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Drei, zwei, eins – und du bist tot

von MariLuna
GeschichteMystery / P16 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
19.11.2009
17.12.2009
18
41.010
 
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19.11.2009 2.649
 
Disclaimer: Lou Scheimer & Filmation Ass. haben das Copyright und verdienen damit ihr Geld, ich verdien nix, krieg nix, außer n paar Reviews *g*

Vorwarnung: nix für zartbesaitete Gemüter
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Drei, zwei, eins – und du bist tot

FÜNF

Wie schon so oft zuvor nutzte Marshall Brave Starr seine Pumakräfte, um den völlig überraschten Desperado von Skullwalkers Rücken zu schleudern. Doch anders als sonst setzte er auch diesmal seine ungezügelten Bärenkräfte ein.
Sein Fuß traf Tex Hex mitten in den Solar Plexus, riß ihn aus dem Sattel, und der Desperado war kaum unsanft auf der Main Street gelandet, da war der Marshall schon neben ihm und verpaßte ihm einen erneuten Tritt – direkt in die Rippen.

Jeder der Umstehenden hörte das Knacken der Knochen.

So auch Thirty-Thirty.
Der Hippodroid vergaß Thunderstick und Cactushead, wirbelte herum und starrte mit vor Entsetzen aufgerissen Augen auf seinen besten Freund, wie dieser den wimmernd am Boden liegenden Tex Hex grob ab Arm packte und ihn quer über die Main Street schleuderte.
Glas klirrte, Splitter flogen durch die Luft, reflektierten das Sonnenlicht, als der Anführer der Carrion Bunch durch das Schaufenster der Bäckerei segelte.
Und noch ehe jemand ihn aufhalten konnte, verschwand der Marshall mit Pumageschwindigkeit in ebendiesem Geschäft, und keine zwei Sekunden später flog Tex Hex durch die zweite Scheibe wieder hinaus. Er wäre auf der Main Street gelandet, doch ein parkendes Turbo-Muli bremste seinen Flug ausgesprochen brutal ab.

Unter das Knirschen von Metall mischte sich abermals das Knacken von brechenden Knochen.

In der nun eintretenden entsetzten Stille war das einzige Geräusch das von Thirty-Thirtys schnellen Schritten, als dieser auf den blutenden Desperado zu rannte.
Mit einem einzigen Blick erfaßte der Deputy die Situation:
Tex Hex, der seltsam verkrümmt auf der Main Street lag, nahe am Rande der Bewußtlosigkeit, war schon seit seinem Sturz von Skullwalker wehrlos und augenscheinlich viel zu schwach, um noch einen seiner magischen Tricks anwenden zu können.

Thirty-Thirty stellte sich schützend vor den Schwerverletzten, während er gleichzeitig sein Headset betätigte und dem hiesigen Arzt einen Notruf sandte. Er hatte kaum seinen Satz beendet, da stürmte Marshall Brave Starr wieder aus der Bäckerei, stockte jedoch, als er sich plötzlich mit der Mündung von Sarah Jane konfrontiert sah.

„Geh mir aus dem Weg, Big Partner“, knurrte er dumpf und ballte die Hände.

Thirty-Thirty schüttelte den Kopf, daß seine weiße Mähne nur so flog. Er konnte ihn ja verstehen, aber DAS hier ging wirklich zu weit.

„Nein“, erwiderte er schlicht und zu allem entschlossen.

Brave Starr grollte nur dumpf auf, aktivierte blitzschnell seine Pumakräfte und befand sich einen Wimpernschlag später direkt hinter seinem Deputy. Mit einer einzigen, fließenden Bewegung, setzte er seinen Fuß unter den halbbewußtlosen Desperado, schleuderte diesen wie einen Ball in die Höhe, wo er ihn am Kragen packte und an die nächste Hauswand schleuderte.

Und noch ehe irgend jemand reagieren konnte, ging der Marshall neben dem nach Luft ringenden Desperado in die Knie, ergriff dessen linkes Handgelenk, aus dem die Knochensplitter schon weiß hervortraten, suchte sich den Mittelfinger, nahm seinen Zahnstocher aus seinem Mundwinkel und  bohrte diesen mitleidlos unter Tex’ Fingernagel.

