Christmas Dreams

von Rabenweib
GeschichteRomanze / P12
01.12.2009
01.12.2009
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Christmas Dreams

Mit langsamen Schritten durchquerte der hochgewachsene erste Offizier der Voyager die in Dämmerlicht getauchten Korridore des Raumschiffes. Wie immer, wenn er keinen Schlaf fand, drehte er seine Runden. Kaum jemand begegnete ihm während der Nachtperiode, etwas, dass er sehr zu schätzen wusste. Er konnte seine Gedanken schweifen lassen und es gab einiges, worüber er nachzudenken hatte.
Ohne dass es ihm bewusst wurde, hatte er den Weg zum Holodeck eingeschlagen und stand nun vor der verschlossenen Tür. Er wusste sehr wohl, dass Tom Paris und der selbsternannte Moraloffizier der Voyager, Neelix, den ganzen Tag über ein Programm zum Laufen gebracht hatten und dass sie niemanden dabei haben wollten.
Natürlich wusste er auch warum, schließlich war morgen Weihnachten und die gesamte Crew, ob sie nun mit den auf der Erde gebräuchlichen Weihnachtsriten aufgewachsen war oder nicht, freute sich auf die große Feier.
Erschrocken ging Chakotay einen Schritt rückwärts als sich das Schott zischend öffnete und er sich Lieutenant Paris gegenüber sah.
"Na, Commander, können Sie es nicht abwarten?"
"Ich kam zufällig vorbei."
"Wer's glaubt, wird selig", grinste Tom, um dann in verschwörerischen Tonfall fortzufahren, "aber vielleicht könnten Sie ja einen Blick riskieren? Wäre vielleicht ganz gut, wenn ich noch eine außenstehende Meinung einhole!"
Der erste Offizier ließ sich nicht bitten und folgte dem Piloten. Als dieser die staunenden Augen seines vorgesetzten Offiziers wahrnahm, konnte er sich ein triumphierendes Grinsen nicht verbeißen. Wenn schon der XO so reagierte, würden die anderen Besatzungsmitglieder noch begeisterter sein.
Chakotay wandte sich zu dem jüngeren Mann.
"Das ist ganz fantastisch, wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?"
"Das war Neelix, fragen Sie mich nicht, welche Filme er sich angesehen hat. Ich fand es erst etwas kitschig, aber irgendwie passt es."
"Tom, hätten Sie etwas dagegen, wenn ich noch eine Zeit lang hier bleibe? Sie können versichert sein, dass ich nichts verrate."
Der Lieutenant wollte erst eine seiner spöttischen Bemerkungen machen, unterließ es aber, als er den Gesichtsausdruck Chakotay's registrierte.
"Bleiben Sie nur, aber versiegeln Sie die Tür, wenn Sie gehen. Gute Nacht."
"Danke, und Ihnen auch eine gute Nacht, Tom."
Allein gelassen, atmete der erste Offizier tief durch. Der verschneite Park, in dem er sich befand lag im Dunkeln, nur der Schnee glitzerte im fahlen Mondlicht, die Illusion sich mitten im Winter zu befinden, war perfekt. Und es wäre noch perfekter, wenn er morgen mit ihr auf den schneebedeckten Wegen spazieren gehen würde.
Chakotay seufzte tief und öffnete die linke Hand, in der er die ganze Zeit über etwas verborgen hatte. Zum wiederholten Mal starrte er nun darauf, steckte es in die Hosentasche seiner Zivilkleidung, nur um es gleich wieder heraus zu nehmen und es erneut anzusehen.
Als ihn am nächsten morgen die Stimme des Schiffscomputers aus dem Schlaf riss, wusste Chakotay erst nicht, wo er sich befand. Im Traum war er durch tiefen Schnee gelaufen auf der Suche nach jemandem, er konnte sich nicht erinnern, nach wem er gesucht hatte. Unwillig schüttelte er den Kopf und ging unter die sonische Dusche. Als er schließlich seine Uniform anziehen wollte, fiel sein Blick wieder auf den Gegenstand, den er gestern mit sich herumgetragen hatte. Es war ein herzförmiger Stein, der in vielen verschiedenen gold-grünen Farben schillerte. Der 1. Offizier ließ sich erneut auf sein Bett sinken und betrachtete versonnen den Stein in seiner Hand. Was sollte er nur tun? Seit Tagen überlegte er nun schon, ob er ihr diesen Stein zum Weihnachtsfest geben sollte. Er erinnerte sich noch an ihr begeistertes Gesicht, als sie auf dem Planeten der Perkashi zusammen durch die Strassen der fremdartigen Stadt gegangen waren und den Marktplatz gefunden hatten. Einer der Händler dort bot die verschiedenartigsten Steine an, aus denen er auch Schmuckstücke fertigte. Ihr Blick blieb an diesem Herzen hängen und sie war ehrlich entzückt, doch sie wollte es nicht kaufen. Später war er zurückgegangen und erstand den Stein. Seither suchte er nach einer Gelegenheit, ihn ihr zum Geschenk zu machen. Ein Jahr war es nun schon her, dass sie auf Perkashi Eins waren. Chakotay seufzte wieder, fasste dann aber einen Entschluss. Schnell replizierte er eine hübsche Verpackung, befestigte eine kleine Karte daran und beeilte sich dann, auf die Brücke zu kommen, er würde ohnehin zu spät sein.
