A Walk to Remember

von CleaEliza
GeschichteDrama / P18
15.01.2010
11.02.2013
31
343766
7
Dieses Kapitel
66 Reviews
 
 
 
Story: A Walk to Remember
Genre: Drama mit Happy End
Rating: P18
Warnung: Charakter-Tod // Lemons // OCC
Trailer: http://www.myvideo.de/watch/8269974/A_Walk_to_Remember_Fanfiction_Trailer
Banner: http://3.bp.blogspot.com/-P9-Q-jBMttw/TjFNKV44-lI/AAAAAAAAAsQ/bRkFk8LMlbM/s1600/awtrbanner.jpg
Kurzbeschreibung: Nach dem Tod ihrer Tochter ist nichts mehr so, wie es sein sollte in Isabella Swan´s Leben. Edward Cullen hat ihr alles genommen, ihre Zukunft zerstört und sie allein zurückgelassen. Sie hasst ihn aus tiefsten Herzen dafür, doch als sie sich Jahre später wieder sehen und gezwungen werden, Seite an Seite zu arbeiten, beginnt das Drama von Neuem. Beide können einfach nicht voneinander lassen und verfangen sich in einem teuflischen Kreislauf aus Vernunft und Wahnsinn, Liebe und Hass – unfähig die Vergangenheit zu vergeben und zu vergessen.
Kommentar: All human // okay, heikles Thema, ich weiß. Aber versucht es trotzdem. Vielen lieben Dank an meine allerliebste Beta LivCullen - love you ;-)
Disclaimer: Twilight und dessen Charaktere gehören Stephenie Meyer. Die Idee zu dieser Geschichte stammt allerdings nur von mir.
Awards: http://fromashesff.blogspot.com/p/awards.html
Playlist: http://www.youtube.com/playlist?list=PL5FA8025F9EBD6DBD&feature=mh_lolz

Und nun viel Spaß.

***




A Walk to Remember


Prolog:

Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt und nie gehasst.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

***


Isabella

http://www.youtube.com/watch?v=6nd96uIH3Og (The Fray – Over My Head)

Die Sonne über dem Atlantik war gerade im Begriff unterzugehen, als sich das Flugzeug weiter nach Süden neigte und ich durch das kleine Fenster auf das tiefe Dunkelblau des Ozeans blicken konnte. Undeutlich nahm ich wahr, wie die Lämpchen über meinem Kopf mit einem leisen “Pling“ aufleuchteten und die Passagiere durch die Lautsprecher gebeten wurden, sich  hinzusetzen und anzuschnallen. Ich hörte das Klicken der Sicherheitsgurte in den Reihen vor und hinter mir. Sah wie die Stewardessen Getränke und Tabletts abräumten und in eiliger Betriebsamkeit in der Bordküche verschwanden. Verschlafen neigte ich den Kopf, erwiderte das freundliche Lächeln meines Sitznachbarn nicht, der seit Stunden immer und immer wieder zu mir rüber schielte, um endlich eine Gelegenheit zu finden, mich anzusprechen.

Ich gab ihm keine.

Das Meer unter uns färbte sich grau, dann blau und schließlich schwarz, bis die Sonnenstrahlen es am Horizont berührten und in ein glühendes Feuer verwandelten. Das Flugzeug sank weiter, tauchte ein, in ein Band aus weißen Wattewolken und war für einen Moment ganz davon verschlungen. Bis es darunter wieder auftauchte und das Licht der untergehenden Sonne mir plötzlich die Sicht nahm.

Ein weiser Mensch hatte einmal gesagt: “Zuhause ist dort, wo das Herz ist“

Nun - je länger ich in den letzten sieben Stunden über dieses namenlose Zitat nachdachte, desto lächerlicher fand ich es. Mit jeder Meile, mit jeder Stunde, der ich New York näher kam und Paris endgültig hinter mir ließ, wuchs meine Sehnsucht und desto weniger konnte ich an diese sieben Worte glauben.

Mein Herz gab mir Recht.

Mein Verstand jedoch rannte dagegen an und erinnerte mich daran, dass ich im Begriff war nach Hause zu kommen. Zurück in eine Stadt, die mir alles gegeben und alles genommen hatte. Ich zog scharf die Luft ein und spürte den fragenden Blick meines Nachbarn im Rücken, als ich aus dem Fenster sah und die Umrisse jener Stadt näher kommen sah, die einst Heimat für mich gewesen war - ein Zuhause, ein Zufluchtsort, ein Leben.

Doch jetzt war New York nicht mehr als ein Friedhof aus dunklem Stahl, Licht und Glas für mich. Ein Gefängnis, ein Grab, dem ich fünf Jahre lang entkommen war und das mich nun doch zu verschlingen drohte.