Dieser gab nur ein leises Winseln von sich, konnte aufgrund seiner diversen Knochenbrüche jedoch nicht einmal mehr zurückweichen.

„Wo ist er?“ knurrte der Marshall, übersah geflissentlich das viele Blut und vor allem die Leichenblässe des Gesichtes des anderen.
„Wo ist Shaman?“

Tex starrte ihn mit seinem einen, verbliebenen Auge nur leer an. Das andere war dick zugeschwollen, blutig, und im Augenwinkel steckte eine Glasscherbe.
Ob und wieviel von diesem Auge noch vorhanden war, konnte und wollte der Marshall nicht ergründen.

Als Tex nicht antwortete, bohrte er mit seinem Zahnstocher noch weiter in die inzwischen stark blutende Fingerspitze, ein Ruck und dann hielt er den krallenartigen Nagel zwischen seinen Fingern.

„Wo ist Shaman, Hex?“

Tex Hex wimmerte leise, hustete und spuckte Blut.

„Weiß nich ….“, brachte er schließlich stöhnend heraus.

„Falsche Antwort“, entgegnete der Marshall, während er den malträtierten Finger nach oben bog bis er knackte.

Tex Hex hisste gepeinigt auf.

„Weiß wirklich nich’… bitte …“

Brave Starr musterte ihn nur mitleidlos und blickte ihm herausfordernd in die Augen, als er ihm an seinem gebrochenen Handgelenk packte und daran zog.
Mit einem vernehmbaren Knirschen sprang das Schultergelenk aus der Pfanne.

Tex – ohnehin schon leichenblass – wurde aschfahl im Gesicht und keuchte gequält auf. Seine Augen verdrehten sich, sein Kopf kippte haltlos nach hinten und er sackte regelrecht in sich zusammen.

Wutentbrannt packte Brave Starr ihn an den Schultern und schüttelte ihn wild.

„Wag es ja nicht! Sag mir, wo Shaman ist! Wo ist Shaman? WO? Was hast du mit ihm gemacht?“

Doch alles, was Tex Hex noch von sich gab war ein Röcheln.

Schnaubend warf Brave Starr ihn auf den Boden, kniete sich dann über ihn, ohrfeigte ihn und schrie ihn unkontrolliert an.

Thirty-Thirty, der inzwischen herangekommen war, versuchte, ihn von dem nur noch schwach atmenden Desperado fortzuzerren, doch der Marshall ignorierte ihn und krallte sich nur noch fester an Tex Hex fest, schüttelte ihn und beachtete nicht, daß der Hinterkopf des anderen dabei immer wieder auf dem harten Bürgersteig aufschlug. Nicht einmal, als sich dessen Haar rot verfärbte und sich eine Blutlache um ihn herum bildete, hielt er damit inne.
Tex’ Blick wurden zunehmend glasiger.

Nicht einmal die inzwischen aus ihrer Schreckstarre erwachten Zuschauer, die jetzt auf sie zugeeilt kamen, konnten den Marshall noch bremsen, egal, wie laut sie ihm zuriefen, endlich damit aufzuhören.

Nichts vermochte ihn in seiner Raserei zu stoppen, bis plötzlich eine warme, entsetzte Stimme direkt neben seiner Schulter erklang.

„Brave Starr, WAS machst du da?“

Der Marshall erstarrte mitten in der Bewegung, kreiselte herum, sprang auf und schloß den alten Mann überglücklich in die Arme.

„Shaman! Du lebst! Was ist passiert? Geht es dir gut?“

Ernst schob sein Ziehvater ihn von sich und starrte betroffen auf den blutenden, inzwischen bewußtlosen Tex Hex vor ihnen.

„Brave Starr!“ wollte er hell entsetzt wissen. „WAS hast du getan?“

Ohne weiter auf ihn oder andere zu achten, ließ er sich neben Tex Hex auf die Fersen sinken und tastete nach dessen Halsschlagader. Sein Gesichtsausdruck wandelte von Schrecken zu tiefster Bestürzung.

„Er hat keinen Puls mehr“, stieß er geschockt hervor.

