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If I let you go - the second time

von Lady23
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Ryan Atwood
16.12.2009
16.12.2009
1
5.355
 
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16.12.2009 5.355
 
Ein ganz herzliches „Hallo“ zusammen!
Es freut mich wirklich sehr, dass ihr auf meinen kleinen Oneshot geklickt habt. Wer jetzt nicht gleich wieder geht, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen!
Alles Gute und liebe Grüße
Lady23




Aber natürlich dürfen auch hier ein paar Anmerkungen nicht fehlen =) :
1.     Dieser Oneshot spielt nach dem Ende der Serie „O.C., California“ und spiegelt eine frei erfundene Handlung wieder.
2.     Alle agierenden bekannten Personen sind nur geliehen und müssen nicht zwangsläufig ihren ursprünglichen Charakteren entsprechen. Alle Rechte liegen bei ihren Schöpfern.
3.     Mit diesem Oneshot verdiene ich kein Geld. Ich habe ihn nur geschrieben, weil ich finde, dass diese Paarkonstellation die Beste war, die im Laufe der Serie aufgetreten ist und ich es schade fand, dass sie nicht von Dauer war.
4.     Ich denke nicht, dass noch ein Fehlerchen versteckt ist, mein Rechtschreibprogramm hat mir zumindest keines mehr angezeigt und beim Durchlesen ist mir auch keins mehr aufgefallen. Wer doch noch einen Fehler findet, darf ihn gerne behalten =).
5.     Natürlich freue ich mich, wie alle anderen hier auch, über jedes Review und konstruktive Kritik.



Ich hoffe, nichts Wichtiges vergessen zu haben!
Und nun, geht`s endlich los:











Laut drang der Baulärm an ihre Ohren. Das Klirren von riesigen Stahlträgern und das Rumoren der schweren Maschinen taten fast in den Ohren weh. Dazu kam noch der viele Staub und der Dreck und das heiße Wetter war das Tüpfelchen auf dem i. Seit ein paar Tagen war es in Berkeley unglaublich heiß. Jeden Tag kletterte das Thermometer auf über 30°C und auch in den Nächten war es unsagbar warm. Meist sogar schwül, was noch schlimmer zu ertragen war.
Und, wenn sie es hätte vermeiden können, wäre sie jetzt sicher nicht hier. Andererseits, wollte sie es auch gar nicht vermeiden, denn immerhin würde in dem neuen Einkaufszentrum, welches vor ihr im Entstehen war, ihr neuer Arbeitsplatz sein. Vom Inhaber des Zentrums wusste sie außerdem, dass alle neuen Mieter der Läden, die eröffnet werden würden zu einer Kurzbesichtigung antreten mussten. Heute war ihr Termin. Mit einem Blick zu beiden Seiten überquerte sie die Hauptstraße, die an der Baustelle vorbei führte und betrat das Grundstück, auf dem die neue Mall gebaut wurde. Hustend ging sie in den Schatten der unteren Etage und sah sich nach dem Bauleiter um. Schließlich entdeckte sie einen Mann im Anzug. Sie fragte sich kurz, wie er es in der dunklen Kleidung nur aushalten konnte. Ihr war selbst das knielange, luftige Sommerkleid zu warm. Sie schob den Gedanken beiseite und trat auf den Mann zu, der gerade einen Bauplan begutachtete.
„Entschuldigen Sie“ sprach sie ihn an. Dabei musste sie ziemlich laut sprechen, da er sie sonst kaum hören würde.
„Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?“ antwortete er ihr ebenso laut.
„Ja, mein Name ist Sadie Campbell. Ich habe einen Termin zur Ladenbesichtigung.“
„Sie sind aber früh dran“ meinte der Mann mit einem Blick auf seine Uhr.
„Ja, ich weiß“ gab sie zurück.
„Tut mir Leid, Ms. Campbell, aber ohne den Chefarchitekten kann ich Sie nicht rumführen. Anweisung von ganz oben“ entschuldigte er sich.
„Ist schon in Ordnung. Wann soll ich denn wiederkommen?“
„Tja, am besten wäre es, wenn ich Sie anrufe, da der Architekt gemeint hat, er könne keinen genauen Zeitpunkt festlegen. Er betreut zurzeit noch ein zweites Projekt.“
„Verstehe. Kann ich Ihnen meine Nummer hinterlassen, damit Sie mich anrufen können, wenn Sie den Termin wissen?“
„Natürlich.“ Sadie nickte und kramte aus ihrer Handtasche einen kleinen Zettel und einen Stift hervor. Sie notierte dem Bauleiter ihren Namen und ihre Nummer und verließ das Grundstück wieder.
Sie beschloss zum Hafen zu gehen und sich dort ein wenig auszuruhen, bis der Anruf kam. Auf dem Weg dorthin kaufte sie sich eine Zeitung und blätterte die Immobilienanzeigen durch. Noch wohnte sie nicht in Berkeley. Sie hatte sich noch nicht mal ein Zimmer gemietet. Gleich, nachdem sie hier angekommen war, hatte sie ihr Gepäck in einem Schließfach verstaut und war zu der Baustelle aufgebrochen. Still lesend lief sie den Fußweg entlang, achtete jedoch auf den wenigen Gegenverkehr. In ihrer Hand hielt sie einen Kugelschreiber, um sich die für sie interessanten Anzeigen anzustreichen. Gerade hatte Sadie eine gefunden die gut klang und wollte den Kugelschreiber oben drücken, doch er fiel ihr aus der Hand.
