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Hidden Listener

GeschichteDrama / P12 Slash
Claire Bennet Peter Petrelli Zach
26.11.2009
22.02.2010
13
20.601
 
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26.11.2009 1.452
 
Dass Zach erst spät in der Nacht zurück gekehrt war, hatte Claire nicht mitbekommen. Sie hatte, nachdem er weggefahren war, noch zweieinhalb Stunden mit Peter telefoniert, und war dann eingeschlafen, ohne sich um den Dreck vor ihrer Tür zu kümmern. Jetzt klingelte ihr Wecker, und Claire sprang hysterisch auf und lief ins Bad. Sie wollte sich extra hübsch machen, vielleicht lief ihr ja Peter über den Weg. Sie duschte ausgiebig und wusch sich mit ihrem teuren Shampoo die Haare, und dann schminkte sie sich aufwendig. Am Ende war sie mit ihrem Aussehen zufrieden und ging nach unten in die Küche, wo Sandra bereits das Frühstück vorbereitet hatte. Zach und Lyle aßen schon und beide starrten leblos vor sich hin.
Lyle rührte lustlos in seinen Cornflakes und ihr großer Bruder stach in sein Rührei als ob er es ermorden wolle.
„Hey Mum“, flötete Claire Sandra zu, die sie darauf hin glücklich anlächelte.
„Heute ist bei den irgendwie der Wurm drin“, meinte Sandra und zeigte auf Zachs tiefe Augenringe, die schon lila waren. Um seine Augen hatte er heute Kayal geschmiert, was ihm einen leichten Drogenabhängiger-style verlieh. Claire nickte verständnisvoll und nahm sich etwas Rührei. Aus dem Augenwinkel konnte sie erkennen, dass Zach das Gesicht verzog und sich die Schläfen rieb.
„Kopfschmerzen?“, fragte sie leise. Zach sah sie gereizt an.
„Nein, Bauchschmerzen, deshalb halte ich mir meinen Kopf“, fuhr er sie an und stand auf.
„Beeil dich, du willst doch sicher zur Schule gefahren werden?“, meinte er, als er die Treppen hoch stampfte. Sandra und Lyle sahen ihm verwirrt nach und Claire schüttelte den Kopf.
„Er ist seit gestern so, da hat er Tee und Gummibärchen vor meinen Zimmer verschüttet“, erklärte Claire und schob sich Ei in den Mund. „Außerdem lag da auch ein Teddy“
Sandra, die sich an die Theke lehnte, hob eine Augenbraue.
„Ein Teddy? Zach hatte doch geschworen dir nie wieder einen Teddy zu kaufen“, sagte sie verwundert und Lyle stimmte ihr zu.
„Die Reste des letztens habe ich noch 5 Monate später in der Couch gefunden. Armer Claire-Bär“, meinte er frech grinsend. Claire knuffte ihn in den Arm. Dann nickte sie.
„Es tut mir ja leid, aber es war so peinlich, zumal er von Zach kam“, giftete sie nachträglich und runzelte die Stirn. Schnell aß sie ihr Rührei auf und nahm sich anschließend ihre Schulsachen, weil Zach an der Tür stand und laut einen Countdown zählte.
„Du trödelst aber auch echt immer“, keifte er, während er sich anschnallte und den Motor zum laufen brachte. Die Cheerleaderin neben ihm schüttelte ihre blonden Locken, für welche sie fast eine Stunde gebraucht hatte. Sie sah ihn mitleidig an und bot ihm eine Kopfschmerztablette an, die er genervt ablehnte. Traurig sah Claire aus dem Fenster und Zach stellte wieder Musik an.
>>Fading slowly. I give it all to you, reaching as I fall, it’s already over now…<<, ertönte es sogleich aus den Boxen. Es war ein langsames, bedrückendes Lied, mit Geigen und Gitarre. Der Sänger sang sehr einfühlsvoll und berührte Claires Herz. Zach schien es ebenso zu gehen, da Claire leichte Tränen in seinen Augen sah.
„Es tut mir leid, was gestern passiert ist“, sprach er als der Sänger pausierte. Erstaunt blickte Claire ihren Bruder an. Gestern während der Rückfahrt, hatten sie kein Wort gewechselt. Sie hatte geweint und er verzweifelt vor sich hingestarrt, so wie heute beim Frühstück.
„Es ist in Ordnung. Mir ist ja nichts passiert“, antwortete sie leise. „Ich lebe ja noch“
Zach schmunzelte leicht. Dann sprach er weiter.
„Was genau ist passiert, Claire? Ich kann damit nicht arbeiten, wenn ich es nicht genau weiß“
Claire durch fuhr es wie ein kalter Schauer, sie wollte ehrlich gesagt nicht daran denken, allein der Gedanke an Brody ließ sie erbeben und ekeln und die Tränen trieben sich wieder in die Augen.
„Brody…“, begann sie zu erzählen, über das Gejaule des Sängers, es war mittlerweile ein neues Lied, das sie als „Fight Inside“ identifizierte, hinweg. „Er hat mich vor dem Training abgefangen und dann…“ Sie schluckte. „Begann er mich an zu grapschen, ganz brutal. Ich wehrte mich, aber vergeblich…“ Jetzt weinte sie wieder und schämte sich tierisch. Die Angst, die sie in diesen Moment empfunden hatte, übermannte sie erneut und das war ihr unangenehm. Sie wollte doch stark sein, sich selber verteidigen.
Zach legte ihr die Hand auf die Schulter, als sie bereits vor dem Kindergarten hielten.
„Fahr weiter“, forderte sie ihn zögernd auf. Verwirrt nickte Zach und startete den Motor und fuhr um die Blöcke herum.
„Dann fing er an mich auszuziehen“, fuhr sie fort sobald sie sich wieder gesammelt hatte. „Ich schrie, schrie und schrie, doch… er hielt mir den Mund zu und zerrte mich in ein Gebüsch“ Claire umklammerte sich selber und merkte, das sie zitterte. Tonlos sprach sie weiter.
„Irgendwann schaffte ich es doch mich zu befreien…für einige Sekunden wenigstens, dann fiel ich…ab da ist alles schwarz. Das nächste was ich weiß ist, dass ich Schmerzen am Kopf hatte und sie plötzlich wieder verschwanden…Dann sah ich Peter, der ein Holzstück aus meinen Kopf gezogen hatte…“ Sie stoppte und sah ihren Bruder von der Seite an.
„Ich hatte Angst, Ich habe immer noch Angst“, gab sie zu und schluchzte. „Er war so brutal…er hat mir so weh getan.“ Zach nickte mitfühlend und strich ihr über den Arm. Claire wusste, dass er hilflos war. Genauso hilflos wie sie gestern gewesen war. Sie hasste dieses Gefühl.
„Claire... ich kümmere mich darum“, versicherte Zach ihr schließlich. Claire lächelte.
„Das musst du nicht, ich werde mich darum kümmern. Ich bin stark genug.“, meinte sie. Ihr Bruder hob zweifelnd die Augenbrauen, sagte aber nichts, da Claires Tonfall keinen Widerspruch duldete.
Zach fuhr an der Schule vorbei und wollte wieder zum Kindergarten, als Claire ihn bat anzuhalten. Verwirrt runzelte Zach die Stirn und blickte sie ungläubig an.
„Halt an, Zachy. Das Versteckspiel ist doch kindisch“, begründete sie ihre Entscheidung. Zach merkte, wie ihn das glücklich machte, das war das Zeichen, dass sie ihn vielleicht doch nicht so sehr hasste, wie er angenommen hatte. Also fuhr Zach auf den Parkplatz der Schule und parkte.
„Danke für den Teddy, übrigens“, meinte Claire, als sie schnell ihr Make-up richtete. Zach schnallte sich bereits ab und machte die Musik aus. Er grinste nur.
„Landet er auch unter der Couch?“, fragte er frech. Claire konnte nicht anders, sie musste kontern.
„Nein. Der Plan für diesen lautet, dass er im Müllschlucker landet. Sieht bestimmt voll Splatter-mäßig aus, findest du nicht, Brüderchen?“, erwiderte sie, als sie aus dem Auto stieg. Zach schloss den Wagen ab und lief dann neben Claire zum Haupteingang der Schule.
„Nein, mit deiner Hand wäre der Effekt noch besser“, meinte er lachend. Claire stimmte ein.
„Da hast du recht. Wirklich recht. Bin gespannt, was dabei passieren würde“, sagte sie und betrachtete ihre Hand. Zach zuckte mit den Schultern und fing an etwas aus seinem Rucksack zu kramen. Es war ein Buch, was er letztendlich aus der Tasche beförderte.
„Activating Evolution“, las Claire laut vor, nach dem Zach es ihr in die Hand gedrückt hatte.
„Lies es. Da steht was über dich drin“, erklärte er und ließ Claire stehen.


