Selbstsuche

von Hesitias
GeschichteDrama, Übernatürlich / P16
Direktor Kakuzawa Kohta Nyu/Lucy
06.01.2010
16.04.2013
24
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06.01.2010 1.932
 
So.... eine kleine Elfenlied FanFiction meinerseits, die ich noch weiter ausbauen werde. Ich hoffe ich wecke euer Interesse damit :)

Okay. Meine erste Widmung war ja ziemlich lieblos geschrieben, irgendwie war mein kreativer Fluss grad "gestört" (Jawoll! :D), jedenfalls habe ich mich entschieden, die Widmung dieser Geschichte zu überarbeiten.
Also:
Diese FanFiktion, die ich zu einem meiner bisher besten Werke zähle, um ehrlich zu sein, widme ich der Person, die mir, wannimmer ich sie brauche und wannimmer es nötig ist, zur Seite steht. Sie ist mein kleiner Fels in der Brandung und gehört mit zu dem sehr engen Kreis [ 2 ;D] an Personen, bei denen ich mich ausheulen kann. Sie ist ein Mensch den ich bisher noch nie so getroffen habe, ein starker und doch einfühlsamer Mensch, ein Mensch der nicht nur denkt, sondern auch ist und ein Mensch, dem ich dankbar bin, dass er [bzw. sie] in mein Leben getreten ist.
Meine kleine Anna, nochmal alles Gute zum Geburtstag, dieses Werk widme ich dir :*
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„Fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne dass Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung.“
Die Bibel, Hebr 9;22


