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Rache ist süß

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Beth Turner Coraline Duvall Josef Kostan Mick St. John
16.11.2009
22.10.2021
2
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16.11.2009 1.577
 
Beth schlug die Augen auf und sah direkt in den sonnigen Himmel von L.A. Sie drehte sich im Bett um - Mick lag nicht mehr neben ihr. Wie könnte er auch? Er musste sie bereits kurz nach Sonnenuntergang verlassen haben um sich in die Kühltruhe, welche im Nachbarraum stand zu legen. Manchmal machte es Beth traurig, dass sie nie neben ihm aufwachte, besonders nach einer Nacht wie der letzen. Die letzte Nacht ….mit einem Lächeln dachte Beth an die letzen Stunden voller Zärtlichkeit, Hingabe und Lust. Alleine die Gedanken daran reichten aus um ihr die Röte ins Gesicht zu treiben. Gott, wenn ihr jemals jemand gesagt hätte, dass sie solche Dinge mit einem Mann tut, sich einem Mann so öffnet hätte sie ihn für verrückt erklärt. Mit Josh war alles anders gewesen. Sobald er etwas Neues im Bett ausprobieren wollte sträubte sich etwas in ihr dagegen. Und wenn sie es doch taten fühlte sie sich dabei unwohl ….beobachtet und genierte sich vor Josh für das was sie miteinander taten.
Mit Mick war alles anders …vor ihm konnte sie immer ganz sie selbst sein - ohne Ausnahmen. Und das Treffen mit ihren Eltern war ebenfalls perfekt gelaufen. Ihre Mum, Cynthia, hatte sie kurz vorm Gehen noch zur Seite gezogen “Den solltest du festhalten, er könnte der Mann fürs Leben sein” ….”und ob er das ist” sagte Beth zu sich und sprang munter aus den Federn.
Als Beth zur Arbeit ging bemerkte sie den ganz in schwarz gekleideten Mann nicht, der sie von einer Hausecke aus beobachtete. Sie verließ das Haus, ging zur Arbeit und hatte nicht den leisesten Schimmer, was ihr in Zukunft noch blühen würde. Die Ahnungslosigkeit mochte seine Chefin am liebsten …