Als ihr erster Offizier aus dem Turbolift trat, wandte sich Captain Kathryn Janeway um, nickte ihm mit dem üblichen halben Lächeln zu und widmete sich wieder dem Studium eines Padds, welches sie in den Händen hielt.
Chakotay ließ sich auf seinem Sessel nieder.
„Guten Morgen, Captain.“
„Guten Morgen, Commander. Sie sind spät dran. Ich habe sie beim Frühstück vermisst.“
*Das glaubt sie doch selbst nicht *, dachte er, erwiderte aber mit der üblichen Gelassenheit:
„Nun, ich hatte noch etwas zu erledigen,“ und als er den fragenden Blick seines Captain spürte, setzte er hinzu:
„Heute ist ein Tag der Geheimnisse, also werde ich Ihnen nichts sagen.“
Wohl wissend, dass sie jetzt alles versuchen würde, ihm dieses Geheimnis zu entlocken, schenkte Chakotay seiner Vorgesetzten das harmloseste Grinsen, dessen er fähig war.
Aber anscheinend erzielte es nicht die gleiche Wirkung wie sonst, denn Janeway fragte nicht weiter, sondern wandte sich wieder ihrem Padd zu. Es vergingen einige Minuten, dann stand sie auf.
„Commander, Sie haben die Brücke, ich bin in meinem Bereitschaftsraum.“
Mit einer gewissen Enttäuschung sah Chakotay hinter ihr her, senkte aber sofort den Kopf, bevor irgend jemand etwas merken konnte.
Paris war die Szene nicht entgangen, insgeheim wettete er mit sich selbst, wie lange es wohl dauern würde, bis der 1. Offizier auch in den Bereitschaftsraum gehen würde. Doch nichts dergleichen geschah.
Chakotay sass auf seinem Sessel und arbeitete anscheinend konzentriert am Computer.
Kathryn Janeway lief im Bereitschaftsraum unter den grossen Fenstern auf und ab. Sie ärgerte sich über sich selbst. Schon wieder hatte sie es getan, schon wieder hatte sie ihren ersten Offizier, ihren engsten Vertrauten, verletzt. Sie wusste es, sie konnte es gar nicht mehr zählen, so oft hatte sie es schon gemacht. Janeway verstand sich selbst nicht mehr. Sie war enttäuscht, dass er nicht im Casino war, um mit ihr zu frühstücken. Es war so eine besondere Atmosphäre heute morgen. Fast so wie früher, als sie noch ein kleines Kind war und sich auf das Weihnachtsfest freute. Den anderen Besatzungsmitgliedern schien es ebenso zu ergehen. Es war eine erwartungsvolle Stimmung, jeder schien freundlich und fröhlich zu sein und als ihre „Assistentin“, Naomi Wildman herein kam, um Neelix ein Weihnachtslied vor zu singen, freute sie sich auf den heutigen Abend. Die Gespräche ringsherum drehten sich fast ausschliesslich um das Fest, alle waren gespannt zu sehen, was Tom Paris und Neelix auf die Beine gestellt hatten. Janeway hatte Gesprächsfetzen aufgefangen, die sich darum drehten, wer mit wem zur Christmas Party gehen würde, welche Geschenkideen man hatte und wie man den Abend verbringen würde. Sie hatte sich vorgenommen, Chakotay, sobald er zum Frühstück käme, zu fragen, ob er ihr Begleiter sein wollte. Aber er kam nicht, und vorhin, auf der Brücke, liess sie ihre Enttäuschung darüber an ihm aus.
Sie hatte es verpatzt und nahm sich nun vor, gar nicht zur Party zu gehen. Aber nein, das konnte sie ja auch nicht machen. Nun, dann würde sie zum Dinner gehen, ein paar Worte an die Crew richten und, wie meistens in letzter Zeit, sich in ihr Quartier zurück ziehen.
Unter dem Vorwand, etwas in seinem Büro erledigen zu müssen, übergab Commander Chakotay die Brücke an Tuvok. Mittlerweile war es ihm egal, ob Tuvok den Grund ahnte oder Paris später mit Kim und B’Elanna tratschen würde, so konnte er nicht weiter machen. Was war nur geschehen? Seit sieben Jahren waren sie nun im Deltaquadranten. Sieben Jahre, in denen er und Janeway sich nahe gekommen waren, sich voneinander entfernt und wieder angenähert hatten. Sie waren Freunde, ungeachtet dessen, was er darüber hinaus für sie empfand. Doch in letzter Zeit schien Kathryn nicht einmal mehr diese Freundschaft zu wollen. Sie war abweisend, vertraute sich ihm nicht mehr an, verletzte ihn, absichtlich sogar, wie es schien. Aber aufgeben? Nein, er konnte es nicht, er wollte nicht aufgeben. Seine Gefühle für Janeway wurzelten zu tief, als dass er sie so einfach abstellen konnte. Natürlich bemerkte er die Blicke, die ihm andere weibliche Crewmitglieder zu warfen, aber darunter war keine, die ihn interessierte. Die Avancen, die Seven of Nine ihm neuerdings machte, berührten ihn peinlich, er musste einmal ein ernstes Wort mit ihr reden. Oder noch besser, er vertraute sich dem Doktor an, damit er Seven diese Fantasien, die sie über ihn zu haben schien, ausredete.
