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Der "Zaubertrank"

von monica
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Ben Kessler Katja Metz
04.11.2009
04.11.2009
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3.480
 
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04.11.2009 3.480
 
Ok, ich fand auch selbst, dass die letzte Story nicht soooo der Reisser war - aber ich hatte sie schon geschrieben und löschen wollte ich sie auch nicht...
Mal sehen, vielleicht ist die ja wieder ein bisschen besser.. Mir fällt zur Zeit nichts Brauchbares ein...
Trotzdem viel Spaß beim Lesen!
LG moni


Der "Zaubertrank"


Dirk war wieder da, das Team wollte seine Rückkehr bei Big Harry gebührend feiern. Der Chef des 14. Reviers war doch tatsächlich auf Kur gewesen und Frau Küppers hatte gar keinen Witz gemacht als sie Dirks Mannschaft erzählt hatte, Dirk wäre in Bad Oeynhausen. Was keiner geglaubt hatte, stellte sich als die Wahrheit heraus.

Anfangs verstanden sie sich nicht mit Harnisch, Dirks Vertretung, aber die Polizisten des 14. Reviers mussten sich letztendlich doch eingestehen, dass auch Harnisch seinen Job gut machte. Klar waren sie Dirks Marotten gewöhnt und hatten ihn auch vermisst, aber am Ende kamen sie sogar mit dem Ersatzchef gut klar. Er war schon jahrelang Dirks Kumpel und so lud Dirk auch Hanno zu Big Harry mit ein, um das Ensemble abzurunden.

Harnisch war sich nicht sicher, ob er mitkommen sollte, schließlich waren die anderen eine eingeschworene Truppe, doch nachdem alle mehrmals bekräftigt hatten, dass er sich unbedingt anschließen musste, ließ er sich gerne einladen.

So saßen sie alle am Stammtisch in Big Harrys Kneipe und feierten den gelösten Fall und Dirks Wiedereinstand. Lothar weihte Dirk in alles ein, was er seiner Meinung nach Wichtiges verpasst hatte.

Nicki lenkte ihren Bärenführer ab, in dem sie ihn an ihre bevorstehende Prüfung erinnerte, da sie sich nicht vorstellen konnte, dass ihr Chef nicht ganz genau wusste, was in seiner Abwesenheit vor sich gegangen war. Dirk zwinkerte ihr zu und grinste verschmitzt. Tja, seine Truppe war doch die beste von allen.

Big Harry kam mit einem Tablett in der Hand zu ihrem Tisch und stellte Dirk ein Bier hin. „Ach, ist das schön wieder hier zu sein – geht doch nichts über ein Feierabendbierchen bei Big Harry´s, ne?“ bedankte Dirk sich.

Auch Henning und Harry waren mitgegangen, obwohl Henning erst ein bißchen zögerlich gewesen war, ob er nicht lieber doch zu seiner Frau nach Hause gehen sollte. Harry hatte ihn jedoch nicht allzu sehr bearbeiten müssen. „Ein Bierchen wirst du doch wohl mit uns trinken können, mein Lieber?!“ dieser eine Kommentar hatte genügt, um Henning zu überzeugen. Er konnte seiner Partnerin ohnehin nichts abschlagen, also war er mitgegangen.

Nun unterhielten sich die beiden Zivilfahnder darüber, wie verblüfft Harry gewesen war, als sie in dem Gully vor Tersteegens Restaurant tatsächlich einen Ring gefunden hatten, obwohl sie das ja nur zur Ablenkung gesagt und ihren Ring gar nicht verloren hatte.
„Und das Lustige daran ist ja, er passt wie angegossen!“ lachte Harry.
„Da kann man mal sehen, was für verrückte Zufälle es doch gibt..“ stimmte Henning ihr zu.
„Ich glaube ich behalte ihn – als Andenken!“ meinte Harry und drehte den Ring an ihrem Finger.
„Als Andenken für was?“ lehnte Henning sich etwas weit aus dem Fenster, schließlich war er ja verheiratet.
Harry sah erschrocken auf. „Ähm, ja eben so. Du weißt schon, als Andenken für verrückte Zufälle..“
Henning wusste schon, welchen Zufall sie gemeint hatte, ließ er aber dabei bewenden und hob sein Glas um mit ihr anzustoßen. „Dann auf verrückte Zufälle!“ Harry lächelte und stieß mit ihm an.