In diesem Moment wühlte sich Doc Clayton durch die herumstehende Menge, warf einen kurzen Blick auf den übel Zugerichteten, holte einmal tief und zischend Luft, fluchte unterdrückt und begann – nach einer kurzen Überprüfung der augenscheinlich nicht mehr vorhandenen Lebenszeichen – mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

„Warum hast du das getan?“ verlangte Shaman betont ruhig von seinem Ziehsohn zu wissen, dem es allmählich dämmerte, daß er zu weit gegangen war.

„Ich … ich dachte, er hätte dir etwas angetan … ich habe versucht, dich zu erreichen, bin zu dir, aber du warst nicht da … und als ich zurückkam, überfiel er grad die Bank und ich dachte, er hätte dich …“

„Ich war Baden am Fluß“, entgegnete Shaman leise.

Brave Starr starrte erst ihn, dann den in einer Blutlache liegenden Tex Hex an und schluckte schwer.
Und auch der letzte Rest von Farbe wich aus seinem Gesicht, als sich Doc Clayton aufsetzte und betrübt den Kopf schüttelte.

„Tut mir leid, da kann ich nichts mehr machen. Tex Hex ist tot.“

Tot!
Fassungslos schüttelte Brave Starr den Kopf, seine Blicke irrten hilfesuchend zwischen seinem Ziehvater, Thirty-Thirty und Doc Clayton hin und her, um dann auf dem hängenzubleiben, was noch vor kurzem ein lebenssprühender, spöttisch grinsender Desperado gewesen war.

„Oh mein Gott“, brach es schließlich aus dem jungen Mann hervor, als er begriff, was er soeben getan hatte. „OhmeinGottohmeinGottohmeinGott…“

Wieder sah er auf und begegnete den entsetzten Gesichtern der Menge. Einige konnten seinem Blick nicht standhalten und sahen verlegen zu Boden, aber die meisten starrten ihn ganz unverhohlen an.

Tex Hex’ Gang hatte sich schon längst davongemacht, und darüber war er wirklich sehr, sehr dankbar.
Deren Vorwürfen mußte er sich später stellen.

Er konnte immer noch nicht recht begreifen, was er gerade getan hatte, und zu dem Entsetzen über sich selbst gesellte sich nun auch die Scham hinzu.
Er senkte den Kopf und erstarrte, als sein Blick auf seine einst weißen, doch jetzt blutverschmierten Handschuhe fiel.

Blut.
Tex Hex’ Blut.

Ihm wurde übel. Hastig drängte er sich durch die Menge und hastete zurück in sein Büro, wo er schnurstracks in den Waschraum eilte und sein Mittagessen wieder von sich gab.

***


Eine Stunde später beendete Doc Clayton gerade seine äußeren Untersuchungen an der Leiche des Desperados. Er hatte die Glassplitter entfernt, den Toten geröntgt, die diversen Knochenbrüche und inneren Verletzungen festgehalten und war bereit, den Totenschein auszustellen – ihn aufzuschneiden befand er nicht für notwendig, denn die Todesursache, ein offenes Schädel-Hirn-Trauma, war offensichtlich, und wenn nicht das, hätte er die schweren inneren Verletzungen keine zwei Stunden überlebt – als er zu einem Notfall gerufen wurde.

Und so ließ er das blutbefleckte Tuch wieder über den Leichnam auf der Bahre fallen und verließ seine Praxis.

Als er zwei Stunden später zurückkehrte um den Totenschein endlich auszufüllen und die Schwelle zu dem etwas kühleren Raum betrat, wäre er beinahe wieder rückwärts hinausgestolpert.

Mit weit aufgerissenen Augen griff er sich an den Hals, zog die Luft mit einem erstickten Geräusch in die Lungen und kämpfte um seine Selbstkontrolle.
Er schloß kurz die Augen, atmete einmal tief durch und schlug sie wieder auf.
Doch das Bild veränderte sich nicht.
Aber da Doktor Benjamin Clayton auf diesem Planeten schon einiges gewohnt war, schob er kurzerhand jegliches aufkeimendes Entsetzen beiseite und holte noch einmal tief Luft.

Entschlossen trat er an die Bahre heran, zögerte noch einmal, doch dann gab er sich einen inneren Ruck und ließ seine Hand vorsichtig auf die Schulter jenes Mannes sinken, den er tot verlassen hatte und der nun zusammengerollt auf der Seite schlief.

