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Lippenglanz

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
David Griffin
31.12.2009
31.12.2009
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1.370
 
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-Aus Griffins Sicht-





Lippenglanz


Du sitzt neben mir.
Eine Bierflasche in der Hand.
Budweiser, dein Lieblingsbier.
Es hängt an deinen Lippen, als du daran nippst.
Du schließt beim trinken die Augen und lässt mich dich heimlich beobachten.

Ich stell mir vor, das Bier von deinen Lippen zu lecken.

Und danach an einen fremden Ort zu teleportieren, damit du mich nicht verurteilen kannst.

“Hey, Griffin, Millie hat gefragt, ob du mal vorbeikommen willst. Du weißt schon, zum essen, sie wollte kochen. Ich wollte es ihr ausreden, aber gegen ihre Argumente komm ich nie an.”, sagst du und lächelst entschuldigend, wobei deine Braue zum Ansatz wandert.

Bei ihrem Namen, schnapp ich mir deine Flasche und trinke einen Schluck.
Versuche deinen Geschmack herauszufinden.
Und nebenbei von einer Antwort zu flüchten.

Du schubst mich leicht mit deiner Schulter an.
Wir sitzen nebeneinander, unsere angewinkelten Knie berühren sich fast.

“Also, was ist?”, fragst du erwartungsvoll aber irgendwie auch unsicher.
Warum bist du unsicher?

“Warum nicht.”, sage ich gespielt gleichgültig.
Hörst du mein ‘Lieber fress ich nen Paladin!’ heraus?

Du lächelst und ich grinse zurück.
Ich sehe dämlich aus.
Aber  du bist anscheinend glücklich,... mit meiner Zusage, mit deinem Leben, mit deiner Beziehung,...

Deine Finger berühren meine, als du mir die Flasche wieder aus der Hand reißt.

Aber du bemerkst das alles nicht.
Nichts.

~

Es ist 38° C im Schatten.
Der Sand unter mir ist fein und kreideweiß.
Ich bin so gut wie allein.
Lauwarme Wellen des Pazifischen Ozeans fließen über meine Füße.
Außer meiner Boxershorts, hängt meine Kleidung an einer Palme.

Briesen wehen über meine Haut hinweg, kitzeln mich mit Sand und winzigen Wasserspritzern.
Mein Haar ist voller Sand.

Es ist wunderschön hier.

Ich schließe meine Augen und alles ist rot, denn nacktes Sonnenlicht fällt auf mich.
Die Palmenblätter rascheln im Wind.
Ich erwarte, dass jeden Moment eine Kokosnuss auf mich fällt und grinse.
Meine Arme sind hinter meinen Kopf verschränkt.

Für andere ist das alles Urlaub.
Für mich ist es Alltag und ich genieße meinen Alltag.

“Bald siehst du aus wie ein Hummer.”

Ich zucke zusammen, als ich ausgerechnet deine Stimme höre.
Dein Schatten legt sich über mich.
Warum nicht du selbst?

“Hat mal nicht mal auf Fidschi seine Ruhe vor dir?”, jammere ich und stütze mich auf meine Ellenbogen.

Deine Haarspitzen sind feucht.
In London scheint es zu regnen.

“Ich hab dich gesucht und den Reiseführer gefunden. Nicht schlecht, Fidschi also, mh.”, sagst du und lässt deinen Mantel von deinen Schultern gleiten.

“Jetzt hast du meinen Fleck auf der Welt gefunden. Was machst du hier?”, frage ich dich nicht ohne Neugier.

Immerhin hast du eine Freundin die auf dich wartet.
Oder habe ich jetzt gerade zufällig in dein Leben gepasst.  

Von oben herab siehst du auf mich herunter.
Ich fühle mich hässlich.
Normalerweise wäre es mir so egal, wie es dir ist.

Du setzt dich auf deinen Mantel.
Winkelst deine Beine an und legst deine Arme auf deine Knie ab.

Nach zwei Minuten des Schweigens, ziehst du dein Shirt aus und ich sehe weg.
Am liebsten wäre ich jetzt in der Arktis.  

Deine Haut ist nicht so blass wie meine.
Du passt viel eher hierher, als ich.

“Wir hatten Streit.”, sagst du plötzlich und lockst mein Blick von deiner Brust zu deinen Augen.

Ich weiß sofort von wem er redet.
Freue mich bei der Vorstellung, wie du sie anschreist.
Hast du sie auch mit etwas beworfen? Ihr wehgetan? Sie verlassen?

“Und? Sie kriegt sich wieder ein. So sind Frauen nun mal. Vielleicht hat sie ihre Tage, dann könnte es etwas länger dauern.”, meine Stimme sagt Dinge, die ich nicht mal zuende denke.

Ich blinzle angestrengt gegen die Sonne, nur um dich zu sehen.
Du malträtierst deine Unterlippe.
Sie, deine Unterlippe, tut mir leid.

“Es war meine Schuld.”, beichtest du und weichst meinem Blick aus, indem du deine Hände in dein blondes Haar krallst.

Zahlreiche Armbänder hängen an deinem linken Handgelenk.
Jedes aus einem anderen Land.
Und eines von mir, aber ich sehe es nicht.
Wo ist es, David?

“Wie meinst du das?”, will ich wissen und richte mich auf.