„Oh“ machte Sadie und wollte sich nach ihm bücken, doch ein kleiner Blondschopf kam ihr zuvor.
„Hier“ sagte das kleine Mädchen und gab ihr lächelnd den Kugelschreiber zurück. Sie strahlte sie an und enthüllte dabei eine Zahnlücke. Neugierige blaue Augen blitzten zu ihr auf. Sadie erwiderte das Lächeln der Kleinen und nahm den Stift zurück.
„Vielen Dank, kleine Lady“ bedankte sie sich freundlich. Plötzlich erstarb das Lächeln des Mädchens.
„Du bist Sadie“ sagte sie zu ihrem Gegenüber. Sadie stutzte. Sie war verwirrt. Woher kannte die Kleine ihren Namen. Sie konnte sich nicht daran erinnern ihr schon einmal begegnet zu sein.
„Woher weißt du …“
„Sophie, belästigst du die junge Frau?“ ertönte eine weibliche Stimme hinter ihnen. „Entschuldigen Sie bitte …“ setzte die Frau, zu der die Stimme gehörte, an, doch sie brach ab, als sie Sadie erkannte. „Sadie!“ sagte sie erfreut.
„Hallo, Kirsten“ antwortete Sadie.
„Sag ich doch“ warf Sophie ein und sah lächelnd zu, wie sich Sadie und ihre Mutter umarmten.
„Was machst du hier?“ fragte Kirsten.
„Ich bin beruflich hier.“
„Wie das?“
„Ich werde in der neuen Mall, die an der Straße oben gebaut wird, ein Schmuckgeschäft eröffnen.“
„Schön!“ freute sich Kirsten ehrlich. „Hast du Zeit für einen Kaffee oder eine Eisschokolade, dann können wir uns ein wenig unterhalten?“ fragte Kirsten.
„Natürlich.“
„Am Hafen ist ein kleines Café „ meinte die blonde Frau.
„Dann gehen wir doch dorthin.“ Kirsten nickte und wenige Minuten später saßen die Drei in einem kleinen Café direkt am Meer. Hier war es nicht ganz so heiß, aber dennoch drückend. Als sie ihre Bestellung aufgegeben und Sophie etwas zum Malen gegeben hatten, begannen sie sich gegenseitig Fragen zu stellen.
„Also, wie kommt es, dass du hier ein Schmuckgeschäft eröffnest?“
„Nun ja, in Berkeley habe ich noch kein eigenes Geschäft. Ich habe in den letzten Jahren an mehreren Orten ein Geschäft eröffnet. Hauptsächlich dort, wo viele Studenten leben, die sich eher für meinen Schmuck interessieren. Es läuft wirklich gut und nun möchte ich hier meinen Hauptsitz festigen.“
„Das freut mich für dich, wenn du so erfolgreich bist“ meinte Kirsten lächelnd.
„Vielen Dank. Ich bin momentan auch recht zufrieden.“ Kirsten nickte.
„Wohnst du dann auch hier?“ warf Sophie ein.
„Ähm, ja“ sagte Sadie. „Ich bin gerade auf der Suche nach einer Wohnung.“
„Du kannst bei uns wohnen“ sagte Sophie überzeugt. „In meinem Zimmer ist genug Platz.“
„Danke für das Angebot, aber ich will euch nicht zur Last fallen.“
„Du würdest uns doch nicht zur Last fallen“ wehrte Kirsten ab. „Aber sie hat sicher schon ein Hotelzimmer“ fügte sie an Sophie gewandt hinzu.
„Um ehrlich zu sein, habe ich das nicht.“
„Oh.“
„Bitte, Mommy. Ich finde sie nett“ bettelte Sophie ihre Mutter an. Sadie belächelte die Szene. Sie fand Sophie wirklich zauberhaft.
„In Ordnung“ meinte Kirsten.
„Jippi“ freute sich die Kleine und malte eifrig an ihrem Bild weiter.
„Aber nur, wenn es dir Recht ist“ sagte Kirsten.
„Nun ja, es wäre schon schön“ lächelte Sadie sie an.
„Na dann, freue ich mich, dass du zu uns kommst!“
„Danke.“ Kirste nickte.
Der Kellner brachte ihre Bestellung und sie ließen sich ihr Eis schmecken.
„Und, was hat euch nach Berkeley verschlagen?“ fragte Sadie.
„Zum größten Teil das Erdbeben, welches vor einigen Jahren in New Port gewütet hat. Wir haben unser Haus verloren und Seth hat sich unser Haus, das wir früher hier hatten, zurück erkämpft. Ryan war ihm dabei eine Hilfe. Und weil wir auch schon länger Sehnsucht nach Berkeley hatten, sind wir wieder zurück gezogen. Ich arbeite nur noch drei Tage in der Woche, aber das reicht mir auch. So kann ich mich viel intensiver um meine Familie kümmern als früher. Und Sandy unterrichtet Jura an der Uni.“
„Schön, dass es euch so gut geht.“
„Ja, das freut uns auch“ meinte Kirsten und lächelte auf Sophie nieder. Sadie lächelte ebenfalls.
