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Süßer als Honig

von MariLuna
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
14.01.2010
02.02.2010
20
45.121
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14.01.2010 1.791
 
zugegeben, ist kurz, aber wimmelt dafür von Hinweisen *g*
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5. Morgens

Nur sehr, sehr widerwillig löste sich der junge Mann aus den Armen des anderen.
Tex brummte, noch im Halbschlaf und versuchte, ihn festzuhalten. Brave Starr seufzte und warf einen wehmütigen Blick aus dem Fenster, durch das schon der erste Sonnenstrahl hineinlugte. Jetzt, im ersten zartgoldenen Tageslicht, konnte er erkennen, daß sich das Zimmer seines eigentlich-gar-nicht-mehr-Erzfeindes durch ein ziemliches Chaos auszeichnete. Überall standen und lagen Gegenstände herum, die eigentlich ins Regal sortiert gehörten. Nur leider schien es auch dort keinen Platz mehr zu geben.
Der junge Marshall lächelte unwillkürlich. Es war ein schönes Zimmer, er fühlte sich hier richtig wohl.

Und er wäre wirklich gerne noch länger geblieben, hätte gerne noch mehr Zeit damit verbracht, sich an diesen lavendelfarbenen Schurken zu kuscheln und dessem Herzschlag zu lauschen, doch leider rief ihn seine Arbeit in Fort Kerium.
Und wenn er dort noch einigermaßen pünktlich auflaufen wollte, mußte er langsam los. Es wartete ein langer Spaziergang auf ihn. Denn ob er nach DIESER Nacht jetzt schon wieder genug Energie für seine Pumageschwindigkeit aufbrachte, wußte er wirklich nicht. Von seinem leicht ziependen Hinterteil mal ganz zu schweigen.

„Oh, Brrrraaaave Staaarrr.“

Bei DIESER Betonung fühlte der junge Mann, wie es ihm wieder mal heiß das Rückgrat hinunterlief, dieses Kribbeln wieder erwachte und – das Blut sofort in seine Lenden schoß.

„Ich muß gehen, du verrückter Kerl.“

„Nur noch ´n bißchen“, nuschelte dieser undeutlich, vergrub seine Nase in Brave Starrs schwarzem Haar und leckte sanft über dessen rechte Ohrmuschel.

Dieser wurde beinahe schwach, nur mit sehr viel Willenskraft gelang es ihm schließlich, sich zumindest aufzusetzen.

„Hey“, protestierte Tex leise, umschlang von hinten seine Taille und schmiegte sich eng an diesen breiten Rücken.

Brave Starr zischte leise, als sich warme, schlanke Finger sehr, sehr zielsicher um seine inzwischen steinharte Erregung legten.

„Noch ein letztes Mal?“ bettelte Tex, schob dieses wunderschöne, glänzende, rabenschwarze Haar zur Seite und übersäte den freigelegten Nacken mit zärtlichen Bissen.

„Tex“, stöhnte Brave Starr und versuchte vergeblich, sich von dessen geschickten Händen zu befreien, „wirklich, ich muß los. Ich sollte wenigstens pünktlich …“

„Ich teleportiere dich“, unterbrach ihn Tex heiser. „Dann bleibt dir sogar noch genug Zeit für eine Dusche.“ Seine Stimme senkte sich zu einem verführerischen Raunen. „Wir haben hier eine sehr, sehr schöne Dusche. Mit einem unglaublichen Massagestrahl. Und das nächste Mal zeig ich dir unseren Whirlpool.“

Das nächste Mal … Brave Starr erschauerte bei dieser Vorstellung wohlig.
Oh ja, er wollte ein nächstes Mal.
Unbedingt!
Eine Nacht voller hemmungslosen Sex, aber auch mit Zärtlichkeiten und einer Ruhephase in den Armen des anderen.

Oh, ihr Götter – WAS dachte er hier nur?

Wie konnte er nur – er war der MARSHALL, verdammt nochmal!
Er sollte Tex Hex verhaften und nicht mit ihm herumvögeln.
Er sollte sich wirklich schämen.
Nur, daß er sich überhaupt nicht schämte. Nicht ein klitzekleines bißchen!

„Du bist wirklich verrückt“, seufzte er, während er sich Tex’ geschickten Fingern schon entgegendrängte.

„Ja“, murmelte dieser nachdenklich, „nach dir. Einzig und allein nach dir. Ich kann nicht genug von dir bekommen.“

Brave Starr erschauerte abermals, und das lag nicht nur an Tex’ Berührungen oder am Klang seiner Stimme. Diesmal war es der Inhalt seiner Worte, die ihm Herzklopfen verursachten.

