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Together we'll stand, together we'll fight

von Destiny86
GeschichteDrama / P16 / Gen
Abigail Whistler Hannibal King
04.01.2010
07.05.2010
8
13.740
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
04.01.2010 1.135
 
Inhalt:
Spielt kurz nach "Blade Trinity". DayStar hat versagt und die Nightstalker, allen voran Abby und King, müssen irgendwie mit dem Verlust, ihrem Versagen und neuen (?) Feinden zurechtkommen. Abby/King


Kapitel 1: Just one moment

…that’s all I need…


Sie hatten versagt. DayStar, das von ihnen entwickelte Serum hatte sich als nicht so vernichtend herausgestellt, wie sie gehofft hatten. Nicht einmal Drake’s Blut hatte den Wirkstoff so modifizieren können, dass er flächendeckend alle Vampire auslöschte. Oder dass er überhaupt alle Vampire in der Stadt vernichtet hätte.
Sie hatten versagt.
Abigail Whistler, Hannibal King, die kleine Zoe und alle anderen Nightstalker standen vor den Trümmern ihrer Arbeit und mussten den Verlust ihrer Freunde, Partner und Kampfgefährten verarbeiten.
Blade war inzwischen verschwunden und ob das auch auf Dracula zutraf oder ob seine Leiche weiterhin beim FBI auf dem Seziertisch lag, wussten sie nicht. Noch nicht. Denn zumindest Abigail setzte alles daran, das herauszufinden. Sie setzte auch alles daran, dass es weiterging, dass sie weiterarbeiteten und nicht einfach aufgaben. Nicht jetzt. Nicht so kurz vor einer Lösung und vor allem nicht nach dem Tod ihrer Freunde, die ihr Leben sonst für nichts hingegeben hätten. Sie konnten nicht einfach aufgeben. Sie durften nicht.
„Abby.“ Kings Stimme erklang hinter der Brünetten, die an Sommerfields Arbeitsplatz saß und konzentriert auf einen der Computerbildschirme starrte.
Sie reagierte nicht. Natürlich nicht. Das wievielte Mal war es, dass King seine Kampfgefährtin so konzentriert arbeitend vorgefunden hatte? Das siebte, achte, zehnte, zwölfte Mal? Er wusste es nicht und ehrlich gesagt war es ihm auch ziemlich egal. Diese Frau arbeitete rund um die Uhr und gönnte sich keinerlei Pause. Doch nicht einmal King wusste was genau sie da eigentlich machte.
„Abby!“, rief er, diesmal etwas lauter und ging zu der jungen Frau hinüber, die lediglich ein kurzes „Hm…?“ von sich gab.
„Es ist fünf Uhr morgens.“
Abigail wandte den Blick von dem wissenschaftlichen Bericht, den sie gerade las, nur kurz ab um zu King zu sehen. Wortlos. Lediglich die Augenbrauen hebend. Und obwohl sie kein Wort sprach, sagte dieser eine Blick alles aus.
„Was zur Hölle machst du hier? Normale Menschen schlafen um diese Uhrzeit.“
„Wir sind auch keine normalen Menschen, King.“ Die Jägerin wandte sich wieder den Bildschirmen zu, schloss aber die Datei. „Und was ich hier mache? Versuchen dahinter zu kommen wo der verdammte Fehler in unseren Berechnungen lag! DayStar hätte funktionieren müssen! Es hätte wirken müssen…! Es hätte…“ Ihre Stimme brach. Dass sie überhaupt so viel geredet hatte, kam während der letzten Tage einer Seltenheit gleich.
Sie alle hatten sich zurückgezogen. Das Honeycomb Hideout war beinahe stillgelegt worden und nur Abby, King und Zoe waren noch dort. Letztere war besonders still geworden, auch wenn sowohl King als auch Abby sich täglich mit ihr beschäftigten – die Erlebnisse hatten das kleine Mädchen verändert.
Doch nicht nur sie litt und vermisste ihre Mum und ihre Freunde… auch den beiden Vampirjägern ging es nicht besser, nur dass jeder von ihnen anders damit umging. King versuchte die Normalität aufrecht zu erhalten, auch wenn seine Kommentare und Witzeleien eine Spur schärfer, bissiger und sarkastischer geworden waren als früher. Er schlug sich alleine mit seinen inneren Dämonen herum, genau wie früher, und mimte nach außen hin den gelassenen, abgehärteten jungen Mann, den nichts und niemand aus der Bahn werfen konnte.