„Hast du einen Freund?“ fragte Sophie plötzlich.
„Sophie! So etwas fragt man nicht.“ Sophie machte ein schuldbewusstes Gesicht.
„Ist schon in Ordnung, Kirsten. Nein, ich habe keinen Freund. Warum willst du das denn wissen?“ Sophie grinste breit.
„Weil Ryan dauernd von dir spricht“ sagte sie, als wäre es das Normalste von der Welt. Sadie stutzte und sah Kirsten verwundert an. Sie seufzte.
„Sie hat Recht“ bestätigte Kirsten ihr. „In letzter Zeit spricht er öfter von dir.“
„Warum?“
„Keine Ahnung. Das sollte er dir lieber selber sagen. Aber ich vermute, er hat über seine Vergangenheit nachgedacht, jetzt wo er erwachsen ist und fast alles erreicht hat. Und abgesehen von uns, glaube ich, denkt er, dass du das Beste bist, was ihm jemals passiert ist. Und ich stimme ihm da voll und ganz zu.“ Überwältigt sah Sadie auf ihren halbvollen Eisbecher und stocherte darin herum. „Willst du mit ihm reden?“ Sadie dachte kurz nach und ihr Bauch sagte ihr, dass sie nie eine glücklichere Zeit gehabt hatte, als die, die sie mit Ryan verbracht hatte. Ihr Herz machte einen Sprung als sie an die Aussicht dachte ihn zu sehen.
„Ja“ sagte sie also „gibst du mir seine Nummer?“
„Natürlich“ sagte Kirsten und schrieb Sadie Ryans Nummer auf einen Zettel. Sie bedankte sich und steckte ihn in ihre Tasche. Nachdenklich aß sie ihr Eis weiter. Sie hätte nie gedacht, dass Ryan und sie sich jemals wieder sehen würden. Zwar hatte sie ihm gesagt, er solle sich mal bei ihr melden, als sie vor sechs Jahren aus New Port weggegangen war, doch das hatte er nicht getan. Gut, sie auch nicht. Aber ihr tat es damals einfach zu weh, gegangen zu sein. Sadie hatte sich oft gefragt, ob sie die falsche Entscheidung getroffen hatte. Ja, sie hatte diesen Schritt sogar mehrmals bereut. Deshalb hatte sie seit der Trennung von Ryan keine Beziehung mehr gehabt, obwohl sie mehrere Gelegenheiten gehabt hatte. Sie vermisste ihn wirklich. Jeden Tag, seit sie gegangen war. Und nun erfuhr sie, dass Ryan ebenfalls an sie dachte und von ihr sprach. Hoffnung keimte in ihrem Inneren auf. Hoffnung auf eine zweite Chance mit ihm. Und dieses Mal konnten sie vielleicht für immer zusammen sein. Ihr Herz wusste schon jetzt, dass dies einer ihrer Träume war. Einer von den Träumen, von denen sie gedacht hätte, dass sie niemals in Erfüllung gehen.
„Ist alles Okay?“ fragte Sophie.
„Ja“ sagte Sadie „ich habe nur kurz über etwas nachgedacht.“
„Über was denn?“
„Sophie, sei nicht so neugierig“ tadelte Kirsten sie. Wieder machte sie ein schuldbewusstes Gesicht, was Sadie belächelte. Dann durchbrach das Klingeln eines Handys die Stille. Kirsten kramte ihr Telefon aus ihrer Handtasche. „Entschuldigt bitte, da muss ich rangehen“ sagte sie und stand auf, um das Gespräch anzunehmen.
„Hast du an Ryan gedacht?“ fragte Sophie sofort, als ihre Mutter außer Hörweite war.
„Ja, das habe ich“ kicherte Sadie.
„Ihr hattet euch richtig gern, stimmt`s?“
„Kann man so sagen.“
„Er sagt, er mag dich immer noch sehr gern.“
„Wirklich?“
„Ja. Er sitzt oft, wenn ich ihn besuche, mit einem blauen Fotoalbum da und guckt sich Bilder an.“
„Ein blaues Fotoalbum“ flüsterte sie und senkte den Blick. Ryan und sie hatten es zusammen gekauft und ihre Fotos darin aufgeklebt. „Hast du die Bilder gesehen?“ fragte sie Sophie.
„Ja“ nickte sie. „Als ich irgendwann mal zu ihm gekommen war und er die Fotos angeguckt hat, hat er mir von dir erzählt. Und er war dabei richtig glücklich. Wie auf den Fotos.“ Sadies Herz ergriff Trauer und Sehnsucht. Ein tiefes Verlangen Ryan zu sehen und ihm zu sagen, dass es ihr Leid tat und dass sie ihn noch immer liebte nahm von ihr Besitz.
„So, ich bin wieder da“ lenkte Kirstens Stimme sie ab. „Wir müssen jetzt leider los“ sagte sie.
„Wieso?“ fragte Sophie.
„Eine meiner Kolleginnen ist krank geworden und meine Firma hat heute eine wichtige Präsentation. Ich muss jetzt für sie einspringen. Und du gehst zu Seth und Summer, wenn ich sie erreiche“ sagte Kirsten zu Sophie.
