Hidden Listener

GeschichteDrama / P12 Slash
Claire Bennet Peter Petrelli Zach
26.11.2009
22.02.2010
13
20.601
 
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
26.11.2009 1.707
 
Hidden Listener

-Sometimes things happen, you don’t want them to happen, but still they happen.-

„Zach! Kommst du endlich? Wir müssen los!”, brüllte Claire Bennet und stützte die Fäuste in die Hüfte. Sie warf ihr Blondes Haar nach hinten, das sich heute, wie immer perfekt kringelte.
„Nein!“, kam es von Zach, der sich im Zimmer im Oberen Stockwerk befand, zurück. Claire rümpfte ihre süße Nase und kam halb die Treppe hoch.
„Wenn du jetzt nicht sofort kommst, erzähle ich herum, dass du eine Kamera in der Jungendusche installiert hast!“, drohte sie wütend.
Zach öffnete seine Zimmertür und streckte seinen Kopf, mit den zerzausten Braunen Haaren heraus. „Vergiss es, Claire.“, meinte er ruhig und streckte ihr die Zunge heraus.
„Fahr mich bitte zur Schule!“, bat sie immer wütender werdend ihren großen Bruder Zach. Dieser verschränkte die Arme unter der Brust und sah sie schräg an.
„Ich sehe es nicht ein, dich zu fahren, wenn ich dich so und so zwei Straßen früher raus lassen muss, weil du nicht mit mir gesehen werden willst.“
Claire blickte Zach schockiert an.
„So ist das nicht…“, versuchte sie sich zu erklären, doch Zach schloss schon seine Zimmertür.
„Doch so ist es!“, brüllte er verärgert und Claire spürte, dass jedes einzelne Wort ihn sehr viel Kraft kostete. „Ich bin der Spinner, der Freak in der Schule, den alle nur fertig machen, Jackie inklusive, und du bist die schöne Cheerleaderin, das beliebteste Mädchen, der gesamten Schule!“ Claire rannte die Treppe hoch, um ihren Bruder zu beruhigen. Mittlerweile war schon ihre Mutter aus der Küche gekommen, da das Schreien ihrer Kinder nun doch ein wenig laut war.
„Zach, lass mich erklären…“, versuchte das Mädchen zu sagen, doch Zach würgte sie ab.
„Lass es bleiben Claire. Du bist nicht mehr die Selbe, die du mal warst. Bist nicht mehr meine Schwester, die so gerne Teddys sammelte. Du bist eine hirnverbrannte Cheerleader-Tussi, die nur daran denkt, wie sie den Football-Kapitän rumkriegt…“
Wütend trat Claire gegen die Tür. Sie wusste im Prinzip, dass Zach recht hatte, früher hatten sie beide auf der Tribüne gesessen und sie Cheerleader gehasst, doch sie war nun mal älter geworden, und genau das sagte sie Zach nun auch.
„Kinder, lasst das Haus ganz“, ermahnte Sandra Bennet die Beiden vom Treppenabsatz aus.
„Mum!“, keifte Claire, „ Sag Zach, dass er mich zur Schule fahren soll!“
„Mum!“, brüllte Zach ebenfalls, „Kannst du Claire sagen, dass sie mich mal kann?“
Sandra schüttelte den Kopf. Sie wusste selber nicht mehr, was sie mit ihren Kindern machen soll. Claire war ein pubertierendes Mädchen, das so gerne dazu gehören will, und deswegen ihren Bruder schlecht macht, und Zach war ein kranker Junge. Das letzte Schuljahr hatte er komplett verpasst, wegen vieler Krankenhausaufenthalte. Nun war er in Claires Klasse, die ihn hasste, nur weil er etwas anders war. Er liebte Lesen, Rock und Zeichnen, und war alles in allen sehr in sich gekehrt und dachte viel nach. Unterschiedlicher hätten Zach und Claire nicht sein können. Lyle, der jüngste, hingegen, war begrüßend normal. Er war sportlich, aber kein Ass, er war gut in der Schule, aber kein Streber, so wie Zach. Einfach durchschnitt und deswegen auch beliebt.
„Macht was ihr wollt, solange ihr nicht zu spät kommt.“, erwiderte Sandra. Sie hatte es bereits aufgegeben, vermitteln zu wollen. Zach und Claire waren einfach sturköpfig und sehr emotional veranlagt, so dass die Beiden auf ihren Positionen verharren konnten. Das hatten sie von ihrem Vater Noah, der sich aktuell auf Geschäftsreise befand.
Zach öffnete die Tür und grummelte Claire eine Beleidigung ins Gesicht, dann stampfte er die Treppe hinunter zur Küche.
„Was gibt’s heute, Mum?“, fragte er Sandra, die mit ihm in die Küche ging.
Dort saß Lyle bereits, mit Kopfhörern auf, damit der Lärm ihn nicht so nervte, und aß.
„Waffeln“, antwortete Mrs. Bennet und grinste ihre Söhne an. Zach erwiderte das Lächeln und schüttete sich Puderzucker über seine Waffeln.
„Zach!“, kam da aber auch schon Claire angerannt. „Bitte! Nur noch heute!“
Zach sah auf die Uhr und zog seine Stirn in Falten.
„Warum überhaupt so früh? Der Unterricht beginnt erst um 9.30“, erwiderte er und schob sich ein Stück Waffel in den Mund. Lyle blickte müde von einem zum anderem und fing dann einen ratlosen Blick seiner Mutter auf.
„Footballtraining?“, meinte Claire entrüstet und starrte Zach fassungslos an.
„Footballtraining?“, wiederholte Zach ebenfalls entrüstet. „Du spielst Football?“
Lyle fing an zu Lachen und auch Sandra musste schmunzeln.
„Haha, sehr witzig“, sagte Claire und drehte sich um. „Daddy hätte mich sicher gefahren“
„Daddy ist nicht hier“, brachte Zach aus dem vollen Mund hervor. Als er die Waffel hinunter geschluckt hatte sprach er weiter. „Ich fahre dich nur unter der Bedingung, dich heute nicht beim Cheerleadertraining abholen zu müssen.“
Claire drehte sich zu ihm um, halbgrinsend, halb frustriert aus der Wäsche guckend.
„Und wer holt mich dann vom Training ab?“, fragte sie und holte tief Luft.
„Das mach ich Schatz“, warf Sandra schnell ein und nickte ihr zu. „20 Uhr, oder?“
Claire nickte und sah Zach erwartungsfroh an.
„Also?“, meinte sie, damit sich Zach beeilte. Dieser murrte noch ein wenig und zog sich dann betont langsam die Schuhe an. Claire, die bereits ihre Cheerleaderuniform an hatte, regte das natürlich sehr auf. Aber das hatte Zach ja damit bezweckt.