Doktor Lucian Green ist Fachkundiger für Gentechnik aus Amerika. Vor einigen Monaten erhielt er einen Anruf, von der Regierung, der ihn zittern lies.
Nun sitzt er in einem geheimen Labor in den Anden, irgendwo in Peru und wartet auf die Auswertung eines Experimentes.
„Mr. Green, die Ergebnisse sind da.“ Ein Assistent Greens war neben ihn getreten, ohne dass dieser es bemerkt hat. Fast schon verängstigt zuckte er zusammen, als die Stimme aus dem nichts zu ihm sprach. Wobei… dieser Ort machte ihm ja auch eine Höllenangst.
Er schaute sich in dem dunklen Labor um. Vor ihm stand ein großer Behälter mit einer grünen Flüssigkeit, einer Mischung aus sauerstoffgesättigten Perfluorcarbonen, in Verbindung mit denaturierten Eiweißen und verschiedenen Nährsalzen und Nährstoffen. Woher das Grüne kam, war ihm suspekt, im Endeffekt allerdings egal. Dadurch, dass die einzigen Lichtquellen in diesem Raum die Computermonitore waren, schimmerte diese Flüssigkeit in einem matten grün und gab dem Raum eine düstere Atmosphäre, die für Green nach Sünde schmeckte.
Er fuhr sich durch das grau erbleichte Haar und schaute den sommersprossigen Jüngling fragend an. Er spiegelte sich in seiner großen, runden Brille. Erneut fielen Green seine Augenringe auf.
„Und?“, bellte er unbeabsichtigt. Die Müdigkeit drückte auf ihm, der Kaffee war auch keine Alternative.
„Wir…wir empfangen elektrische Impulse.“, las er unsicher vor. Green lies sich nach hinten sinken, er saß in einem gemütlichen Drehstuhl und starrte in die Finsternis, nach oben. Er suchte nach einem Zeichen für die Endlichkeit dieses Raumes. Obwohl er es eigentlich erhielt, die Akustik dieses Raumes war beängstigend.
„Tun wir das?“, fragte er und schaute den Jüngling an.
„Definitiv.“ Er hielt ihm ein Klemmbrett mit einem Diagramm, auf dem verschiedene Ausschläge verzeichnet waren. Er blätterte um und ein weiteres folgte, das über die gesamte Seite ging und Green brauchte eine Weile um zu erkennen, dass die Ausschläge mit der Zeit immer regelmäßiger wurden. „Es fängt an, Lebensprozesse zu aktivieren.“
„Gut.“ Er strich sich über das Kinn.
„Sir, wie lange wird es noch dauern?“
„Bis wir es da rausholen können?“ Er zeigte mit dem Daumen auf den Behälter. „Wenn deine Daten hier stimmen, in ein paar Stunden müssten die ersten Prozesse zu vollkommen fertig sein. Ich schätze, ein oder zwei Tage. Dann ist es voll lebenstüchtig.“
Der Assistent schaute den Behälter verunsichert an. Nein. Er schaute das Wesen darin mit einem mulmigen Gefühl an.
Man erkannte eigentlich nicht viel. Es war in schwarze Leinen gewickelt und hatte weibliche Körperproportionen. Der Kopf war in einen Stahlhelm gesteckt, von diesem gingen hunderte von Kabeln an den Behälter und die Maschinen darum, ebenso von der Stelle, wo sich das Herz befinden sollte. Ansonsten führten einzelne Kabel von den Fingern und Zehen der Frau fort.
„Wie wird sie heißen?“, fragte der Assistent fasziniert.
„Eva.“, antwortete Green gedankenversunken. „Sie steht für einen Neubeginn. Welcher Name würde da nicht besser passen?“, fuhr er fort und lächelte schief. Seine Augen schmerzten, er hatte zu lange auf ein und denselben Monitor gestarrt.
„Geh dich ausruhen.“, forderte Green.
„Und sie?“
„Ich passe hier auf.“
Green erkannte in seinen Augenwinkeln, dass der Assistent im matten Licht nickte. Er ging nach hinten, ein Surren war zu Hören, dann wurde das Klacken seiner Schuhe leiser und erneut surrte die Tür. Das Licht flutete kurz den Raum und beleuchtete die vielen Generatoren und elektrischen Geräte. Dann wurden sie wieder in Finsternis getaucht.
Lucian Green kratzte sich am Hals. Die Bartstoppeln waren unangenehm, eine Dusche konnte er auch mal wieder vertragen.
Erneut lehnte er sich nach hinten, legte den Kopf in den Nacken und lies ihn langsam kreisen. Dabei dachte er über die vergangenen Tage nach, während immer wieder zur Seite schielte, auf den Behälter.
Die geisterhafte Aura, die diese Frau umgab, bannte ihn noch immer, seit er sie das erste Mal traf. Damals lebte sie noch ein normales Leben, ihr Name war Rachel. Sie war fünfundzwanzig, stammte aus Irland und hatte nussbraunes Haar. Ihr Lächeln, ihre weißen Zähne, strahlten Gelassenheit und Freude aus, ihre Augen waren so sanft wie eine sanfte Windbrise, sie umspielten den Geist und hinterließen ein Gefühl der Freude, solch einen Menschen getroffen zu haben.
Er drückte Daumen und Zeigefinger zwischen den Augen an die Nase, ein alter Tick von ihm. Warum?, fragte er sich. Sie war so gütig und freundlich, wieso hatte sie sich dazu bereit erklärt, so zu enden?
Er warf sich praktisch nach vorne und tippte einige neue Daten in den Supercomputer ein, um die Angaben zu aktualisieren. Dann lehnte er sich abermals zurück.
Es war kurz nachdem er den Nobelpreis für Medizin erhielt. Er hatte mittels Genmanipulationen von Schimpansen, in Zusammenarbeit mit Freiwilligen, ein Mittel gegen AIDS gefunden. Die Welt dankte ihm und er hatte sich ein Haus in Malibu gekauft. Um dieses Mittel zu finden war er durch die Hölle gegangen, jetzt wollte er sich nur noch seinem Hobby, dem Lesen, auf einer sonnigen Terrasse widmen, abends ein Gläschen Rotwein trinken, in einen nahen Jazzclub fahren oder gemütliche Abende bei seinen zwei Töchtern verbringen.
Er saß, wie jeden Nachmittag, auf der Terrasse, lauschte dem Rauschen des Meeres, dem Lachen der Kinder und dem Radio, las ein Buch von Stephen King und war mit sich selbst zufrieden. Da klingelte es an der Tür. In Hawaiihemd und Badehose trottete er zur Tür, öffnete sie und ein Mann, der ihm seinen Regierungsausweis ins Gesicht drückte, begleitet von zwei bulligen Bodyguards, traten ungebeten ein. Es ging sehr schnell. Sie drohten ihm und verlangten, dass er seine Fähigkeiten und Kompetenzen in ihre Dienste stelle. Widerwillig nahm er das Angebot an und wurde in ein multinationales Team aus Amerikanern, Japanern, Chinesen, Briten, Deutschen, Italienern, Israelis und Indern gesteckt, alle verborgen in einem Tunnelkomplex irgendwo in Südamerika.
„Grenzenlose Begeisterung.“, murmelte er und spuckte in den Gang.
Auf dem Bildschirm leuchtete ein rotes Warnschild auf. WARNING! OVERLOADED! LOST CONTROL! Verwirrt lehnte er sich nach vorne und tippte verschiedene Befehle ein. Immer wieder wurde die gleiche Warnung angezeigt. Er rollte mit dem Stuhl zur Seite und regulierte die Nährstoff- und Stromzufuhr, rollte zurück und das Warnschild war verschwunden. Was war das? Erneut schielte er zu dem Behälter. Blasen stiegen auf und die Temperaturregelung führte ihm einen Anstieg um 3° auf.
Genervt hievte er sich hoch und trat neben den Behälter. Der Körper schwebte schwerelos wie eh und je in der Perfluorcarbonflüssgkeit, keine Anomalien feststellbar. Vollzieht sich die Entwicklung schneller als erwartet? Bisher war die Entwicklung von Eva proportional zur Menge der zugeführten Stoffe verlaufen. Warum änderte sich das nun? Hatte sie bereits die Grenze überschritten, wo sie sich nun selber regulieren kann? Green schüttelte den Kopf. Unmöglich! Er betrachtete Eva erneut. Dann traute er seinen Augen nicht. Verwirrt trat er näher und presste sein Gesicht an die Scheibe.
„Was zum…?“, flüsterte er doch unterbrach sich selber vor Schreck. Die Hand, die sonst so schwerelos dort hin, zuckte! Verblüfft rieb sich Green die Augen und schaute Eva an. Die Hand zuckte erneut, die Finger bewegten sich! Zweifellos!
Ein plötzliches Erfolgsgefühl durchströmte Green und er nahm sich das Recht heraus, sich als durchaus fähigster Biologe der Zeit zu fühlen.
Außer Atem stürzte er zum Telefon.
„Zentrale!“, brüllte er, plötzlich mit heiserer Stimme. „Zentrale!“
„Ruhig Blut, Doktor Green. Was können wir-?“
„Eva hat sich bewegt!“, unterbrach er ungeduldig. Am anderen Ende der Leitung herrschte Schweigen. „Warten sie. Wir kommen gleich.“ Der Mann legte auf.