„Kann nicht Sadie auf mich aufpassen? Dann musst du sie nicht mal anrufen.“
„Ähm …“ setzte Kirsten an und sah skeptisch zu Sadie rüber.
„Meinetwegen gerne“ sagte Sadie.
„Hurra“ freute sich Sophie und sah Kirsten mit einem Dackelblick an.
„In Ordnung“ willigte Kirsten ein. Sophie umarmte sie und gab ihr ein klebriges Bussi. „Aber benimm dich!“
„Ich verspreche es dir!“ nickte Sophie, sodass ihre Haare flogen.
„Gut, dann geb ich dir noch meine Nummer, damit du weißt, wann wir dann zu Hause sind. Und falls etwas ist, ruf eher an.“
„Mach ich“ sagte Sadie. „Ich erwarte selbst auch noch einen Anruf zu einem Termin. Da müsste Sophie dann mit auf die Baustelle kommen.“
„Cool“ sagte die Kleine.
„Welche Baustelle?“ fragte Kirsten.
„Die, wo die neue Mall gebaut wird.“
„Oh, ach ja. Du hast dort sicher deinen Ladenbesichtigungstermin, richtig?“
„Ja.“
„Das ist kein Problem. Die Besichtigungen erfolgen dort immer erst, wenn die Arbeiter gegangen und keine Maschinen mehr im Einsatz sind. Das weiß ich zufällig vom Hörensagen. Passt aber trotzdem gut auf euch auf, ihr Zwei. Und hör auf das, was Sadie dir sagt!“ sagte sie zu Sophie.
„Okay, Mommy.“
„Gut, dann bis heute Abend. Und viel Spaß euch Beiden.“
„Danke“ sagte Sadie.
„Bye, Mommy“ sagte Sophie. Kirsten gab ihr noch einen Kuss, ließ Sadie etwas Geld zum Bezahlen da und verschwand zwischen den Leuten, die auf dem Fußweg unterwegs waren. Sadie und Sophie aßen noch in Ruhe auf und als sie bezahlt hatten, machten sie sich auf den Weg in einen Park, der ganz in der Nähe war. Sophie hatte Sadies Hand genommen und lief leise singend neben ihr her.
„Möchtest du jetzt etwas Bestimmtes machen?“ fragte Sadie die Kleine.
„Hhmm“ überlegte sie und kratzte sich am Kinn. „In der Mitte des Parks ist ein See, da kann man Boote ausleihen.“
„Oh, okay. Dann sehen wir mal, ob wir eines erwischen.“
„Ja“ nickte Sophie begeistert und zog Sadie ein wenig schneller weiter.  Fünfzehn Minuten später trafen sie am Bootssteg ein und hatten Glück. Sie konnten sich sogar zwischen einem Ruderboot und einem Tretboot entscheiden.
„Mit welchem Boot wollen die Damen denn fahren?“ fragte der ältere Mann.
„Entscheide du“ meinte Sadie zu Sophie.
„Das Tretboot“ kam es wie aus der Pistole geschossen.
„Dann nehmen wir das“ sagte Sadie zu dem Mann, der nickte und sie dann zu dem blauen Boot brachte.
„Viel Spaß“ wünschte er.
„Danke“ sagten Sadie und Sophie zusammen und fuhren los. Sophie strampelte mit Hingabe, um Sadie zu helfen das Tretboot vorwärts zu bekommen. Ziemlich schnell erreichten sie eine von mehreren kleinen Inseln, die im See waren.
„Puh“ machte Sophie und wischte sich über die Stirn. Sadie kicherte.
„Willst du rein hüpfen?“ fragte sie.
„Darf ich?“
„Klar. Kannst du schwimmen?“
„Nein“ sagte Sophie traurig.
„Dann komm ich mit“ meinte Sadie.
„Aber wir haben gar keine Handtücher.“
„Ich denke nicht, dass wir welche brauchen werden. Die Sonne und die Luft werden uns trocknen.“
„Ja“ nickte Sophie strahlend.
„Na dann, los.“ Die Beiden zogen sich bis auf die Unterwäsche aus. Dann sprang Sadie zuerst ins Wasser. Noch konnte sie bequem auf dem sandigen Grund des Sees stehen. Sophie sprang neben ihr vom Boot, das sie an einem Baum festgemacht hatten. Ihr reichte das Wasser schon bis zum Bauch. Langsam gingen sie tiefer in den See. Das Wasser hatte eine angenehme Wärme und  als es Sophie bis zum Hals reichte, nahm Sadie sie Huckepack und schwamm los. Sophie hielt sich an ihr fest und lachte fröhlich.
„Das macht Spaß“ sagte Sophie nach einer Weile.
„Freut mich. Wenn du möchtest, dann bringe ich dir das Schwimmen bei.“
„Au ja.“
„Okay.“
„Und wann?“
„Tja, weiß nicht …“ Ein Telefon klingelte. Schnell setzte Sadie Sophie im flachen Wasser ab und versuchte, so eilig wie möglich, zum Boot zurück zu kommen. Nach dem achten Klingeln ging sie ran. Sie hatte Glück, ihr Gesprächspartner war noch dran. Es war der Leiter der Baustelle, der ihr sagte, sie könne in einer Stunde zu ihrem Besichtigungstermin kommen. Sie bedankte sich und legte auf.