Seine erste Empfindung war: Wärme.
Ganz normale Körperwärme.
Seine zweite: eine ruhige, tiefe Atmung, typisch für jemanden, der schlief.

Vorsichtig tastete er nach den Halsschlagader und fand das erwartete Pochen.

Behutsam strich er ihm das Haar aus dem Gesicht und legte das zerstörte Auge frei, das jetzt wieder völlig normal aussah. Überhaupt- die Prellungen waren genauso verschwunden wie die Knochenbrüche, wie er nach einer kurzen Überprüfung mit Hilfe seines Scanners feststellte.
Ebenso die inneren Verletzungen.

Nachdenklich starrte Doc Clayton auf die ehemalige Leiche, die ganz plötzlich zu einem neuen Patienten geworden war, nagte an seiner Unterlippe herum und schob ihn dann mitsamt Liege kurzentschlossen aus dem Raum hinüber in seine Praxis.
Dort tauschte er das blutbefleckte Laken durch eine Wolldecke aus und setzte sich dann mit dem Marshall in Verbindung.

***


Ungläubig starrte der Marshall auf den schlafenden Desperado. Zuerst glaubte er an ein Trugbild, hervorgerufen durch die zwei Starblazer, die er inzwischen intus hatte.
Dann hielt er es für reines Wunschdenken, hervorgerufen durch sein unerträgliches Schuldgefühl.
Doch da war der Arzt, der ihm glaubhaft versicherte, daß DAS DORT wirklich und wahrhaftig Tex Hex sei, gesund und munter.

Marshall Brave Starr fühlte sich von einer so starken Woge grenzenloser Erleichterung überflutet, daß ihm glatt die Knie weich wurden, und er sich in einen nahen Plastikstuhl fallen lassen mußte.

Immer wieder strich er sich über die verquollenen Augen, hatte Angst, den Blick abzuwenden.
Vielleicht war ja doch alles nur ein Traum.

„Und es ist tatsächlich alles wieder heil?“ erkundigte er sich mit zitternder Stimme bei dem Arzt.

Doc Clayton nickte.

„Nicht, als wäre nie etwas gewesen, aber es ist alles restlos verheilt. Sogar sein Auge. Und -“ vielsagend und so vorsichtig, als wäre sie aus Porzellan, nahm er Tex Hex’ linke Hand und zeigte dem Marshall den Mittelfinger, dessen Nagel immerhin schon fast wieder Normalgröße hatte.

Brave Starr schluckte schuldbewußt und senkte den Kopf.

Ob es nun die Berührung durch den Arzt oder ihre Stimmen waren, plötzlich regte sich der Schlafende.
Eine lavendelfarbene Hand fuhr hoch zu einer blutverkrusteten Haarsträhne, wischte sie zur Seite, Augenlider begannen zu flattern, ein leises Seufzen.
Ein kurzes, verschlafenes Blinzeln, ein Gähnen, und dann öffneten sich zwei keriumrote Augen einen Spaltbreit.
Für ein oder zwei Sekunden herrschte in diesen Augen gähnende Leere, dann kämpfte sich das Bewußtsein an die Oberfläche und der Glanz kehrte in sie zurück.

Tex Hex musterte den Marshall kurz, dann glitt sein Blick hinüber zu Doc Clayton, um kurz darauf irritiert durch den kargen Raum zu wandern.

„Was’n passiert?“ fragte er verwundert, während er sich langsam in eine sitzende Position aufrichtete.

„Du warst tot!“ platzte es aus dem Marshall heraus.

„Ha?“ machte Tex Hex nur und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Arzt, der ihm im Moment eindeutig durch seine professionelle Ruhe wie der qualitativ bessere Gesprächspartner erschien.

Doc Clayton nickte.

„Der Marshall hat recht. Du warst tot. Nicht scheintot, nicht komatös, auch nicht nur ‚fast’ tot. Nein, du warst tot. Mehr als über eine Stunde.“

Tex’ Augen verengten sich, und er runzelte die Stirn.
Prüfend bewegte er seine Finger und hielt sich die Hände vor die Augen.

