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Süßer als Honig

von MariLuna
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
14.01.2010
02.02.2010
20
45.121
1
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14.01.2010 2.897
 
20. Schlußstrich

Die schönen dunklen Augen verloren an Glanz, wie immer in den letzten vier Tagen, doch diesmal gesellte sich auch kaum verhüllter Schmerz hinzu.

„Du mußt nicht gehen“, liebevoll strich eine lavendelfarbene Hand eine schwarze Haarsträhne zurück. „Nimm dir doch einfach Urlaub, bis der blöde Deringer dich wieder zu sich ruft. Du hast doch noch so viele Urlaubstage übrig.“

Doch Brave Starr schüttelte nur wortlos den Kopf.

Tex zögerte, doch dann gab er sich einen Ruck.
„Hör zu, es wird besser, das verspreche ich dir. Angus hat mit seiner Hetzkampagne gegen dich aufgehört. Vipra hat ihm gestern einen Besuch abgestattet und die Sache geregelt.“

Für einen kurzen Moment huschte so etwas wie ein Lächeln über die dunkle Miene seines Liebsten.
„Danke. Das ist wirklich lieb von euch.“

Tex atmete erleichtert auf. Für einen Moment hatte er schon befürchtet, sein Marshall würde ihm solche Einmischungen übel nehmen, nur deshalb hatte er bisher nichts davon erzählt.
Er sah, wie sich der junge Mann vor ihm nachdenklich den Kragen seiner Lederjacke richtete und dann einmal prüfend an sich hinabblickte.

„Früher fühlte ich mich immer gleich wohl, in meiner Uniform und meinen Freizeitklamotten“, murmelte er mehr zu sich selbst, „aber inzwischen hasse ich meine Uniform regelrecht.“
Er hob den Blick und sah hinüber zu der hundertfünfzig Meter entfernten Stadt.  Seine Augen verengten sich und ein neuer, seltsam harter Glanz verdrängte den Schmerz.
„Und dasselbe gilt für Fort Kerium. Es ist nur eine Stadt, aber ich HASSE sie.“

Betroffen legte Tex ihm eine Hand auf den Oberarm.
„Nimm dir Urlaub, bitte. Du MUSST da raus.“

Gedankenverloren, den Blick immer noch auf das entfernte Fort Kerium gerichtet, nagte Brave Starr an seiner Unterlippe herum.

„High Noon. Im Saloon. Vergiß es nicht.“

Tex nickte. „Ich bin da.“

Er wußte zwar nicht, was genau sein Sunshine plante, aber was auch immer es war – er ließ ihn nicht im Stich.

„Ich liebe dich!“ platzte es plötzlich aus dem jungen Mann heraus, und ehe es sich Tex Hex versah, fand er sich in einer bärenstarken Umarmung wieder, ein verzweifeltes Festklammern und liebevolles Umschlingen zugleich.

„Ich dich auch.“

Tex’ Entgegnung war nur ein leises Nuscheln an Brave Starrs hungrigen Lippen. Der junge Marshall gab sich diesmal wieder sehr viel Mühe, ihm mit seinen Küssen den Atem zu rauben und Tex wollte ihm da nichts schuldig bleiben.
Schweratmend trennten sie sich voneinander, noch ein letzter, liebevoller Blick, eine wehmütige Umarmung und dann wandte sich Brave Starr jener Stadt zu, die noch vor wenigen Tagen seine geliebte Heimat gewesen war.

Sorgenvoll blickte Tex Hex seinem Sunshine nach, bis dieser das Stadttor passiert hatte, bevor er selbst auf Skullwalkers Rücken kletterte und aus dem Schatten der Felsformation ritt, die ihnen in den letzten vier Tagen als Deckung für ihre langen Abschiedsszenen gedient hatte.

***


Es war seit Tagen die erste positive Schlagzeile über ihn und seine Arbeitsweise, doch an seiner Abneigung gegen den Anblick von Fort Kerium änderte das auch nichts mehr.
Sobald er die Main Street auch nur betrat, war es, als lege sich eine eiserne Klammer um sein Herz.
Sein Magen krampfte sich auch schon wieder zusammen.
Ohne einen weiteren Blick auf die heutige Tageszeitung zu verschwenden, knüllte der Marshall diese einfach zusammen und verfrachtete sie in den Papierkorb neben seinem Schreibtisch.

Mit leiser, aber entschlossener Stimme erläuterte er seinen beiden Deputies und Freunden sein Vorhaben, und als diese ihm ohne zu Zögern ihre Unterstützung zusicherten, umarmte er sie dankbar, bevor er sich letztendlich an seinen Computer setzte.
Und mit jeder Zeile, die er tippte, fühlte er sich leichter, ja, beinahe schon befreit.