>I hope you’re not alright! I hope you’re not okay! <, dröhnte aus den Boxen in Zachs schwarzem Auto. Claire rümpfte die Nase und wollte umschalten, doch Zach haute ihr auf die Finger.
„Mein Auto, meine Musik, meine vergeudete Zeit, die ich damit verbringe, dich zum Anhimmeln eines Hornochsen zu fahren.“, erklärte er gehässig. Nicht minder gehässig sah Claire ihren großen Bruder an. Sie mochte ihn wirklich nicht, früher vielleicht schon, damals als sie ihrer Meinung nach noch kindisch war. Mittlerweile war bei ihr so eine Art Hass entstanden, der sich auf den Meinungen anderer Leute begründete. Ihre Freunde, allen voran die Cheerleader, hassten ihren Bruder. Schließlich war er anders. Er hasste Cheerleader und alles was mit normalen Sachen zu tun hat. Claire konnte das nicht nach vollziehen. Für sie war vor allem wichtig, Freunde zu haben, was man von Zach nicht so wirklich behaupten konnte. Gut, Zach hatte Freunde, aber die waren alle so… Nicht Cheerleader-mäßig, richtig mies.
„Schon klar, Gay-Guy“, sagte sie, weil sie wusste, dass ihr Bruder den Namen hasste. So nannten ihn die Cheerleader, seit einer sehr peinlichen Aktion nach Sport. Zach tat zwar immer so, als ob ihn das nicht kratzte, doch so wusste Claire, tief im inneren ihres Bruder tat es ihm doch weh.
„Oh, da ist Peter“, meinte sie dann schnell, um abzulenken, weil es ihr bereits leid tat den Namen gesagt zu haben.
„Wer?“, fragte Zach knurrend. Er war kurz davor Claire einfach aus dem Auto zu schmeißen, so dass er sich sehr zusammen nehmen musste, er hatte Angst vor dem Rüffel seines Vaters.
„Peter Petrelli. Ihr habt Kunst zusammen.“, erklärte seine Schwester Zach und schüttelte den Kopf darüber, das Zach das nicht wusste. Aber was soll’s, schließlich ist sie ja die beliebte Cheerleaderin und Zach nur der Geek. Zach blickte an seiner Schwester vorbei auf die Straße und sah dort einen skatenden Peter, der sein schwarzes Haar wie immer halb über dem rechten Auge trug. Er war erst seit diesem Schuljahr auf der Schule und in einer Art Zach sehr ähnlich, er machte sich nichts draus, was andere dachten. Dafür bewunderte Zach ihn.
„Aha.“, machte Zach und konzentrierte sich wieder aufs Fahren. „Und du hast keine Angst, dass er uns zusammen sieht, und das dann in der Schule herum erzählt?“, warf Zach dann ein. Nicht, dass er dachte, Peter würde das machen, aber er hatte unglaublichen Spaß dabei Claire ihren Wahnwitz vor die Nase zu halten.
„Ihm würde keiner glauben“, erwiderte Claire trocken und grinste. „Er ist nämlich genauso uncool wie du!“