Abigail hingegen war noch schweigsamer geworden als sonst. Schweigsam und in die Arbeit vertieft, in die sie sich sofort nach ihrer Rückkehr gestürzt hatte. Es konnte einfach nicht alles umsonst gewesen sein. Ihr Kampf, die jahrelange Entwicklung des Serums, Drakes Tod und der Verlust der Freunde. Es durfte nicht umsonst gewesen sein.
Und so arbeitete Whistlers Tochter Tag und Nacht, arbeitete und trainierte und trainierte und arbeitete. Irgendwann dazwischen fiel sie übermüdet ins Bett, doch blieb sie auch dort nicht lange. Ihre restlich verbleibende Zeit nutzte sie indem sie sich mit Zoe beschäftigte, ihr vorlas oder eine DVD anschaute. Spielen wollte das Mädchen nicht mehr. Und auch Lächeln sah man sie nicht mehr.
Abby sah nicht auf, sondern schloss auch die restlichen Dateien und schaltete den Computer aus. Erst dann stand sie auf und schob sich mit gesenktem Blick an King vorbei.
Bevor sie ihm aber ein weiteres Mal ausweichen, ihren Schmerz in sich vergraben und davor weglaufen konnte, griff der Großgewachsene nach ihrem Arm und hielt sie auf.
„Abby…“
Für einen Moment war sie erstarrt. Das hatte er noch nie gemacht und sie vor allem nicht mit diesem mitfühlenden Unterton angesprochen. Diese Geste, diese Berührung, ihre eigene Trauer und der weiche Klang in Kings Stimme waren zuviel für die Jägerin. Obwohl sie sich langsam zu ihm umdrehte, musste sie doch schlucken.
Es war nicht auszumachen, wer von ihnen beiden in dem Moment als sich ihre Blicke trafen, überraschter war. Er darüber, die ungeweinten Tränen in ihren Augen zu sehen oder sie darüber, soviel Schwäche vor ihm Preis zu geben und ihm damit einen Funken des Schmerzes zu zeigen, den sie empfand.
Abby weinte nicht. Zumindest versuchte sie das und in den meisten Fällen gelang ihr das auch ganz gut. Sie war jemand, der seine ganzen Gefühle tief in sich selbst vergrub, abschottete und niemanden heran ließ. Auf der anderen Seite aber sah man ihr oft an, was sie dachte, wie es ihr ging oder was sie fühlte. Es war ein zweischneidiges Schwert… und auch wenn sie krampfhaft versuchte, sich ihre Emotionen nicht anmerken zu lassen, war jetzt und hier einer jener wenigen Momente, in denen ihr das nicht gelang.
Ihre Augen schimmerten feucht, doch sie musste kein Wort sagen, damit er verstand. Auch King hatte denselben Verlust erlitten, fühlte denselben Schmerz wie sie. Selbst wenn sie unterschiedlich damit umgingen.
Langsam ließ er ihren Arm los und gestattete ihr so, einen Schritt zurückzutreten und etwas mehr Distanz zwischen sie zu bringen. Abigail sah kurz zur Seite, blinzelte, bis die Tränen aus ihren Augen verschwunden waren und sah erst dann wieder zu King zurück.
„Ich bin in zehn Minuten fertig. Caulder hat noch einpaar Familiars gefunden, die wieder aktiv zu sein scheinen“, sagte sie nun in ihrer normalen, nüchternen Stimme. „Wir sollten uns das mal ansehen.“
„Ja…“, erwiderte King nach einpaar Sekunden gedehnt und musterte sie nach wie vor. Wäre da nicht noch dieser Hauch von Traurigkeit und tiefem Schmerz zwischen ihnen in der Luft, hätte man meinen können, es hätte diesen einen Moment zwischen ihnen nie gegeben.
„In Ordnung. Vielleicht können wir einpaar Informationen aus ihnen herausprügeln.“
Abigail nickte, drehte sich um und verließ Sommerfields ehemaligen Arbeitsplatz.
King blieb alleine dort zurück.


***


Kleiner Auszug aus Kapitel 2:

Warmes Blut floss ihren Unterarm hinab, bahnte sich seinen Weg bis zu ihrem Ellenbogen, wo es langsam, stetig auf den kahlen Boden tropfte. Doch es war nicht Abigails Blut, sondern das des Familiars, des Helfers der Vampire, dessen Gesicht gerade Bekanntschaft mit ihrer Faust hatte machen müssen.
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