New York, meine Stadt, mein Zuhause würde mich endlich ergreifen, packen und hinab ziehen, in seinen dunklen Schlund. Zurück in die Dunkelheit eines kalten, toten Grabes.

«»


Das Ankunftsterminal des JFK International Airports war noch genauso übervoll und laut, wie das letzte Mal, als ich am Rollband der Gepäckausgabe stand und darauf wartete, dass meine Koffer endlich aus dem Bauch des Flughafens ausgespuckt wurden. Die Leute um mich herum nahmen wenig Rücksicht aufeinander, drängten sich rücksichtslos an das Band, obwohl es noch nicht mal angefangen hatte sich zu bewegen und schoben sich gegenseitig davon weg.

Ungerührt saß ich auf dem unbequemen Gitter des Gepäckwagens, starrte auf das schwarze Gummi des Rollbandes und versuchte verzweifelt, der Panik in mir Herr zu werden. Ich wusste, jetzt gab es kein Entkommen mehr, obwohl das Abflugterminal der Interkontinentalflüge nicht weit war und ein Ticket zurück nach Europa reine Formsache wäre.

Endlich begann sich das Band zu bewegen. Die Hektik um mich herum wurde schlimmer und noch mehr Leute drängten an die Gepäckausgabe. Ich sah den Mann, der neben mir in der ersten Klasse der Air France Maschine gesessen hatte und erkannte ihn trotzdem kaum wieder. Ich kannte niemanden außer mir, der so ein stark ausgeprägtes Talent besaß, Namen und Menschen zu vergessen, mit denen er Stunden, wenn nicht sogar Tage, zusammen verbracht hatte.

Sie berührten mich einfach nicht.

Mit einem Gepäckwagen voller Koffer war es noch schwieriger durch den Flughafen zu kommen und die Absätze meiner Stiefel rutschten über den blanken Fliesenboden, als sich die Schiebetüren hinter der Sperrzone des Zolls für mich öffneten. Zunächst blinzelte ich irritiert, doch dann schob ich meinen Wagen weiter an den Massen von Menschen vorbei, die alle an der halbhohen Glaswand standen und die Ankunft der anderen Passagiere abwarteten, die mit mir geflogen waren. Ich sah nach und nach in ihre Gesichter, suchte und fand keines, das mir bekannt vorkam und schob meinen Wagen bis ganz ans Ende der Abtrennung und an ihr vorbei.

Erst dann erkannte ich meinen Halbbruder, der vor einer Säule stand und auf mich wartete.

Ein Lächeln breitete sich auf seinem schönen Gesicht aus, als er mich endlich sah und mit weit ausgebreiteten Armen auf mich zukam.
„Bella!“
Ohne seinen freudigen Ausruf zu erwidern, ließ ich mich in seine Arme ziehen, legte ihm beide Hände auf den Rücken und wartete, bis er mich endlich wieder freigab und losließ. Dass ich seine Umarmung nicht erwidert hatte, bemerkte er nicht.
„Endlich bist du wieder da! Wir haben so lange auf dich gewartet!“
„Wir?“, murmelte ich leise und zog fragend eine Augenbraue hoch.
Jasper fuhr sich verlegen durch sein blondes Haar. Sah sich um, als würde noch jemand neben ihm stehen und lächelte mich entschuldigend an.
„Entschuldige, dass ich allein gekommen bin. Vater musste heute Morgen unerwartet nach Detroit fliegen und Rose und Emmett kommen erst heute aus dem Urlaub zurück.“
„Das macht nichts, Jazz“, sagte ich eine Spur sanfter, obwohl der scharfe Ton in meiner Stimme nicht ganz verschwinden wollte.
Jasper nahm es hin, lächelte noch immer entschuldigend und griff nach meinem Gepäckwagen.
„Er hat es wirklich versucht, Bella…“
´
Wann immer er unseren Vater mit einer Lüge zu entschuldigen versuchte, scheiterte Jasper kläglich daran. Wir wussten beide nur zu gut, dass unser Vater es mit Sicherheit nicht für nötig befunden hatte, seinen Termin zu verschieben. Doch es war wohl das Beste für alle, es sich zumindest einzubilden.

Schweigend schob er mein schweres Gepäck nach draußen, wies mit der Hand an einer langen Reihe Yellow Cabs vorbei zu einer schwarzen Limousine, die wartend unter einer Laterne stand.
„Willkommen Zuhause, Miss Swan“, grüßte mich David, der Chauffeur meines Bruders und nahm diesem mein Gepäck ab.
Ich nickte ihm stumm zu, ließ mich in das weiche Leder im Inneren des Wagens fallen und rückte sofort so weit von Jasper weg, wie es der eingeschränkte Platz zuließ. Er seufzte frustriert, nahm meine rechte Hand in seine Finger und wartete, bis ich ihn endlich ansah.