„So“, meinte er schließlich zu seinen beiden Freunden, nachdem er das Schreiben ausgedruckt und zu der ausgehenden Post gelegt hatte, „und jetzt laßt uns diesen Tag hinter uns bringen.“

***


Mit hochgezogenen Augenbrauen schob Handlebar dem jungen, schwarzhaarigen Mann aus dem Stamme der New Cheyenne ein Glas Sweetwater zu.

„Bist du dir sicher?“

Marshall Brave Starr lehnte sich nur etwas stärker an den Tresen und nickte wortlos.
Der Rigelaner sah zu Thirty-Thirty und Fuzz hinüber, die den Marshall flankierten und sich ebenfalls ein Sweetwater gönnten. Dann huschten seine Blicke über die wenigen Gäste, die um diese Uhrzeit hier saßen, ausnahmslos Siedler und Schürfer, und sie schon jetzt neugierig anstarrten. Und selbst Handlebar fielen die geringschätzigen Blicke auf, mit denen sie den jungen Marshall bedachten.

Er seufzte schwer.
„Bei den Göttern – ich kann dich gut verstehen.“

„Danke, alter Freund.“

Schweigend fixierten vier Augenpaare die große Wanduhr, deren Zeiger sich unaufhörlich der Zwölf näherten.
Eine Sekunde nach High Noon seufzte Brave Starr auf, zog Handschuhe und Hut ab, legte beides ordentlich vor sich auf den Tresen, zusammen mit seiner Dienstwaffe, dann entfernte er den Stern von seiner Brust und reichte ihn an Thirty-Thirty weiter, der ihn wortlos entgegennahm und in seiner Gürteltasche verschwinden ließ.
Auf den Gesichtern der wenigen Gäste, die sich hier aufhielten, zeichnete sich so etwas wie Bestürzung ab.

Langsam, bedächtig, öffnete Brave Starr den Kragen seines Uniformhemdes, knöpfte es sehr großzügig auf, bis das dunkle T-Shirt darunter und braune Haut hervorblitzten. Haut mit deutlichen Biß- und Kratzwunden. Und dem einen oder anderen Knutschfleck.
Male der Leidenschaft, die sich auch auf seinen Armen abzeichneten, wie alle hier erkennen konnten, als er sein Uniformhemd endgültig auszog und zu Hut, Handschuhen und Waffe legte.

Zehn Sekunden nach zwölf langte Brave Starr nach hinten und befreite seine Haare aus ihrem Zopf.
Zur selben Zeit erklangen von draußen forsche Schritte, die sich dem Saloon näherten. Mit einem leisen Zischen glitt die Tür beiseite und Tex Hex trat herein. Ohne sich um die ihn angaffenden Gäste zu kümmern, ging er auf das am Tresen stehende Trio zu.

„Was auch immer du vorhast, mein Marshall“, erklärte er und deutete mit dem Daumen über die Schulter, „du wolltest, daß ich mitten über die Main Street latsche und jetzt hängen mir diese ganzen Gaffer an den Fersen. Ich hoffe nur, du hast das bedacht.“

Und wie zur Bestätigung seiner Worte schlenderten schon die ersten Neugierigen betont unauffällig von der Straße herein.

Dann bemerkte Tex den ungewohnten Aufzug des jungen Mannes und stockte verdutzt.
„Ah- Marshall?“

Brave Starr schüttelte den Kopf, hakte seine Finger unter Tex’ Waffengurt und zog ihn daran zu sich heran.

„Marshall ist nicht mehr, mein Süßer. Seit genau-“ er warf einen schnellen Blick zur Uhr hinüber, „dreißig Sekunden.“

Tex Hex war nicht der einzige, der bei diesen Worten nach Luft schnappte.

„Nein, das hast du nicht wirklich gemacht! Warum denn so überstürzt?“

„Es ist alles geklärt. Thirty-Thirty und Fuzz vertreten mich, bis das Hauptquartier einen Nachfolger schickt.“

„Ja, aber nur so lange“, grinsend hob Thirty die Hand. „Danach sind WIR nämlich auch weg.“

„Du gibst einfach so auf?“ fassungslos schüttelte Tex den Kopf. „Du läßt diese ignoranten Heuchler gewinnen?“

„Das sehe ich nicht so“, schmunzelte Brave Starr.

Seine Finger glitten über Tex’ Waffengurt nach oben und kamen schließlich auf dessen Schultern zur Ruhe. Und obwohl er betont laut und klar redete, sah er dabei nur seinem Lieblingsdesperado in die Augen.

