Zu Hause

von kuyami
GeschichteDrama / P12 Slash
Die deutsche Nationalmannschaft Werder Bremen
20.10.2009
20.10.2009
1
2.813
 
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20.10.2009 2.813
 
Zu Hause


Pairing: Clemens Fritz / Per Mertesacker
Rating: P 12 Slash
Kapitel: 1/1
Warnung: Slash, One-Shot
Disclaimer: Mir gehört hierzu lediglich die Idee, mehr nicht. Auch verdiene ich hiermit kein Geld und beabsichtige es auch nicht.

AN: Ich möchte hier niemandem etwas unterstellen, oder jemanden schlecht machen oder sonstiges. Das alles hier ist reine Fiktion und ich habe jemanden gebraucht, der zu meiner Idee passt und da haben sich eben Per und in erster Linie Clemens angeboten, weil er wohl am besten leiden kann ;) Also wie gesagt: Das hier entspricht nicht der Realität. Reine Fiktion.


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"... and I feel so strong", drang leise aus dem Autoradio an seine Ohren. Seit einer halben Stunde saß Clemens jetzt schon hier in seinem Auto und rührte sich nicht. Er konnte nicht. Denn stark... das war ein Wort, das er nicht kannte. Noch nie gekannt hatte. Stark waren andere, aber nicht er selbst. Er war es nie gewesen.

Deswegen saß er auch schon seit einer halben Stunde hier und sah vom Parkplatz aus mit bangem Blick zu dem Hochhaus auf der anderen Straßenseite hinüber und beobachtete die Wohnung ganz rechts im oberen Stockwerk. Dort wohnte er. Und wäre er stark, dann würde er jetzt hinaufgehen. Oder er wäre schon längst bei ihm gewesen und würde jetzt wieder nach Hause fahren. Nein, wenn er stark wäre, dann würde er sich das nicht jedes Mal wieder antun. Wenn er stark wäre. Doch er war es nicht. War es nie gewesen.