Wie er sich umdrehte und Tex langsam zurück in die Kissen schob, nahm er gar nicht mehr richtig wahr.
Sein letzter wirklich klarer Gedanke für die nächsten zehn Minuten war, wie wunderschön Tex’ Augen doch aufglühten, ganz genau in jenem Augenblick, kurz bevor er sie schloß, um nicht nur Brave Starrs Zunge willkommen zu heißen.

***


Noch ein letztes Mal rubbelte sich Brave Starr mit dem flauschigen Handtuch durch die Haare, brachte sie mit den Fingern einigermaßen in Form, zwang sie wieder in ihren Zopf und musterte dann sein Spiegelbild etwas genauer.
Er zupfte sich den Kragen seines Hemdes zurecht, sah jedoch ein, daß er nicht darum herumkam und schloß auch den letzten Knopf. Das war jetzt zwar ungewohnt eng, aber so wurde auch der letzte verräterische Kratzer verdeckt.

In Gedanken legte er sich schon eine plausible Ausrede zurecht. Ob ein Angriff durch ein streunendes Kojotenrudel vielleicht glaubwürdig klang?
Er hätte ja auch sagen können, daß er von einer Horde Dingos angegriffen worden war, aber DAS hätte dann zur Folge, daß er Unschuldige eines Angriffs auf einen Gesetzeshüter beschuldigte und sie für etwas eingebuchtet werden konnten, was sie – ausnahmsweise – wirklich nicht getan hatten.
Dann eben die Kojoten.

„Warum hast du eigentlich keinen Fön?“ rief er über die Schulter und das Wasserrauschen der Dusche hinweg.

Das Wasser wurde abgestellt, die Tür der Duschkabine einen Spalt breit geöffnet und eine lavendelfarbene Hand schob sich heraus. Zuvorkommend nahm Brave Starr das Badehandtuch vom Haken und drückte es in diese Finger, die noch vor gar nicht langer Zeit seinen Rücken eingeseift hatten.

Es war wirklich ein Wunder, daß sie unter der Dusche nicht wieder übereinander hergefallen waren. Aber Tex wirkte nach ihrem letzten Intermezzo irgendwie müde. Und um ehrlich zu sein, hatte Brave Starr diese ruhigen, sanften Minuten unter der Dusche, wo sie „nur“ Zärtlichkeiten ausgetauscht hatten, sehr genossen. Vor allem, als Tex ihn einfach nur umarmt hatte.

„In Vipras Bad ist ein Fön“, meinte Tex, schlang sich das Handtuch um die Hüften und trat aus der Dusche.

Brave Starrs Blick saugte sich sofort an diesem schlanken Körper fest, diesen feinziselierten Muskeln und dieser immer wieder unglaublichen Hautfarbe, um dann auf den Kratzern und Bissen im Schulterbereich hängen zu bleiben. Auch Tex hatte so einige Spuren der letzten Nacht davongetragen.

„Ich hab keinen“, fuhr Tex fort und tapste neben ihn vors Waschbecken, „weil’s nur das Haar kaputt macht. Außerdem“, hier gähnte er kurz unter vorgehaltener Hand, schüttelte den Kopf und füllte seinen Zahnputzbecher mit Wasser, „ist sowas auf einem Wüstenplaneten doch wirklich Luxus.“

Er gähnte abermals und schüttete das Wasser dann mit gierigen, großen Schlucken in sich hinein.

„Oje“, meinte er leise, allerdings mehr zu sich selbst, „ich dachte, die Dusche macht mich wach.“

Er stellte den Becher wieder auf seinen angestammten Platz und warf dem jungen Mann neben sich ein schiefes Grinsen zu.

„Ich glaube, du hast mich letztendlich doch geschafft.“

„Ich kann auch laufen. Du mußt mich nicht teleportieren, wenn du zu müde dazu bist.“

„Ich brauch nur ´n Käffchen und was zu essen, dann geht’s wieder“, winkte Tex ab und wedelte gleich darauf mit der Hand Richtung Tür. „Würde es dir was ausmachen…? Die Küche ist zwei Türen weiter. Nicht zu verfehlen, ist die große, braune Tür.“

Brave Starr nickte automatisch, zögerte dann jedoch kurz.

Tex Hex, der dies bemerkte, grinste breit.

„Keine Sorge, Marshall, es ist noch viel zu früh für diese Langschläfer, die sich meine Gang nennen.“

Brave Starr grinste zurück. Aber als er sich umdrehte, um das Bad zu verlassen, schoß eine lavendelfarbene Hand vor und zog ihn an seinem Gürtel zurück.

„Was wird denn das?“ raunte Tex, während er ihm beide Arme um den Nacken schlang.
„Wer wird denn so unhöflich sein, Marshall?“

Noch ehe Brave Starr fragen konnte, was er damit meinte, stahl sich Tex von ihm einen atemraubenden, unwahrscheinlich süßen Kuß. Der junge Marshall schmolz sofort dahin, denn dieser Kuß war ganz anders als alle anderen, die sie diese Nacht miteinander getauscht hatten und ähnelte eher ihrem allerersten auf der Party in der Wüste: sanft, zart und unglaublich sinnlich.