„Ich war der Held dieser Stadt, so lange ich das tat, was sie von mir erwarteten. Aber als ich es wagte auszubrechen, zeigten sie, was ihnen ihr Held wirklich bedeutet. Nämlich nichts. Ich bin kein Held, ich bin nur ein einfacher Mann, der etwas Glück in seinem Leben sucht. Und zwar eines, was ICH für passend halte.“ Er holte einmal tief Luft. „Ich will nicht eines Tages aufwachen und mich fragen, ob das schon alles gewesen ist.“

Tex lächelte unwillkürlich, als er seine eigenen Worte wiedererkannte, doch dann wurde er wieder ernst.

„Mein Mar-“, er stockte und berichtigte sich dann. „Mein Sunshine, du gibst hier wirklich alles auf, was dir einst etwas bedeutet hat, das ist dir doch klar?“

„Tex“, um Brave Starrs Lippen kräuselte sich ein Lächeln, und plötzlich kroch das altbekannte Strahlen in seine Augen zurück. Sanft fuhr er seinem ehemaligen Erzfeind durch den langen Schnauzer, registrierte, wie dieser wieder unwillkürlich erbebte und ließ seine Hand dann langsam in dessen Nacken wandern.

„Das, was mir wirklich etwas bedeutet, steht direkt vor mir.“

Tex riß die Augen auf und schüttelte andeutungsweise den Kopf, während seine Blicke warnend zu ihrem sprachlosen Publikum huschten.

Doch Brave Starrs Lächeln vertiefte sich nur noch.

„Ich bin kein Marshall mehr. Ab sofort hat es nicht einmal mehr das Hauptquartier zu interessieren, mit wem ich ins Bett springe. Jetzt bin ich nur noch Brave Starr, die Privatperson. Einer von vielen.“

„Einer von vielen?“ wisperte Tex, während sich ihre Gesichter näherten – seines durch den leichten Druck von Brave Starrs Hand in seinem Nacken.
„Du? Niema-“ der Rest seiner Worte erstarb, weil Brave Starr ihm kurzerhand seine Lippen auf den Mund preßte und ihm gleichzeitig die Zunge zwischen die Mandeln schob.

Und als Tex Hex die Arme um ihn schlang, sich in diesen Kuß sinken ließ, ihn begeistert erwiderte und dabei sogar leise aufseufzte, übertönte dieses Geräusch kurzfristig sogar das kollektive entsetzte Aufzischen ihrer Zuschauer.
Doch dann wurden die ersten eindeutigen Proteste laut.

„Marshall!“
„Wie können Sie nur…“
„Also, das ist doch…“
„Ruf doch mal einer die Richterin!“

„Die Richterin ist schon hier“, ertönte eine leise, nichtsdestotrotz scharfe und sehr wohlbekannte Stimme.

Und plötzlich wurde es totenstill und alle drehten sich zu der Sprecherin um.
Sogar Brave Starr und Tex Hex zuckten zusammen und lösten sich aus ihrem Kuß – jedoch nicht aus ihrer Umarmung.

Zuerst starrte J.B. McBride die beiden Männer nur wie vom Donner gerührt an, unfähig, irgend etwas zu empfinden außer Schock. In den letzten Tagen hatte sie viele bittere Tränen vergossen, aber noch viel mehr nachgedacht, aber so sehr sie es auch wollte, war sie doch unfähig, ihren Ex-Verlobten zu hassen. Und selbst jetzt spürte sie nur, wie ihr das Herz schwerer wurde, vor Trauer um das, was sie – wie sie jetzt erkannte – tatsächlich für immer verloren hatte.
Aber sie krallte nicht, das hatte sie nie getan, und sie war ein eher vernünftiger Charakter. Brave Starrs Kündigung hatte sie vor einer Viertelstunde erreicht, und da begriff sie, wie verletzlich ihrer aller Held tatsächlich war. Und wie wenig sie ihn kannte, daß sie dies so überraschte.
Und jetzt hoffte sie nur …

Ohne daß sie es selbst bemerkt hätte, hatte sie sich schon in Bewegung gesetzt und ging auf die beiden zu. Die neugierigen Bürger, die sich in einer wahren Traube um die zwei versammelt hatten, bildeten sofort eine Gasse, ließen sie unbehelligt vorbei.