Mick schlug die Augen auf und wurde von der Dunkelheit begrüßt. Nach einem letzen Gähnen und Strecken hob er den Deckel seiner Kühltruhe an und stieg hinaus. Prüfend sog er die Luft ein. Beth war schon seit Stunden nicht mehr in der Wohnung gewesen. Seinem Zeitgefühl nach musste es ungefähr  19 Uhr sein - musste sie etwas schon wieder Überstunden schieben? Seit sie damals bei BuzzWire gekündigt hat arbeitet sie mit Ben Talbot, Staatsanwalt zusammen - und dieser ließ sie eifrig Überstunden ableisten. “Wahrscheinlich damit sie keine Zeit mit mir verbringt und er sie länger anbaggern kann” dachte Mick mit einem finsteren Blick aus dem Fenster.
Dabei hatte er doch eigentlich keinen Grund zur Sorge. Sie hatten so viel überstanden. Die letzte große Hürde war das Auftauchen der Legion gewesen. Es waren unzählbar viele Menschen, die der Meinung waren Vampire müsse man töten bevor sich der Vampirismus noch mehr auf der Welt ausbreiten kann. Es war ein harter Kampf gewesen, viele Vampire waren gestorben. Mitunter auch Lance, Coralines Bruder. Gerade Lance, den Mick immer für einen unbesiegbaren Vampir gehalten hatte. Sie hatten ihn überrascht und waren in der eindeutigen Mehrzahl gewesen - er hatte keine Chance gegen sie gehabt.  In Vampirkreisen heißt es Lance wurde verraten, von seinesgleichen! Bestätigt wurde dieses Gerücht jedoch bisher nicht. Am Ende des Kampfes waren etwa die Hälfte der Legionäre und die Hälfte der Vampirgesellschaft von ganz L.A. ermordet wurden. Josef, Micks bester Freund und ein sehr reicher Vampir hatte den Mut aufgebracht zu handeln. Er tat das, was viele Vampire fürchteten, etwas zu dem Mick sich ebenfalls nicht im Stand gefühlt hatte. Josef hatte es durch eine List geschafft alle verbleibenden Legionäre in eine abgelegene Fabrikhalle zu locken - dort ließ er dann mehrere Sprengkörper in die Lust gehen. Die Cleaner hatten an diesem Abend eine Menge zu tun …und Josef erhielt eine Abmahnung. Es sei nicht richtig Menschen zu ermorden, angesichts der Bedrohung, die von der Legion ausginge aber die letzte Lösung gewesen. Es waren 146 Menschen die in den Flammen den Tod fanden. Mick schloss die Augen. Wieso war die Legion bis zuletzt nicht auf die Friedensangebote der Vampire eingegangen? Wieso musste es soweit kommen. Seit jener Nacht sieht er Josef, seinen besten Freund mit anderen Augen. Er ging über Leichen. Zwar nur wenn es nötig war, aber er tat es. Er, Mick, war dazu nicht im Stande. Obwohl er nichts damit zu tun hatte träumt er noch heute von dieser Nacht ….von den Schreien der Menschen. Mick schüttelte den Kopf. Beth hatte nie etwas davon erfahren. Josef  hatte ihr gesagt, dass die Legion abgerückt wäre, dass sie eingesehen hätten das ihr Handeln falsch war. Wie würde sie reagieren, wenn sie jemals von der Wahrheit erfahren würde? Könnte sie ihn dann noch lieben? Traut sie ihm vielleicht zu, dass er daran beteiligt gewesen ist? Immerhin hat er früher auch Menschen getötet um ihr Blut zu trinken. Auch er war ein Mörder gewesen …..

“Chefin, seine Freundin ist noch immer nicht da, die Luft ist rein” Der schwarzgekleidete Mann sprach in sein Headset. “In Ordnung, dann statte ich meinem Ex doch mal einen kleinen Freundschaftsbesuch ab” Mit einem Lächeln der Vorfreunde betrat Coraline Micks Haus. Je näher sie seiner Wohnungstür kam desto mehr roch sie ihn. Seinen Körper, sein Parfüm, sein Blut …Mick in Reinform. Lustvoll sog sie die Luft tief in ihre Lungen ein.
Wie würde er wohl auf sie reagieren? Würde er sie gleich hinauswerfen? Mit schnellen und doch eleganten Schritten durchquerte sie nun den Flur. Gleich würde sie ihn wieder sehen, Auge in Auge mit ihm stehen ….wie hatte sie sich nach ihm gesehnt. Vor der Tür angekommen mischte sich sein männlicher Duft mit dem einer Frau - Beth, das kleine Miststück! Der Geruch war sehr schwach und dennoch klebte er auf dem Türknauf, am Türrahmen …Coraline biss die Zähne zusammen und klopfte kräftig gegen die Tür ….

