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STAR TREK - BREAKABLE

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
Hoshi Sato OC (Own Character) Shran T'Pol
04.12.2009
07.06.2018
8
49.432
5
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04.12.2009 5.496
 
5.

ILLUSION UND WIRKLICHKEIT


    General Thy'Lek Shrans grau-blaue Augen funkelten beinahe belustigt, als Te'Voral förmlich explodierte.
    Fast feindschaftlich stand die Romulanerin dem Andorianer, in seinem Bereitschaftsraum, gegenüber; ihre Hände zu Fäusten geballt. Sie herrschte ihn mit überschlagender Stimme an: „Was soll dieses Verwirrspiel von Ihnen und General Dheran?! Ich dachte, wir haben eine Abmachung?! Was Sie und Ihr Freund da veranstalten nenne ich Verrat, General Shran. Der Romulanische Senat wird...“
    „Ihr Senat wird überhaupt nichts!“, fuhr Thy'Lek Shran der aufgebrachten Frau laut in die Parade. Drei Schritte von ihr entfernt stehend deutete er mit dem Zeigefinger auf sie und fuhr scharf fort: „Ich habe mir in den letzten zehn Jahren angewöhnt vorsichtig zu sein und allein das ist der Grund warum ich noch lebe, Commander. Und ich werde diese Angewohnheit nicht ändern, nur weil es Ihnen in den Kram passen würde!“
    Der Andorianer näherte sich der wütenden Frau und sagte dann gefährlich leise: „Genauso würden Sie es doch auch machen, habe ich Recht? Also spielen Sie hier nicht die Beleidigte. Sie werden die Daten von uns schon bekommen, nachdem wir sie in unserem Stützpunkt ausgewertet haben.“
    Die Romulanerin presste die Lippen aufeinander und funkelte den Mann vor sich immer noch zornig an. Dann erwiderte sie, gezwungen ruhig: „Also schön, General. Ich werde mich gedulden bis wir wieder im Ceti-Alpha-System sind. Aber spätestens dort erwarte ich von Ihnen, dass sie sich an unsere Vereinbarung halten werden.“
    „Ich hoffe, dass Sie bis dahin auf weitere Auftritte dieser Art verzichten werden, Commander Te'Voral. Ich bin ein Offizier, der sein Wort zu halten pflegt. Aber wir müssen vorsichtig sein, denn wir haben das Imperium auf den Fersen, wie sie bemerkt haben.“
    Das Gesicht der Romulanerin wurde zur Maske und wieder vollkommen beherrscht erklärte sie: „Wir haben gesehen, wie das verfolgende Schiff in dem Nebel vernichtet worden ist, General. Finden Sie nicht, dass Sie etwas zu paranoid sind?“
    „Und das von einer Romulanerin“, spöttelte Shran ironisch. Ernst erwiderte er: „Unterschätzen Sie diese Pinkyhäute nicht, Commander. Ich bin mir sicher, sie sind noch irgendwo dort draußen und lecken ihre Wunden. Im Gegensatz zu ihnen glaube ich nicht, dass das verfolgende Schiff vernichtet wurde.“
    „Aber wir haben die Terraner ganz sicher abgehängt, selbst dann, wenn sie den letzten Feuerschlag überlebt haben sollten“, begehrte die Romulanerin auf. „Wie also sollten sie uns auf die Spur kommen, General?“
    Thy'Lek Shran legte die Hände auf den Rücken und rückte noch dichter an Te'Voral heran bis er ihr herbes Parfüm riechen konnte. „Was ist mit ihrer Vorstellungskraft passiert?“, erkundigte sich der Andorianer sarkastisch. „Haben Sie den im Nebel zurückgelassen?“
    Die Romulanerin beließ es dabei, ihre Augenbrauen etwas anzuheben und Shran ging wieder auf Distanz zu der Frau. Dann meinte er grüblerisch: „Andererseits: Vielleicht haben Sie ja auch Recht, Commander. Begleiten Sie mich auf die Brücke?“
    Die Romulanerin spreizte zustimmend die Finger ihrer rechten Hand.
    Als sie gemeinsam aus dem linken, hinteren Bereich heraus auf die Brücke des Schiffes hinaus traten, wandte sich Shran augenblicklich an Commander Rhy'Ker Viliam und verlangte: „Status! Wo befinden wir uns zurzeit?“
    „Kurz vor Kursmarke Sieben, General“, gab der Commander Auskunft. „Wir schwenken auf Kurs zum Treffpunkt ein. Wenn wir keine Probleme bekommen, dann erreichen wir ihn in drei Tagen.“
    Shrans Antennen spreizten sich wohlwollend. „Danke, Commander.“
    Die Romulanerin ergriff das Wort und meinte zu Thy'Lek Shran gewandt: „Wenn Sie nichts dagegen haben, dann ziehe ich mich jetzt in mein Quartier zurück. Die letzten Tage waren sehr anstrengend.“
    „Es steht Ihnen frei, Commander Te'Voral“, erwiderte der Andorianer und beobachtete die Romulanerin dabei wie sie die Brücke verließ. Nachdem sich das Schott hinter ihr geschlossen hatte, sagte er eilig zu Viliam: „Starten Sie sofort wieder die internen Scanns, Commander. Sie wissen wonach wir suchen. Sollten Sie etwas finden dann haben Sie mich umgehend zu informieren. Ich werde in meinem Quartier sein.“
    Damit begab sich der General von der Brücke und Viliam nickte seinem Taktischen Offizier zu, der umgehend mit den angeordneten Scanns begann.

