Intrige

von Nikkl
GeschichteAllgemein / P12
Jona Matreus Zanrelot
10.01.2010
10.01.2010
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“Adretto, du musst fliehen. Sie kommen dich holen!” Jonathan schloss eilig die Tür hinter sich. Der Angesprochene saß in seiner Kammer vor eine Kerze und schien zu beten. Langsam drehte er den Kopf und öffnete die Augen.
“Jonathan. Das hat keinen Sinn, das weißt du. Die anderen Wächter würden mich finden. Sie würden mich über die Wächterkraft aufspüren.” Er stand ruhig auf und ging auf den dunkelhaarigen jungen Mann zu. “Du weißt, was du zu tun hast.” sagte er und reichte ihm einen Zauberstab. “Er ist zu mächtig. Keiner der Anderen könnte ihn führen ohne sich selbst zu verlieren. Du musst ihn verstecken. Und ihn erst wieder herausholen, wenn du dir sicher sein kannst, dass er beherrscht werden kann. Sein Gegenüber wollte widersprechen, doch er griff ihn am Arm und drückte ihm den Zauberstab in die Hand. “Wie haben es besprochen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Zanrelot die Wächter entzweit. Ich kann nur hoffen, dass die anderen nun den Kampf gegen ihn nicht aufgeben werden. Dann hätte er wirklich gewonnen. Geh jetzt. Sie dürfen dich nicht mit dem Löser erwischen.” Er sah ihn fest an. “Geh.”
Jonathan schluckte. Der weiße Magier war für ihn so was wie ein Ersatzvater geworden seit er den Wächtern im Kampf gegen Zanrelot, dem schwarzen Magier, seinem leiblichen Vater, beistand. Er war es auch gewesen, der Jonathan aufgespürt hatte, nachdem er aus der Unterwelt geflohen war und ihn davon überzeugt hatte ihnen zu helfen. “Viel Glück.” sagte er zu dem grauhaarigen Mann ehe er sich umdrehte und durch die Tür verschwand. Er war ein warmer Sommerabend und eigentlich hätte man die Nacht damit verbringen sollen beisammen zu sitzen und gemeinsam den anstrengenden Tag ausklingen zu lassen. Stattdessen eilte er nun durch die Strassen. Er wusste, wo er den Zauberstab vorerst verstecken könnte. Er wollte grade an am Holstentor vorbeischlüpfen, als ihm eine Horde Schergen entgegen kamen. Scheinbar hatte keiner der Oberen vermutet, dass Adretto in seinem Haus auf die Gefangennahme warten würde. So hatte man die Schergen an allen wichtigen Punkten in Lübeck als Wache aufgestellt. Jona war sich nicht sicher ob auch nach ihm gesucht wurde. Vorsichtshalber drückte er sich in einen dunklen Hauseingang und wartete. Sein Herz schlug bis zum Hals. Doch in den vergangenen Monaten war er so oft geflohen und hatte sich vor Matreus versteckt, dass er inzwischen Übung darin hatte. Er hatte nahezu an ein Wunder gegrenzt, dass Matreus ihn nicht gefunden hatte. Mehr als ein Mal war er dich an ihm dran gewesen, doch der Zufall half ihm jedes Mal zu entkommen. Nachdem die Schergen weit genug weg waren, ging er eilig weiter. Sein Plan war den Zauberstab sicher zu verstecken und dann wieder in die Stadt zurück zu gehen, damit kein Verdacht auf ihn fallen würde. Denn irgendwer musste Adretto geholfen haben. So erreichte er schließlich das Versteck. “Hier wird dich keiner finden” murmelte er leise als er den magischen Gegenstand hineinbrachte. “Und ich werde ihnen nichts verraten.”