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Etikette und Desperados

von MariLuna
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brave Starr J.B. McBride Tex Hex Vipra
09.11.2009
27.11.2009
19
44.941
1
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75 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
09.11.2009 1.148
 
Disclaimer: alles Eigentum von Lou Scheimer, Filmation Ass. und allen anderen, die da ein Copyright drauf haben, ich mache das hier nur aus Spaß an der Freude

das Rating dient nur der Vorsicht, ich weiß ja noch nicht, wo das endet hier ....

und nur der Prolog ist in der Erzähler-Perspektive, danach geht es weiter mit den üblichen POVs...

und DAS kommt dabei raus, wenn ich mir Valdans Geschichten durchlese - weiß auch nicht, wo da der Zusammenhang besteht, ist aber eigentlich auch egal *g*
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Etikette und Desperados

PROLOG

Nervös wanderte Vipra durch die kühlen Gänge des Hexagons, auf der Suche nach ihrem Boß. Oder wahlweise ihrem „Master“, wie sie ihn immer nannte, weil „Boß“ in ihren Ohren immer wie „Bohzz“ klang, was in der Sprache ihres Volkes soviel wie „Väterchen“ bedeutete und bei allen Göttern – ehe sie Tex Hex SO nannte, müßte er alt, gebeugt, gebrechlich und schwerhörig werden, inklusive Gehstock und Hörrohr. So wie ihr richtiges „Väterchen“ Shin am Hof ihrer Mutter. Wenn sie Glück hatte, begleitete der liebe Shin Königin Tintauwa auf ihrem angekündigten Staatsbesuch, allein DAS wäre ein gewisser Trost.

Seufzend strich sie sich eine lange, schwarze Haarsträhne über die Schulter zurück und ging weiter, betrat die Werkstatt. Die Wohnräume hatte sie schon abgesucht, ebenso die Garage und jetzt die Werkstatt, aber von ihrem Master hatte sie bisher noch keine einzige Haarspitze entdeckt.
Einigermaßen frustriert legte sie die Stirn in Falten und dachte nach. Dann fiel ihr Blick auf den Kalender an der Wand und sie schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn.

Donnerstag.
Waschtag.
Natürlich, das war es!

Hoffnungsfroh machte sie sich auf den Weg in die Waschküche. Als sie die Tür aufzog und sie tatsächlich vom Brummen der Waschmaschine begrüßt wurde, zuckte ein kleines Lächeln um ihre kirschroten Lippen.
Vorsichtig schob sie sich in den Raum, und ihr Blick wanderte wie immer hinüber zu der alten, abgenutzten Couch, die an einer der weiß getünchten Wände stand, und wie erwartet sah sie ihn dort liegen, auf dem Rücken, den Nacken bequem an eine Armlehne gestützt, die langen Beine ausgestreckt und in einem seiner heißgeliebten, dicken Bücher blätternd.
Es gab keinen Grund, die Waschmaschine zu bewachen, während sie ihre Arbeit verrichtete, aber er zog es trotzdem immer vor, für diese Stunde hier unten zu hocken, nutzte die Gelegenheit, um mal richtig abzuschalten, fernab von einem übellaunigen Semidrachen oder einer sich ständig in den Haaren liegenden Gang.

„Tex?“

Vorsichtig trat sie näher heran und blieb dann in einem respektvollen Abstand von ungefähr zwei Metern von ihm stehen.

„Hm?“ machte er, alles andere als begeistert und ohne aus seinem Buch aufzusehen.

Sie erhaschte einen Blick auf den Titel „Il Decamerone von Giovanni Boccaccio“ und verbiß sich ein Grinsen.

„Tex …“ begann sie erneut, zögerte, setzte dann noch ein ehrfürchtiges „Master“ hinzu und versuchte, nicht nervös von einem Fuß auf den anderen zu treten, und genau in jenem Augenblick, wo er sie über den Rand seines Buches ungeduldig ansah, sprudelte es aus ihr heraus.

„Ich brauche deine Hilfe. Bitte. Meine Mutter ist auf Staatsbesuch in Fort Kerium eingeladen und zitiert mich an ihre Seite. Mich und meinen Verlobten.“

Tex’ Äquivalent zu seiner linken Augenbraue rutschte in die Höhe.

„Du hast keinen Verlobten“, stellte er dann trocken fest.

Vipra nickte und schüttelte gleich darauf den Kopf.