* * *

    Fünf andorianische Kampfschiffe der KIR´TA´SHAN-KLASSE näherten sich den drei Kriegsschiffen des Terranischen Imperiums in Keilformation.
    Vor etwas mehr als fünf Minuten hatte sich Commander Telev, der in Abwesenheit von General Thy'Ron Dheran das Kommando über die fünf Kreuzer führte, dazu entschlossen den Angriff zu befehlen. In genau jenem Moment, als unwiderruflich feststand, dass die drei imperialen Raumschiffe Kurs auf den Planeten hielten, wo momentan General Thy'Ron Dheran und die Vulkanierin T'Pol sich aufhielten, um die Pläne der DEFIANT zu bergen. Niemand musste den an Bord befindlichen Andorianern klarmachen was diese Pläne für die Rebellion bedeuteten. Mit diesen Plänen würden die Rebellen endlich den technischen Vorsprung des Imperiums einholen können, der für ihre momentane, militärische Vormachtstellung verantwortlich war.
    Die Miene des stets etwas finster dreinschauende Commanders verdüsterte sich noch um eine Nuance, während er auf den Bildschirm starrte. Er musste seiner Mannschaft, die aufeinander eingespielt war, in dieser Situation nur noch die notwendigsten Anweisungen geben, denn jeder Mann und jede Frau auf der Brücke wusste, was zu tun war. Also saß er angespannt im Sessel des Kommandanten und beobachtete ihr unerbittliches Näherkommen an die Feindschiffe auf der Taktischen Anzeige.
    Dort musste man, sofern keine Schlafmützen hinter den Konsolen saßen, mittlerweile bemerkt haben was auf sie zu kam. Caridan Telev konnte sich in etwa vorstellen wie der Befehlshaber der drei Raumschiffe auf ihre Annäherung reagieren würde.
    Als die Feindschiffe einen Moment später auf Angriffsposition gingen, bogen sich die Antennen des Andorianers nach Innen. Man war bereit sie zu empfangen.
    Mit hohen Fahrtwerten jagten die Schiffe aufeinander zu.
    „Wir erreichen die maximale Feuerreichweite in zehn Mikrozyklen“, meldete der Pilot der RAKARI ruhig.
    „Wir konzentrieren uns auf den neuen Schlachtkreuzer“, gab Telev bekannt. Er wechselte einen Blick mit seinem Taktischen Offizier. „Lieutenant, die ASCARI und die TENARI sollen sich uns anschließen. Die GLINARI und die CRENDARI kümmern sich um die beiden Geleitschiffe.“
    Während der Taktische Offizier die Befehle an den Verband weitergab, blickte Telev bereits wieder nach Vorne und sagte ruhig: „Visuell!“
    Der Anblick wechselte und machte dem Abbild des Weltalls Platz. Vor dem Hintergrund der Myriaden von Sternen zeichneten sich, bei maximaler Vergrößerung, die Silhouetten von drei Raumschiffen ab, die langsam anwuchsen und immer deutlicher erkennbar wurden.
    Der Taktische Offizier meldete seine Bereitschaft, was Telev mit einem Räuspern zur Kenntnis nahm. Als sie die Maximalkampfreichweite unterschritten gab er laut den Befehl: „Feuer frei!“
    Fünf andorianische Kampfkreuzer verwandelten sich, von einem Moment auf den anderen, in Instrumente der Vernichtung. Grelle, bläulich-weiße Phaserstrahlen durchschnitten die Finsternis des Weltraumes und trafen sich fast alle bei dem großen Schlachtkreuzer der Terraner. Nur einen Herzschlag später feuerten die andorianischen Einheiten Torpedos auf die Feinschiffe.
    Die Formation der Gegner splittete auf. Während der Schlachtkreuzer mit aufflackernden Schilden einfach auf sie zu hielt, drehten die beiden Geleitschiffe seitlich weg. Ein taktischer Fehler, wie sich herausstellen sollte.
    Die GLINARI und die CRENDARI nutzten den Umstand, um die schwächeren Heckschilde der Geleitschiffe unter massives Phaserfeuer zu nehmen. Die Schilde beider Schiffe hielten diesem Feuerschlag nur wenige Augenblicke stand, dann brachen sie zusammen. Gleich darauf wurde das Schiff an Backbord durch mehrere Torpedos getroffen und explodierte in einer Energieorgie, während das zweite Geleitschiff durch mehrere Phasertreffer kampfunfähig geschossen wurde.
    Telev nahm es mit einem grimmigen Lächeln zur Kenntnis und beobachtete, wie der Feuerschlag der RAKARI, der ASCARI und der TENARI die Schilde des gewaltigen Schlachtkreuzers aufflackern ließ. Immer größer wuchs er vor den drei Andorianischen Kriegsschiffen auf und der Taktische Offizier der RAKARI feuerte hektisch eine weitere Torpedosalve auf das Schiff ab.