„Wo bleiben denn Katja und Ben eigentlich so lange?“ fragte Dirk.
„Ach, bis die beiden ausgerauft haben, wer von ihnen zuerst ins Bad darf, das kann schon mal ne halbe Stunde dauern..“ spöttelte Henning.
Die anderen lachten, nur Harnisch schaute etwas verblüfft drein. „Jetzt sagt bloß, die sind zusammen?“ fragte er ungläubig.
„Ne, ne…“ winkte Lothar ab. „Bens Wohnung war wegen nem Brand in der Wohnung über ihm durch das ganze Löschwasser unbewohnbar und Katja hat ihn freundlicherweise bei sich einziehen lassen bis er ne neue Bleibe gefunden hat..“ klärte er Hanno auf.
„Und bis jetzt hat er eben noch nichts passendes gefunden.“ setzte Nicki noch nach.
Dirk, Harry und Henning grinsten sich an.
„Und warum grinst ihr da so?“ fragte Harnisch die drei.
„Öhm, nur so….“ stammelte Dirk als er von seinem Kumpel ertappt wurde.

Bevor Hanno weiter nachfragen konnte, ging jedoch die Tür zu Big Harry´s Kneipe auf und Katja rauschte mit Ben im Schlepptau herein.
„´Tschuldigung. Hat etwas länger gedauert, weil Herr Kessler sich mal wieder nicht entscheiden konnte, ob er seine Jeans mit schwarzen oder dunkelblauen Socken tragen soll..“ moserte Katja und setzte sich neben Harry an den Tisch.
Ben zuckte nur mit den Schultern. „Und Madame wollte dann auch noch unbedingt zu Fuß gehen..“ setzte er nach.
„Ja! Weil so muss keiner mit dem Auto fahren und wir können beide mal was trinken, ich habs nur gut gemeint. Und sooo weit ist es nun auch nicht von mir bis hierher…“ zickte Katja zurück.
Ben rollte mit den Augen und wollte schon zur Retourkutsche ausholen, doch Big Harry schob sich dazwischen.

„Und was darf ich euch Fußgängern denn nun bringen?“ fragte er Ben und Katja.
Die beiden Streithähne vergaßen ihre Auseinandersetzung ganz schnell. „Für mich ´n Bier bitte – wie immer.“ bestellte Ben und „für mich bitte auch!“ entschied sich Katja.
„Wenigstens DA seid ihr euch einig…“ kommentierte Dirk grinsend.

Der Abend verging, Henning verabschiedete sich als erster. Ein bißchen leid tat es ihm schon, dass er nach Hause ging, aber er konnte seine Frau ja nicht noch länger warten lassen. Er war ohnehin länger geblieben als er beabsichtigt hatte.

Harry, Nicki und Katja diskutierten über Tersteegens Frau und darüber, wie diese sich so von ihrem Mann hatte täuschen lassen. „Wenn das mein Mann wäre, ich würde seine Sachen aus dem Haus werfen.
Dann könnte er sich alles von der Straße aufsammeln, damit alle Nachbarn sehen können, was für ein Mistkerl er ist!“ regte Nicki sich auf. Sogar die Jüngste im Bunde hatte zur Feier des Tages ein Glas Wein getrunken und steigerte sich so richtig in das Thema hinein.
Harry und Katja grinsten sich an. „Ach Nicki, da gäbe es doch noch viiiiel bessere Möglichkeiten ihm eins auszuwischen…“ sinnierte Harry.
„Und die wären?“ wollte Dirk wissen.
„Ach, das verraten wir euch Männern mal lieber nicht, Frauen müssen ja schließlich zusammenhalten…“ zwinkerte die zierliche Zivilfahnderin.

Die Truppe blieb diesmal sehr lange sitzen, es waren sonst schon keine anderen Gäste mehr in der Kneipe.
Dirk hatte die erste Runde bezahlt und auch Harnisch ließ es sich nicht nehmen, den anderen einen auszugeben.
Lothar blieb als einziger bei seiner Apfelschorle, der Rest aber ließ sich gerne einladen.
Sie hatten am nächsten Tag alle dienstfrei – von Frau Küppers genehmigt für die einwandfreie und vorbildliche Lösung des Falles Tersteegen.