….. Mick schreckte aus seinen Gedanken hoch als er das Klopfen hörte. Sofort nahm er ihren Duft war -  Coraline! Er eilte zur Tür und riss sie auf. Da stand sie, schön wie eh und je. Ihr kaffeebraunes Haar fiel in sanften Wellen um ihr schmalen Gesicht. Die hohen Wangenknochen erschienen ihm noch anmutiger als sonst. Ihre roten, vollen Lippen lächelten sanft. “Mick” hauchte sie ihm entgegen. “Coraline …was …was zum Teufel machst du hier” Ohne ihn zu fragen glitt Coraline einen Schritt auf ihn zu, bis sie ganz nah bei ihm stand und ihm direkt in die blauen Augen sehen konnte. “Ich wollte dich als erstes sehen …nach meinem Martyrium bei Lance …nach all den Qualen” In ihren Augen bildeten sich Tränen.
Mick zog sie an sich und umarmte sie. “Coraline, ich hatte befürchtet, dass Lance dich umgebracht hat - ich bin so froh, dass du noch lebst” Er atmete ihren vertrauten Duft ein. Auch wenn er sie nicht mehr liebte, das Band zwischen ihnen war noch immer vorhanden.
“Oh Gott, Mick! Ich habe so gelitten … er hat so furchtbare Dinge mit mir getan” Coraline ließ einen lauten Schluchzer verlauten. Während sie an seiner Schulter die Leidende gab musste sie sich fast übergeben. ALLES aber wirklich ALLES an ihm roch nach Beth. Diese kleine Schlampe hatte ihn mit ihrem menschlichen Duft verseucht, ihren Mick! Coraline krallte ihre Fingernägel in Micks Hemd. “Ich habe dich so sehr vermisst” Sie löste sich leicht aus der Umarmung und war mit ihren Lippen nur noch wenige Millimeter von seinen entfernt. “Ich …ich  habe mir Sorgen um dich gemacht” antwortete Mick mit heiserer Stimme. Dann löste er sich abrupt aus der Umarmung und ging ins Wohnzimmer.
“Komm doch rein” rief er ihr über die Schulter zu. “Na, das klappt doch bisher ganz gut” dachte Coraline mit einem zufriedenen Lächeln.
Als sie sich auf das Sofa gesetzt hatten sah sie Mick mit einem ernsten Blick an. “Ich möchte dir sagen weshalb ich wirklich wieder hier bin. Mick, es ist deinetwegen …”
Mick rückte ein Stück von ihr ab. “Coraline, es tut mir Leid aber das mit uns beiden geht nicht mehr. Ich liebe Beth, wir wohnen jetzt zusammen und ich bin seit langer Zeit wieder glücklich und …” “Mick, lass mich doch erstmal ausreden” Coraline lachte ihn neckisch aus. “Ich will nicht dich, ich will etwas für dich tun …für euch. Für dich und Beth. Ich habe euch in der Vergangenheit genug Ärger gebracht …nein, ich möchte etwas für euch tun.”
“Und was?” Mick konnte sein Misstrauen kaum verbergen. Coraline tat nie etwas aus reiner Nächstenliebe. “Ich habe durch Lance Tod alles geerbt. Mitunter auch das Heilmittel ….das Rezept, die Inhaltsstoffe in großen Mengen. Und ich möchte etwas davon dir schenken.”
Sie zog ein Plexiglasröhrchen aus ihrer Manteltasche. Mick erkannte die rötliche Paste in dem Röhrchen. Das Heilmittel! “Coraline, das ist …. wieviel hast du davon?” “Genug …die erste Portion wollte ich dir überbringen. Ich weiß doch wie sehr du dir wünscht wieder ein Mensch zu sein. Hier, nimm es. Wenn du möchtest kann ich dir helfen es in deinen Blutkreislauf zu bringen …ich hole ein Messer”. Mick hielt sie am Arm fest “Nein, warte …ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.” Mick sah ihr prüfend in die Augen.
“Vertrau mir …” Coraline dunkle Augen sahen ihn liebvoll an. “Stell dir doch vor was für Möglichkeiten sich für dich durch das Heilmittel ergeben. Du und Beth, ihr könntet in der Zeit deiner Menschlichkeit sogar ein Kind zeugen. Das wolltest du doch immer, eine eigene Familie, oder?”
Micks Gedanken rasten. Ein Kind mit Beth? An diese Möglichkeit hatte er noch gar nicht gedacht … das wäre einfach traumhaft!
“Ich denke darüber nach, okay? Und jetzt wäre ich gerne alleine”. Mick stellte das Röhrchen mit dem Heilmittel auf den Wohnzimmertisch.
“Nimm dir alle Zeit der Welt …” Mit diesen Worten verließ Coraline die Wohnung, wissend, dass ihr Plan schon bald aufgehen würde ….
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