Einen Meter vor den beiden blieb sie stehen, registrierte kurz Tex’ Hände auf Brave Starrs Hüften, sah den haltenden, stützenden Charakter dieser Geste und wußte nicht, woher sie den Mut nahm, als sie den beiden offen in die durchaus schuldbewußten Gesichter sah. Es war eindeutig, daß die beiden gehofft hatten, daß sie diesen kleinen Skandal nicht miterleben würde.
Sie hatten ihr gegenüber tatsächlich ein schlechtes Gewissen – und zwar alle beide!

J.B. holte einmal tief Luft und musterte Tex Hex dann aus schmalen Augen.

„Wehe dir, du meinst es nicht ernst mit unserem Ex-Marshall.“

Tex blinzelte sie mindestens genauso verwirrt an wie Brave Starr oder alle anderen im Saloon.
Für einen kurzen Moment wurde sich J.B. bewußt, daß es nun in ihrer Macht lag, wie die Bürger dieser Stadt weiterhin mit ihrem abtrünnigen Helden umgehen würden, und plötzlich wußte sie, wie sich ihr Vater immer fühlen mußte, wenn er einer neuen Story nachjagte, die über das Schicksal anderer bestimmen konnte, doch anders als ihm lagen ihr Gedanken an Rache schlichtweg fern. Vielleicht hing das mit ihrer Tätigkeit als Richterin zusammen, in der sie oft genug Leben auf die eine oder andere Art beeinflusste – auf alle Fälle gab sie ihren dunklen Impulsen nicht nach.

„Versucht einfach glücklich miteinander zu werden.“ Ohne ein weiteres Wort stellte sie sich neben Thirty-Thirty an den Tresen und orderte lautstark bei Handlebar ein Sweetwater.

Ihr Herz schmerzte noch immer, aber sie war auch sehr stolz auf sich.
Doch dann fiel ihr noch etwas ein.

„Brave Starr, vergiß nicht: du mußt bis heute Abend deine Dienstwohnung geräumt haben.“

„Danke, J.B.“, Brave Starr war seine Erleichterung darüber, daß sie ihn hier so glimpflich davon kommen ließ, deutlich anzuhören.

Tex Hex nickte, verzichtete vorsichtshalber jedoch auf ein Kommentar. Gerade jetzt wollte er möglichst alles vermeiden, was seinem Ex-Marshall noch mehr Schaden zufügen konnte.

Die Gaffer erwachten aus ihrer Schreckstarre und begannen zu tuscheln, und als die Blicke, die sie ihrem Ex-Marshall und dessen Ex-Erzfeind zuwarfen, immer gereizter und gefährlicher wurden, festigte Tex seinen Griff um dessen Taille und zog ihn näher zu sich heran.

„Laß uns hier verschwinden, Sunshine.“

Brave Starr nickte, und dann teleportierte Tex sie beide fort. Nur ihr zweistimmiges, absolut synchrones „Dankeschön“, hing noch für einige Augenblicke im Raum.

„So“, machte J.B. dann gedehnt und wandte sich an die beiden Deputies, „dann liegt es wohl an euch, uns vor den Verbrechern hier zu beschützen.“

„Yes, Ma’am“, grinsten Thirty und Fuzz im Chor.

J.B. grinste kurz zurück, doch dann wurde sie wieder ernst. Nachdenklich starrte sie in ihr Glas.

„Was glaubst du“, meinte sie an Handlebar gewandt, der hinter dem Tresen stand und ein Glas polierte, „hätten wir das irgendwie aufhalten können? Gab es irgendwo einen Punkt, wo wir das Ruder noch hätten herumreißen können? Vielleicht“, fügte sie leise hinzu, „wenn wir unseren New Cheyenne mal gefragt hätten, ob er überhaupt unser Held sein will?“

„Nein“, erwiderte Handlebar zu ihrer großen Überraschung. „Früher oder später wäre es doch passiert. Diese beiden sind wie Yin und Yang. Schon immer gewesen.“

***


Mit einem satten Geräusch landeten die letzten beiden vollbepackten Reisetaschen auf dem Fußboden, dann ließ sich Brave Starr rücklings auf das große Bett fallen und atmete tief durch.
Grinsend krabbelte Tex neben ihn, blickte auf ihn hinab und strich ihm sanft durch das blauschwarze, lange Haar.

„Wie fühlst du dich, mein Mar - Sunshine?“

Brave Starr räkelte sich katzenhaft und strahlte ihn regelrecht an.

„Erleichtert. Frei.“

„Das ist gut.“

Tex streckte sich neben ihm aus, drehte sich auf die Seite und stützte den Kopf in die rechte Hand, während die Finger seiner anderen neckisch über Brave Starrs Shirt krabbelten.

