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Gefangen

von Nikkl
GeschichteAllgemein / P12
Jona Matreus Zanrelot
10.01.2010
10.01.2010
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Ungläubig sah Matreus den Zauberer an. Er sollte Zanrelot verraten? Seinen Meister? Der, der ihn aufnahm, als alle, die die Pest gebracht haben sollten verbrannt oder aus der Stadt gejagt wurden? Der, der ihm Essen und Kleidung gegeben hatte? Der ihn erzogen und Magie gelehrt hatte? Und Jona? Seinen Cousin? Nein, das würde er niemals tun. Niemals würde er sie verraten. Vielleicht würden die „Wächter“ ihm hier oben ein angenehmes Leben einrichten können, aber er würde nicht mit der Schuld leben können seinen Meister und seinen Cousin verraten zu haben. Einen Moment lang zögerte er noch und überlegte sich, ob es möglich war seine Antwort so höflich herauszubringen, dass man ihn nicht gleich in die Folterkammer brachte. Doch er war nicht gut in Formulierungen. Er sagte immer gradlinig, was er sagen wollte. Er senkte wiederum den Blick.

„Verzeiht, Herr, aber das kann ich nicht tun.“ Er wartete darauf, dass die Wachen ihn greifen und in die Folterkammer zerren würden. Dich nichts dergleichen geschah. Er sah auf. Adretto saß nachdenklich auf dem Stuhl.
„Warum nicht?“ fragte er ihn. „Was hält dich dort unten. Du wirst dort nie glücklich sein. Er wird dich weiter und weiter ausnutzen und Prügeln. Ich geben dir hier und heute die Chance ihm den Rücken zu kehren. Dieses Angebot werde ich nicht noch einmal wiederholen.“

Matreus schüttelte den Kopf. „Ich kann meinen Meister nicht verraten. Ich habe ihm so viel zu verdanken. Ich werde meine Meinung nicht ändern. Ich weiß, damit ist mir ein schmerzvoller und langsamer Tod gewiss, aber lieber nehme ich das in Kauf als meinen Meister zu verraten. Ich bitte Euch nur um eines. Bitte berichtet ihm, dass ich ihn nicht verraten habe. Ich könnte es nicht einmal im Tode ertragen, ihn enttäuscht zu haben.“ Verzweifelt sank der er in sich zusammen. Er hatte bereits mit seinem Leben abgeschlossen.

Adretto schüttelte den Kopf. Dieser junge Mann war ihm ein absolutes Rätsel. Er wurde so schlecht von Zanrelot behandelt und war ihm dennoch so loyal ergeben, dass er lieber den Tod in Kauf nahm, als ihn zu verraten. Wie sehr würde er sich wünschen einen solchen Mann in seinen Reihen zu haben. Statt dieser geldgierigen Schergen. Doch er sah ein, dass er keine Chance hatte Matreus auf ihre Seite zu ziehen. Einen Moment überlegte er, was er nun mit ihm machen sollte. Das Beste wäre tatsächlich ihn einfach zu töten, so hätten Zanrelot geschwächt und der blonde Mann würde ihnen nie wieder in die Quere kommen. Andererseits hatte er tatsächlich Respekt vor Zanrelots Diener. Der Kaufmann hatte den schwarzen Magier für ein bisschen Gold verraten. Und dieser Mann vor ihm war bereit für seinen Herrn und Meister unter Folter zu sterben. Es wäre ein Jammer um ihn.

Er winkte zwei der Wächter herbei. „Bringt ihn in die Zelle oben neben dem Eingang.“ wies er sie an. Dann wandte er sich zu Matreus um. „Ich werde dir eine Nacht Bedenkzeit geben, bevor ich dich in die Folterkammer bringen lasse!“
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