In Sekundenschnelle lehne ich an einer Palme in meiner nähe und ebenso schnell sitzt du mir wieder gegenüber.
Könntest du das für immer machen?
Mir überall hin folgen?

Statt mir zu antworten, wirfst du deine Schuhe von deinen Füßen, erlöst sie auch von den Socken und krempelst deine Jeans hoch.
Ich sehe an deinem Gesicht, wie du das Gefühl des Sandes an deinen Füßen genießt.
Ich wünschte ich könnte dieses Gefühl für dich einfangen, weil es schon wieder verschwunden ist.

“Ich hab dir doch erzählt, dass sie dich gern bei uns zum essen einladen würde. Das war nicht ganz richtig.”, erzählst du und langsam werde ich richtig gespannt.

Beruht meine Abneigung gegenüber Millie möglicherweise auf Gegenseitigkeit?

“Stell dir vor ich wäre ein Pfarrer und nun mein Junge, beichte.”, mein Grinsen fühlt sich nicht mal echt an.

Du spannst dich kaum merklich an und da merke ich, dass es sich auf mich überträgt.
Meine Schultern sowie mein Bauch sind angespannt.  

Ich will, dass du etwas sagst, denn mein Bedürfnis dich zu berühren wächst von Minute zu Minute.
Bewusst strecke ich meine Beine aus, lege sie neben dich und du tust dasselbe!

Mein Herz schlägt aus.
Ich komme mir vor wie ein Idiot.
Ein rotglühender Idiot.

Von Wellen getragener Wind weht durch unsere Haare, lässt sie in alle Richtungen abstehen.

Ich will dich küssen.

“Ich wollte, dass du kommst. Nicht sie.”, flüsterst du fast.
Verlegenheit steht dir ins Gesicht geschrieben.

Ich will dich viel mehr als nur küssen.

“Warum?”, spreche ich meinen ersten Gedanken aus und bereue es sofort.
Ich hoffe, dass du es falsch interpretierst.
Meine Hände krallen sich in den Sand.
Lautlos rieselt er über meine Finger.

Du siehst mich direkt an.
Der Schatten der Palme lässt mich gelassen zurückblicken.
Aber ich bin alles andere als gelassen.

“Keine Ahnung.”, antwortest du leise, sodass die Wellen es fast verschlucken.

Ich tue so, als ob ich dich nicht verstanden hätte.
Ziehe mich nach vorne, rücke näher zu dir.
Schaue fragend.

Du rückst nicht zurück.
Ist das eine Einladung?

Wenn ich noch näher rücke, ist die freundschaftliche Nähe verschwunden.
Soll ich in Millies Bereich eindringen? Mir das nehmen, was ich will und sie noch hat?

Tausend Fragen brechen auf mich ein wie Wellen.  

Bevor ich an unbeantworteten Fragen ersticke, kommst du unerwartet näher, brichst selbst die Barriere und wartest.
Nur eine Nasenlänge entfernt.

Ist das deine wirkliche Antwort?

Meine Haarspitzen müssten dich jetzt kitzeln.
Mein Atem deinen streifen.
Mein Herz explodieren.

Ich spüre mein Bewusstsein ausklinken.
Deine Augen werden zu Spiegel für mich.
Irgendwie streichelt meine Hand plötzlich deinen Nacken, deinen Haaransatz.
Du atmest immer schneller, öffnest deinen Mund und ich kann nicht mehr widerstehen.

Leicht zögerlich und unbeholfen, wie beim ersten Kuss, stellen wir uns an.
Noch lasse ich dir die Wahl.
Überleg es dir gut.
Schnell.
Jetzt.

Du nimmst mir das Ruder aus der Hand, welches ich aber nie wirklich gehalten habe und stürzt dich auf mich.
Deine nackte Brust berührt meine, weicher Sand empfängt mich.

Neugier, Erleichterung, Leidenschaft, Verlegenheit und Gefühl liegen in diesen einen Kuss.
Jetzt wäre ich glücklich gestorben.

Du schmeckst besser, als jedes Bier und fühlst dich besser an, als jeder Orgasmus.

Ich fühl mich lebendig, weil ich dich fühle.
Schwer, kräftig, weich, warm und wirklich.

Deine Jeans drückt gegen meinen Schwanz und die heftige Reibung lässt mich zittern.
Der Kuss stirbt.
Ich will ihn wiederbeleben.

Aber deine Hände halten mein Gesicht am Boden und streichen mit den Fingerspitzen durch mein sandiges Haar.

Wieder siehst du mich an.
Diesmal aber anders.
Jetzt muss ich mich nicht mehr verstellen. Und du auch nicht,...

“Deshalb wollte ich, dass du kommst.”, sagst du, wobei deine leicht gerröteten Lippen sich zu einem Lächeln verziehen.

Ich habe Angst zu träumen und schließe meine Augen, nur um sie gleich darauf wieder zu öffnen.
Du bist noch da.
Genauso wie mein Ständer.





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Hab mal aus etwas Altem etwas Neues gezaubert ^^ hoffe es gefällt euch. Ich musste die beiden einfach mal selbst zusammenbringen XD Und so kurz vor Neujahr, warum nicht? ^^ Würde mich über ein paar Kommis freuen, wer denn auch nicht ;-) Liebe Grüße und frohes neues Jahr an alle Leser und Schreiber =)
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