Gedankenverloren, wie er gerade war, hatte er nicht bemerkt, dass Seven offensichtlich schon eine ganze Weile neben ihm herging.
Erst als er die gefühllos klingende Stimme der Ex-Borg hörte, kam der erste Offizier in die Realität zurück.
„Commander Chakotay, ich habe eine Frage an Sie.“
Innerlich seufzend, äusserlich jedoch völlig unbeeindruckt, blieb der Mann stehen.
„Dann fragen Sie, Seven.“
„Werden Sie mich heute zu der Feier auf dem Holodeck begleiten?“
Seine erste Reaktion war Ablehnung, dann jedoch kam so etwas wie Trotz in ihm auf. Kathryn legte offensichtlich keinen Wert mehr auf seine Gesellschaft, warum sollte er Sevens Angebot nicht annehmen, obwohl es ihr gegenüber unfair war. Nein, sein besseres Ich kam wieder zum Vorschein.
„Ich danke Ihnen, aber ich werde allein gehen.“
„Das halte ich für unwahrscheinlich, Commander. Ich vermute, Sie werden den Captain begleiten?“
Ein leichtes Kopfschütteln begleitete seine Antwort.
„Nein, ich werde nicht mit dem Captain zur Weihnachtsfeier gehen. Ich ziehe es vor, allein dort zu erscheinen.“
Wenn Seven of Nine Enttäuschung empfand, so zeigte sie das nicht.
„Gut, wahrscheinlich sehen wir uns dann auf dem Holodeck, Commander.“
Damit machte sie kehrt und liess Chakotay stehen.
Nach einem kurzen Aufenthalt in seinem kleinen Büro ging der erste Offizier zurück zur Brücke, die Korridore der Voyager summten vor Leben, es schienen viel mehr Leute als sonst zu dieser Zeit unterwegs zu sein und allmählich bemerkte auch Chakotay die besondere Stimmung, die selbst die Brückencrew erfasst zu haben schien. Denn als er aus dem Turbolift trat, sah er gerade noch, wie Harry Kim etwas rotes unter seiner Konsole verschwinden liess. Chakotay grinste, sah ja aus wie eine Weihnachtsmannmütze. Ein Seitenblick zu Tuvok, aber der stand ungerührt an seinen Kontrollen.
Paris hatte sich herum gedreht und warf einen prüfenden Blick auf den XO. Na, der schien seine Fassung wieder gewonnen zu haben, trotzdem würde er mal mit B’Elanna reden, sie kannte den ehemaligen Maquisarden besser als er.
Seit er und die Halbklingonin ein Paar waren, sah Tom die Verbindung seiner beiden vorgesetzten Offiziere mit anderen Augen an. Er wünschte Ihnen, dass sie endlich zusammen finden würden und hatte sogar eine Wette auf seine schier unendlich lange Wettliste gesetzt.
Janeway war währenddessen immer noch in ihrem Bereitschaftsraum und gab vor, in irgend welchen Berichten zu lesen, falls jemand hereinkommen würde. Aber niemand kam. Chakotay schien es aufgegeben zu haben, sie aus ihrer Isolation locken zu wollen. Die Zeit schien im Schneckentempo zu kriechen. Bis ihr Dienst beendet war, mussten noch drei Stunden vergehen. In Gedanken sah sie das Kleid vor sich, dass sie eigentlich heute abend hatte tragen wollen.
Lang, dunkel blaue Seide, mit einem weiten Rock und einem enganliegenden Oberteil, das ihr Dekolleté` betonte und die Arme frei liess. Aber nun... warum eigentlich nicht? Warum sollte sie dieses traumhafte Kleid, das sie einige Replikator Rationen gekostet hatte, im Schrank lassen. Nur weil sie selber zu feige war, zu ihrem ersten Offizier zu gehen und ihm zu sagen, dass sie den Abend gerne mit ihm verbringen möchte? Nein, er würde ja sicherlich anwesend sein und sie sehen. Vielleicht würden die Stimmung heute abend und die Feier ihr die Gelegenheit geben, einige Mißverständnisse zwischen sich und ihrem besten Freund auszuräumen. Wie das klang: Bester Freund! Vielleicht wäre es an der Zeit, ehrlich mit sich selbst zu sein und zuzugeben, dass Chakotay längst mehr für sie war. Doch das war so ziemlich das Schwerste, was Kathryn Janeway, unerschrockener Captain der Voyager, sich vorstellen konnte. Sich ihren Gefühlen zu stellen und diese zu akzeptieren.