„Die nächste Runde geht aufs Haus!“ verkündete Big Harry und setzte sich auch mit zu seinen Freunden an den Tisch, die ihm fröhlich Platz machten.
„Das is ja ma n Angebot!“ freute sich Dirk.
Während sie ihre Gläser leerten überlegten sie, was sie sich von Big Harry ausgeben lassen könnten.
„Wie wärs mit nem schönen Hamburger Köm?“ fragte Dirk.
„Wäh! Nee… bitte nicht, den kann ich nicht ab!“ schüttelte sich Katja.
„Ouzo!“ schlug Harry vor.
„Der ist ja gleich noch schlimmer..“ gruselte Nicki sich.
„Ich wär für nen guten Cognac..“ meinte Harnisch.
Dirk rümpfte die Nase. „Ach nö du…“

Big Harry mischte sich ein. „Also ich hab da was, das hab ich für besondere Gelegenheiten aufgehoben..“
Ben sah ihn an. „Ich ahne Schreckliches..“
Big Harry war schon aufgestanden und in der Küche verschwunden…
„Na, DAS wird was sein…“ Katja war die Sache nicht so ganz geheuer.
„Wenn das halbe Revier ausfällt wegen Big Harrys Gebräu wird die Küppers gleich wieder auf den Barrikaden sein..“ gab Harnisch seinen Senf dazu.

Schon tauchte der Kneipenbesitzer wieder auf, stellte jedem bis auf Lothar ein Schnapsglas hin und kam kurz darauf mit einer mit brauner Flüssigkeit gefüllten Flasche wieder. Diese stellte er feierlich auf den Tisch.
Die Kollegen sahen ihn erwartungsvoll an.
„Ähm, nur zur Sicherheit – vergiften willst du uns jetzt nicht, oder?“ fragte Ben noch einmal nach.
Dirk griff sich die Flasche um sie genauer anzusehen. „Ooooooh, davon hast du noch eine??“ fragte er überrascht.
„Jooo!“ Big Harry rieb sich die Hände. „Ellis Bester!“
Auch Harry war die Sache nicht geheuer. „Bester was???“
Dirk versuchte sich an einer Erklärung. „Tja, ne Ellis bester..ähm, Zaubertrank!“

Seine Kolleginnen und Kollegen schienen ihm nicht recht zu glauben. „Wenn ihr den erstmal probiert habt, werdet ihr schon sehen, was für ein edler Tropfen das ist..“ stand Big Harry Dirk bei.
Er nahm dem Revierleiter die Flasche aus der Hand und schenkte allen bis auf Lothar ein.
Ben roch vorsichtig an dem unheimlichen Gesöff. „Riecht nach Kräuterlikör..“
Lothar war vollstens zufrieden mit seiner Apfelschorle. „Abwarten…“
„Irgendwie hab ich so das Gefühl, selbst du weißt, was das ist..“ Harry war erstaunt.
Soweit sie wusste, hatte Lothar schon lange dem Alkohol abgeschworen, also musste das wirklich was besonderes sein. Sie beschloss es auf einen Versuch ankommen zu lassen.

Nicki sah Katja zweifelnd an. „Na, ich weiß nicht so recht… Ich vertrag doch nichts und ich hab schon 2 Gläser Wein! Wenn ich das jetzt auch noch trinke…“
Katja war auch schon ein bißchen beschwippst. „Entweder alle oder keiner. Kneifen gilt jetzt nicht Nicki…“ sie stupste die Polizeischülerin mit dem Ellbogen an. „Wird schon nicht so schlimm sein..“
Harnisch hob als erster sein Glas. „Also dann probieren wir doch endlich mal! Auf das 14. Revier!“ Die anderen taten es ihm gleich und hoben ihre Gläser um anzustoßen.
Lothar verzog das Gesicht. „Ein kleiner Tipp noch, wenn ich darf!?! Kippt ihn einfach möglichst schnell runter…“

Sie hörten auf Lothar.
Wenn sie das gewusst hätten..
Sie konnten kaum noch atmen.
Der Schnaps brannte ihre Kehlen herunter wie Feuer.

Katja bekam einen Hustenanfall und Nicki schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen.
Harry lief die Gänsehaut über den gesamten Körper und Harnisch schlug mit der Hand auf den Tisch.
Ben schüttelte sich angewidert. „Oh Gott! Was war DAS denn?? Diesel?“
Dirk und Big Harry lachten laut auf.
Sie waren die einzigen, die vorgewarnt waren und steckten das Hochprozentige besser weg als der Rest.

