Merlin (BBC): A Prince's Prerogative (slash ab 18)

GeschichteRomanze / P18 Slash
12.01.2010
12.01.2010
3
3269
2
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Dieses Kapitel
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Titel: A Prince’s Prerogative
Autor: Lady Charena
Fandom: Merlin
Episode: 2x13 The Last Dragonlord
Prompt: #038. Touch
Wörter: ~ 3100
Charaktere: Arthur Pendragon, Merlin
Pairing: Arthur/Merlin
Rating: NC-17, slash, oneshot
Beta: T‘Len
Archiv: ja

Summe: Wie Arthur sein Kissen zurückbekam und wieso Merlin fast den Eindringling verschlief. (missing scene) Spoiler für 2x13 The Last Dragonlord.

Anmerkung/Warnung: Rating bitte beachten! SLASH!

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

Cover Art zur Story: http://ladycharena.livejournal.com/296325.html (Spoiler)

I had your love and I remember,
your gentle kiss and your gentle touch,
but now I seem to miss you much.

I wish that I could be a shining star,
flying high in the sky, so I can see where you are,
spending light in the night, bright as could be,
this time for you, shine for you, help you bring you back to me.

(Audrey Hannah – It’s December)



There's something about you, Merlin. I cannot quite put my finger on it... (Arthur, 1x10 The Dragon’s Call)



Er starrte zu Merlin hinüber, doch alles, was er von ihm sehen konnte, war die Kontur seiner mageren Schultern, über die sich die elende Entschuldigung einer Decke spannte und ein wirrer Schopf dunklen Haars. Sie hatten zu viele Nächte im Dunkeln nebeneinander verbracht, als dass Arthur sich davon täuschen ließ… von der Stille und den zu tiefen, zu regelmäßigen Atemzügen. Merlin fand nicht mehr Schlaf, als er selbst.

Etwas war mit Merlin nicht in Ordnung. Er verschwieg ihm Dinge und zwar seit ihn Gaius vor ihrer Abreise zur Seite genommen hatte. Es war eine Unruhe und Fahrigkeit an Merlin, die sogar für ihn untypisch war. Und dann war da natürlich das Schweigen – Merlin, der um sein Leben nicht seinen Mund halten konnte, sprach kaum ein Wort mit ihm, obwohl er sein Bestes gab, ihn zu provozieren.

Doch alles, was er zurückbekam, war ein Nicken oder ein Kopfschütteln oder ein Sire, dem der übliche, leise Unterton von Sarkasmus fehlte. Und ein Blick, der seinem nicht wirklich standhalten konnte, etwas wie Angst und Sorge – verständlich -  und Schuldgefühle – dachte Merlin, er wäre in Camelot mehr von Nutzen, als an seiner Seite? - in den unergründlichen Tiefen von Merlins blauen Augen. Es war ein Gefühl, ein Instinkt – wie eine aus den Augenwinkeln wahrgenommene Bewegung,  doch wenn man sich umdrehte, war da nichts.

Merlin war vom Moment ihrer ersten Begegnung an in Geheimnisse gehüllt gewesen, die ihn umgaben wie eines der schweren Parfüms, die Morgana liebte. Es hatte ihn genau so sehr fasziniert, wie Merlins unverschämtes Mundwerk, das oft genug ein von seinem Gehirn völlig unabhängiges Eigenleben zu führen schien und seinen kompletten Mangel an Respekt vor seiner Person.

Arthur schob den Arm unter den Kopf und zuckte im gleichen Moment mit einem leisen Zischen zurück, als sich die Wunden an seiner Schulter bemerkbar machten. Er spürte Hitze und das Pochen seines Blutes in den tiefen Spuren, die die Drachenklaue hinterlassen hatte und wusste, dass er unter anderen Umständen genau in diesem Moment Merlin zu Gaius geschickt hätte, damit der die Wunden säuberte und ihm mit einem seiner übelschmeckenden Gebräue die Schmerzen nahm. Doch hier, in diesem lausigen Rattenloch von Herberge musste das warten, genau wie alles andere.

Er war müde, hundemüde, am Rande totaler Erschöpfung nach den beiden schlaflosen Nächten im Kampf gegen den Drachen und den Tagen, die er damit verbracht hatte, die Schäden zu begutachten und den Menschen nach besten Kräften einen Mut zuzusprechen, an den er längst selbst nicht mehr glauben konnte. Er war über seinem Teller eingeschlafen, als sie für eine kurze Zeit ins Schloss zurückkehrten, um ein paar Bissen zu essen und erst aufgewacht, als Merlin versuchte, ihn den Brustpanzer abzunehmen.