Aber auch diese Schicht hatte ein Ende. Als Janeway die Brücke betrat, sah sie dass die Ablösung schon erfolgt war. Einerseits erleichtert, weil sie Chakotay nicht gegenüber treten musste, andererseits enttäuscht, ihn nicht zu sehen, betrat sie den Turbolift und... stand Chakotay gegenüber.
„Commander.“
„Captain.“
Beide schwiegen, dann ordnete Chakotay den Computer an.
„Offiziersdeck!“
Schweigend fuhren sie, schweigend stiegen sie aus, gingen nebeneinander bis zu ihren Quartieren und nickten sich kurz zu, bevor jeder seinen Türcode eingab.
-Du bist ein Idiot, Chakotay-, verfluchte sich dieser selbst, -warum hast du sie nicht gefragt?-
-Du bist eine Idiotin, Kathryn Janeway-, verfluchte sich diese selbst, -du hättest die Gelegenheit gehabt, deinen Fehler von heute Morgen wieder gut zu machen.

Etwas unwohl fühlte sich der erste Offizier, als er das Holodeck betrat und die schneebedeckten Wege bis zum Portal des Herrenhauses ging. Der ungewohnte schwarze Smoking und das weiße Hemd mit der Fliege machten ihn befangen. Doch dann blieb er für einen Moment stehen und ließ den Anblick des hellerleuchteten Hauses auf sich wirken. Zwei mit Lichtern geschmückte Tannenbäume standen neben der grossen Treppe, über der zweiflügeligen Tür hing eine dichte Tannengirlande, die ebenso mit Lichtern versehen war. Die vielen erleuchteten Fenster wirkten einladend und dass Stimmengewirr, dass man bis vor die Tür hörte, tat sein Übriges. Schnell tastete er noch einmal in seiner Jackentasche nach dem kleinen Geschenkpaket und betätigte dann die Türglocke. Die Illusion der Winternacht war so überzeugend, dass Chakotay die Wärme, die ihn beim Betreten des Hauses empfing, als äußerst angenehm empfand. Etwas belustigt folgte er dem holografischen Butler in den Ballsaal. Wie war Neelix nur wieder darauf gekommen?
Da kam der kleine Talaxianer auch schon auf ihn zu.
„Commander, wie schön Sie zu sehen, kommen Sie, kommen Sie mit mir an die Bar. Trinken Sie ein Glas Punsch, Tom Paris hat mir das Rezept gegeben und sämtliche Raumgeister mögen ihn verfolgen, wenn er nicht schmeckt, der Punsch, meine ich.“
Lächelnd bedankte sich der erste Offizier für das Glas und sah sich um. Die ganze Crew schien anwesend zu sein, sah man mal von Tuvok ab, der freiwillig den Dienst auf der Brücke übernommen hatte, weil er mit den „ausufernden menschlichen Emotionen“ nichts anfangen konnte und ein paar Besatzungsmitgliedern, die sich nicht an der Feier beteiligen mochten oder später abgelöst werden würden, damit sie auch noch etwas davon mitkriegen konnten.
Chakotay sah den grossen Flügel an dem die in roten Samt gekleidete Megan Delaney gerade Platz nahm und ihre Zwillingsschwester Jenny, die ganz in grün gekleidet, mit ihrer Geige daneben stand. Auch Harry Kim stand bei den beiden Fähnrichen aus der stellaren Kartographie, er hatte seine Klarinette in der Hand und es war klar, das die drei für den musikalischen Teil des Festes sorgen würden.
Die Person jedoch, die er am meisten zu sehen wünschte, war nicht da. Statt dessen sah er die Ex-Borgdrohne auf sich zu kommen. Hilfe suchend sah er sich um, da er nicht die geringste Lust verspürte, den charmanten 1. Offizier zu spielen. Glücklicherweise war der Doktor seiner Schülerin auf den Fersen gefolgt und holte diese ein, bevor sie bei Chakotay angelangt war. Das MHN versuchte die blonde Frau davon zu überzeugen, sich anders zu kleiden, als in den hautengen Anzug, den sie auch sonst trug. Seven schien nicht überzeugt, verliess dann aber mit dem Doktor den Raum. Als die beiden zurückkamen, betrat auch Janeway gerade den Raum. Zu Chakotays Bedauern trug sie ihre Uniform, aber er gestand sich ein, dass er nichts anderes erwartet hatte.
Seven stand schräg hinter dem Captain und sah zugegebener Maßen sehr gut aus, ein schulterfreies enganliegendes Kleid, aus silbrig glänzendem Stoff, enganliegend bis zu den Waden und von dort aus in unzähligen Falten über die Knöchel fallend, die blonden, langen Haare aufgesteckt, sah sie aus, wie eine fremde, schöne Göttin. Es gab im Raum wohl kein männliches Wesen, das den Blick von Seven abwandte. Chakotay`s Augen jedoch ruhten nur kurz auf der auffälligen Erscheinung und wanderten dann weiter zu seinem Captain.
Janeway stellte sich an die Bar, lächelte ihr immer etwas verhalten wirkendes Lächeln und begann zu sprechen.
