Umsorgt

von Nikkl
GeschichteAllgemein / P12
Jona Matreus Zanrelot
10.01.2010
10.01.2010
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Matreus ging langsam den Gang endlang. Einen Moment lang kam er ins Trudeln und hielt sich an der Wand fest. Er wusste nicht genau, was mit ihm los war. Er wusste nur, dass er sich sein zwei Tagen nicht gut fühlte und für seine Aufgaben wesentlich länger brauchte als sonst. Doch nichts konnte ihn dazu bringen sich mehr zu beeilen. Nicht einmal die Angst vor Strafe, die ihn sonst immer antrieb, vermochte es ihn dazu zu bringen schneller zu arbeiten. Es fiel ihm schwer sich überhaupt auf den Beinen zu halten. Ein Hustenanfall schüttelte seinen Körper.

Doch was sollte er tun. Er konnte kaum zum Meister gehen und ihm sagen, dass er sich nicht gut fühlte. Zanrelot würde glauben, er würde sich aus Faulheit vor der Arbeit drücken wollen. Und ihn für einen jämmerlichen Schwächling halten, weil er sich so anstellte.

Er verharrte noch einen Moment an der Wand und ging dann weiter. Sein Ziel war die Zentrale. Dort hätte er schon vor 2 Stunden sein sollen um dort aufzuräumen. Doch er hatte seine anderen Aufgaben nur so langsam erledigen können, dass er nun weit im Verzug war.

Er betrat die Zentrale und stellte fest, dass der Meister mit einem Buch am Tisch saß. Matreus schluckte. Diese Bücher hatte er eigentlich heute Vormittag wegräumen sollen. Und nun lagen sie immer noch über den ganzen Tisch verteilt. Angst kam in ihm auf, dach das Gefühl wurde schnell wieder von den Schmerzen in seinen Gliedern und der bleiernen Müdigkeit vertrieben.

Der Junge nickte seinem Meister zu und begann langsam die Bücher zusammen zu räumen. Er spürte Zanrelots Blick auf sich ruhen, doch so sehr er sich auch bemühte, sein Körper weigerte sich, sich schneller zu bewegen.

Offensichtlich verärgert wurde er vom Meister angesprochen. „Matreus, was soll das werden?“ Er klappte das Buch zu, stand auf und stellte sich direkt hinter den 13-jährigen Jungen, der beinahe schon so groß war wie er selbst. Drohend redete er von hinten auf ihn ein. „Willst du mich reizen? Ich habe gestern schon gemerkt, dass du deine Aufgaben nicht erledigt hast, aber diese Vorführung hier schlägt dem Fass den Boden aus. Anscheinend braucht es mal wieder ein bisschen Motivation!“

Matreus erschrak bei diesen Worten, doch er hatte keine Kraft sich zu wehren. Und selbst wenn hätte er keine Widerworte gegeben. Der Meister hatte Recht. Er hatte gestern seine Aufgaben nicht erledigt und so wie es derzeit aussah, würde er sie auch heute nicht erledigen.
„Bitte verzeiht, Meister“ brachte er schwach hervor.

Er sah, wie der Meister den Rohrstock zur Hand nahm und zu ihm trat. Leise seufzte Matreus. Ohne ein weiteres Wort zog er die Hose herunter und legte den Oberkörper auf den Tisch. Er genoss die Kühle des Tisches an seinem Bauch und seiner Brust und legt auch die Wange darauf. Ein wenig schien es die Schmerzen in seinen Gliedern zu mindern. Er schloss die Augen und wartete auf die Hiebe, die er gleich bekommen würde. Vielleicht würden diese seinen Körper von den anderen Schmerzen ablenken.

Er spürte, wie Zanrelot sein Hemd beiseite schob, das ihm über den Hintern gefallen war. Doch statt des Rohrstocks spürte er plötzlich dessen Hand auf seinem Rücken.

„Junge, Du glühst ja!“ stellte der Meister überrascht fest. Ihm wurde die Hose wieder hoch gezogen. Er konnte nicht so recht verstehen, was grade passierte. Sollte der Meister tatsächlich diese Bestrafung für seine Trödelei ausfallen lassen? Doch viel weiter dachte er nicht darüber nach. Er war nur froh darüber und nutze die Gelegenheit sich einen Moment auszuruhen. Doch das wurde ihm nicht gewährt. „Steh auf und sieh mich an“ befahlt ihm der Meister. Unwillig stemmte sich der Junge hoch und drehte sich um. Aus fiebrigen Augen sah der Zanrelot an. Als dieser die Hand hob zuckte Matreus zusammen. Er glaubte, dass er nun eine gewaltige Ohrfeige, statt der Rohrstockhiebe, bekommen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Ganz im Gegenteil. Ganz vorsichtig wurde ihm die Hand zuerst auf die Wange und dann auf die Stirn gelegt.

Matreus fing an zu zittern. Er war sich nicht sicher, ob vor Angst oder ob es einen anderen Grund gab. Doch er konnte es einfach nicht unterdrücken. Er überlegte kurz, ob er etwas tun oder sagen sollte, doch die Entscheidung wurde ihm abgenommen.
„Geh sofort ins Bett!“ befahl ihm sein Meister. „Und wage es nicht aufzustehen, bis ich es dir erlaube.“

In diesem Moment betrat Jona die Zentrale. „Jona, bring Matreus ins Bett. Und dann geh nach oben zu einer der Kräuterhexen und besorge Kräuter für Wadenwickel. Wie man die anlegt weißt du wohl noch.“