    Einen Herzschlag später riss der Pilot das Schiff herum, und nur um wenige Meter rauschte der terranische Schlachtkreuzer an der RAKARI vorbei.
    Mehrere Phasersalven schlugen in den Schilden der RAKARI ein und das Schiff erzitterte mehrmals.
    „Was haben die denn vor?“, platzte der Taktische Offizier atemlos heraus, während Telev ihn grimmig musterte und erwiderte. „Sie können den terranischen Kommandanten gerne fragen, doch ich glaube nicht, dass er Ihnen antworten wird.“ Danach wurde Telev wieder Ernst. „Signal an die GLINARI, sie soll das angeschlagene Geleitschiff ziehen lassen und sich wieder dem Verband anschließen.“
    Währenddessen hatten die restlichen vier andorianischen Einheiten gewendet und rasten bereits wieder auf den Schlachtkreuzer zu. Ein erneuter Feuerschlag der wendigen Schiffe brachten die Schilde des terranischen Raumschiffs endgültig zum Zusammenbruch. Dann folgte Phaserschuss auf Phaserschuss – Torpedo auf Torpedo, die in dem Schiff einschlugen und Sekundärexplosionen im Schiff verursachten. Nach der vierten Salve blähte sich der Feindkreuzer scheinbar auf. Dann explodierte er in einem grellen Feuerball und glühende Trümmer wirbelten in alle Richtungen davon.
    Unterdrückter Jubel brandete auf der Brücke auf, doch ein Grunzen des Commanders brachte die Männer und Frauen schnell wieder zur Ruhe, obwohl selbst Telev innerlich triumphierte. Sie hatten das Flaggschiff der Terranischen Flotte vernichtet.
    Laut sagte Telev: „Kurs auf den fünften Planeten nehmen. Wir werden dort in einen Standardorbit gehen und General Dheran kontaktieren. Alles Weitere hängt davon ab, was der General zu berichten hat.“
    Das war eben typisch Telev. Kaum freute man sich für einen kurzen Augenblick über den Erfolg, machte er einem begreiflich, dass der Moment bereits vorbei war.
    Caridan Telev hingegen setzte sich wieder in seinen Sessel und nur das Spreizen seiner Antennen deutete darauf hin, dass er hoch-zufrieden war. Der General würde es sicherlich mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass es den fünf Schiffen gelungen war, das Flaggschiff der Terraner und eins der Begleitschiffe zu vernichten. Vielleicht wurde diese neue Schiffsklasse zu hoch bewertet, überlegte der Captain.
    Telev wusste noch nichts von seinem Irrtum, was nur zu verständlich war, denn nur wenige Personen außerhalb des Terranischen Imperiums ahnten, dass das Typenschiff der terranischen PULSAR-KLASSE, vor einigen Wochen, zu einem Aufklärungsflug in diese Gegend geflogen war und sein Hiersein nichts weiter gewesen war, als ein Zufall.

* * *

    Thy'Ron Dheran wirkte fast etwas verwundert, als sein Helmempfänger ansprach, und die vertraute Stimme von Commander Telev aufklang.
    Telev erklärte dem andorianischen General in groben Zügen, was sich ereignet hatte, und meinte abschließend: „Wenn Sie und T'Pol bereit sind, dann holen wir Sie wieder an Bord, General.“
    „Verstanden, Commander“, bestätigte Dheran. „Beamen Sie uns an Bord.“
    Innerhalb weniger Mikrozyklen lösten sich ihre Körper auf, und materialisierten gleichzeitig im Transporter der RAKARI. Dheran half der Vulkanierin dabei von der Plattform zu steigen und sie schritten, etwas unbeholfen in ihren Anzügen, in den angrenzenden Raum um ihre klobigen Raumanzüge abzulegen. Dabei legte T'Pol den Datenchip auf einer Bank ab. Erst nachdem sie sich aus dem Anzug geschält hatte wurde sie sich dessen bewusst und sie blickte zu Dheran, dessen Blick auf dem Chip ruhte. Doch er machte keinerlei Anstalten sich in den Besitz des Chips zu bringen, sondern legte in Ruhe seinen eigenen Anzug ab. Dabei meinte er rau: „Ich sagte bereits, dass es dir überlassen bleibt mir zu vertrauen, nar y´ner mai Vranticra.“
    Eine der Augenbrauen T'Pols hob sich leicht, als sie leise fragte: „Was bedeuten die Worte, die du zuletzt benutzt hast?“
    Dheran blickte zunächst etwas verständnislos. Dann wurde ihm bewusst, dass er andorianisch gesprochen hatte und erklärte: „Es bedeutet: Meine hübsche, kleine Vulkanierin.
    Ihre zweite Augenbraue hob sich. „Klein?“
    Der Andorianer seufzte entsagungsvoll. „Es ist eine zärtliche Liebkosung, T'Pol. Hör also bitte auf das zu analysieren.“
    T'Pol näherte sich dem Andorianer und blieb dicht vor ihm stehen. Beide Hände auf seine Brust legend sah sie ihn an und sagte bestimmt und mit dunkler Stimme: „Ich bin nicht klein, Thy'Ron.“
    Die Vulkanierin beobachtete wie ein Funkeln in den blau-violetten Augen des Mannes aufschimmerte, bevor sich ihre Lippen zu einem angedeuteten Lächeln verzogen.
