht so unähnlich Kyon...Wir versuchen beide vor der Zukunft wegzurennen." Ich lehnte mich zurück um ihm ins Gesicht sehen zu können, wieder war kein Lächeln zu sehen. "Ich würde alles tun, um diesen Moment anzuhalten." Ich dachte genau das Gleiche und fragte mich, ob wir wirklich das Selbe wollten. Ich fragte zögernd:" Wie lange kann man sich denn in so einem Raum aufhalten, bis es gefährlich wird?" "Das weiß ich nicht genau", antworte Koizumi, in den Himmel blickend, der tief schwarz war. "Lange kommt der Mensch nicht gut ohne Sonnenlicht aus, wir brauchen Essen, das finden wir hier auch nicht ewig. Außerdem...werden ganz sicher noch deine sogenannten "Monster" auftauchen. Spätestens dann sollte uns eine Lösung einfallen." Ungläubig schüttelte ich den Kopf. "Was ist?", fragte Koizumi.  "Es ist nur, dass ich schon so lange darauf gewartet habe, einen Ort zu finden andem ich sicher vor den SOS Brigadentätigkeiten bin. Nun habe ich so einen Ort gefunden..aber ich kann ihn doch nicht genießen.." Koizumi sah gekränkt aus, als er sagte: "Achso, etwa weil du nicht alleine bist? Wahrscheinlich bin ich wohl eher der, der dich alleine lassen sollte, so ist es doch Kyon!?" Schnell schüttelte ich den Kopf: "Nein,nein. Es ist wunderbar das du hier bist. Wirklich. Ich meinte nur, dass ich es nicht genießen kann, weil mich selbst hier noch die Zweifel plagen, die Haruhi bei mir hinterlassen hat. Ich dachte ich könnte ganz abschalten, aber es klappt nicht."
"Achso..du willst abschalten.."
Ich sah auf und blickte in ein Gesicht von Koizumi, das ich noch nie gesehen hatte. Es war nicht traurig, es war nicht glücklich...es war einfach nur unumgänglich verführrerisch.
"Koizumi, ich..." "Psst..", er presste seine Finger leicht auf meine zitternden Lippen. "Ich glaube mir ist gerade klar geworden, dass wir uns nach dem selben sehnen." Mit einer Hand nahm er mich in den Arm und mit der anderen Hand strich er mir über die Haare. Seine Augen schienen mich zu verschlingen, so hilflos fühlte ich mich in seiner Berührung. Sollte er wirklich das gleiche für mich empfinden, wie ich es für ihn tat? Und wenn ja, war das richtig? Es konnte eigentlich nicht gut ausgehen.. Als ich seine Nasenspitze an meiner spührte fing mein Herz an Sprünge zu machen. Seine Lippen waren nun nicht mehr als wenige Zentimeter von meinen entfernt und er blickte mir weiterhin erotisch in die Augen. Wie kann ein Mann nur so verführerisch sein? Immer langsamer näherten sich unsere Gesichter und als sich unsere Lippen entgültig berührten, fühlte sich dies an, als würden alle Glückshormone der Welt gleichzeitig ausgeschüttet werden. Ich erwiderte den Kuss sofort, ohne darüber nachzudenken und schlug meine Arme um seinen Nacken. Im Kuss miteinander verschmolzen sanken wir zum Boden und Koizumi legte mich sanft auf den Rücken während er nicht einen Zentimeter von meinem Mund wich. Wir wussten wohl beide, dass danach nichts wie früher sein würde und das es alles nur noch schwieriger machen würde. Aber was hätten wir tun sollen? Es war meine Droge, unsere Droge, das wusste ich jetzt. Und ich war absolut abhängig. Ich fuhr mit der Hand unter Koizumis Shirt und strich über seine Brust, die sich warm und weich anfühlte. Er folgte meinem Beispiel und vergrub seine Hände noch stärker in meinen Haaren. Ich war so erregt, dass ich meine Umwelt kein bisschen mehr wahrnahm. Es hätte sich der schwarze Raum auflösen können, ohne das wir es mitbekommen hätten. Aber das wollte ich in diesem Moment sowieso nicht.
Wir liebkosten und küssten uns für eine gefühlte Ewigkeit ohne nachzulassen, bis Koizumi doch plötzlich inne hielt und aufschaute. Als ich sein erschrockenes Gesicht sah interpretierte ich es erst falsch und stand schnell auf. "Ähm..es tut mir Leid..ich ..gehe lieber.." Mit hoch rotem Gesicht richtete ich meine Klamotten wieder und ging los. Wiedereinmal hinderte mich Koizumi daran: "Langsam wirds langweilig mit deinen Abgängen, Kyon! Ich habe nicht wegen dir angehalten. Schau doch mal um dich!"
Mir war es nicht auf den ersten Blick aufgefallen, aber jetzt wo er es sagte, sah ich eine deutliche Veränderung. Ich sah wieder Sterne und die Blüten der Kirschbäume leuchteten schwach im Schein der Laternen. "Sind wir wieder...da?!", fragte ich. Koizumi nickte und richtete seinen Kragen wieder auf, mich dabei frech angrinsend: "Scheint, als hätte Haruhi es sich anders überlegt."

Aus welchem Grund auch immer bestand Koizumi darauf, mich nach Hause zu bringen. Als wir vor meinem Tor stehen blieben, wussten wir wohl beide nicht recht was wir sagen sollten. "Ist ja alles nochmal gut gegangen", stammelte ich unsicher hervor. "Ja", seufzte Koizumi. Ich nahm vorsichtig seine Hand: "Hör zu, was da passiert ist..ähm..es war wirklich wunderschön. "
"Ja, das fand ich auch", erwiderte er mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
Ich ging einen großen Schritt auf ihn zu und küsste ihn seinen Hals entlang, über die Wange zum Mund. Dort hielt ich inne und genoss den wohl letzten Kuss, den wir uns erlauben durften. Koizumi schien es ebenfalls zu genießen und es fiel ihm sichtlich schwer, mich gehen zu lassen. Nachdem ich die Haustür hinter mir zugeschlossen hatte, lehnte ich mich erschöpft dagegen uns sank zu Boden. "Oh man, was soll ich nur machen? Ich weiß nicht ob ich mich zurückhalten kann, wenn ich ihn das nächste mal sehe!" Das Verlangen in mir stieg wieder einmal ins Unermessliche, also öffnete ich schnell die Tür um zu sehen, ob Koizumi noch davor stand. Doch es war nichts von ihm zu sehen. "Es ist wohl letzen Endes doch besser so.." sah ich enttäuscht ein während ich die Treppen hoch zu meinem Zimmer ging und mich entkräftet in mein Bett fallen lies.Wenn ich morgen früh aufwache, wird mir sicher klar werden, dass das alles nur ein Traum war. Wenn auch ein wirklich schöner...
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