Merlin… und dann war da natürlich Merlin, der ihm wortlos wie ein Schatten oder Geist folgte und keine Sekunde von seiner Seite wich, egal wie oft er ihm befahl, Gaius mit den Verwundeten zu helfen – sah Merlin nicht, dass er nicht sicher war? Sie befanden sich nicht auf einem Jagdausflug, bei dem er höchstens ein paar Rehe verscheuchen konnte, weil ihm Talent und Ausbildung fehlten und er konnte es sich nicht leisten, einen Teil seiner Aufmerksamkeit darauf zu verschwenden, Merlin zu beschützen.  Ohne auf seine Worte zu achten – das war das einzig normale in einer Welt, die aus den Fugen geraten war – folgte Merlin ihm auf Schritt und Tritt, noch blasser als sonst, die Augen weit wie die eines angsterfüllten Kindes oder eines Pferdes kurz vor dem Durchgehen und voll von Geheimnissen, die jeden Moment hervor zu bersten zu drohen schienen, wie ein Damm der einem überschwellenden Strom in der Winterschmelze nicht mehr standhalten konnte. Und da war keine Zeit, die letzten hartnäckigen Pfeiler in Angriff zu nehmen, das Bersten des Dammes zu beschleunigen, zu kontrollieren und Merlins Geheimnisse ans Tageslicht zu spülen. Keine Zeit, zu verharren und die Schatten zu beobachten, die sich in blauen Augen bewegten wie kleine Kreaturen mit scharfen Zähnen, die unter der Eisschicht eines Sees im Winter lauerten

Die Last, die auf seinen Schultern lag, wurde mit jedem Moment, mit jeder Meile, die sie sich von Camelot entfernten, schwerer. Er hatte bereits einmal versagt und es war ihm nicht gelungen, den Drachen zu töten – obwohl er tief im Innersten wusste, dass all die Pfeile, Schwerter und Ritter von Camelot dazu nicht im Stande sein würden – er hatte als Kind genug gewisperte Geschichten und geflüsterte Gerüchte über den Feldzug seines Vaters gegen die Drachen gehört und sie alle enthielten ein Element von Magie. Es schien ihm logisch, dass man ein Geschöpf, das aus Magie bestand, auch nur mit Magie bekämpfen konnte. Doch er war kein Kind mehr und wusste, wann er den Mund halten und sich dem Befehl des Königs beugen musste, auch wenn alles in ihm dagegen aufbegehrte, noch mehr Männer in den Kampf gegen ein Monster und damit in den sicheren Tod zu schicken. Uther würde eher den Untergang Camelots in Kauf nehmen, als seinen Bann auf Magie aufzuheben – und selbst wenn, es gab im Umkreis von vielen, vielen Tagesritten niemand mehr, der sich auf genug Magie verstand, um ihnen zu helfen. Selbst wenn es jemand gab, würde der aus Angst vor dem Beil des Henkers oder dem Scheiterhaufen kaum vortreten und sich offenbaren.

Er war in vielerlei Hinsicht der Sohn seines Vaters, aber er war Arthur – eine eigenständige Entität -  egal wie sehr sich Uther bemühte, ihn im Namen einer vagen Zukunft in eine Uther-Form zu pressen.  Doch in erster Linie war er Prinz von Camelot und der Krone, dem König und den Gesetzen verpflichtet und danach hatte er zu handeln, so schwer es manchmal fiel, den Mantel aus Geheimnissen und unausgesprochenen Wahrheiten zu ignorieren, der Uther umgab. Er beobachtete seinen Vater mit den Augen eines unbeteiligten Dritten, eines Fremden und was er sah, war ein verbitterter Mann, der in einem Labyrinth gefangen war, dass er selbst geschaffen hatte.

Und seit Morgause ihm vorgegaukelt hatte, dass er… Arthur stoppte sich selbst, bevor er den Gedanken zu Ende bringen konnte. Das war eine noch kaum vernarbte Wunde, die die leichteste Berührung wieder aufreißen konnte. Trotzdem spürte er, dass sich die Dinge ändern würden, wenn… nein, SOBALD – an ein Scheitern ihrer Mission war nicht zu denken – sie den Drachen besiegt hatten.

Alles, was ihm das ganze Grübeln brachte, war dass neben seiner Schulter auch sein Kopf anfing, zu pochen und es noch unwahrscheinlicher wurde, dass er endlich einschlief.  

Er starrte wieder zu Merlin hinüber, der sich die ganze Zeit kein einziges Mal gerührt hatte. Ein feines, kaum wahrnehmbares Vibrieren lief durch seine angespannten Schultern, das Arthur trotz des verlöschenden Lichtes verriet, dass Merlin noch immer nicht schlief und dass er entweder fror (nicht unbedingt verwunderlich nach dem Ritt durch den Regen) und für einen Moment erinnerte er sich an das schwere, glatte Nass von Merlins Haar gegen seine Handfläche, als er ihm eine spielerische Kopfnuss dafür gab, dass Merlin es nicht fertig gebracht hatte, ihnen eine bessere Unterkunft zu finden – (nicht, dass es welche gab…) oder dabei war, gegen seine Gefühle zu verlieren.
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