Mit schweißnassen Händen tastete er seine Jackentaschen schon zum fünften Mal ab, um sich zu versichern, dass er den Umschlag auch wirklich dabei hatte. Als er ihn gefunden hatte, nahm er ihn heraus, öffnete ihn und sah hinein. Zum fünften Mal. Und auch beim fünften Mal war noch immer der gleiche Geldbetrag darin enthalten. Nur der Klebeverschluss hielt nicht mehr ganz so gut, wie nach dem ersten Mal. Also steckte er den Umschlag wieder zurück in seine Jackentasche und versicherte sich, dass sein Handy ausgeschalten im Handschuhfach lag. Denn wenn er jetzt einen Anruf kriegen würde... nein, daran wollte er gar nicht denken.
Draußen begann es jetzt langsam zu dämmern und vermutlich war es das, was ihn dazu brachte, endlich den Schlüssel umzudrehen und abzuziehen. Denn sobald es dunkel war, wollte er wieder zu Hause sein. Gut, das würde er vermutlich nicht schaffen, aber zumindest wusste er, wo er die Nacht verbringen wollte. Und das war nicht hier.
Mit einem Ruck, den er selbst als entschlossen bezeichnen würde, hiefte er sich schließlich aus seinem Auto und sperrte es hinter sich ab. Den Schlüssel ließ er in seine Hosentasche gleiten und überprüfte danach zwei Mal, ob er ihn auch wirklich noch hatte. Denn jetzt seinen Schlüssel zu verlieren wäre wirklich fatal.
Während er sich mit langsamen Schritten der Straße näherte, die ihn noch von dem heruntergekommenen Hochhaus auf der anderen Straßenseite trennte, wanderten seine Hände schon wieder zu seiner Jackentasche und er merkte, dass sie schon ganz nass waren, vor lauter Schweiß, so oft hatte er sich schon versichert, dass er den Umschlag auch wirklich dabei hatte. Aber er hatte ihn. Und er würde ihn jetzt auch abliefern, so wie er es immer tat.
Als er sich vergewissert hatte, dass die Straße frei war, überquerte er die selbige schnell und ging mit großen Schritten auf das Haus zu. Stark? Nein, schwach. Ganz schwach.
Aber würde er es jetzt nicht tun, dann würde er es nie tun. Und da er wusste, dass er es tun musste, weil er es immer tun musste, klingelte er. Ganz leise, ganz schwach. Nicht stark.
Ganze fünf Minuten vergingen, bis endlich der Türsummer ertönte und Clemens sich schnell in den Hausflur schob. Der altbekannte Geruch schlug ihm in die Nase. Irgendeine Mischung aus Verwesung, vergammeltem Essen, Erbrochenem, Schweiß und Alkohol. Alles war so wie immer.
Und deswegen nahm er auch wieder die Treppe. So wie immer. Weil er schwach war und die Zeit, die ihm die Treppe gewährte, bis er das oberste Stockwerk erreicht hatte, einfach brauchte. Ohne diese Zeit hätte er es nicht fertig gebracht, an der rechten Haustür zu klingeln. Hier oben schien es sogar noch dreckiger zu sein und er sah sich angewidert um, während er wartete, dass ihm die Tür geöffnet wurde.
Ab jetzt fing es an. Das Gefühl beschlich ihn wieder. Er wurde unglaublich nervös, zupfte mit nassen Händen an den Nähten seiner Jeans und starrte stur geradeaus auf den Boden. Er hatte Angst. Einfach nur Angst. Denn jedes Mal, wenn er wieder hier war und die Tür sich öffnete, wusste er nicht, wie es dieses Mal um ihn bestellt war, wie die Wohnung dieses Mal aussah, oder, ob er es überhaupt schaffte, ihm die Tür zu öffnen.
Von drinnen hörte er einige Stimmen, vermutlich der Fernseher. Allmählich blieb ihm die Luft weg, als er schwere Schritte durch die Wohnung auf die Tür zukommen hörte.
Seine Hände hatte er tief in die Taschen vergraben, als sein Vater ihm die Tür öffnete. Mit blutunterlaufenen Augen, unrasiert. Und mit denselben Klamotten wie immer. Alles war wie immer.
"Was willst du denn hier? Ist‘s schon wieder Zeit für nen Anstandsbesuch?", raunte er ihm entgegen und Clemens versuchte, den süßlichen Geruch nach Schnaps einfach zu ignorieren. Er biss sich fest auf die Unterlippe, sparte sich jegliche Antwort und fragte nur: "Lässt du mich rein?" Mit leerer, ausdrucksloser Stimme. Und das war nicht die erste Antwort, die er sich heute verkneifen würde.
Er würde sich noch einige weitere Mal auf die Lippe beißen und sich wünschen, dass er nicht gekommen wäre. Denn er war schwach. Es war alles wie immer. Wäre er stark, würde er etwas erwidern. Doch er tat es nicht. Er war schwach.
Und deshalb sagte er auch nichts, als sein Vater zur Seite trat und mit einem mürrischen Kopfnicken in Richtung Wohnzimmer wies. Er ging an ihm vorbei und betrat das kleine Wohnzimmer. Hier schlug ihm ein starker Geruch nach Bier entgegen und mit einigen leeren Flaschen auf dem Wohnzimmertisch und einer umgekippten Flasche auf dem Boden hatte er auch schnell den Grund dafür gefunden. In der Ecke zwischen Sofa und Tisch sah er noch zwei, oder auch drei Schnapsflaschen stehen. Doch er achtete nicht darauf. Es war besser so.
Deshalb ließ er sich einfach schweigend auf das Sofa sinken, dass seit seinem letzten Besuch noch ein paar Flecken mehr abbekommen hatte und war bedacht darauf, sich nicht auf die nasse Stelle zu setzen, von der ebenfalls ein starker Geruch nach Bier ausging.
Sein Vater schlurfte langsam nach ihm ins Zimmer und ließ sich neben ihn auf die Couch fallen. Mit einem Kopfnicken deutete er Richtung Flaschen, doch Clemens schüttelte nur den Kopf. Er verkniff sich die Antwort, dass er heute noch Autofahren musste. Denn das hatte seinen Vater noch nie interessiert.

In seinem Kopf blitzen kurz verschiedene Erinnerungen auf. Wie sein Vater torkelnd aus dem Auto stieg, mit dem er gerade eben nach Hause gekommen war. Wie wieder ein Mal ein Brief kam, dass er mit weit mehr als 0,8 Promille noch Auto gefahren und erwischt worden war. Wie er seine Flaschen sogar während der Fahrt ganz offen zwischen den zwei Sitzen transportierte, damit er an einer roten Ampel schnell einen Schluck nehmen konnte. Der kleine Clemens saß immer daneben. Hatte immer zugesehen. Nur zugesehen. Er hatte schon damals nichts gesagt. Und auch heute war er immer noch genauso schwach.

