Geschichte: Fanfiction / Bücher / Krabat / Samhain

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Samhain

GeschichteThriller / P16
Krabat
12.11.2009
11.06.2010
23
22.023
3
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
12.11.2009 685
 
Disclaimer:

Krabat und die übrigen Figuren und Schauplätze aus dem Werk "Krabat" gehören Otfried Preußler. Ich habe sie mir nur ausgeliehen und verdiene kein Geld damit.
Die meisten Kapitelüberschriften habe ich von Songtexten der Gruppe "Rammstein" entliehen.

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Seit Alexa mit ihren Freundinnen vor einigen Wochen in dem Film "Krabat" gewesen war, gingen ihr der Film und vor allem der Hauptdarsteller nicht mehr aus dem Kopf. Es war seltsam, aber sogar die eigentlich bedrückende und düstere Atmosphäre der Schwarzen Mühle kam ihr irgendwie anheimelnd und romantisch vor.

Ihre beste Freundin Laura zeigte nur wenig Verständnis für ihre Schwärmerei. "Mensch, Alexa", hatte sie erst vorhin am Telefon gestöhnt, kurz nachdem sie beide überein gekommen waren, heute nicht feiern zu gehen- obwohl Halloween war. "Du bist doch keine dreizehn mehr. Und der Typ, der wäre mir viel zu jung mit seinen nicht mal zwanzig Jahren...Weißt du was, ich glaube, deine Hormone laufen allmählich Amok. Wie lange ist es mit Dominik jetzt aus? Ein halbes Jahr? Ich glaube, es wird Zeit, daß wir dir einen neuen Freund organisieren. Ich hab da auch schon jemanden im Auge. Du erinnerst dich doch sicher an den Kerl, der in der Vorlesung vom Hartmann schräg vor uns sitzt, der mit dem Dreitagebart, der ein wenig wie Jared Leto aussieht..." So hatte Laura auf die ihr eigene Art und Weise munter vor sich hingeplappert, ohne auf eine Beteiligung Alexas allzugroßen Wert zu legen. Nur mit Mühe war es Letzterer gelungen, ihre Freundin von einer peinlichen Verkupplungsaktion auf der nächsten Fachschaftsfete abzubringen.

"Also gut", hatte Laura schließlich angesäuert versprochen. "Aber nur, wenn du diesen dämlichen Film endlich vergisst, oder wenigstens nicht mehr erwähnst. So toll war der nun wirklich nicht."

Alexa wühlte in ihrem Schreibtisch nach einigen Unterlagen für die nächste Vorlesung, während sie nebenbei im Internet nach neuen Krabat- Fanfiktions suchte. Nach diesen war sie neuerdings süchtig. Zu dumm nur, daß in fast allen Werken die Kantorka nicht nur vorkam, sondern auch noch eine tragende Rolle spielte- natürlich immer an der Seite von Krabat, als die perfekte Frau.

Verärgert knirschte Alexa mit den Zähnen. Sie konnte diese Pute nicht leiden und fand, daß Paula Kalenberg in der Rolle der Kantorka an eine grenzdebile Kuh erinnerte. Oder an ein zwergwüchsiges Schneewittchen. Sie hatte diesen Platz gar nicht verdient...

Sich über sich selbst wundernd, schüttelte die Studentin plötzlich verwirrt mit dem Kopf. War sie jetzt tatsächlich eifersüchtig auf eine fiktive literarische Figur und neidisch auf eine Schauspielerin, die schließlich auch nur ihren Job machte? Verknallt in eine ebenfalls rein fiktive Person? "Laura hat recht", führte sie leise Selbstgespräche. "Das muß aufhören. Immerhin bin ich fast vierundzwanzig, da sollte ich so etwas echt nicht mehr nötig haben." Entschlossen verließ sie die Seite fanfiktion.de und widmete sich lieber einem Lehrbuch.

Stolz darauf, vernünftig geworden zu sein, machte Alexa sich eine gute Stunde später bettfertig.

"Soll ich dich morgen wecken?" fragte Lukas, ihr Mitbewohner, aus der Küche.

"Ja, bitte. Wie immer um halb neun. Und iss nicht die ganze Nutella weg", schimpfte sie und machte eine Kopfbewegung hin zum Nutellaglas, aus welchem Lukas gerade großzügig Nuß- Nougat- Creme entnahm und auf ein Stück Baumkuchen schmierte. "Bah, das ist doch viel zu süß."

"Zu süß gibt`s nicht", belehrte Lukas sie. "Eine ordentliche Portion hiervon würde dir auch guttun, du bist viel zu dünn für meinen Geschmack!"

Alexa, die sich die Zucker- und Kalorienorgie nicht länger mit ansehen wollte, kehrte lieber in ihr Zimmer zurück. Sie ließ das Rollo hinunter, ärgerte sich einmal mehr darüber, daß man vom Studentenverbindungshaus gegenüber in ihr Zimmer gucken konnte, und kroch unter die Decke. Reflexartig griff sie nach einem Buch. "Krabat", das hatte ihr gerade noch gefehlt! Sie legte das Buch hastig wieder weg und nahm sich ein anderes.

Es dauerte allerdings nicht lange, da konnte sie ihre Augen nicht mehr offenhalten. Also knipste sie das Licht aus, drehte sich in ihre übliche Schlafposition auf der linken Seite und dämmerte langsam weg.
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