Lothar grinste. „Ich habs euch ja gesagt, nur schnell weg mit dem Schiet!“
Katja hatte sich schon von ihrem Hustenanfall erholt. „Jetzt sag mal ehrlich – WAS war das?“
Big Harry lüftete das Geheimnis. „Also Ben hatte schon recht. Soweit ich weiß sind da Kräuter drin – Elli hat den vor Jahren von Bekannten aus Österreich bekommen, die haben den selbstgemacht. Früher war auch mal ein Etikett auf der Flasche und so weit ich weiß hat der Schnaps über 60%! Sogar 63 oder 64 wenn ich mich richtig erinnere. Der brennt sogar, wenn man ihn anzündet!“
Ben schüttelte sich immer noch. „Das brennt auch so schon genug, den braucht man gar nicht mehr anzünden..“

Big Harry sah Dirk fragend an. “Und was is Dirk? Packen wir noch einen?”
Dirk schmunzelte genießerisch. „Ach jo.. warum nicht? Um der alten Zeiten willen..“ und hielt ihm sein Glas hin.
„Sonst noch wer?“ fragte Big Harry in die Runde.

Die anderen sahen sich an. Hanno überlegte. Dann reichte auch er sein Glas Big Harry. „Soo schlecht ist der gar nicht, hinterher schmeckt er sogar richtig gut!“

Die drei Männer sahen Ben an. „Und du? Kneifst du oder bist du ein echter Kerl?“ stachelten sie ihn an.
Ben grauste es sichtlich, aber er wollte sich keine Blöße geben. „Na gut, dann nehm ich auch noch einen..“ widerwillig gab er Big Harry sein Glas.
„Und ihr Mädels? Wie war das gleich wieder? Entweder alle oder keiner?“

Harry, Nicki und Katja sahen sich an. Katja machte den Anfang, schließlich hatte sie ja den Mund vorhin so voll genommen. „Ok, dann her mit der Brühe…“
Harry zögerte, Nicki sah verzweifelt zu Lothar. Schließlich gab sich auch Harry einen Ruck.
„Gut, dann könnt ihr mich aber morgen aus dem Koma holen..“

Nicki rutschte auf ihrem Stuhl hin und her. Lothar meinte: „Mädel, lass dich nicht vom Gruppenzwang beherrschen. Was genug ist, ist genug.“
Dankbar lächelte sie ihn an. Die Entscheidung war gefallen.
„Ne danke – für mich bitte nicht mehr. Wenn ihr alle nicht mehr stehen könnt, muss Lothar ja jemand helfen euch alle heil nach Hause zu schaffen..“

Big Harry schenkte nun allen außer Nicki noch ein zweites Mal ein. Außer Dirk und ihm fürchteten sich alle vor dem was nun ein zweites Mal auf sie zukam.
„Ok, dann mal los. Wie war das? Weg mit dem Schiet!“ sagte Harnisch.
„Weg mit dem Schiet!“ stimmten alle zu und kippten das widerliche Gesöff hinunter.
Lothar und Nicki, die froh war nicht noch einen getrunken zu haben, beobachteten amüsiert die Reaktionen ihrer Kolleginnen und Kollegen.
„Von wegen – so schlecht ist der gar nicht – baaah!“ machte Ben.
„Ich weiß gar nicht, was du hast, ist doch priiima… “ gruselte sich Katja.
Harry hatte genug. „Ach Leute – igiitt! Ich kann nicht mehr. Sowas Ekelhaftes!“ sie schüttelte sich wie zuvor Ben.
Harnisch riss sich jedoch zusammen. „Naja, wie das halt so ist – der erste ist grauenvoll und je mehr man trinkt, umso besser wird er.“
Die ganze Truppe lachte über den Kommentar – wo er recht hatte, hatte er recht.

Bei Harry schlug der hohe Alkoholgehalt am schnellsten zu. „Ich glaub, ich mach mich mal lieber auf die Socken… Der letzte hat mir jetzt das Genick gebrochen..“ sie stand auf und ging etwas wackelig zur Garderobe, um ihre Jacke zu holen.
„Alleine gehst du aber nicht, das ist zu gefährlich!“ meinte Big Harry.
Schließlich wollte er ja nicht, dass seinen Stammgästen etwas zustieß.
„Dann geh ich mit dir!“ bot sich Nicki an.
„Ne ne – du hast auch schon genug.“ Mischte Dirk sich ein.