    Die Antennen des andorianischen Generals zuckten vor, bevor er die Vulkanierin fest in seine Arme nahm und sie küsste. Dann löste er sich von ihr und erklärte säuerlich: „Mit dir macht man was mit...“
    Sie verstauten die Anzüge in dafür vorgesehenen Wandschränken, zogen ihre normalen Uniformen über und machten sich dann auf den Weg zum Bugsektor des Raumschiffes, nachdem T'Pol den Datenchip eingesteckt hatte. Nebeneinander schritten sie durch den eisgrauen Gang, der vom Bug bis zum Heck durch das gesamte Schiff führte.
    Vor dem Schott zur Brücke hielt die Vulkanierin den Andorianer an Oberarm zurück. Sie blickte prüfend in seine Augen bevor sie den Datenchip aus der Tasche holte und ihn wortlos Dheran reichte.
    Das Vertrauen das T'Pol ihm damit zeigte, überwältigte den Andorianer fast für einen Moment und nach einem langen Augenblick meinte er ungewöhnlich sanft: „Ich werde mich dieses Vertrauens als würdig erweisen, T'Pol. Die weiße Kreatur der Reinheit soll mein Zeuge sein. Spätere Generationen werden diesen Moment möglicherweise als ein historisches Ereignis betrachten.“
    T'Pol sah Thy'Ron Dheran an und erwiderte schließlich: „Das ist bedeutungslos, solange das Terranische Imperium nur fallen wird, Thy'Ron.“
    Ein Lächeln überflog die Lippen des Andorianers, bevor er die Frau mit festem Griff heranzog und sie leidenschaftlich küsste. Dann blickte er in ihre Augen und meinte sardonisch: „Willkommen im Club.“
    Sprunghaft wandte er sich im nächsten Moment ab und öffnete das Schott zur Brücke. T'Pol, die Dheran auf die Brücke folgte, wurde erneut bewusst wie anders Thy'Ron Dheran im Vergleich zu ihr war und dass sie noch eine Menge über ihn würde lernen müssen. Dabei zauberte der Gedanke daran ein unmerkliches Lächeln auf ihre Lippen.
    Thy'Ron Dheran ließ sich von Telev berichten, was sich ereignet hatte, und am Ende des Berichtes blickte er den Commander etwas ungläubig an. Dann fragte er: „Sind Sie ganz sicher, dass es das neue Flaggschiff der Terraner war, das vernichtet worden ist?“
    „Wir haben Aufzeichnungen gemacht die das bestätigen“, antwortete der Captain mit fester Stimme. „Die Frage ist allerdings, wie sie uns auf die Spur kommen konnten.“
    „Gar nicht“, mischte sich zur Überraschung der Anwesenden auf der Brücke, die Vulkanierin ein.
    Telev warf T'Pol einen fragenden Blick zu: „Erklären Sie das bitte.“
    Die Vulkanierin wechselte einen schnellen Blick mit Dheran, der ihr zu nickte und antwortete dann ruhig: „Der Kurs der fünf andorianischen Raumschiffe ist zu willkürlich gewesen um ihn verfolgen zu können, Captain Telev. Das lässt nur den logischen Schluss zu, dass sie entweder zufällig hier waren, oder auf uns gewartet haben.“
    Mürrisch blickte Thy'Ron Dheran die Vulkanierin an und erklärte: „Wenn die letzte Variante zutrifft, dann würde das bedeuten...“
    „Die Person muss sich nicht an Bord dieser fünf Schiffe befinden“, unterbrach T'Pol, die ahnte worauf Dheran hinaus wollte, seine Gedankengänge. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich in genau diesem Moment an Bord der KUMARI aufhält.“
    Dheran war klar auf wen die vulkanische Frau anspielte und finster sagte er zu Telev: „Kurs mit Maximalgeschwindigkeit auf den Treffpunkt. Ich muss dringend mit General Shran über eine gewisse Verbündete reden.“

* * *

    Etwa zu diesem Zeitpunkt lehnte sich Thy'Lek Shran im Sessel seines Bereitschaftsraumes zurück und grübelte vor sich hin. Die scheinbare Vernichtung des verfolgenden Raumschiffes hatte ihn nicht beruhigt – im Gegenteil.
    Es gab etwas daran, das ihn störte. Alles schien ihm, rückblickend betrachtet, viel zu leicht gegangen zu sein. Das war auch der Grund warum er seinen Raumschiffskommandanten damit beauftragt hatte innerhalb des Schiffes nach bestimmten Energieausstößen zu scannen. Andere Energiewerte sollten überwacht werden, um eventuelle Anomalien festzustellen.
    Verdammte Situation, überlegte Thy'Lek Shran wütend. Mit einem Verrat zu rechnen und dabei zu hoffen, dass er tatsächlich stattfindet.