„Ich fühle mich sehr lebendig“, meinte er, zwinkerte irritiert, als er seinen schadhaften Fingernagel bemerkte und untersuchte ihn dann etwas genauer.

Bei diesem Anblick mußte der Marshall erneut schwer schlucken.

„Du warst tot“, wiederholte er, und diesmal klang es fast wie ein Vorwurf.

Tex grinste beinahe boshaft. „Tut mir echt leid, dich enttäuschen zu müssen.“

Brave Starr schwieg betreten.
Tex Hex musterte ihn lange und eindringlich, plötzlich weiteten sich seine Augen, und er zog hörbar die Luft ein.

„Ich fasse es nicht! DU hast mich UMGEBRACHT!“

Marshall Brave Starr zuckte wie unter einem Peitschenschlag zusammen und errötete sichtlich.

„Du … erinnerst dich?“ fragte er kleinlaut.

„Hast du Shaman gefunden?“ kam die ruhige Gegenfrage.

Der Marshall nickte und senkte abermals den Blick.

„Er war nur unten am Fluß. Es … es tut mir leid, Hex.“

Tex Hex legte den Kopf schräg und musterte ihn von oben bis unten.

„Es ist DEINE Schuld. Mit der mußt DU leben.“ Fröstelnd zog er die Decke über seine Schultern.
„Meine Kleidung?“ wandte er sich an den Arzt.

„Schon längst im Müllschlucker“, erwiderte dieser mit einem entschuldigenden Lächeln.

Tex Hex brummte unwillig vor sich hin.
„Soll ich jetzt nackt nach Hause fahren?“

„Du kannst was von mir haben“, bot der Marshall eifrig an und fügte dann, als ihm Tex einen scheelen Seitenblick zuwarf und etwas von „soll ich in ´ner goldgelben Uniform rumlaufen“ murmelte, hastig, fragend und beinahe schon bettelnd hinzu:
„T-Shirt und eine Jeans?“

Nun wirkte Tex Hex beinahe amüsiert.

„Dein schlechtes Gewissen steht dir gut, Marshall“, spöttelte er.

Marshall Brave Starr wagte ein kleines, verlegenes Lächeln und war irgendwie froh, als der andere tatsächlich zurückzwinkerte.
Mit einem gemurmelten Gruß ging er, um in seinem Kleiderschrank nach etwas zu suchen, was dem Desperado passen könnte, während sich Tex Hex mit einem leisen Seufzer zurück auf die Liege sinken ließ.

„Ich würde dich gerne noch einmal genauer untersuchen“, bat der Arzt und zückte, kaum daß Tex Hex mit einem ergebenen Nicken sein Einverständnis gegeben hatte, eine Manschette und eine Spritze.

Und während der Arzt ihm Blut abzapfte, lehnte sich der Desperado bequem zurück und döste träge vor sich hin, spürte dem leisen Summen der Magie in seinem Inneren nach, deren Frequenz sich wieder verändert hatte.

***


Zurück im Hexagon, stand der Anführer der Carrion Bunch vor seinem verspiegelten Kleiderschrank und strich sich das noch feuchte Haar zurück.
Selbst nach einer Dusche fühlte er sich nicht wacher.
Und das würde noch einige Tage so bleiben.

Sein Körper benötigte noch einige Zeit, sich seiner veränderten Magie anzupassen.

Müde lehnte er die Stirn an das kalte, glatte Glas, seufzte einmal schwer und blieb für die Dauer von zwei Minuten genau so stehen. Dann gab er sich einen sichtbaren Ruck, strich sich einmal durch seinen langen Schnauzer, rieb sich quer übers Gesicht, ganz besonders über das unangenehm juckende linke Auge … aber auch das würde vergehen.

Ein abermaliges, schweres, dunkles Seufzen erfüllte den Raum, dann langte er in die Höhe und pflückte eine der fünf am Spiegel angebrachten Krötenfiguren herunter, um sie mit dem Gefühl leisen Bedauerns in den nahen Papierkorb zu werfen.

Noch vier Leben, noch vier gewaltsame Tode, bis seine Magie endlich stark genug war, damit er Stampede für immer und ewig verlassen konnte.

***
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