Dieser Kuß sprach nicht von wilder Leidenschaft, sondern von etwas viel, viel Tiefergehendem.

Und als Marshall Brave Starr zwei Minuten später in der Küche stand und das Kaffeepulver in die Kaffeemaschine füllte, verschüttete er fast alles, so sehr zitterten ihm noch die Hände.

***


Auf der Suche nach etwas Eßbaren durchstöberte der junge, schwarzhaarige Mann die Küche, die, wie er zugeben mußte, wirklich einmalig schön war und beneidenswert groß noch dazu.
Er fand eine Müslipackung, auf der allerdings in großen schwarzen Lettern „gehört Vipra- Pfoten weg“ stand, eine ähnlich beschriftete Cornflakesschachtel, die Skuzz als Besitzer auswies und wandte sich dann erst einmal dem Kühlschrank zu.

Er starrte auf eine beeindruckende Sammlung von Joghurt und Süßspeisen, sowie all dem, was man – sofern er ans Einkaufen gedacht hatte – auch in seinem Kühlschrank so fand: Obst, Eier, Speck, Butter, Marmelade und Milch.
Und … seine Augen weiteten sich unwillkürlich, als sein Blick auf die noch originalverpackten Küchlein fiel.
Noch während sein Gehirn in den Marshall-Modus umsprang und die ersten Schlußfolgerungen zog, tauchte plötzlich eine lavendelfarbene Hand in seinem Blickfeld auf und schnappte sich eines dieser Küchlein.

„Nicht!“ entsetzt umklammerte der Marshall das Handgelenk seines höchsteigenen Halunken. „Das Zeug ist gefährlich. Der Doc sagt, es kann Diabetes auslösen. Die Konditorin Miß Sweetess wurde auch schon verwarnt. Sie darf diese Dinger nicht mehr herstellen.“

Tex blinzelte ihn für einige Sekunden nur sprachlos an, dann schüttelte er den Kopf, entwand dem anderen sein Handgelenk und betrachtete das kleine, unschuldig aussehende Küchlein von allen Seiten.

„Ich erzähl dir mal was über diese Miß Sweetess und ihre Küchlein“, begann er. „Genaugenommen sind es gar nicht ihre. Sie hat die Idee für diese Küchlein von Vipras Schwester gestohlen. Vipras süße kleine Schwester Mamba besitzt eine eigene Imkerei. Sie hat JAHRE gebraucht, um für ihre Bienen genau die richtige Kleesorte anzubauen, den richtigen Nektar zu finden, damit dieser einzigartige Honig entsteht. Und als sie es vor zwei Monaten endlich geschafft hatte, mußte sie das Zeug nur noch richtig vermarkten. Dabei ist sie leider an Miß Sweetess geraten, die nun Mambas Honig UND ihre Idee für diese Küchlein verwendet, um sich mit dem Ergebnis eine goldene Nase zu verdienen. Und glaub mir, der Honig, der für diese Küchlein gebraucht wird, ist ganz bestimmt nicht gefährlich.“

Brave Starr hatte ihm aufmerksam zugehört, war verblüfft darüber, zu erfahren, daß Vipra eine Schwester hatte, und wußte plötzlich, WER für den Diebstahl der letzten drei Kartons von diesen Küchlein verantwortlich war. Er beschloß jedoch, jetzt mal nicht darauf einzugehen.

„Der Honig vielleicht nicht“, entgegnete er stattdessen, „vielleicht liegt es an den anderen Zutaten. Oder einer Mischung aus allem. Fakt ist und bleibt aber, daß dieser Süßkram die Gesundheit aller gefährdet, die zu viel davon essen. Also, sei ein Schatz und laß die Finger davon.“

Mit diesen Worten nahm er ihm die Süßspeise aus der Hand und legte sie auf der Anrichte hinter sich ab.

„Sei ein –WAS?“ echote Tex mit rauher Stimme und großen Augen.

Brave Starr errötete, sich seines freudschen Versprechers plötzlich bewußt werdend.

„Ist nur ´ne Redensart“, wich er verlegen aus und griff nach der Kaffeekanne.
„Käffchen?“

„Dritter Schrank oben rechts sind die Tassen“, erwiderte Tex ruhig.

Brave Starr, froh, ihm nicht ins Gesicht sehen zu müssen, machte ein paar Schritte zu besagtem Schrank hin, wandte ihm dabei den Rücken zu. Und nur deshalb sah er nicht, wie Tex sich das Küchlein schnappte und mit einem Haps vertilgte.

Und Tex Hex’ sprunghaft zurückkehrende Energie schrieb er irrtümlich dessen erster Tasse Kaffee zu.

***
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