Das Leben des San

von Jadewolf
GeschichteAbenteuer / P12
07.12.2009
07.12.2009
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San

An einem Sommertag in einem ruhigen Kloster, oder zumindest war es bis dahin ein ruhiges Kloster. Ich saß auf der Zinne eines Turmes des Klosters und hatte fast die gleiche Haltung wie die Statue des geflügelten Ungeheuers neben mir eingenommen. Ich hockte da und wartete. „Komm, miez, miez, miez, wo bist du?“ Schallte es auf dem Hof unter mir. Ich war nicht gemeint ... zum Glück. Diese Katze war ja so was von ... „SAAANNNNN!!!“ Das war ich. Ich glaube der Primarche hat gemerkt, dass ein Eimer mit Seifenwasser auf meiner Zimmertür stand, selber Schuld. Vielleicht war es auch wegen, nein es war der Eimer. Der Primarche hatte zwar zugenommen, er wog nun (mit Hilfe der Köchin) stolze 173 Kg, war aber noch erstaunlich flink auf den Beinen als er triefnass und förmlich schäumend vor Wut aus dem Wohnhaus der Mönche stürmte. Ich nahm meinen Stab und winkte ihm damit freundlich zu. Er sah mich sofort, gut! Er stürmte wie ein wütendes Nashorn auf die angelehnte Tür des Turmes, auf dem ich saß, zu, stieß die Tür auf, trat hindurch und  ...KLATSCH! Der lernt es echt nie, typisch Mensch! Ich sprang auf das Nebengebäude und landete sanft wie eine Feder, mit einem lauten krachen auf dem Dach.
Eine Minute stand oder besser rannte ich durch den Kreuzgang des Tempels. Aus den Augenwinkeln sah ich eine Bewegung und wurde von einem Schlag getroffen. Er war so stark, dass ich zwischen den Bänken landete. Ich bewegte mich keinen Millimeter, doch nicht weil ich Angst hatte sondern weil der Schlag einen Teil meines Nervensystems lahm gelegt hatte. Dumme Sache. Ein Paar Augenblicke später als ich erwartet und Jahre früher als ich gehofft hatte rollte der Primarche, nein, sagen wir er „rannte“  den Gang entlang. „SAN WO?!“ Der war ja ganz aus dem Häuschen. Schaum troff ihm aus Mund und Nase (was aber auch am Seifenwasser liegen könnte) und war nass bis auf die Haut. Eine Elfe trat in mein Blickfeld und sagte: „San ist gerade hier herein gestürmt!“ Blöde Petze! „WO,WO,WO!“ Bei jedem Wort warf er den Kopf umher und Schaum flog durch den Raum, ein lustiger Anblick. „Er ist direkt wieder getürmt.“ Sie deutete auf ein offenes Fenster am anderen Ende des Raumes. Der Primarche stürmte sofort los und anstatt Zeit darauf zu verschwänden sich durch das Fenster zu zwängen durchbrach er einfach mit seinem Dickschädel die Wand. Dem hatte ich heute aber ganzschön Kopfschmerzen bereitet. Die Elfe stand jetzt direkt vor mir und trat mir mit voller Wucht gegen´s Schienbein, wie gemein, aber es wirkte. Ich konnte mich aufsetzen und wischte mir die Haare aus dem Gesicht. Zeit ist den Elfen relativ egal, wir leben ja lange genug(ich jetzt noch länger mit Glück), aber ich schätze sie war etwa die Zeitspanne älter als ich die ein Zentaur alt werden kann. „Das war knapp.“ Sagte Sie, doch dass war mir, ob sie es glaubte oder nicht, schon aufgefallen. „Ich habe seine Vorgänger überlebt und ich werde auch ihn überleben.“ Zumindest hoffte ich das. Unnötig zu erwähnen, dass ich an dem Abend erst sehr spät ins Bett kam(aus offensichtlichen gründen), doch kurz bevor ich einschlief hörte man noch einen Schrei. Darüber wie die vermisste (siehe Anfang) Katze in sein Kopfkissen gekommen ist müsste man einmal philosophieren. Der Meister wusste es, ich auch und mit einem seligen Lächeln schlief ich ein.

Ich öffnete dir Augen und sah weiß. Hatte es geschneit? Nein, Schnee war nicht haarig, was war es dann? Jetzt weiß ich ja, dass es ein Schaf war aber damals benutzte ich aus Reflex den Zauber den ich kürzlich (vor 45 Jahren) gelernt hatte und das Schaf brannte in zwei Sekunden lichterloh. Es war wahnsinnig vor Angst und Schmerz, sprang in der ganzen Kammer umher und verkohlte alles was ich besaß, dass war nicht sehr lustig Herr Primarche. Ich saß auf dem Bett, die Knie angewinkelt, hielt einen brennenden Deckenzipfel in der Hand und sah mit glasigem Blick an die Wand als der Primarche herein kam.

Zwei Tage später:

Ich stand, immer noch leicht schielend, auf der Weide vor den Toren. Es war so leicht gewesen. Ich ließ Funken über meinen Körper Tanzen. Was würde passieren wenn...? Ach egal was soll´s? Kaum hatte Ich diesen Gedanken gefasst entglitt mir einer der Funken und landete auf einem der grasenden Schafe der Herde, dann machte ich mich auf den Weg gen Süden während hinter mir erst die Schafherde und dann ein Teil des Klosters in Flammen aufging. Ich steckte die Hand in die Tasche und zog den Brief des Kortex Agenten heraus, den ich eben erhalten hatte, und las ihn erneut durch. Das versprach lustig zu werden. Blöde Schafe.