Inspektor Jury: Plumpudding für Zwei (slash, AU)

GeschichteRomanze / P12 Slash
31.12.2009
31.12.2009
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2.910
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31.12.2009 909
 
Titel: Plumpudding für Zwei?
Autor: Lady Charena
Fandom: Martha Grimes Inspektor Jury
Pairung: Melrose/Richard, div.
Rating: PG, slash
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Melrose beschert Richard ein traditionelles, britisches Weihnachtsfest.
Inspiriert von T’Lens Storys, in denen die beiden heiraten. Ich hab mir auch ihre Idee ausgeliehen, dass die beiden verheiratet sind. Die Info rund um Plumpudding und alte Weihnachtstraditionen habe ich Agatha Christies Weihnachtsbuch entnommen.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


„Sieh’ dir das an“, meinte Richard, der in der Zeitung blätterte. „Die Leute bezahlen richtig viel Geld für so was.“

„Hmmmh?“ Melrose öffnete probeweise ein Auge und sah ihn über den Tisch hinweg an. So recht klappte es noch nicht mit seiner Aufnahmefähigkeit und überhaupt hatte er an seiner ersten Tasse Kaffee bisher nur gerochen. Bevor er die Tasse nicht gegess... nein, Moment, den Kaffee getrunken hatte, würde sich daran auch nichts ändern. Leider wirkte Koffein nicht bei reiner Inhalation. Allerdings brachte er es bisher noch nicht über sich, die Hand und den Arm und die Tasse zu heben... Konnte niemand intravenösen Kaffee erfinden? Obwohl, wenn er es recht bedachte, hasste er Nadeln noch mehr...

Stand Richard wirklich jeden Tag im Morgengrauen auf? Wieso quälte man die Menschen so? Da war er nun aus lauter Liebe seinem Liebsten gefolgt; hatte sich aus dem warmen, gemütlichen Bett gehievt, nur damit ihm dann die Badezimmertür vor der Nase zugeschlagen wurde. Angeblich würde er im Bad immer so lange brauchen und Richard meinte, er wäre ohnehin schon spät dran. Wurde wirklich Zeit, dass Richard seinen Urlaub antrat und sie nach Ardry End fuhren. Wenigstens hatte er ihn überreden können, über die Feiertage London zu verlassen und sich dafür mit Mrs. Wassermann und Carole-anne verbündet. Wenn er es richtig betrachtete, war das mehr als ein normaler Urlaub. Es waren ihre Flitterwochen.

„Du bist noch gar nicht wach, richtig?“, fragte Richard lächelnd und sah ihn über den Rand der Zeitung hinweg an. „Warum gehst du nicht wieder ins Bett?“

„Allein?“, schmollte Melrose und überwand sich endlich, an seinem Kaffee zu nippen, der leider inzwischen fast kalt war. Er schnitt eine Grimasse und ließ dann den Kopf dramatisch auf die Tischplatte fallen. Dummerweise direkt auf eine Gabel. Mit einem Schmerzenslaut richtete er sich wieder auf und fand sich plötzlich Richard sehr viel näher.

Der war nämlich aufgestanden und neben ihn getreten. Jetzt beugte er sich zu ihm herunter und küsste ihn auf die Stirn, wo sich die Gabelzinken abzeichneten. „Ich glaube, du gehst besser noch mal ins Bett, bevor du dich in deinem Zustand selbst verstümmelst. Was hältst du davon, wenn du mich heute Mittag zum Lunch ausführst? Bis dahin bist du doch hoffentlich wach?“ Er richtete sich auf und trank seinen Kaffee aus. Dann holte er seinen Mantel und ging zur Tür.

„Hey, was ist mit einem richtigen Abschiedskuss?“, rief ihm Melrose hinterher. „Wir sind gerade erst ein paar Monate verheiratet und schon vernachlässigst du mich.“

„Wenn du wach genug bist, um dich wieder aktiv an unserer Ehe zu beteiligen“, entgegnete Richard und zog die Wohnungstür hinter sich ins Schloss.

„Sadist“, murrte Melrose und ließ wieder den Kopf sinken. Dieses Mal nachdem er zuvor den Arm auf den Tisch gelegt und die Gabel zur Seite geschoben hatte.

Nach einer Weile hob er den Kopf wieder – auf Dauer war ihm hier das doch zu ungemütlich - und zog die Zeitung zu sich herüber. Hatte Richard nicht von irgendwas gesprochen, was da drin stand? Er überflog die aufgeschlagene Seite. Nichts Interessantes, soweit er... Halt, das musste es sein. Es war ein Bericht über die Besitzer von alten Landhäusern, die traditionelle, britische Weihnachtsfeste für Touristen anboten. „Von Strümpfen und Truthahn, Plumpudding und Austernsuppe“, lautete die Überschrift. Besonders Japaner schienen sich dafür besonders begeistern zu können. Irgendwie bizarr.

Melrose lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. So recht hatten sie ihre Pläne für die kommenden Feiertage noch nicht besprochen, abgesehen davon, dass sie sie zusammen verbringen wollten, was für ihn das Wichtigste war. Aus diesem Grund war er auch persönlich nach London gefahren, um Richard abzuholen. Wenn er da war, konnte er ein Auge darauf haben, dass nicht noch in letzter Sekunde etwas dazwischen kam – und wenn er Richard mit seinen eigenen Handschellen an den Bentley ketten musste, um ihn von der Arbeit abzuhalten!

Hmmh. Eigentlich war das gar keine schlechte Idee. Er wusste zwar nicht, wie dieses altmodische Weihnachtsfest genau aussah, aber das sollte man herausfinden können. Oder er fragte einfach Ruthven. Sein Butler war ein wandelndes Lexikon, wenn es um Traditionen ging.

Irgendwie war er jetzt überhaupt nicht mehr müde. Melrose stand schwungvoll auf – und rammte den Tisch, worauf seine Kaffeetasse umfiel, ihren kalten Inhalt über sein Bein goss und den Tisch in einen hellbraunen Teich verwandelte. Fluchend betrachtete Melrose die Bescherung. Er musste wirklich hier raus. Diese winzige Wohnung war wie ein Magnet für Unheil. Plötzlich benahm er sich wie der letzte Trampel!

Er griff sich ein Geschirrtuch, das auf dem Herd lag und warf es auf den Tisch, damit es die Sauerei aufsaugen konnte, dann ging er duschen und sich umziehen. Er hatte einige Anrufe zu erledigen – einer davon würde nach Ardry End gehen – und anschließend ging er shoppen. Ob „Harrods“ so früh am morgen überhaupt schon geöffnet war? Oder sollte er zuerst zu „Fortnum and Mason“?

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