Merlin (BBC): White as Snow (slash)

GeschichteRomanze / P12 Slash
30.12.2009
30.12.2009
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Wie sich bald darauf herausstellte, hatte ihn Arthur nur zu sich gerufen, um ihm mit zu teilen, dass sie in einer Stunde in den Wald reiten würden, halb Jagdausflug, halb Kältetraining für die Ritter und dass Merlin ihn zu begleiten hatte.

Merlin schluckte die Frage nach dem „Wieso ich?“ hinunter und nickte. „Ja, Sire.“ Er stand bei der Tür und Arthur bei der Feuerstelle, aber es war eine andere Distanz im Raum, die nichts mit den paar Schritten kalten Steinbodens zu tun hatte, der sich zwischen ihnen erstreckte.

„Ich will, dass du dich persönlich um mein Pferd kümmerst und die Ausrüstung.“

Arthur hatte ihn noch kein einziges Mal angesehen, seit er die Kammer betreten hatte, ohne anzuklopfen, wie es zwischen ihnen üblich geworden war – und ohne dafür getadelt zu werden, wie es ebenfalls üblich war – und Merlin trat unruhig von einem Bein auf das andere, seine nach nassem Schaf duftenden, fettglänzenden Hände auf dem Rücken versteckt. Zumindest hatte Gaius nicht übertrieben, seine Finger fühlten sich nicht mehr ganz wie trockene Zweige an, die bei einer heftigen Bewegung abbrechen konnten.

„Ja, my Lord“, ganz pflichteifriger Diener.

Arthur sah ihn an… nein, musterte ihn prüfend von Kopf bis Fuß und Merlin sah fragend an sich herunter.

Sein Blick fiel auf den Umhang, der gefaltet und schief über Merlins Schulter hing – die einzige Möglichkeit, ihn zu Arthurs Kammer zu transportieren (ohne Magie anzuwenden) ohne fettige Fingerspuren auf dem Stoff zu hinterlassen, deren Entfernung dann wieder in seinen Händen liegen würde. Ihn einfach um die Schultern zu legen und zu tragen, wie er vorgesehen war, wäre Merlin nie in den Sinn gekommen. Er ließ den Umhang ungeschickt auf seinen Unterarm fallen, die Hand von sich weggestreckt und beförderte ihn so über eine Stuhllehne.

Arthur beobachtete ihn stirnrunzelnd. „Ist das eine neue Technik?“, fragte er. „Du hast doch keine schmutzigen Finger, oder? Sonst…“ Er war näher getreten, während er sprach und sah nun auf Merlins Hand, auf die gerötete, fettglänzende Haut. „Was ist das?“ Er verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ähem… nichts.“ Merlin räusperte sich, als ihn Arthur ansah. „Also… der Schnee gestern und… aber Gaius meinte, es ist  nicht schlimm… also wirklich nichts.“ Er schloss den Mund, bevor er noch mehr Unzusammenhängendes stotterte und spürte die Hitze in seine Wangen zurückkehren. Wieso benahm er sich wie eines dieser albernen Küchenmädchen, die jedes Mal rot anliefen und kichernd miteinander tuschelten, wenn Arthur zufällig in ihre Richtung sah. „Es ist nichts, was mich an der Erfüllung meiner Pflichten hindert, Sire“, brachte er schließlich einen ganzen Satz zustande, auch wenn der fürchterlich steif und formal klang.

„Gut.“ Arthur kehrte an die Feuerstelle zurück und wandte ihm den Rücken zu.

Offensichtlich war er entlassen.

„Merlin.“

Oder doch nicht. Merlin drehte sich um. „Ja?“

„Ich habe das mit den Handschuhen gestern ernst gemeint. Du bist mir nicht von Nutzen, wenn du nichts anfassen kannst.“ Ein weiterer dieser prüfenden Blicke, unter halbgesenkten Lidern hervor, die welchen Ausdruck auch immer in seinen Augen verschleierten. „Und sieh‘ zu, dass du dir wärmere Kleidung beschaffst.“

Merlin nickte und wartete auf weitere Anweisungen, doch offenbar war Arthur für den Moment fertig. Er wartete noch einen Augenblick länger und stieß die Tür dann unbeholfen mit dem Ellbogen auf. Der Kloß in seiner Kehle war zurück.
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