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(to) Success or not (to) Success, that is the question!

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / MaleSlash
L Light Yagami Near
20.11.2009
14.01.2010
18
14.106
 
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20.11.2009 774
 
(to) Success or not (to) Success, that is the question

Eine Death Note Fanfiction



I Sanft gleitet dass Ahornblatt, so rot, so schön, zu Boden, Kreise ziehend ist es vom Winde verweht. Unter mir knarrt der alte Holzstuhl, sie tun das hier immer, wenn man sich bewegt. Das Geräusch durchbricht die angenehme Stille, die in dem Raum herrscht, doch es stört nicht, es fügt sich harmonisch ein in die Atmosphäre aus konzentrierter Arbeit, das Kratzen von Stiften auf Papier, das ich so liebe. Ich sitze an meinem Platz in der letzten Reihe, direkt am Fenster, ein Einzeltisch. Ich mag es so lieber. Es ist wie eine kleine Insel der Ruhe innerhalb einer sturmgepeitschten See.
Ich wende meinen Blick vom Fenster und vom Ahornblatt auf das Blatt Papier vor mir. Der Test. Zehn Seiten, ausgedruckt auf strahlend weißem Papier, dreihundert Fragen und Aufgaben, vier Stunden Zeit. Ich sehe auf das Schmierblatt daneben, kariert und unsauber aus einem Block gerissen, es ist leer. Frage 209: Wenn  x-4(c+2)=y ist, was ist dann c+2 bezogen auf x und y? Ich unterdrücke ein Gähnen und schreibe die Lösung daneben: (y-x):-4.
So einfach. Jeder hier könnte solche Fragen in kürzester Zeit lösen. Aber, wenn ich mich recht entsinne, wird der Test ja weltweit durchgeführt, und wahrscheinlich ist das für die meisten Kinder unserer Altersgruppe zu schwer- nicht so hier. Das ist immer noch das berühmte Wammy’s House.
Mein Name ist Far.
Natürlich ist das nicht mein echter Name, eigentlich heiße ich Fabius Pear.
Wir haben alle Decknamen, dass ist so eine Art Tradition bei uns.
Ich habe blasse Haut, schwarze Locken und ebensolche Augen. Ich trage eigentlich fast immer einen schwarzen Schlafanzug- warum umziehen, wenn dieser doch bequem ist? Sobald er dann dreckig wird oder anfängt zu stinken wechsle ich ihn natürlich, dann nehme ich mir einen neuen schwarzen Pyjama aus dem Schrank in meinem Zimmer und ziehe ihn an.
Das alles mag trivial erscheinen.
Für mich sind solche kleinen Dinge dass einzige, für die sich das Leben lohnt.
Geld, Macht, Liebe- was soll ich damit? Ich habe hier im Wammy’s alles, was ich brauche. Ich bin vollkommen zufrieden, wenn ich in aller Seelenruhe ein schwarzes Puzzle lösen kann oder gewaltige Monumente aus Würfeln, Streichhölzern oder CDs nachbauen kann.
Ja, so etwas mache ich in meiner Freizeit.

Ich gehe den langen Korridor entlang, meine Hand streicht über die raue, kahle Wand. An jeder Tür und an jedem Fenster muss sie in der Luft hängen bleiben. Es hat begonnen zu regnen, kurz bevor ich als erster mein Blatt und kein Schmierblatt abgab. Ich liebe den Regen, ich liebe es, wenn ich drinnen sitze und einfach nur aus der Wärme hinaus unbeteiligt am Fenster sitzen kann und beobachten, wie Tropfen um Tropfen niederfällt, in Millisekundenabständen nur.
Ich gehe den Korridor entlang, an dem mein Zimmer liegt, ein Einzelzimmer, da ist es genau wie bei dem Tisch. Lauter unverschlossene, triste braune Holztüren in einem menschenleeren Gang, immer noch diese selige Stille. Von weiter Ferne schallt das Lachen kleinerer Kinder aus den Aufenthaltsräumen im Erdgeschoss hinauf, wie aus einem Traum.
Und da, am Ende des Ganges sehe ich sie wieder einmal, wie jedes Mal ist sie dort- die einzige verschlossene Tür im ganzen Haus, die, die nie jemand betreten darf, weil Kira persönlich das nicht will.
Ein paar von den älteren Jungs haben das Türschloss einmal geknackt. Sie sagen, es wäre eine Art Ruhmeshalle des Widerstandes gegen Kira, dort hingen Bilder aus jener Zeit, fünfzehn Jahre her oder mehr, dass sie geschossen wurden, Ewigkeiten. Die Opfer, die Wammy’s House in diesem Krieg gebracht hat. Fotos von L, von Near, Mello, Beyond Birthday, A, Roger, Linda, Matt, von all den anderen, die nie im Unterricht erwähnt werden, über die man nur Geflüster hört. Ich war noch nie da drinnen, und es interessiert mich auch nicht. Nur wenig interessiert mich. Der Unterricht ödet mich an, die Spiele der anderen Kinder, ihre Mutproben und ersten Liebeleien sind mir egal.
Es sind die kleinen Dinge in meinem Leben, die es lebenswert machen. Ein Puzzle, ganz in schwarz, ein neues Spielzeug, ein Regenschauer hinter dickem Glas, wie jetzt gerade.

Der Mann sitzt lässig auf dem luxuriösen Chefsessel hinter dem massigen Schreibtisch aus Edelstahl in dem komplett abgedunkelten Raum und blickt auf den mittleren der drei Laptops. Testergebnisse, steht da, eine riesige Datei, auf der ersten Seite eine Reihe von Direktverknüpfungen zu den einzelnen Unterpunkten. Der Mann wählt den Eintrag Bestenliste an. Eine Liste von Namen erscheint, in einer Tabelle angeordnet. Unter ihnen ist der lapidare Eintrag Far, alias Fabius Pear -- Wammy’s House, Winchester, UK -- volle Punktzahl.

 
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