Zach lieferte Claire an genau dem gleichen Punkt ab, wie jedes mal wenn er sie zur Schule brachte. Dann fuhr er noch eine Runde um den Block, bevor er zur Schule fuhr. Als Claire ihm vor etwas mehr als einem Jahr erklärt hatte, sie wolle nicht mehr mit ihm zur Schule kommen, war für Zach eine Welt zusammen gebrochen. Nicht nur, die Schmach, dass sie ihn nicht mehr mochte, nein auch die Tatsache, dass er sie an die Cheerleader verloren hatte, hatte ihn verletzt. Als er dann seinen Führerschein gemacht hatte, und Daddy nicht mehr so viel Zeit hatte, seine Prinzessin zur Schule zu fahren, hatte Zach eingewilligt sie zur Schule zu fahren. Er wusste selber nicht warum, vielleicht war es die Tatsache, dass er ein Auto geschenkt bekam, aber vielleicht auch der Fakt, dass er trotz allem seine Schwester liebte. Irgendwo ganz tief in ihm drin, zurzeit aber ganz arg versteckt. Claire kam dann mit dem Plan an, den sie nun durch zogen. Zach lieferte Claire zwei Straßen von der Schule entfernt ab, vor einem Kindergarten, und fuhr dann einige Minuten herum, damit die Beiden bloß nicht gleichzeitig ankamen. Klar verletzte Zach die Tatsache, dass Claire ihn mehr oder weniger als Bruder verstoßen hatte, er musste sich gar verstecken, wenn Claire Besuch von der Obercheerleaderin Jackie bekam. Doch momentan paarten sich diese Gefühle mit dem Hass und der Wut auf Claire, sodass selbige Oberhand über Zach hatten.
Seufzend parkte Zach sein Auto auf dem Parkplatz und sah Claire nach, die gerade zu ihren hibbeligen, nervigen und kreischenden Cheerleaderfreundinnen ging. Wie er sie alle hasste.
Plötzlich wurde Zach umgerissen und landete unsanft auf den Betonboden des Parkplatzes.
„Alles in Ordnung?“, wurde er da auch schon von dem Menschen gefragt, der für den Fall verantwortlich war. Zach nickte nur und klopfte sich den Dreck von der Hose. Wie er diese Schule hasste. Erst als er aufstand, merkte er wer ihn umgerissen hatte. Es war Peter Petrelli, der Skaterjunge aus seinem Kunstkurs.
„Hey“, sagte Zach und nickte Peter zu, bevor er seine Schultasche nahm. Peter nickte zurück und nahm sein Skateboard.
„Sorry, war nicht so gemeint, klar?“, sagte Peter und grinste. Zach zog die Stirn kraus.
„Ist schon okay. Bin ja noch am Leben“
„Na dann“, meinte Peter und stieg wieder auf sein Skateboard. Während er weg fuhr und Zach ihm nach sah, dachte Zach plötzlich, dass er vielleicht doch nicht so allein auf der Schule war.
Review schreiben