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Gefangen

von Nikkl
GeschichteAllgemein / P12
Jona Matreus Zanrelot
10.01.2010
10.01.2010
5
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Sie führten ihn nur ein paar Meter weiter in ein Gebäude neben dem Rathaus. Bisher hatte Matreus es noch nie betreten, doch er wusste, dass hier auch die Berater des Herzogs untergebracht waren. Es war schwierig dir Treppen hinunter zu steigen mit beiden Armen auf dem Rücken und die Schergen schienen sich ein Spaß daraus zu machen so zu tun, als würden sie ihn fallen lassen.

Er wurde in einen kühlen, nur spärlich erleuchteten Raum gebracht. Er schauderte. Er kannte diesen Raum aus Beschreibungen. Auch wenn er noch nie hier gewesen war, die Atmosphäre selbst erzählte jedem Ankömmling, wo er sich nun befand. Es war der Vorraum zur Folterkammer.

Er zitterte vor Angst und bekam gar nicht mit, dass ihm die Hände auf dem Rücken zusammen gebunden wurden. Dann drückte man ihn auf die Knie und legte seine Beine über Kreuz. Er wusste nicht, warum er hier war. Er hatte nichts verbrochen. Und er konnte sich auch nicht vorstellen, dass sie sich irgendwie verraten hatten, dass sie zu Zanrelot gehörten. Sie waren immer sehr vorsichtig gewesen. Somit musste sie Jemand verraten haben. Einer der Händler, der sie mit Lebensmittel versorgte vielleicht. Doch die Überlegung war müßig. Selbst wenn er es herausfand, er würde hier nie wieder lebend herauskommen um es seinem Meister zu berichten. Gesenken Blickes kniete er auf dem eiskalten, steinernen Fußboden und hoffte auf ein schnelles Ende ohne allzu große Qualen. Er wäre mehr als glücklich, wenn ihm dieses gewährt werden wurde. Er hoffte darauf, dass er nicht wie viele andere wochenlang gefoltert wurde.

Es dauerte eine ganze Weile bis Jemand den Raum hinter ihm betrat. Matreus Knie schmerzen sehr von dem harten Boden, doch was die Männer mit ihm anstellen würden, würde er versuchen aufzustehen, wäre ein noch größeres Übel gewesen.

Jemand blieb direkt vor ihm stehen. Der konnte teure Schuhe erkennen und einen Umhang aus kostbaren Stoff. Nein, das konnte nicht der Folterknecht sein, und auch nicht dessen Herr. In einem solchen Aufzug kam man nicht in eine Folterkammer, wo die Menschen Blut, Urin und Kot verloren. Doch er hob den Blick nicht. Er wusste nicht, wer dort vor ihm stand und wollte niemanden unnötig erzürnen und somit seine Leiden verlängern. Sagen konnte er so oder so nichts. Die Angst schnürte ihm die Kehle zu.

„Löst ihm die Fessel.“ hörte er den Mann vor sich sagen. Er wüsste nicht, ob er darüber erfreut sein sollte. Löste man ihm tatsächlich die Fesseln, damit er bequemer hatte oder eher damit man ihn nun auf die Streckbank binden konnte. Er schluckte. Sicher war eher letzteres der Fall, denn warum sollte es ihm dieser wohlhabende Herr bequemer machen wollen hier in diesem Raum. Doch er hatte nicht lange Zeit darüber nachzudenken. Kaum waren die Seile durchtrennt wurde er angesprochen.

„Matreus nehme ich an?“

Der Angesprochen zuckte kurz. Woher wusste dieser Herr seinen Namen. Und was wusste er sonst noch über ihn? Er antwortete nicht und blicke weiterhin stumm zu Boden.

„Du brauchst nicht zu antworten. Ich weiß, wer du bist, und wem du dienst.“
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