Schweigend saßen wir da, als der Wagen sich in den dichten Verkehr einfädelte, der rund um den Flughafen herrschte. Die Lichter der Stadt, der Häuser, der anderen Autos drang nur unscharf durch die verdunkelten Scheiben der Limousine und ich war dankbar dafür, dass mir das Auto wenigstens noch eine Weile das Gefühl von trügerischer Sicherheit geben würde, bis ich mich der Realität stellen musste.

„Du siehst gut aus“, flüsterte Jasper, obwohl David uns hinter der Trennwand nicht hören konnte.
Ich wandte den Kopf wieder zur anderen Seite, fuhr mit den Fingern am dunklen Glas meines Seitenfensters lang und lehnte die Stirn gegen das kalte Glas.
„So fühle ich mich aber nicht.“, antworte ich ihm und Jasper beging ungewollt den nächsten Fehler.
„Wie fühlst du dich denn?“
Er wusste, was kommen würde und sein Gesicht zeigte sofort seinen ganzen Schmerz, als ich ruckartig zu ihm herumfuhr und ihm meine rechte Hand entriss.
„Wie ich mich fühle?“, zischte ich.
Er beugte sich vor, griff wieder nach meinen Fingern und schloss gequält die Augen.
„Bitte nicht...“, bat er leise und verzweifelt, doch ich unterbrach ihn.
„Es war nicht meine Idee zurück zu kommen!“, rief ich und spürte selbst, wie Wut und Verzweiflung in mir aufstiegen. „Also verlange nicht von mir, dass ich mich auch noch darüber freue!“
„Bella, das…“
„Erwartet keiner von mir? Oh doch! Genau das tut er! Das weißt du genauso gut, wie ich!“
„Bella, niemand erwartet etwas von dir, auch nicht Vater.“, versuchte Jasper es erneut.

Verzweifelt kämpfte ich darum, meine Wut aufrecht zu erhalten, doch das war ein aussichtsloses Unterfangen. Jedes Mal, wenn ich es versuchte, scheiterte ich kläglich. Ein Gefühl der Frustration und Leere machte sich in mir breit, verdrängte die Wut und hinterließ nichts als Leere. Keuchend atmete ich ein, schluckte meine Worte herunter und legte mir die linke Hand auf mein Herz, um dessen Schläge zu zählen, die in meiner Brust widerhallten. Obwohl ich mich jedes Mals aufs Neue fragte, warum mein Herz überhaupt noch schlug, wenn doch alles um mich herum in Trümmern lag und ich am liebsten tot gewesen wäre.

„Entschuldige“, hauchte ich so leise, das nur die Bewegung meiner Lippen erahnen ließ, was ich gesagt hatte.

Jasper neben mir bewegte sich, rückte zu mir rüber, auf meine Seite des breiten Sitzes und schlang mir einen Arm um die Schulter. Ich ließ es geschehen, obwohl ich mich sofort in seinen Armen versteifte und am liebsten aufgesprungen und davongelaufen wäre. Heiß brannten meine Augen, obwohl sich keine Tränen in ihnen bildeten. Ich wandte den Kopf wieder zum Fenster, ignorierte Jasper´s fragenden Blick und lauschte einzig und allein den leisen Geräuschen des fahrenden Wagens. Manhattan breitete sich um uns herum aus, zog uns näher in die Tiefen der Stadt und das Gefühl des Verlustes und der Einsamkeit wurde immer stärker, obwohl die Stadt um uns herum nur so vor Leben überzuschäumen schien.

Erst, als der Wagen endgültig zum Stehen kam und ich David sah, der ihn umrundete, traute ich mich wieder, Jasper anzusehen und seinen Blick zu erwidern.
„Ist er aus Los Angeles zurück?“, stellte ich ihm die eine Frage, die ich mir geschworen hatte, nicht zu fragen.
Doch Jasper verstand. Kniff selbst qualvoll die Augen zusammen und erweckte den Eindruck, fliehen zu wollen. Er ließ meine Schulter los, drückte meine Hand in stummer Solidarität und zog mich aus der Limousine, dessen Tür David für uns aufhielt.
„Ja“, sagte er endlich so emotionslos wie möglich, als er mich ins Innere des Gebäudes führte, vor dem wir gehalten hatten. „deswegen wollte Vater, dass du zurück kommst.“
„Ich habe es befürchtet.“

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15.01.2010