„Wer war das?“ fragte Sophie.
„Das war der Bauleiter. Wir können in einer Stunde meinen Laden angucken gehen.“
„Cool“ sagte Sophie. Sadie hob sie zurück ins Boot und dann machten sie sich auf den Weg zurück zum Steg.

Pünktlich, zum vereinbarten Zeitpunkt, betraten Sadie und Sophie das Baugrundstück. Jetzt war es hier sehr ruhig. Nur der Lärm des Straßenverkehrs drang von hinten an sie heran. Die großen Maschinen standen ruhig auf der Baustelle verteilt und knarrten ab und zu, als sich die Motoren immer mehr abkühlten. Sophie blickte staunend umher.
„Wow“ sagte sie.
„Ziemlich beeindruckend, nicht wahr?“ fragte Sadie lächelnd.
„Ja“ sagte Sophie ehrfürchtig. Sadie kicherte leise.
„Ah, Ms. Campbell, das sind sie ja“ ertönte die Stimme des Bauleiters.
„Guten Abend“ sagte Sadie und reichte ihm die Hand.
„Guten Abend. Wer ist denn diese bezaubernde junge Dame?“ fragte er Sophie.
„Ich bin Sophie.“
„Freut mich, Sophie. Es ist schön, dich hier zu sehen, aber eigentlich dürfen Kinder nicht auf eine Baustelle.“ Sofort schwand Sophies euphorischer Gesichtsausdruck und sie sah traurig zu dem Mann auf. Sie rückte halb hinter Sadie zurück und schniefte leise.
„Das ist meine Schuld, Sir. Ihre Mutter hatte einen dringenden Termin und niemanden der auf sie aufpasst.“
„Ich bin auch ganz lieb“ sagte Sophie fast flüsternd.
„Hhmm … na meinetwegen“ willigte der Bauleiter schließlich ein. „Aber sag das bloß niemandem, sonst komme ich in Teufels Küche.“ Er lächelte Sophie leicht an.
„Versprochen“ sagte sie, wieder etwas fröhlicher.
„In Ordnung“ sagte er. „Leider muss ich Sie jetzt verlassen, aber der Chefarchitekt erwartet Sie schon. Ich habe einen dringenden Termin zum Abendessen.“ Sadie stutzte. „Hochzeitstag“ sagte er nur und Sadie nickte verstehend.
„Dann viel Spaß“ wünschte sie.
„Vielen Dank. Mr. Atwood ist gleich dort um die Ecke.“ Er deutete hinter sie und wandte sich zum Gehen. „Einen schönen Abend noch!“
„Danke“ sagte Sadie leise. Hatte er gerade Mr. Atwood gesagt? Sadie wusste, dass Ryan Architektur studieren wollte. Doch konnte es das Schicksal wirklich so gut mit ihr meinen? War er wirklich ganz nah bei ihr? Sophie ließ ihre Hand los und lief schnell um die Ecke, wo der Bauleiter sie hingeschickt hatte. „Warte“ sagte Sadie, doch Sophie war schon angekommen.
„Ryan!“ rief sie und rannte los.
„Sophie?“ hörte Sadie Ryan verwundert fragen. Sie trat um die Ecke und sah, wie Ryan und Sophie sich umarmten. „Was machst du hier?“ fragte er.
„Ich gucke mir mit Sadie ihren neuen Laden an“ berichtete sie.
„Was?“ fragte er stirnrunzelnd.
„Da“ meinte Sophie und deutete auf Sadie, die in einiger Entfernung stehen geblieben war. Ryan folgte ihrem Finger mit den Augen. Als sein Blick Sadie erfasste, sah er sie überrascht an. Er ließ Sophie los und richtete sich auf. Sadie winkte ihm kurz zu.
„Hey, Ryan“ sagte sie und lächelte leicht. Langsam gingen sie aufeinander zu. Kurz sahen sie sich an, als sie voreinander standen, dann lächelte er sie an und schloss sie in seine Arme. Ein Glückgefühl erfasste sie Beide. Es tat gut, sich wieder zu halten und automatisch rückten sie noch ein wenig enger zusammen und sogen den Geruch des anderen tief ein. Sophie sah sie lächelnd an. Sie hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt und drehte den Oberkörper hin und her.
„Bist du jetzt meine Schwägerin?“ fragte sie drauf los. Sadie und Ryan lösten sich peinlich berührt voneinander.
„Sehen wir uns deinen Laden mal an, deswegen sind wir ja hier“ sagte Ryan schnell.
„Genau“ meinte Sadie und nahm Sophie wieder bei der Hand. Das Mädchen ergriff mit ihrer freien Hand die von Ryan. So gingen sie durch den Rohbau der Mall und inspizierten Sadies zukünftiges Schmuckgeschäft. Es bestand aus einem großen Verkaufsraum, mit einer Fensterfront, einem kleinen Lagerraum mit angrenzendem kleinen Büro mit Kochecke und einem weiteren Raum, um Reparaturen oder Gravuren zu machen. Ein zusätzlicher Lagerraum befand sich noch in einem anderen Teil der Mall, wo auch alle anderen Geschäfte einen Lagerraum haben würden.