    Er trank einen Schluck Andorianisches Ale. Das leere Glas hart auf die Platte seines Arbeitstisches stellend erhob er sich und begann unruhig durch den Raum zu schreiten. Vielleicht war er im Laufe der letzten zehn Jahre wirklich paranoid geworden. Andererseits sagte er sich stets, dass selbst paranoide Leute reale Feinde hatten.
    Der Andorianer schreckte aus seinen Grübeleien auf, als das Kom-Gerät, auf seinem Arbeitstisch, ansprach.
    Es war Rhy'Ker Viliam, der angespannt klingend meldete: General, wir haben eine kaum aufzuspürende Anomalie in unserer Warpsignatur festgestellt.
    Zuerst dachten wir an eine normale Fluktuation, doch dann bemerkten wir merkwürdige Regelmäßigkeiten in der Fluktuation selbst. Jemand an Bord nutzt das Warpfeld für eine Nachrichtenübertragung, wenn Sie mich fragen.“
    „Danke, Commander“, knurrte Shran finster. „Verfolgen Sie dieses Phänomen weiter. Ach und transferieren Sie bitte die Pläne der Energieleitungen zum Warpsystem auf mein Gerät. Shran, Ende.“
    Thy'Lek Shran wartete bis Viliam bestätigt hatte und die Pläne auf dem Bildschirm des Kom-Gerätes erschienen. Er vergrößerte einen Bereich und lächelte kalt. Dabei flüsterte er heiser: „Wusste ich´s doch.“
    Der Andorianer schnellte aus seinem Sessel und zog seinen Partikelstrahler. Doch dann hielt er inne, als sein Blick auf das Gitter der Lufterneuerung fiel. Nachdenklich steckte er die Handwaffe wieder ein und schob seinen Sessel darunter.
    Nachdem er auf die Sitzfläche gestiegen war, öffnete er das Gitter, indem er es von den Magnetauflagen zog und ließ es achtlos zu Boden fallen. Wieder seine Waffe ziehend kroch er nun vorsichtig in den Lüftungsschacht, der einen Andorianer seiner Statur gerade eben aufnehmen konnte.
    Aber es gab keine Alternative, wenn er den Verräter auf frischer Tat ertappen wollte. Shran rang mit sich selbst, bevor er die Waffe auf Betäuben einstellte.
    Mühsam schob sich der andorianische General durch den engen Schacht wobei er wütend dachte: Das ist eindeutig keine Aufgabe für einen General. Doch er hatte sich vorgenommen den Verräter persönlich zu stellen. Unterwegs überlegte der General, dass er schnell würde sein müssen, denn immerhin wusste er nicht wo genau sich der Verräter in dem Raum aufhielt, von dem er annahm, dass er dort agierte.
    An einer Kreuzung verschnaufte er etwas und kroch dann vorsichtig nach Rechts weiter. Einige Augenblicke später hatte er sein Ziel erreicht. Er versuchte, in dem engen Schacht, die Beine etwas anzuziehen und legte die Linke von Innen auf das Lüftungsgitter, während er in der anderen Hand die Waffe hielt.
    Für einen kurzen Moment vernahm der Andorianer nur seinen eigenen Herzschlag und das leise Säuseln des Luftstroms. Dann spannten sich seine Muskeln an.
    Mit einem wütenden Stoß beförderte Thy'Lek Shran das Lüftungsgitter in den Raum dahinter. Sofort blickte er sich vom Schacht aus um und er erkannte augenblicklich die Romulanerin Te'Voral, die sich an einer freigelegten Energieleitung zu schaffen machte und ihn nun überrascht anstarrte.
    Bevor die Frau reagieren konnte, hatte Shran auf sie angelegt. Ein grünlicher Partikelstrahl traf sie in die Brust und betäubt sank die Romulanerin zu Boden.
    Shran kletterte aus dem Schacht heraus und begab sich zur nächsten Kom-Einheit. Er beorderte zwei bewaffnete Soldaten zum Quartier der Romulanerin, die er mit einem verächtlichen Gesichtsausdruck anstarrte. „Wir zwei werden uns gleich intensiv unterhalten.“

* * *

    Die Frau mit der grünlich schimmernden Haut und den spitzen Ohren schrie gellend auf vor Schmerzen. Über eine halbe Stunde lang hatte sie sich bravourös gehalten, doch dann war selbst für eine Agentin des Tal´Shiar der Schmerz zu groß geworden, der, in immer kürzer werdenden Intervallen, unablässig durch ihren Körper jagte.
    Beinahe unbeteiligt beobachtete General Thy'Lek Shran, wie Te'Voral, die außer der Unterwäsche nur noch ihre Uniformhose trug, systematisch gefoltert wurde.
    Mit den Hand- und Fußgelenken und am Hals an ein schweres Metallgestell gefesselt, wand sich die Romulanerin mit schmerzverzerrtem Gesicht, soweit sie überhaupt dazu in der Lage war, aufbäumend hin und her. Dabei flackerte der bläuliche Schein der Agonie-Projektoren, auf Höhe ihrer Schläfen, über ihr schweißglänzendes Gesicht und ließ es beinahe unwirklich erscheinen.