Der Unterricht bis zur Mittagspause war nur so verflogen, weil beide Bennet Kinder an Peter dachten und deshalb nichts vom Unterricht mit bekamen. In der Mittagspause trafen sich beide zufällig an der Essensausgabe.
„Und wie war Mathe?“, fragte Zach als Claire sich Salat auf tat. Sie zuckte mit den Schultern.
„Wie war Chemie?“, erwiderte sie und schaufelte sich Kartoffelpüree auf ihren Teller.
„Ich hatte Chemie?“, meinte er und schüttelte den Kopf. Also wirklich, er wurde auch immer vergesslicher.
„Gleich ist Training, oder?“, wollte Zach wissen, während die beiden Geschwister zum Nachtisch vorrückten. Claire nickte und nahm sich Schokopudding.
„Vielleicht komme ich ja zu gucken“, sagte er und lächelte seine Schwester lieb an. Diese nickte hektisch. Zach hatte sich bisher immer geweigert in die Nähe des Feldes zu kommen wenn Claire trainierte, da er Cheerleader hasste. Dieser Vorschlag grenzte schon an ein Friedensangebot, dass Claire gerne annahm. Die Sache gestern hatte ihr mehr oder weniger die Augen geöffnet.
„Na dann, wir sehen uns“, verabschiedete sich Zach und ließ Claire zu ihren Freundinnen gehen. Er fühlte sich sowohl wie schon lange nicht mehr. Er hatte Claire wieder. Und das obwohl sie noch immer eine Cheerleaderin war – und doch war sie die Claire von vor einigen Jahren. Er war so glücklich wie schon lange nicht mehr.
Zach grinste als er sich auf die Treppen setzte um zu essen. Dann dachte er an Peter. Sein Herz begann schneller zu schlagen aber Zach wollte nicht den Grund dafür wissen. Er hatte Angst vor der Antwort. Vielleicht war ja etwas an seinem Gerücht dran?
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