„Und?“ fragte Ryan, als sie ihren Rundgang beendet hatten.
„Cool“ warf Sophie ein. Die Erwachsenen kicherten.
„Es ist großartig“ sagte Sadie und lächelte ihn an.
„Gut“ meinte er. „Noch Fragen?“
„Nein.“
„Dann schließen wir das Berufliche ab, indem du mir ein Autogramm gibst“ sagte Ryan und hielt Sadie ein Formular und einen Stift entgegen. Sie nahm Beides und setzte ihren Namen auf das Papier, auf dem sie bestätigte, die Besichtigung durchgeführt zu haben.
„Und nun?“ fragte Sophie.
„Jetzt bringe ich euch nach Hause.“
„Oh ja, Mommy wird sich freuen dich zu sehen.“ Ryan nickte. „Schläfst du dann auch bei uns?“
„Wieso auch?“
„Sadie schläft bei uns.“ Ryan sah Sadie fragend an.
„Kirsten hat es mir angeboten, weil ich noch kein Hotelzimmer gebucht habe. Ich bin selbst erst heute Vormittag angekommen.“
„Alles klar. Und wo ist dein Gepäck?“
„In einem Schließfach.“
„Dann sollten wir das noch holen, bevor ich euch nach Hause fahre“ sagte Ryan. Inzwischen waren sie schon fast wieder auf der Straße.
„Und wo schläfst du nun?“ wollte Sophie noch immer wissen.
„Vielleicht darf ich ja Seth` altes Zimmer beanspruchen“ stellte Ryan in den Raum. Sophie nickte. Sie strahlte übers ganze Gesicht. Ryan lächelte sie an, dann verschloss er die Baustelle und brachte seine Begleiterinnen zu seinem Auto.

Sofort, als Ryan den Wagen gestoppt und ihr die Tür geöffnet hatte, stürmte Sophie nach drinnen und Ryan und Sadie hörten sie begeistert erzählen, dass Ryan ebenfalls da war. Er und Sadie schmunzelten sich an.
„Sie ist echt süß“ meinte Sadie zu ihm.
„Ja, das ist sie wirklich. Sie bringt viel Freude in die Familie.“
„Ja, das glaub ich gern.“ Sie ließ den Blick über die Fassade des Hauses streifen. „Das Haus ist toll!“ Er nickte.
„Kommt rein, sonst wird das Essen kalt“ rief Sandy von drinnen. Sie lachten kurz auf, dann gingen sie rein und nachdem sich alle begrüßt und gedrückt hatten, nahmen sie am Esstisch Platz.
Während des Essens mussten Ryan und Sadie erzählen, warum sie hier waren und vor allem Sadie berichtete, wie es ihr in den letzten Jahren ergangen war. Nach dem Abendessen durfte Sophie noch etwas spielen. Dafür nahm sie natürlich Ryan und Sadie in Beschlag, während Sandy und Kirsten abräumten und abwaschen gingen.
„So, meine Süße, jetzt ist es aber höchste Zeit fürs Bett“ sagte Sandy irgendwann.
„Och nö“ motzte Sophie und zog eine Schnute.
„Doch, Sophie“ sagte Kirsten.
„Na gut. Dürfen Sadie und Ryan mich ins Bett bringen?“ fragte sie hoffnungsvoll.
„Wir haben nichts dagegen. Aber da müsstest du sie selber fragen“ sagte Sandy.
„Bringt ihr mich ins Bett?“ fragte sie auch sofort. Sadie und Ryan nickten. Sophie sprang freudig auf, wünschte ihren Eltern eine gute Nacht und rannte die Treppe hoch ins Bad.
„So schnell war sie noch nie oben“ bemerkte Sandy. Kirsten lächelte ihren Mann liebevoll an.
„Es sind ja auch besondere Umstände“ sagte sie zu ihm. Er nickte. „Sandy und ich gehen noch etwas spazieren und dann ins Bett. Dann habt ihr noch Zeit, um euch zu unterhalten. Das Gästezimmer und Seth` Zimmer sind für euch gemacht. Handtücher liegen auf den Betten“ sagte sie zu Ryan und Sadie.
„Danke“ sagte Sadie.
„Kein Problem“ lächelte Kirsten „es ist schön euch Beide hier zu haben!“
„Sie hat Recht“ stimmte Sandy zu. „Gute Nacht.“
„Gute Nacht“ wünschten die Zwei. Dann waren Sandy und Kirsten verschwunden. Eine kurze Stille entstand, die durch Sophies Stimme durchbrochen wurde.
„Ich bin fertig“ rief sie aus dem ersten Stock.
„Na dann, wollen wir mal“ sagte Ryan und ging mit Sadie zu Sophie in ihr Kinderzimmer. Dort lag sie schon im Pyjama unter ihrer Decke, die mit Pferdebettwäsche bezogen war und sah ihnen mit leuchtenden Augen entgegen.
„Darf ich noch eine Geschichte hören?“ fragte sie.