    Die Augen der Romulanerin weiteten sich unnatürlich und sie schrie wieder gellend auf, als erneut quälender Schmerz durch ihre Eingeweide jagte. Ihre Finger krümmten sich, wie die Klauen eines Greiffen, der seine Beute packen will.
    Thy'Lek Shran wartete, bis die Frau fast besinnungslos in ihren Fesseln hing, bevor er einem seiner Leute das Zeichen zum Unterbrechen gab.
    Für einen Moment baumelte der Kopf der Romulanerin auf ihrer Brust, bevor sie ihn trotzig anhob. Im nächsten Moment flog ihr Kopf zur Seite und ihre linke Gesichtshälfte schien wie Feuer zu brennen. Die Ohrfeige von Shran hatte sie völlig unvorbereitet getroffen.
    Ganz dicht trat der Andorianer an Te'Voral heran und zischte heiser: „Ich glaube manchmal, dass die Wirkung physischer Schmerzen unterschätzt wird, seit es diese neumodischen Foltermittel gibt. Momentan trage ich mich mit dem Gedanken, Sie nackt an dieses Gestell zu fesseln und nach guter, althergebrachter Sitte auspeitschen zu lassen. Sollte das immer noch nicht wirken, so könnte es helfen, ihren Körper etwas mit einem Ushaan-tor zu verzieren – was denken Sie, Commander? Wollen Sie mir nicht lieber sagen für wen Sie wirklich arbeiten und sich diese Erniedrigung ersparen?“
    „Der Praetor wird Sie, und ihresgl...“
    Thy'Lek Shrans linke Hand zuckte zur Kehle der Romulanerin und drückte zu. Fester und fester, bis die Augen der Romulanerin drohten aus den Höhlen zu quellen und ihre Hände unkontrolliert zu zucken begannen.
    Der Andorianer gab die romulanische Frau übergangslos frei, als sie fast das Bewusstsein verlor und sie sog gierig die Luft ein.
    „Ich kann das beliebig fortsetzen, Commander“, drohte Shran heiser. „Ich kann das alles aber auch sofort beenden, wenn Sie sich kooperativ zeigen. Sollte ich hingegen den Eindruck gewinnen, dass ich keinen Erfolg mit diesem Verhör haben werde dann werde ich sie kurzerhand umbringen, seien Sie sich dessen bewusst.“
    „Das werden Sie ohnehin tun“, keuchte die Romulanerin hasserfüllt.
    „Damit könnten Sie Recht haben, doch es liegt ganz bei Ihnen, ob ihr Tod schnell eintreten wird, oder ob diese Prozedur Stunden, wenn nicht gar Tage, dauert. Es gibt sehr vieles was man bei einer humanoiden Frau abschneiden kann: Ohren, Hände, Brüste...“
    Bei seinen letzten Worten zog er einen langen Dolch mit bläulich-silberner Klinge und berührte mit dessen scharfer Spitze ihr linkes Ohr. „Wenn sie in zehn Mikrozyklen immer noch schweigen dann fange ich hier an.“
    Te'Voral erschauderte innerlich bei dem kalten Blick des Andorianers und in diesem Moment war sie sicher, dass er seine Drohung wahrmachen würde. Sie schluckte und sagte mit rauer Stimme: „Kurz nachdem der Tal´Shiar die Frau des Tellariten, der die Pläne der DEFIANT gestohlen hatte, liquidierte, nahmen Agenten des Terranischen Imperiums Kontakt zu mir auf. Der Plan war einfach: Ich sollte den Praetor dazu bringen mit Ihnen in Kontakt zu treten und sie dazu verleiten, einem Kommandounternehmen zuzustimmen bei dem T'Pol befreit wird, damit sie uns zu den gestohlenen Plänen führt.“
    Die Spitze des Dolches durchbohrte ihre Ohrspitze und die Romulanerin stieß zischen die Luft aus ihren Lungen.
    „Das ist nicht die ganze Wahrheit“, unterstellte Shran. „Die Imperatrice würde uns nicht mit den Antennen auf die Pläne stoßen, wenn sie sich dadurch keinen strategisch wertvollen Vorteil versprechen würde. Also: Was noch?“
    Die Romulanerin bedachte Shran mit mörderischen Blicken, bevor sie zischend antwortete: „Sie haben Recht, General, es geht um Einiges mehr. Die gesamte Zeit über ist uns die Imperatrice gefolgt. In dem Sternennebel ließ Imperatorin Sato Sie glauben, ihr Schiff sei vernichtet worden – das gehörte zum Plan. Der neue Schlachtkreuzer ist zäher, als Sie denken, General. Vermutlich ist er mit einigen leichten Schäden davon gekommen. Sie wird also die Verfolgung wieder aufgenommen haben und durch ein verstecktes Subraumsignal in der Warpsignatur dieses Schiffes weiß sie mittlerweile, wohin wir fliehen. Sie weiß auch, wie viel Vorsprung wir haben, oder besser gesagt, wie wenig. Deshalb wird schon sehr bald ein kampfstarker Flottenverband der Terraner im Ceti-Alpha-System erscheinen und ihren schönen Stützpunkt, auf dem fünften Planeten, mitsamt seiner wertvollen Produktionsstätten, dem Erdboden gleichmachen. Dabei weiß diese terranische Usurpatorin nicht einmal, dass sie uns Romulanern in die Hände spielt – denn sobald Sie und General Dheran ausgeschaltet sind, werden wir Romulaner uns an die Spitze der Rebellion stellen und die Früchte Ihrer Arbeit ernten, General.“
    Die Romulanerin blickte triumphierend in Shrans Augen und lachte schrill. Dann brach ihr Lachen abrupt ab und ein ungläubiger Zug erschien auf dem hübschen Gesicht der Frau. Wie in Zeitlupe blickte sie auf ihren Oberkörper, aus dem der Griff von Thy'Lek Shrans Dolch ragte. Sie öffnete ihren Mund, doch nur ein unterdrücktes Krächzen entfuhr ihm, als Shran die Klinge in ihrem Körper langsam und unerbittlich drehte.