„Heute ist ein besonderer Abend. Nicht nur, dass auf der Erde Weihnachten gefeiert wird, sondern, dass wir hier alle zusammen sind, um dieses Fest zu begehen, auch wenn der Grund für viele von Ihnen absolut unwichtig ist.
Wichtig ist jedoch, dass wir hier als Gemeinschaft ein Fest feiern, egal ob aus religiösen Überzeugungen oder einfach, weil wir alle noch am Leben, auf dem Weg nach Hause und festen Willens sind, dieses ferne Ziel zu erreichen.
Ich freue mich, Sie alle hier zu sehen und den Abend gemeinsam mit Ihnen zu verbringen. Ich bin nicht gut im Reden halten, also, feiern Sie und geniessen Sie diesen Abend. Neelix hat ein Spezielles Dinner versprochen, ich bin genau so gespannt wie Sie!“
Nachdem der Beifall verklungen war, suchte Janeway nach ihrem 1. Offizier. Gerade eben hatte er doch noch in der vordersten Reihe gestanden. Eine eisige Hand schien nach ihrem Herzen zu greifen, als sie Seven of Nine neben ihm sah. Hochaufgerichtet, stolz und kühl legte die Ex-Borg gerade ihre Hand auf Chakotays Unterarm, der lächelte sie an und gemeinsam mit dem Doktor gingen die beiden zu einem der langen Tische. Das war der Moment, den sie schon seit langem fürchtete, der Augenblick, in dem sie ganz allein war. Chakotay in der Gesellschaft einer anderen Frau zu sehen, war einfach nicht zu ertragen. Sicher, dass sie niemand suchen würde, verliess Kathryn fluchtartig das Holodeck.
Suchend sah sich Chakotay um. Wo war denn bloss Kathryn? Gerade eben hatte er sie noch gesehen, bevor das MHN und Seven ihn genötigt hatten, mit an den reservierten Tisch zu kommen. Der Platz neben ihm war für den Captain bestimmt, aber sie schien spurlos verschwunden zu sein. B‘Elanna folgte seinem suchenden Blick.
„Ich suche sie, bleib hier, Chakotay,“ und bevor er sie daran hindern konnte, war sie aufgestanden und verschwand in der Menge.
Kathryn war, ohne zu überlegen in den nächsten Turbolift gestürmt und hatte die Brücke als Ziel eingegeben. Sie ignorierte den erstaunten Blick Tuvok’s, als sie in den Bereitschaftsraum ging. Tief durchatmend stand sie unter dem großen Fenster und versuchte ihre Fassung wieder zu finden. Sie benahm sich wie ein kleines Mädchen, fand sie. Was sollte das, sie musste sich nun mal damit abfinden, dass Chakotay sich nach einer Partnerin umsah, die ihn in ihr Leben liess und nicht dauernd ihre Stellung an Bord vorschob, um sich nicht ihren Gefühlen auszuliefern. Denn das war ihre grösste Angst. Nicht mehr sie selbst zu sein, wenn sie sich auf eine Beziehung mit ihrem ersten Offizier einließ.
Es war nicht die Tatsache, dass sie dann nicht mehr objektiv sein könnte, nicht mehr in der Lage wäre, Chakotay auf eine gefährlich Mission zu schicken. Das fiel ihr doch auch so schwer genug, die Angst, ihn bei einem dieser Einsätze zu verlieren, konnte nicht noch grösser werden.
Bei ihrer Grübelei, hatte sie das Türsignal völlig überhört und drehte sich erschrocken herum, als sie die Stimme des Vulkaniers hörte.
„Verzeihen Sie, Captain, wenn ich Sie störe,“ nur ein unmerkliches Zögern verriet, dass Tuvok unbehaglich zu Mute war, „aber ich frage mich, warum Sie nicht auf dem Holodeck sind?“
Ein Eisblick traf den Sicherheitsoffizier, der sich von so etwas jedoch nicht beeindrucken liess.
„Reicht es Tuvok, wenn ich Ihnen sage, dass ich keine Lust zum Feiern habe?“
„Mit Verlaub, Captain, das glaube ich Ihnen nicht. Sie versuchten mich mit allen Mitteln zu überreden, dass ich diesen sehr irdischen Brauch, wenn ich das bemerken darf, mitmache. Und nun haben Sie keine Lust mehr.“
Der Vulkanier schwieg einen Moment, um dann fort zu fahren.
„Captain, es geht mich nichts an und wahrscheinlich bin ich die ungeeigneteste Person hier an Bord, um mit Ihnen darüber zu reden, aber kann es sein, dass Sie... nun ja, ein emotionales Problem haben?“
Mit vor nur mühsam unterdrückter Wut in den Augen wollte Janeway eine heftige Antwort geben, aber dann begann der Panzer, den sie in den letzten Monaten um ihre Seele gelegt hatte, Risse zu bekommen.
Müde liess sie sich auf die Couch sinken, ihre Stimme war fast unhörbar.