„Natürlich“ sagte Sadie. „Sollen wir dir eine erzählen oder lieber eine vorlesen?“
„Erzählen. Ryan erzählt ganz toll Geschichten.“
„Ach so?“
„Ja“ nickte Sophie und sah ihren großen Bruder erwartungsvoll an. Ryan setzte sich zu Sophies linker Seite ins Bett, Sadie zu ihrer rechten. Sie kuschelte sich an Sadies Seite an und dann lauschten sie gespannt Ryans erfundener Geschichte über Drachen, Feen und Trollen. Während er erzählte, legte Sadie ihre Wange auf Sophies Kopf und schloss die Augen. Sie genoss den Klang seiner Stimme, die sie so lange vermisst hatte. Als er fertig war, wickelte Sadie Sophie in ihre Decke ein, gab ihr, auf ihre Bitte hin, einen Kuss und wünschte ihr eine gute Nacht. Ryan tat es ihr gleich und folgte ihr zur Tür.
„Ryan?“ fragte Sophie, kurz bevor er die Tür geschlossen hatte. Er öffnete sie noch einmal.
„Ja, Sophie?“
„Weißt du, Sadie mag dich genauso sehr, wie du sie. Und ich mag sie auch. Kannst du machen, dass sie hier bleibt?“
„Ich …“ tief atmete er durch „ich tu mein Bestes“ versprach er ihr.
„Danke. Ich hab dich lieb!“
„Ich hab dich auch lieb.“
„Nacht, Ryan.“
„Nacht, Sophie.“ Damit schloss er die Tür und sah Sadie an, die neben der Tür an der Wand lehnte und Sophies Frage mit angehört hatte. Sie schaute zurück. Ihre Augen flehten ihn stumm an, Sophies Bitte zu erfüllen und so schnell wie möglich sein Bestes zu tun. Und seine Augen signalisierten ihr, dass er ihrem Flehen nachkommen würde. Er trat an sie heran, legte ihr eine Hand an die Wange und streichelte kurz mit seinem Daumen über ihre Haut, bevor er sich zu ihr beugte und sie küsste.
Es war, wie ein kleines Feuerwerk, als er ihre Lippen mit seinen berührte. Tausende bunte Farben explodierten in ihrem Inneren. Seufzend verstärkte Sadie den Druck ihrer Lippen und schlang die Arme um seinen Hals. Er rückte ganz nah an sie heran, sodass sie die Wand fest in ihrem Rücken hatte und seinen Körper direkt an ihren presste. Selbst, wenn sie gewollt hätte, könnte sie ihm nicht entkommen. Er wollte mehr, also fuhr seine Zungenspitze sanft über ihre Lippen. Sadie öffnete ihm ihren Mund und ihre Zungen fanden sich zu einem zärtlichen Kampf. Ihr Kuss wurde leidenschaftlicher und fordernder. Immer hektischer ging ihre Atmung und sie keuchten erregt. So lange hatten sie sich danach gesehnt, so zu küssen. Beide wussten, sie hatten irgendetwas vermisst, irgendetwas fehlte. Und jetzt, da sie sich wieder hatten, wussten sie auch, was es war. Ryans Hände fuhren ihre Seiten hinab und als er ihren Po erreicht hatte, hob er Sadie an. Sie schlang ihm die Beine um die Hüften und er trug sie ins Gästezimmer. Mit dem Fuß schloss er die Tür. Dann legte er sie sanft auf dem Bett nieder und machte es sich neben ihr bequem. Sadie kuschelte sich an seine Seite und zeichnete mit dem Finger kleine Kreise auf seiner Brust. Eine kleine Weile blieben sie so im Bett liegen. Ryan fuhr sachte Sadies Rücken auf und ab. Schweigend genossen sie die wohltuende Nähe des anderen. Irgendwann stützte Sadie ihr Kinn auf seiner Schulter ab und sah ihn lächelnd an. Ryan erwiderte es.
„Darf ich dich etwas fragen?“ wollte sie von ihm wissen.
„Klar.“
„Du weißt ja schon, dass ich in den letzten Jahren sehr viel gearbeitet habe und mehrere Geschäfte eröffnet habe.“
„Ja.“
„Und, dass es meiner Tante wieder ganz gut geht und mir sonst nichts Außergewöhnliches passiert ist, was eigentlich ein Wunder ist.“
„Ja.“
„Erzählst du mir, wie es dir in den letzten Jahren ergangen ist?“
„Wenn du möchtest.“
„Ja.“ Ryan nickte und erzählte ihr, was nach ihrem Weggang alles geschehen war. Er erzählte ihr von Marissas Tod und von dessen Hergang. Wie Volchok verurteilt worden war, von seiner Reaktion auf diesen Schicksalsschlag, von seiner Rückkehr in sein Leben, von seinem Studium, von Taylor, vom Erdbeben und davon, wie Seth und er das Haus zurück erobert hatten. Sadie hörte ihm schweigend zu. Sie hatte den Kopf an seiner Halsbeuge vergraben und die Hand an die Stelle auf seiner Brust gelegt, unter der sein Herz schlug. Ryan hatte seine Hand auf ihre gelegt und streichelte mit dem Daumen sanft ihren Handrücken. Ein kurzes Schweigen erfüllte den Raum, als er seine Erzählung beendet hatte.