    Im nächsten Moment fiel ihr Kopf kraftlos nach vorne. Sie war tot, denn der Andorianer hatte die Klinge geradewegs in das Herz der Romulanerin gestoßen.
    „Kri´Turonn!“, brüllte der andorianische General fluchend. Dann zog er langsam den Dolch aus dem leblosen Körper und wischte das grüne Blut daran an dem Unterhemd der Toten ab. Für einen Moment verwünschte er, der Verräterin einen so gnädigen Tod bereitet zu haben, denn sie hätte es verdient gehabt sehr viel länger zu leiden.
    „Schafft diesen Abfall von meinem Schiff“, wies er zwei der Umstehenden an und steckte seinen Dolch langsam wieder ein. Mit langen Schritten verließ er den Raum und machte sich auf den Weg zur Brücke seines Schiffes – dabei mit jedem Schritt zuversichtlicher wirkend. Dabei dachte er, diabolisch lächelnd: Du verdammte, romulanische Schlampe – hast du denn wirklich gedacht, Thy'Ron und ich würden uns, von einer kleinen Stümperin, wie dir und dieser verdammten Sato-Hexe, über die Antennen hauen lassen?

* * *

    General Thy'Ron Dheran war erleichtert, als sein Verband etwas mehr als drei Tage später den, mit seinem Freund Thy'Lek verabredeten, Treffpunkt erreichte und ihm gemeldet wurde, dass die Signaturen zweier andorianischer Kriegsschiffe aufgefangen worden seien. Wenig später erhielten die Besatzungen auch die optische Bestätigung, dass es die KUMARI und ihr Begleitschiff waren, die man geortet hatte.
    Eine halbe Stunde später saß Thy'Ron Dheran seinem Freund, in dessen Quartier, auf der KUMARI, gegenüber.
    Thy'Lek Shran berichtete dem Freund und Kampfgefährten vom Verrat der Romulanerin und dem Plan, der dahinter steckte.
    Für einen Moment blieb es still, nachdem Shran geendet hatte und es war schließlich sein Freund, der das Wort ergriff und meinte: „Diese verfluchten Terraner werden uns nicht sehr viel Zeit lassen, schätze ich. Wir werden die Verteidigung unseres Stützpunktes überhastet vorbereiten müssen und wir werden ihn verlieren, das steht fest.“
    „Unwichtig!“, wehrte Thy'Lek Shran schroff ab. „Wichtig ist nur, dass diese terranische Schlange, Hoshi Sato, im Anschluss davon überzeugt sein wird, dass sie uns entscheidend getroffen hat. Dazu ist es notwendig, dass unsere Verteidigung überzeugend aussieht und das gilt auch für die Verluste. Darum bleiben nur Freiwillige auf dem Planeten, um die Geschützstellungen und Ortungsanlagen zu bedienen.“
    Dheran nickte säuerlich. Er nahm einen Schluck von dem Andorianischen Tee, den sein Freund ihm angeboten hatte und sagte verdrießlich: „Commander Telev behauptet, dass unser Verband das neue Flaggschiff der Terraner vernichtet hat aber das glaube ich nicht mehr, nachdem ich jetzt deinen Bericht gehört habe.“
    Shran erhob sich aus seinem Sessel und schritt zu einem der runden Fenster des Wohnraumes. Dann wandte er sich abrupt seinem Freund zu und erklärte: „Ich auch nicht. Der neue Schlachtkreuzer war die ganze Zeit hinter uns her, Thy'Ron. Er kann unmöglich dort gewesen sein wo ihr wart. Ich denke aber, dass ich eine Erklärung dafür habe, dass Telev denkt es wäre das Flaggschiff gewesen. Erinnerst du dich daran, wie die Terranische Flotte bei Neubauten vorging, als wir noch dazu gehörten? Damals gaben die Typenschiffe immer der entsprechenden Schiffsklasse ihren Namen. Ich vermute, dass man dieses Prinzip nicht abgeändert hat und wenn das so ist, dann hat Telev lediglich das Testmodell erwischt. Möglicherweise wollte Imperatorin Sato aber, dass wir genau zu dem Schluss kommen, den Telev gezogen hat.“
    Dheran blickte seinen Freund an und nickte zustimmend, wobei sich seine Antennen nach Innen bogen, bevor er das Thema wechselte: „Du willst also wirklich unsere ältesten Raumschiffe zur Verteidigung unseres Stützpunktes in die Schlacht werfen, wenn ich dich richtig verstanden habe und nur einige unserer neuesten Einheiten sollen sie dabei unterstützen, richtig?“