„Warum Tuvok, warum tue ich mir das an, warum tue ich das den Leuten um mich herum an? Jetzt habe ich die Quittung bekommen. Von nun an bin ich ganz alleine.“
Bevor Tuvok, dem die Situation mehr als unangenehm war, fragen konnte, öffnete sich das Schott des Bereitschaftsraums erneut und B’Elanna stürmte förmlich hinein. Der Vulkanier nahm die Gelegenheit wahr und zog sich zurück.
Die Halbklingonin hielt sich nicht erst mit höflichen Floskeln auf.
„Captain, was sollte das vorhin wieder? Sie rennen davon, nur weil Sie Chakotay kränken wollen. Er sucht Sie, er wartet auf Sie, er wollte Ihnen hinterherlaufen, aber ich kann das nicht mehr mit an sehen. Chakotay ist mein Freund, seit sehr langer Zeit schon, er war auf der Liberty Bell nicht nur mein Vorgesetzter, er war mein Mentor, mein Bruder, mein Freund, all das, was ich niemals hatte. Und damals habe ich mir geschworen, es ihm eines Tages zurück zu geben. All die Freundlichkeit, die ich nie zuvor erlebt hatte, das Lachen, das ich erst in seiner Crew lernte, die Geborgenheit, wenn wir nach einem harten Kampf in einem sicheren Versteck waren und den Erfolg feierten, in einer kalten zugigen Höhle, in der wir ein Feuer entzündeten und assen, lachten und tanzten. Er war der erste Mann, der mit mir tanzen konnte, der mich führen konnte, der meinen Dickkopf zu nehmen wusste. Ich würde alles tun, damit ich ihn noch einmal so unbeschwert lachen hören könnte. Denn das hat er in all diesen Jahren verlernt. Nicht, weil wir so weit von der Erde entfernt sind oder weil ihn die Last seines Ranges ernst gemacht hat. Nein, dass sind Sie, Sie allein, Kathryn. Er liebt Sie, er würde buchstäblich alles für Sie tun, sogar sich von Ihnen fernhalten, wenn Sie dadurch glücklich werden. Ich weiss nicht, wie lange es schon her ist, dass er mit uns allen zusammen sass und eine seiner Geschichten erzählte. Sie nehmen ihm jeden Lebensmut, weil Sie noch viel dickköpfiger sind als ich es jemals war. Und ich werde sie an ihren Haaren hier heraus schleifen, wenn Sie nicht freiwillig mit zur Feier kommen. Er hat es verdient, wenigstens einen Abend lang das Gefühl zu haben, es läge Ihnen etwas an ihm.“
Schweratmend hielt B’Elanna inne, wohl wissend, dass sie für ihre Worte in der Arrestzelle landen könnte. Aber Janeway sagte nichts, sie sass ganz ruhig da, senkte nur ihren Kopf und Torres sah zu ihrem Entsetzen, dass der Captain die Tränen kaum zurück halten konnte.
„Entschuldigen Sie, Captain, ich... ich hätte das nicht sagen dürfen, ...aber.“
Sie setzte sich neben ihre Vorgesetzte und schwieg.
Janeways Stimme klang gedrückt und leise.
„Sie haben ja recht, B’Elanna. Ich weiss es doch, aber nun ist sowieso alles egal. Jetzt, wo Chakotay Gefallen an Seven gefunden hat.“
Erstaunt sah Kathryn, dass B’Elanna sich vor Lachen bog.
„Seven und Chakotay? Das glauben Sie doch wohl selbst nicht. Wenn Sie vorhin sein Gesicht gesehen hätten, er sah aus, als sei er von einer Viper gebissen worden.“
„Aber, sie hat nach seinem Arm gegriffen und er lächelte sie an.“
B’Elanna legte Kathryn eine Hand auf die Schulter.
„Haben Sie Chakotay schon einmal unhöflich erlebt? Sehen Sie. Und nun kommen sie einfach mit mir mit, okay.“ Die Halbklingonin erhob sich.
„Und... ich hätte wirklich nichts sagen sollen. Nicht, dass es nicht stimmt, aber ich habe nicht das Recht dazu, entschuldigen Sie, Captain.“
Janeway sah ihre Chefingenieurin an.
„Sie haben richtig gehandelt, wahrscheinlich brauchte ich jemanden, der mir den Kopf wäscht. Weder Tuvok noch Chakotay würden es wagen, so mit mir zu sprechen. Gut, dass Sie es getan haben. Ich komme zur Feier, aber erst, wenn ich mich umgezogen habe.“
B’Elanna sah ihre Vorgesetzte skeptisch an.
„Ich hole Sie eigenhändig, wenn Sie nicht erscheinen.“

Tom sah immer wieder zur Eingangstür. Langsam wurde er unruhig, wo blieb seine Frau? Die Stimmung war ausgelassen und gleich sollten die Geschenke verteilt werden. Harry hatte Neelix schon mit der weiß-roten Mütze ausgestattet, denn der Talaxianer fand es ausgesprochen lustig, den Weihnachtsmann zu spielen.
Auch Chakotay sah immer wieder zur Tür und atmete erfreut auf, als diese sich öffnete, aber es war B’Elanna, die eilig zu Tom ging und mit ihm flüsterte.