„Ich sag euch was“, meinte Lothar. „Ihr habt heute alle euren Pegelstand erreicht, wir gehen alle.“
Endlich machte jemand einen vernünftigen Vorschlag. Er hatte ja als einziger nichts getrunken und war auch mit dem Auto da. „Wenn ihr wollt, fahr ich euch nach Hause. Nur muss ich halt dann zwei Touren machen, passen ja nicht alle auf einmal in meine Karre…“
„Nein, ssweimal mussst du auch nich fahren“, meinte Ben. „Passs auf, wir machenss sso: Du fährssst, nimmsst Big Harry, Dirk, Harry und Nicki mit,“ er zeigte mit dem Finger auf jeden einzelnen, „und Katja und ich gehen sssu Fussss, isss ja nur n Katssssenssprung, dasss schaffen wir schon..“
Katja war sich da nicht so sicher – Ben war gar nicht so trinkfest wie sie gedacht hatte.
Aber sie sagte nichts dagegen, es war ja wirklich nicht weit zu ihr. Also war die Heimreise auch geklärt und sie machten sich alle auf den Weg.

Lothar hatte sein Auto vollgepackt und kutschierte seine Freunde nach Hause, während Katja und Ben sich auf einen Spaziergang eingelassen hatten.
Anfangs ging es Katja noch einigermaßen gut, aber als sie schon ein Weilchen an der frischen Luft war, merkte auch sie langsam die Wirkung von Big Harrys Schnaps.
Ben ging ein Stückchen vor ihr, stolperte plötzlich und konnte sich gerade noch an einer Straßenlaterne festhalten.
Er segelte halb um die Laterne herum bis er neben ihr zum Stehen kam.
Katja fing zu lachen an, kriegte sich kaum ein. „Das war jetzt der Abschuss Ben! Hahaaa! Schade, dass du dich jetzt nicht sehen konntest! Huuiiii!“ Sie machte mit der Hand eine Drehbewegung.
Ben grinste sie an. „Gut, dassss die Lampe da war – und ich sssie sssogar noch erwischt hab!“
Lachend gingen sie weiter.

Ben wackelte immer mehr und auch Katja hatte Mühe geradeaus zu laufen. „Wart mal, bleib kurz stehen,“ sagte sie zu ihrem Partner.
„Wieso? Is dir schlecht?“ fragte er besorgt.
„Nein, also gut ist mir zwar nicht gerade, aber..“ sie kam auf ihn zu und zog ihn mit einem Arm an ihre Seite. "Vielleicht geht’s so besser..“
Ben war erstaunt, „Aha, dass wir dann ssusammen auf die Schnausse fallen oder wie?“  legte aber auch seinen Arm um sie.
Katja kicherte. So locker war sie nur selten drauf, er hatte mit einer giftigen Antwort gerechnet. Die blieb jedoch aus, was Ben insgeheim freute.

So gingen sie gemeinsam Arm in Arm das letzte Stück bis zu Katjas Wohnung.  
Ben wollte seine hübsche Kollegin am liebsten gar nicht wieder loslassen, aber es half ja nichts, es musste sein.
Das Aufschließen bereitete leichte Probleme, aber irgendwie schafften sie es dann doch hinein.

Katja schlüpfte aus ihre Schuhen, zog ihre Jacke aus und warf sie im Vorbeigehen aufs Sofa.
„Hey! Wirf deine Sssachen nicht auf mein Bett! Wo soll ich denn da schlafen?“ scherzte er.
Daraufhin drehte sie sich um, etwas zu schnell jedoch und verlor fast das Gleichgewicht.
Ben reagierte wieder so schnell wie zuvor als er gestolpert war und fing sie auf. „Hey, langsam – hier stehen keine Laternen..“ half er ihr wieder auf die Beine.
Doch Katja war so perplex und viel zu betrunken, dass sie noch hätte stehen können.
Ben merkte dies sofort und hielt sie fest. „Ok, alles ok. Geht’s noch? Ein kleines Stück? Ist nicht mehr weit zum Bett..“
Katja schüttelte nur den Kopf.
Ben konnte sie unmöglich zum Bett tragen, in seinem Zustand war er nicht viel besser dran als sie. „Hmm…“ was sollte er nur tun?
Da fiel sein Blick auf das Sofa.
Er versuchte, sie so vorsichtig er konnte hinzulegen und gleichzeitig noch ihre Jacke unter ihr wegzuziehen.
Dadurch verlor er das Gleichgewicht und fiel ein kleines Stück nach vorne, auf Katja.