Green blickte auf den Bildschirm, erneut eine Warnmeldung. Außer Atem warf er sich zur Schaltzentrale für den Behälter und legte erneut einige Hebel um. Er war kurz davor, einen bahnbrechenden Erfolg der Menschheitsgeschichte zu erleben!
Ein Diclonius 2.0.
Vor einigen Jahren waren alle damaligen Dicloni in einem geheimen Schlag eliminiert worden. Sie waren durch exzessive Gewalttaten in bereits jungen Jahren geprägt. Da man das Potenzial dieser Lebewesen erkannte, sicherte man die DNS einer der besten Dicloni, die man fand.
Lucy.
Intelligent und stark. Diese DNS hatten sie in Rachel eingepflanzt und den Körper in eine Art Urzustand zurückversetzt. Alle Organe wurden in ihre Geburtszustände versetzt und praktisch, wie ein PC, neu hochgefahren, mit neuer Software.
Das Ergebnis war ein Diclonius 2.0. Der einzigste Unterschied: Die Psyche sollte verändert werden, dass sie nicht mehr durch Blutvergießen geprägt war.
Und nun sollten die Früchte seiner Arbeit gleich erntereif sein!
Auf dem Gang stürmte eine Meute Forscher auf das Labor von Lucian Green zu. Aufgeregte Stimmen drangen in sein Ohr, als er sich, wie in Zeitlupe, umdrehte und die Truppe, gut zwanzig, dreißig Mann an der Zahl, in das Labor stürmten. Sie alle hatten ihren Platz verlassen, um dieses wundersame Ereignis bestaunen zu dürfen. Green bahnte sich durch den Pulk und stand ganz vorne, alle Blicke auf Eva gerichtet.
Der Arm hob sich. Die Finger zeigten auf sie, nicht auf einen, auf sie alle. Es schien, als zeige sie auf jeden einzelnen von ihnen gleichzeitig. Hinter ihr fielen die Haare aus dem Stahlhelm. Sie waren noch immer so nussbraun wie zuvor, Lucian zitterte am ganzen Leib.
Die Kabel lösten sich, als sich ihre restlichen Gliedmaßen auch bewegten. Die Belegschaft schwieg. Nur der Lärm der Generatoren und das Blubbern des Behälters störten diese Ruhe. Keiner wagte es, zu atmen. Sie alle hielten die Luft an.
Inzwischen hatte sich Eva ihnen vollkommen zugewandt. Wie von Geisterhand fielen die Verbände von ihr und offenbarten ihren makellosen, nackten Körper. Nur der Helm saß noch. Sie streckte ihre Arme von sich, als wollte sie das Panzerglas wegdrücken. Ihre Hände pressten sich daran, sie sank zu Boden und fand auf dem Boden einen festen Stand. Einige Kabel lösten sich aus ihrem Kopf.
Dann geschah es.
Vor ihren Augen bekam das Panzerglas Risse. Immer wieder wummerte eine unbekannte Kraft gegen die Scheibe und mit jedem Schlag gab sie mehr nach.
Die Gesichter der Forscher verzogen sich zu verängstigen Grimassen. Ihr Kopf  war zu ihnen geneigt. Alle wussten, was das heißen sollte.
„Sie will uns töten!“, rief einer und stürzte nach hinten hinaus. Genau in diesem Moment hatte sie ein Leck in den Tank geschlagen und der Mann, der fast an der Tür ankam, fiel tot um. Sein Kopf wurde gegen die Tür geschleudert und hinterließ einen roten Fleck an ihr, während aus ihm weiter das Blut des Forschers lief. Die anderen schauten sich verängstigt an.
Doktor Lucian Green fiel auf die Knie. Er hatte versagt. Und vielleicht das Ende der Menschheit beschworen.
„Gott…“, stotterte er. „Ich habe gesündigt.“ Das Glas brach, die Schreie der Männer und Frauen verstummten schnell und die Flüssigkeit strömte nun aus dem Behälter und vermischte sich mit dem Blut seiner bereits gestorbenen Kollegen.
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