„Aber es wird Interessenkonflikte geben“, gab er zu bedenken. „Vor allem, was Shaman betrifft.“

Brave Starr zuckte nur mit den Schultern.

„Ich bin geneigt, den beiden Streithanseln zu sagen, daß sie ihren Kram gefälligst untereinander klären sollen.“

Grinsend fing er Tex’ Finger ein, zerrte die Handschuhe herunter und verteilte hauchzarte Küßchen auf den Knöcheln.

„Du denkst an so eine Art runden Tisch?“ kicherte Tex. „Ausdiskutieren bis Pflaumenpfingsten?“

„Na, mir doch egal, wie die das regeln.“ Brave Starr winkte ab, und plötzlich kehrte die Bitterkeit in seine Stimme zurück. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, nach jedem Satz Tex’ Hand zu liebkosen.

„Ganz ehrlich, als dieser Kleinkrieg losging, war ich noch ein Kind.“ Seine Zunge huschte über Tex’ Fingerspitzen, entlockte diesem einen leisen Seufzer. „Ich wurde nie gefragt.“ Ein Kuß auf den Handrücken. „Ich war kaum hier, da wurde ich da mit hineingezogen.“ Ein sanfter Atemhauch über die empfindliche Handinnenfläche. „Shaman meinte sogar, er hätte auf mich gewartet, auf seinen KRIEGER gewartet.“ Sachte knabberte er mit seinen Zähnen übers Handgelenk. „Na gut, er sagte nicht Held, aber er meinte dasselbe.“ Ein Kuß auf den Zeigefingerknöchel. „Was ICH wollte, hat hier noch nie jemanden interessiert.“ Er seufzte tief auf, faßte Tex’ Hand fester und legte sie sich auf die Brust.

„Na dann, willkommen im Club“, Tex rückte näher und schmiegte sich der Länge nach an ihn. „Bloß, kann ich nicht einfach in den Streik treten.“

„Ich weiß. Genauso wenig wie ich zulassen kann, daß Shaman Übles geschieht.“ Er schlang die Arme um seinen Desperado und zog ihn auf sich. „Aber wir sind Profis, oder?“

„Ja, das sind wir“, grinste Tex, der es sich inzwischen auf Brave Starrs Hüften bequem gemacht hatte.

Lavendelfarbene Finger mit spitzen Nägeln krochen unter ein dunkles Shirt und zogen es ihm über den Kopf.
Im Gegenzug streiften braune, kräftige Hände ein grünes Hemd herunter und zerrten auffordernd an dem gelben T-Shirt darunter, bis sich dieses zu den beiden anderen Oberteilen auf den Fußboden gesellte.
Tex grinste und befreite seinen Ex-Marshall hastig aus dessen Blue Jeans.
Kurze Zeit später trudelten Tex’ Chaps neben das Bett.
Als der junge New Cheyenne jedoch Anstalten machte, ihm die dunkle Jeans auszuziehen, fing Tex diese frechen Hände ein und schüttelte den Kopf.

„Neinnein“, raunte er.

Er schnippte mit den Fingern und hielt plötzlich eine Dosierflasche mit goldgelben Honig in der Hand.

Brave Starr beäugte ihn mißtrauisch.
„Was wird das?“

„Eine Privatparty.“

Lächelnd verteilte Tex eine großzügige Spur der goldgelben Leckerei mitten auf Brave Starrs ausladender Brust. Und dann materialisierte sich eine Sahnesprühflasche in seiner anderen Hand.

Brave Starrs Augenbrauen krochen Richtung Haaransatz.

„Etwas viel Süßkram, oder?“

„Ich darf wieder“, frohlockte Tex.

„So schnell?“

Tex nickte und schüttelte die Sprühflasche vielsagend.
„UND ich werde das jetzt gebührend feiern.“


- open End –

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Ein offenes Ende, ich weiß.
Wird Shaman es irgendwann verkraften, daß Brave Starr den bösen Tex Hex liebt?
Wird der Ex-Marshall jetzt wirklich im Hexagon putzen, kochen und bügeln?
Oder wird er gar selbst zum Desperado? (Na, nee, DAS glaubt wohl keiner hier)
Und wird Stampede mit dem Neuzuwachs „leben“ können?
Diese und andere Fragen werden hier nicht beantwortet. Das ist ja das schöne an open-End-Stories, sie überlassen vieles der Fantasie der Leser.
Und entlassen die Autorin aus der Pflicht, sich noch mehr den Kopf zu zerbrechen, zumal es ja bald Valentinstag ist und da eine gewisse Muse anklopft …
*MariLuna grinsend in den Sonnenuntergang schlendert*
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