Er schob sich hoch und sah ihr in die Augen. „`Schuldigung..“ stammelte er, aber er konnte den Blick nicht von ihr wenden.
„Nix passiert..“ brachte Katja nur flüsternd heraus, auch sie sah ihn direkt an.
„Jetzt bring ich dich schon zum zweiten Mal total betrunken und fertig ins Bett..“ er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Das kannst du eben besonders gut, dafür hab ich die Schuhe heute schon selbst ausgezogen…“ gab Katja ihm zur Antwort.
„Das ist aber nicht dein Bett sondern eigentlich meins, zumindest momentan..“ er grinste sie frech an.
„Macht nix, ich teile es mit dir..“ sie rutschte ein Stückchen zur Seite.

Ben wusste nicht wie ihm geschah.
Hatte er richtig gehört?
Nun ja, sie hatte ihm ja Platz gemacht, also konnte er sich kaum verhört haben.
Bevor sie sichs anders überlegen konnte, schlüpfte auch er schnell aus seiner Jacke und den Schuhen und kuschelte sich auf den Platz, den Katja für ihn freigemacht hatte.

Sie drehte sich noch ein Stück auf die Seite und hob den Kopf.
„Was ist?“ fragte Ben vorsichtig.
„Halt mir das morgen ja nicht vor, klar?“ ermahnte sie ihn, grinste jedoch bei dem Kommentar.
„Nein, keine Angst. Wenn du morgen in der Früh noch neben mir liegst wenn wir aufwachen, wirst du kein Sterbenswörtchen deswegen von mir hören, versprochen.“ schwor Ben.
Zu seiner großen Überraschung schmiegte sie sich eng an ihn, legte ihren Arm um ihn und zog ihn fest an sich. „Ok, gut. Dann halt mich fest, ja?“ flüsterte sie noch und dann war sie auch schon eingeschlafen.
Und Ben hielt sie fest, die ganze Nacht.

Als er erwachte, war Katja schon wach und sah ihn an.
Er hob fragend eine Augenbraue, sagte jedoch nichts.
„Schon gut, du kannst schon was sagen…“ lächelte sie ihn an.
„Guten Morgen.. wie geht’s dir? Alles ok?“ fing er an und lächelte zurück.
„Naja, geht so. Und was macht dein Kopf?“ fragte sie ihn.
Katja hatte ihn immer noch nicht losgelassen, auch er hielt sie noch fest in seinen Armen.
„War schon mal besser – aber auch schon schlimmer..“ gab er zu.
„Gut, dann lass uns aufstehen – ich brauch nen Schluck Wasser, ich bin am Verdursten..“ schlug Katja vor.

Langsam ließen sie sich los, standen auf und gingen in die Küche um etwas zu trinken. Sie standen sich gegenüber, vermissten die Wärme von vorhin als sie zusammengekuschelt auf dem Sofa aufgewacht waren.
Ben stellte sein Glas auf die Anrichte und ging auf Katja zu. Auch sie stellte vorsichtshalber ihr Glas ab. Ben zog sie etwas zu sich und zu seiner Überraschung ließ sie ihn auch gewähren. Das letzte Stück kam sie auf ihn zu und drückte sich eng an ihn.
Ben lächelte glücklich. „Grins nicht so dämlich..“ sagte sie scherzhaft.
„Ich kann nicht anders..“ gab er ihr zur Antwort und schob sie ein Stückchen zurück, damit er sie ansehen konnte.
Sie zog seinen Kopf zu sich heran und küsste ihn zaghaft.
Ben war im 7. Himmel, erwiderte ihren Kuss.
Als sie merkte, dass er genauso verliebt war, nahm sie seine Hände, zog ihn Richtung Schlafzimmer.

„Hey, geht das nicht ein bißchen schnell?“ fragte er, obwohl er die Antwort eigentlich gar nicht hören musste. „Nein, ich hab viel zu lang gewartet, aber ganz so weit gehen wir heut noch nicht.. “
Ben nickte, zog sie mit sich aufs Bett.
Sie lagen sich in den Armen und küssten sich. „Katja?“
„Mmmhh..“ machte sie nur.
„Wieso der plötzliche Sinneswandel?“ fragte er sie, obwohl er versprochen hatte, kein Wort darüber zu verlieren.
„War wohl doch ein Zaubertrank von Big Harry gestern..“ meinte sie nur und küsste ihn wieder…


* E N D E *

*trief, trief*      heheheheee!!!
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