Neelix liess sich nicht mehr zurückhalten, seiner Meinung nach war es spät genug. Die Delaney Zwillinge spielten einige traditionelle irdische Weihnachtslieder und der talaxianische Weihnachtsbote begann damit Geschenke zu verteilen.
Chakotay hatte sich etwas abseits hingestellt, so hatte er sich den Abend nicht vorgestellt. Nicht nur, dass ihm Seven ganz unverblümt gesagt hatte, dass er ihr Übungsobjekt in der Lektion 41 des menschlichen Verhaltens sei: Wie lerne ich einen Mann kennen und schaffe es, dass er sich für mich interessiert, auch Janeway tauchte nicht wieder auf, dabei hatte er sich so darauf gefreut, diesen Abend zusammen mit ihr zu erleben.
Das einzig Komische war, das der Doktor eifersüchtig reagiert hatte, als ihm klar wurde, dass Seven ihre Lektion nicht an ihm ausprobiert hatte. Aber nun schien er sie davon überzeugt zu haben, dass er als Anschauungsobjekt besser geeignet sei, als der erste Offizier.
Geistesabwesend schaute er zu, wie unter grossem Gelächter die Geschenke geöffnet wurden, oder auch mit Rührung, je nach Präsent und Temperament.
Naomi wirbelte zwischen den Leuten herum, sprang ihm kurz auf den Arm und bedankte sich für ein richtiges Buch mit all den Geschichten, die er ihr schon erzählt hatte. Das erinnerte ihn mal wieder an den Abend auf New Earth und die Legende, die er Kathryn erzählte. Damals war sie gerührt, doch das wahr schon zu lange her.
Der Trubel ging ihm auf die Nerven, er wollte erst mal allein sein und schlich durch den Hinterausgang heimlich hinaus in den verschneiten Park des Herrenhauses. Es würde ihn schon keiner vermissen.
Dadurch verpasste er die Ankunft Kathryn Janeway’s, die sich unter ihre Crew mischte und ihre Blicke suchend schweifen liess. Enttäuscht stellte sie fest, dass Chakotay offensichtlich nicht unter den Anwesenden war. Auch Seven war nicht zu sehen. Kathryn zog sofort ihre Schlüsse daraus und bedauerte es schon, doch noch zu der Weihnachtsfeier gekommen zu sein. Ihre Crew verstand es zu feiern, dass merkte sie. Es wurde gelacht, gesungen und Neelix Bar war stark frequentiert. Sie gönnte es jedem einzelnen, ging herum und suchte den Kontakt. Redete mit einigen Besatzungsmitgliedern, lauschte dem Klavierspiel von Megan Delaney und war mit ihren Gedanken gar nicht anwesend.
Ein Glas Punsch in der Hand stand sie an einem der hohen Fenster des Ballsaals und sah hinaus in die Dunkelheit.
Da stand doch jemand! Diese Haltung war unverkennbar und er war allein, soweit sie das sehen konnte.
Chakotay sog die eisige Nachtluft in die Lungen, obwohl er ja wusste, dass es nur eine Illusion war, fühlte er die Kälte. Nun ja, er würde gehen, für ihn war der Abend gelaufen. Ein leises Knirschen, wie von Schritten, brachte ihn dazu, sich herum zu drehen.
„Kathryn!“
„Da sind Sie, Chakotay, ich habe sie gesucht!“
Dieses Mal dachte er es nicht nur, sondern sagte es laut:
„Das glauben Sie doch selbst nicht.“
Der rauhe Klang seiner Stimme, der ironische Tonfall, bewiesen Janeway, wie verletzt er war. Aber schliesslich hatte sie selbst ja auch Grund, sauer zu sein und das sagte sie auch.
„Doch, ich suchte Sie, aber Sie waren ja die ganze Zeit über beschäftigt. Ich wusste nicht, dass Seven so sehr an Interesse bei Ihnen gewonnen hat. Ich wollte Sie nicht stören, entschuldigen Sie, Commander.“
Janeway drehte sich herum aber sie kam nicht weit. Mit ein paar Schritten, war er bei ihr.
„Kathryn, was soll das?“
„Ich habe Sie gesehen vorhin, als sie zum Dinner gingen, mit Seven am Arm.“
Sie war auf alles gefasst, aber nicht auf das Gelächter des Mannes.
Als der 1. Offizier sich so Einigermassen wieder eingekriegt hatte, legte er seinem Captain eine Hand auf die Schulter und ging ganz nah an sie heran.
„Höre ich da so etwas wie Eifersucht aus ihrer Stimme?“
Er erntete dafür einen spöttischen Blick.
„Ich? Eifersüchtig? Sie bilden sich ja einiges ein, Chakotay.“
„Sind sie nicht? Nun gut, dann muss ich Ihnen ja auch nicht erzählen, dass ich sozusagen ein Versuchskaninchen für unsere Borg-Lady war.“
Ihr verständnisloser Blick brachte den Commander wieder zum Lachen.
