Anthony and Johanna

GeschichteRomanze / P16
24.11.2009
14.12.2009
3
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Anthony hatte gesagt er kommt zurück. Bald. Ich vertraute ihm.
Mehr als ich Turpin je vertraut hatte. Mehr als ich mir selbst vertraute. Schier endlos schien sich die Zeit zu ziehen. In der Truhe wurde es immer stickiger. Wer war der Mann mit dem Barbiermesser?
Wieso wollte er mich töten?
Ich vernahm wie die Tür sich knarzend öffnete, war es wieder dieser verrückte?
Eine leichte person kam mit zielsicheren schritten auf die Truhe zu in der ich saß und öffnete sie mit einem ruck.
Anthony!
"Johanna.!" rief er erleichtert und reichte mir die Hand um mir aus der kiste zu helfen.
"Ich habe eine Kutsche für uns, sie bringt uns zum Hafen los beeil dich." rief er und hastete mir voran die Treppen hinunter. Mei Mrs. Lovett war alles dunkel und es waren nur wenige menschen auf den verdreckten straßen Londons unterwegs. Wie froh war ich das Anthony mich befreit hatte.!
Seit ich denken konnte saß ich in diesem Goldenen vogelkäfig den Turpin mein "zuhause" nannte. Einen verstoßenen Vater und eine Tote Mutter hatte ich, mehr nicht. Doch jetzt endlich schiehn sich mein leben zu klären. Endlich hatte ich jemanden gefunden der mich liebte und bei dem ich bleiben wollte, für immer.
Wir rannten hastig weiter und schon bald kam eine kleine Kutsche insicht. Anthony half mir beim einsteigen dann setzte er sich auf den freien Platz neben mich. "Wo willst du hin Johanna?" fragte er mich.
Er deutete dem Kutscher an los zu fahren. Ruckelnd setzte sich die Kutsche in bewegung und fuhr die holprigen straßen Londons entlang.
"Wir können hin wo du willst, uns steht die Welt offen.!" lachte er und legte seinen Arm um meine schultern.
"Nur weg von hier." murmele ich.
"Nur weg von hier und den Albträumen." tränen standen mir in den Augen.
Sanft küsste Anthony meine Stirn und ich erlaubte es ihm.
"Sie werden nicht aufhören doch sie werden mit der Zeit verblassen und solange ich bei dir bin schwöre ich dir wird dir nichts geschehen."
Wieder küsste er mich und ich schloss die Augen. Zu furchtbar waren die erinnerungen an Turpin, an mein Gefängniss und an die Irrenanstalt aus der Anthony mich befreit hatte. Zu schlimm waren die erinnerungen an den Mann mit dem Rassiermesser.
"Wer war das?" fragte ich leise.
Anthony ganz in gedanken versunken blickte nun auf. "Das war Sweeny Todd. Irgendwann erzähle ich dir seine geschichte doch fürs erste müssen wir einfach weg von hier."
Ich lenkte meinen Kopf gegen seinen Arm und er den seinen gegen meinen kopf.
"Wir heuern auf dem nächsten schiff an und fahren nach Europa." murmelte er, in mein Haar versunken.
"Wir können nach Paris, Rom, Venedig oder Mailand. Nur weit genug von London muss es weg sein."
Es hörte sich so schön an mit ihm abzuhaun, einfach irgendwo hin zu gehen und frei zu sein.
"Wir sind da." sagte der Kutscher als er seinen Wagen anhielt.
"Das macht 2 Pfund." Anthony gab ihm wortlos das geld und er fuhr davon. So standen wir da und schauten auf das Trübe wasser des Hafens.
"Wir müssen auf das schiff da." meinte Anthony ruhig und führte uns zielsicher zum nächsten schiff das vor anker lag.
Wir kletterten die Bridge hinauf und nachdem Anthony mit dem Kapitän gesprochen hatte sagte er das uns die "Lovely" so hieß das schiff sicher nach Europa bringen würde.
Ich stand an der Reling und schaute auf London hinunter, die Stadt die seit 16 Jahren mein Gefängniss gewesen war.
Anthony stand hinter mir und hielt mich fest umschlugen.
"Das ist nur der Anfang unseres Abendteuers." flüsterte er mir zu als das schiff ablegte. "Ja du hast recht." murmelte ich.
Wir küssten uns bis die Siluette Londons am Horizont verschwunden war.
Das war wirklich nur der beginn eines Neuen, weit aus spannenderen Abendteuers.