„Doch, habe ich“, gab sie leise zu. „Jedenfalls meiner Mutter gegenüber. Wenn ich ihr nicht irgend einen Verlobten genannt hätte, hätte sie mich sofort zurückgeholt und mit dem nächstbesten verheiratet, der ihr über den Weg läuft.“

„Okay“, meinte er gedehnt, sich mühsam ein Grinsen verkneifend. „Und warum fragst du IHN dann nicht?“

Vipra schluckte schwer.

„Das tue ich gerade“, brachte sie stockend heraus und senkte betreten den Kopf, während ihr die Hitze zunehmend ins Gesicht kroch.

Vipra war so in die Betrachtung ihrer Stiefel versunken, daß sie regelrecht zusammenzuckte, als Tex Hex lautstark sein Buch zusammenklappte. Vorsichtig schielte sie ihn durch ihre langen, dichten Wimpern an, bereit, sofort die Flucht zu ergreifen, sollte das Buch plötzlich zum Wurfgeschoß mutieren.

Tex hatte sich aufgesetzt und starrte sie durchdringend an, strich sich dann einmal nachdenklich durch seinen langen Schnurrbart und gab ein leises „Hm“ von sich.

„Es tut mir leid“, sprudelte sie schnell hervor, bevor sich die Situation doch noch zu ihren Ungunsten veränderte, „mir fiel nichts besseres ein. Es mußte jemand mit einem gewissen Ansehen sein, jemand, dessen Wahl meine Mutter gutheißt, und … na ja, du warst der erste, der mir damals einfiel. Es tut mir leid“, entschuldigte sie sich abermals.

„Aha“, meinte er belustigt, „und seit wann sind wir zwei miteinander liiert, wenn mir die Frage erlaubt ist?“

„Seit sechseinhalb Jahren“, gab sie leise zu.

„Und deine Mutter gibt sich wirklich mit dem Anführer der Carrion Bunch, einem gesuchten Verbrecher, als Schwiegersohn in spe zufrieden?“ wollte er breit grinsend wissen.

„Meine Güte, Tex“, entfuhr es ihr, „du hast ja gar keine Ahnung, WELCHEN Status du bei meinen Leuten genießt. Sie verehren dich. Du bist nicht nur der Anführer der Carrion Bunch, du bist ihr Held, ihr Freiheitskämpfer. Du bist derjenige, der unseren Besatzern das Leben erschwert.“

Er seufzte einmal tief auf. Ja, diese Tatsache war ihm sehr wohl schon zu Ohren gekommen, aber sie schmeckte ihm nicht.

„Tex, wenn du mir hilfst und nächste Woche vor meiner Mutter meinen Verlobten spielst, ich verspreche dir, dann werde ich in Zukunft alles tun, was du von mir verlangst!“

Er warf ihr nur einen skeptischen Blick zu. Es war erst zwei Monate her, daß sie ihn bei der Geschichte mit dem magischen Buch der Uralten übers Ohr gehauen hatte, daher konnte sie ihm sein Mißtrauen wirklich nicht verübeln. Das Verhältnis zwischen ihnen war gerade ein wenig auf dem Weg der Besserung, und sie hoffte wirklich, diese Chance nutzen zu können, um ihn wieder von ihrer Loyalität zu überzeugen.
Sie würde eine gute, willige Braut spielen, wenn er es so wünschte.
Mit allen Konsequenzen.
Und genau dies sagte sie ihm auch.
Als er aber immer noch nicht antwortete, griff sie zu ihrem allerletzten Argument.

„Wenn du mir hilfst, mir auf diese Art meinen Thron sicherst, dann werde ich, sobald ich die Königin meines Volkes bin, dafür sorgen, daß du reich belohnt wirst. Land, Kerium, Sklaven, du bekommst alles, was du willst.“

„Ich denke darüber nach.“

Das war zwar nicht die Antwort, die sie hören wollte, aber Vipra wußte, sie konnte froh sein, daß er nicht sofort abgelehnt hatte. Auf das Beste hoffend, drehte sie sich um und verließ die Waschküche wieder.

Tex Hex sah ihr nach, bis sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, dann begann er leise zu kichern, und schon sehr bald wurde aus dem Kichern sein überall bekanntes, ausgelassenes Gelächter.

Natürlich würde er Vipras Verlobten spielen, mit dem größten Vergnügen sogar, schon alleine, um die dämlichen Gesichter der braven Fort Keriumer Bürger - und vor allem das des Marshalls! - zu sehen, wenn er plötzlich von ihnen allen wie ein Prinz behandelt werden mußte.

***


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