    Thy'Lek machte eine zustimmende Geste mit der Hand. „Das stimmt. Es passt mir selbst nicht. Ich rechne jedoch damit, dass die Terraner während der Schlacht weniger darauf achten, welche Raumschiffe wir zur Verteidigung einsetzen, sondern eher darauf, wie viele es sein werden. Ich bin sicher, dass sie unsere Flotte als annähernd vernichtet ansehen werden, wenn die Schlacht um Ceti-Alpha V vorbei ist. Du weißt selbst, dass dieser Punkt ein sehr wichtiger Faktor in unserer Planung ist. Wir brauchen Zeit um die erbeuteten Pläne auszuwerten und neue Kriegsschiffe mit den Waffen auszurüsten, die wir nach diesen Plänen konstruieren werden und dafür müssen wir für geraume Zeit von der Bildfläche verschwinden. Wer wird uns schon suchen, wenn man uns für tot und geschlagen hält?“
    Der General Zweiter Verbandsgröße erlaubte sich ein angedeutetes Lächeln bevor er seinen Freund ablenkend fragte: „Wie hat die Vulkanierin darauf reagiert, als du die Pläne von ihr verlangt hast?“
    „Sie gab mir die Pläne bevor ich danach fragen konnte“, erwiderte Dheran und auch er erhob sich jetzt aus seinem Sitz. Zu Shran gehend erklärte er weiter: „T'Pol hat sich als vertrauenswürdig erwiesen. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie auch zukünftig loyal zu uns stehen wird.“
    Ein Zug von Verwunderung überflog Shrans Gesicht und prüfend blickte er in die bläulich-violetten Augen seines Gegenübers, bevor er heiser fragte: „Was also schlägst du in Bezug auf T'Pol vor? Können wir ihr wirklich trauen, mein Freund?“
    Die Antennen Dherans spreizten sich. „Davon bin ich fest überzeugt. Unabhängig von meinen persönlichen Gefühlen für diese Frau.“
    „Deine persönlichen Gefühle?“, echote Shran und seine Antennen richteten sich auf den Freund. „Was meinst du damit?“
    Dheran berichtete, zuerst zögernd dann mit fester Stimme, was sich an Bord der RAKARI ereignet hatte, nach ihrer Flucht aus dem Capella-System.
    Thy'Lek Shran hörte aufmerksam zu. Grübelnd blickte er dann zum Fenster hinaus und sagte schließlich: „Du musst dir darüber im Klaren sein, dass sie immer eine Außenstehende bleiben wird. Bist du dir wirklich sicher, was ihre Intentionen betrifft?“
    Thy'Ron Dheran trat dichter an den Freund heran. „Sie wird meine Lebenspartnerin werden, mein Freund. Ich bin mir sicher, dass sie uns niemals verraten wird. Und sie wird mich niemals verraten.“
    „Es sei denn, dass du auch weiterhin mit Vilarai Talas flirtest, so wie bisher“, spöttelte Shran ironisch und musterte den Freund nochmal prüfend. Als er spürte wie ernst es Thy'Ron mit seinen Worten war, atmete Shran tief durch und betont schroff erklärte er: „Also schön, Thy'Ron. Aber falls du dich in ihr geirrt haben solltest und sie Verrat plant, dann werde ich dich zur Verantwortung ziehen und zum einfachen Crewman degradieren. Aber auch das nur, wenn du Glück hast.“
    „Bei deinen netten Worten fühle ich mich doch gleich viel besser“, erwiderte Dheran sarkastisch, wobei sich seine Antennen schnell zur Seite bewegten und wieder aufrichteten. Danach wurde er wieder ernst und sagte dumpf: „Viele gute Männer und Frauen werden schon bald ihr Leben lassen, damit die Rebellion überleben kann. Ist die Sache ihr Opfer wirklich wert, Thy'Lek?“
    Shran erwiderte den ernsten Blick des Freundes. „Du kennst die Antwort. Ich wollte, es gäbe einen anderen Weg, aber es gibt ihn leider nicht. Spätere Generationen werden beurteilen müssen, ob unser Handeln richtig war oder nicht.“ Er kam näher und legte seine rechte Hand auf die rechte Schulter Dherans. „Es ist furchtbar, Thy'Ron, aber das Opfer Einiger ermöglicht das Überleben vieler. Das muss uns Trost genug sein.“
    Für einen Moment schwiegen sie. Dann straffte sich die Gestalt Dherans und er sagte: „Dann werde ich mich jetzt wieder auf die RAKARI begeben und einige Dinge erledigen für die später keine Zeit mehr bleiben wird.“
    Die Freunde trennten sich und nachdem Thy'Ron Dheran das Quartier verlassen hatte, schweiften Thy'Lek Shrans Gedanken ab - zu Commander Vilarai Talas. Gedankenverloren murmelte er: „Vielleicht sollte ich das auch tun, mein Freund.“
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