„Kommen Sie mit, Kathryn, wir gehen ein Stückchen und ich erkläre es Ihnen.“

Energischer, als sie das von ihrem 1. Offizier gewohnt war, führte der Mann sie in die Dunkelheit und erzählte ihr die ganze Geschichte.
Ihr Lächeln, welches sie ihm schenkte, war erleichtert, warm und echt.
„Lassen Sie uns hinein gehen, Chakotay, mir ist kalt.“
„Nehmen Sie meine Jacke, Kathryn,“ Chakotay legte das Jackett um die Schultern der Frau, dabei fiel ihm sein Geschenk ein. Unauffällig griff er in die Tasche und nahm es heraus.
„Ist Ihnen jetzt wärmer?“
„Ja, aber Sie frieren ja nun.“
„Nein, in Ihrer Nähe friere ich sicherlich nicht.“
Sie blickte zu ihm auf.
„Ach ja?“
Sie wusste, es wäre besser gewesen, ihn nicht so anzusehen. Diese Augen und dieses Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein brachte. Wenn er wüsste, wie schwer es ihr immer fiel, ihm zu widerstehen. Aber vielleicht wusste er es ja und sah sie deshalb immer so an?
Chakotay löste seinen Blick aus dem ihren und nahm Kathryn beim Arm. Sie gingen ein paar Schritte weiter bis sie neben dem grossen, weihnachtlich beleuchteten Baum rechts neben der Treppe standen.
„Kathryn, ich... es wäre schön, wenn Sie den Rest des Abends an meiner Seite verbringen würden.“ Bevor sie antworten konnte, sprach er weiter:
„Aber, ehe wir wieder zu der Crew gehen, habe ich noch etwas für Sie.“ Er gab ihr das kleine Päckchen. Janeway sah erst erstaunt auf den Mann und dann auf das Geschenk.
„Für mich?“
„Ja, machen Sie... mach es auf.“
Sie protestierte nicht gegen die vertrauliche Anrede, zog vorsichtig die Schleife von der Schachtel und öffnete diese.
Der Ausdruck auf ihrem Gesicht entschädigte ihn für einiges.
„Chakotay! Das ist ja... Es sieht aus, wie der Stein, den wir bei dem Perkashi Händler gesehen haben.“
„Es ist der Stein. Ich habe ihn die ganze Zeit mit mir herum getragen und habe mir heute gedacht, wenn du schon mein Herz nicht willst, dann nimmst du wenigstens dieses aus Stein an.“
Kathryn atmete hörbar ein, sah dann wieder auf den Stein in ihrer Hand, der sich kalt anfühlte, aber langsam durch ihre Körpertemperatur erwärmt wurde.
Sie schloss die Finger darum und umarmte ihren ersten Offizier, der seine Arme sofort um sie schlang.
„Wer sagt dir, dass ich dein Herz nicht will? Ich muss dir soviel sagen, soviel erklären, aber nicht jetzt und nicht in dieser Nacht. Nur eines, mir ist heute klar geworden, dass ich dich nicht verlieren will.“
Chakotay suchte mit seinen Augen ihren Blick, sah sie schweigend an und beugte sich dann langsam über sie, bis seine Lippen vorsichtig ihren Mund berührten. Bereit sich sofort zurückzuziehen, falls sie sich wehren sollte. Aber Kathryn dachte gar nicht daran. Sie presste ihre Lippen auf die seinen, die warm und weich waren. Behutsam küssten sie sich, dass neue ungewohnte Gefühl geniessend, dann wurde der Kuss heftiger, fordernder und leidenschaftlich. Völlig ineinander versunken, sich immer wieder küssend, vergaßen sie ihre Umgebung.
Tom Paris und B’Elanna Torres, die in der geöffneten Tür standen, weil sie das kommandierende Doppel vermisst hatten, zogen sich lautlos und grinsend zurück.
Irgendwann lösten sich Kathryn und Chakotay voneinander.
„Wollen wir wieder hinein gehen?“ fragte der 1. Offizier
„Nein, lass uns verschwinden, wir haben soviel nachzuholen, ich will mit dir allein sein.“
Chakotay grinste.
„Ich habe mir gewünscht, das zu hören,“ er machte eine kurze Pause,
dann küsste er sie erneut und Kathryn schmiegte sich in seinen Arm.
Sie verliessen das Holodeck, gingen Arm in Arm durch die verlassenen Korridore der Voyager, bis sie auf dem Offizierdeck anlangten.
Chakotay lächelte seinen Captain an.
„Wie ist das mit den Sternenflottenprotokollen? Erlauben die, dass ein erster Offizier über Nacht bei seiner Vorgesetzten bleibt?“
„Ich pfeif auf die Sternenflottenprotokolle, ich liebe dich, Chakotay und nichts kann das ändern.“
Er glaubte, zu träumen, aber sie hatte es tatsächlich gesagt.
„Und ich liebe dich, Kathryn Janeway.“
Sie küsste ihn leidenschaftlich.
„Du hast die ganze Nacht Zeit, mich davon zu überzeugen, Nr. Eins.“
Ende