„Wow“ sagte Sadie dann. „Kann es sein, dass du `Adrenalinjunkie` auf deine Stirn tätowiert hast?“
„Wieso?“
„Naja, ich kenne niemanden, dessen Leben so aufregend und von so vielen Schicksalsschlägen durchzogen ist, wie deines.“
„Ja, ist schon seltsam, nicht wahr“ stellte er fest. „Umso mehr freue ich mich, über all die positiven Dinge, die in meinem Leben passieren.“ Er zog sie ein wenig enger an sich und gab ihr einen Kuss auf ihre dunkle Lockenpracht. Sadie lächelte.
„Was ist denn das Positivste, das dir passiert ist?“ fragte sie leise. Ihr Herz schlug schneller, denn sie hoffte natürlich, dass er sagen würde, sie wäre es. Oder, dass er sie zu den positiven Dingen zählte.
„Da habe ich mehrere“ sagte Ryan. „Zum einen, dass ich Sandy als Pflichtverteidiger bekommen habe. Dann Kirsten, die mich wie eine Mutter bei sich aufgenommen hat. Seth nicht zu vergessen, mit all seinen Comics und seiner Summer, die er im letzten Jahr übrigens geheiratet hat. Und natürlich du“ flüsterte er ihr jetzt ins Ohr. „Du hast von allen Freundinnen, die ich hatte, am meisten Sonne in mein Leben gebracht.“ Sadie drehte den Kopf so, dass sich ihre Gesichter zugewandt waren und küsste ihn. Sie war momentan wunschlos glücklich. Sie lag in den Armen des Mannes den sie liebte und der sie auch liebte. Auch wenn sie es sich nicht gesagt hatten, so wussten sie es doch. Und tief in ihren Herzen spürten sie, dass es dieses Mal für immer war. Glücklich lächelnd sahen sie sich an, als sie den Kuss lösten.
„Seth und Summer haben geheiratet?“ fragte Sadie irgendwann.
„Ja. War auch gar nicht so einfach mit den Beiden. Sie hatten einige Höhen und Tiefen zu überstehen.“
„Scheinen sie ja gut hinbekommen zu haben.“
„Oh ja.“
„Geht es ihnen sonst gut?“
„Das kann man wohl sagen. Im Moment renovieren sie gerade. In fünf Monaten bekommen sie ihr erstes Kind.“
„Oh, wie schön“ freute sich Sadie. Ryan nickte.
„Ich wurde schon zum Möbelaufbauen verdonnert.“ Sadie kicherte.
„Du wirst bestimmt ein toller Onkel!“ Ryan lächelte sie an.
„Und du eine tolle Tante“ flüsterte er, bevor er sie küsste und sie dabei sanft auf den Rücken drehte, während seine Hand unter ihr Kleid wanderte.


„Und, wie finden Sie es?“ fragte der Makler.
„Also, ich finde es super“ warf Seth ein.
„Cohen“ sagte Summer und verlagerte das Gewicht ihrer zweijährigen Tochter, die sie auf dem Arm trug.
„Was denn, mein Schatz?“
„Ich glaube diese Frage galt nicht dir.“
„Oh“ meinte Seth und sah dann zu Ryan und Sadie rüber, die ihn angrinsten.
„Mir gefällt es“ sagte Sadie zu Ryan. Er nickte.
„Gut, dann nehmen wir das Haus“ meinte er zu dem Makler. Der Mann strahlte über beide Ohren.
„Großartig. Darf ich Sie dann in mein Büro bitten, um die Einzelheiten zu besprechen?“
„Sie dürfen“ sagte Ryan.
„Wir fahren dann schon mal vor zu Mom und Dad und sehen uns dann später“ sagte Seth.
„In Ordnung und vielen Dank“ meinte Sadie.
„Ach, kein Problem. Wir danken euch, dass ihr uns zu eurer Hausbesichtigung mitgenommen habt“ sagte Summer. Die beiden Frauen lächelten sich an, dann verabschiedeten sich Seth und Summer von den anderen und gingen.
„Haben Sie noch irgendwelche Veränderungswünsche für das Haus?“ fragte der Makler, als er, gefolgt von Sadie und Ryan, zur Haustür ging.
„Ja“ sagte Ryan. Sadie sah ihn überrascht an. Es wäre auch verwunderlich gewesen, wenn er das Haus so genommen hätte, wie es war. Es wunderte sie sowieso, dass er ein Haus kaufen wollte, statt selbst eines zu entwerfen und zu bauen. Aber wahrscheinlich lag das daran, dass sie ein wenig unter Zeitdruck standen. Denn in drei Monaten würden Ryan und sie nicht mehr allein sein und dann war ihre Wohnung zu klein.
„Und welche?“ fragte der Makler.
„Kann man die Wand zwischen der Küche und dem Wohnzimmer rausnehmen?“ fragte Ryan.
„Ja.“ Ryan nickte. Der Makler auch und ging schon vor zu seinem Wagen. Ryan blickte lächelnd auf die Wand, die es bald nicht mehr geben würde.
„Warum willst du die Wand denn rausreißen?“ fragte Sadie.
„Nun ja, ich dachte, wir könnten einen Tresen dort einbauen“ grinste er sie an. Sadie grinste zurück und küsste ihn.
Dann folgten sie dem Makler zu seinem Büro, um ihr Familienleben in Angriff zu nehmen.


ENDE
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