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Fechtunterricht

von Nikkl
GeschichteAllgemein / P12
Jona Matreus Zanrelot
10.01.2010
10.01.2010
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10.01.2010 552
 
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Es schlug genau 14 Uhr als mich ein Schwindel erfasste. Zunächst dachte ich, ich hätte einen Schwächeanfall, doch dann fand ich mich plötzlich in einem kalten, nur mäßig erhellten Raum wieder. Meine Augen brauchten eine Moment sich an das dämmrige Licht zu gewöhnen doch dann konnte ich die beiden Jungen ausmachen und einen erwachsenen Mann Anfang 30.

Der Mann kam von einer Plattform herunter. „Bitte setzt euch einen Moment werter Herr Lehrer Pesolt.“ Sagte er zu mir und zog einen Stuhl vom Tisch ab. Gerne nahm ich das Angebot an. „Es ist meist etwas verwirrend, wenn man zum ersten Mal transferiert wird“

„Zapperlott noch mal!“ rief ich aus. „Das war doch Hexerei!“

„Nein, keine Hexerei“ korrigierte mich der Mann. „Magie! Ich möchte mich ihnen gern vorstellen, doch zunächst… Matreus, ein Glas Wasser!“ rief er laut. Doch der blonde Junge war schon mit dem gewünschten zum Tisch gekommen und reichte es mir. Ich trank ein schluck davon und war froh meine Überraschung und Unsicherheit einen Moment lang hinter dem Glas verstecken zu können.

„Nun, nachdem es Euch nun besser zu gehen scheint.. falls es euch noch nicht bewusst ist: mein Name ist Zanrelot. Ich bin der Herrscher der Finsternis und dies ist meine Welt. Die Unterwelt.“

Ich hielt inne. Dies war also Zanrelot? Ich hatte von ihm gehört. Von dem schwarzen Magier Zanrelot, der in die Unterwelt verbannt wurde. Doch ich hielt die Unterwelt eher für eine Umschreibung der Hölle. Niemals hätte ich geglaubt, dass es tatsächlich eine Welt unter Lübeck gab. Ich war erst vor wenigen Jahren nach Lübeck gekommen und war nicht dabei gewesen, als der Magier verbannt wurde.

Ich stand auf und verneigte mich tief vor ihm. „Werter Zanrelot. Es ist mir eine Ehre, dass ihr mich auserwählt habt Eure Buben zu unterrichten.“

Zanrelot erwiderte mit einem leichten Kopfnicken und ich richtete mich wieder auf.

„Genau genommen sind es nicht meine Buben“ antwortete er und winkte den dunkelhaarigen heran. Er legte die Hände auf dessen Schultern und trat hinter ihn. „Dies ist mein Sohn, Jonathan“ erklärte er stolz. Dann nickte er hinüber zu dem blonden Jungen. „Und das ist…“ er zögerte einen Moment und schien zu überlegen, welche Worte er benutzen sollte “.. mein Diener und Ziehkind, Matreus“

Ich sah, wie der dürre blonde Junge zusammen zuckte, als er mir als Diener und Ziehkind vorgestellt wurde. Ich konnte mir in diesem Moment keinen Reim darauf machen, doch es schien ihn zu verletzen.

„Die Formalitäten haben wir ja bereits per Brief geklärt. Und da ihr nun wisst, wer ich bin, denke ich nicht, dass es nötig sein wird Euch an Eure Verschwiegenheit zu erinnern.“

„Nein, werter Zanrelot, das ist nicht nötig. Ich bin für meine Verschwiegenheit bekannt.“ antwortete ich eilig.

„Gut, dann denke ich ist es an der Zeit zu beginnen. Wir haben einen Raum hergerichtet zum üben. Ihr solltet keine Probleme mit Jonathan haben. Und sollte er nicht spuren“ er deutete mir dem Kopf auf Matreus. „.. so berichtet es mir. Ich werde mich dann darum kümmern.“

Ich konnte sehen, wie der Junge ängstlich den Kopf einzog. Anscheinend kümmerte sich der Magier des Öfteren darum, dass Matreus spurte. Doch bisher hatte ich nicht das Gefühl, das er Probleme machen würde. Eher glaubte ich, dass der Sohn Zanrelots, Jonathan, mit seiner überheblichen Art Probleme machen würde. Doch ich hatte mich getäuscht.
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