Vehement schüttelte er den Kopf, verdrängte die Erinnerungen aus seinem Kopf und fragte stattdessen: "Wie geht‘s dir?", während er den Blick starr auf die Gerichtsverhandlung im Fernsehen gerichtet hielt.
"Schickt dich deine Mutter?", fragte sein Vater nur angriffslustig, ohne auf seine Frage zu antworten und griff nach einer der Flaschen.
Clemens biss sich auf die Lippe. Wieder mal. Dann schüttelte er den Kopf und antwortete: "Sie hat gemeint, du hast schon wieder kein Geld mehr?" Er versuchte es so neutral wie möglich klingen zu lassen und doch gelang es ihm nicht ganz, den leisen Vorwurf, der dabei mitschwang, zu unterdrücken.

Sein Vater schnaubte nur verächtlich und schaltete auf ein anderes Programm um, ohne ihm zu antworten.
Wortlos griff Clemens in seine Jackentasche und holte den zerknitterten Umschlag hervor. Er strich ihn gedankenverloren noch ein Mal kurz glatt, bevor er ihn vor seinem Vater auf den Tisch legte. Der sah ihn kurz aus den Augenwinkeln an, sah dann auf den Umschlag, überschlug wahrscheinlich kurz im Kopf, wie viel Geld darin war und sagte dann, den Blick wieder auf den Fernsehbildschirm gerichtet: "Ich brauch‘ dein Geld nicht."
"Ich weiß", antwortete Clemens. Wie immer. Und wie immer machte sein Vater keine Anstalten, ihm den Umschlug zurückzugeben. Wie immer an dieser Stelle musste Clemens sich bemühen, die Tränen in seinen Augen zurückzuhalten. Ohne das Geld seines Sohnes wäre er schon längst aus der Wohnung geschmissen worden und auch seine täglich notwendige Ration könnte er von seinem eigenen Geld niemals bezahlen. Doch jegliche Dankesworte blieben ungesagt. Schon seit Wochen, Monaten, Jahren.

Und dann saßen sie eine ganze Weile einfach nur schweigend nebeneinander. Nur die Stimmen irgendeines Films füllten den Raum. Schon vor langer Zeit hatte Clemens es aufgegeben, die Flaschen zu zählen oder ihn danach zu fragen. Was brachte es schon? Er würde nicht aufhören. Sein Vater trank schon, seit Clemens denken konnte. Er hatte niemals etwas anderes gekannt und so wunderte es ihn auch nicht, als er nach einiger Zeit einfach aufstand, um in die Küche zu gehen, und einen fast leeren Kühlschrank vorfand. Doch er würde nicht fragen, ob er etwas zu essen brauchte. Die Antwort kannte er eh schon.
Langsam machte er sich wieder auf den Weg zurück ins Wohnzimmer. Überall in der ganzen Wohnung waren Flaschen verteilt. An allen möglichen und unmöglichen Orten.

Wieder blitzen Erinnerungen an damals auf. Seine Verstecke. In der Garage, im Auto, in allen möglichen Schränken, im Schuhkasten, bei dem Nähzeug seiner Mutter. Überall. Und irgendwann, ja irgendwann, da hatte es seine Mutter nicht mehr ausgehalten. Hatte ihn nicht mehr ausgehalten, seine Trinkerei nicht mehr ausgehalten. Und irgendwann war sie dann mit ihm zusammen ausgezogen und hatte seinen Vater zurückgelassen. Irgendwann, nach zahllosen Lügen und leeren Versprechungen.
Immer wieder hatte er betont, dass er ihn liebte. Ihn und seine Mutter. Doch die Situation jetzt war das Ergebnis davon. Er hatte nie aufgehört zu trinken. Seine Mutter und er waren es wohl nicht wert gewesen. Obwohl er es versprochen hatte. Unzählige Male versprochen hatte. Denn er liebte sie ja. Schöne Liebe. Aber Worte und Taten waren ja bekanntermaßen zwei grundlegend verschiedene Dinge.

Mit zittrigen Fingern rieb er sich über die Schläfen. Sein Kopf ratterte, er dachte zu viel nach. Und davon bekam er Kopfweh. Wie immer. Er musste hier raus, lange würde er es nicht mehr aushalten. Er war zu schwach. Zu schwach, um es länger mit seinem eigenen Vater auszuhalten. Das war schwach und erbärmlich. Doch er kannte ja nichts anderes von sich.

Leise schlich er wieder ins Wohnzimmer und blieb etwas unschlüssig im Türrahmen stehen. „Ich...“, setzte er an, doch die Worte verloren sich irgendwo in seinem Mund.
„Was?“, raunte ihn sein Vater an, ohne ihn auch nur anzusehen. „Ich muss dann langsam wieder los. Ich muss ja wieder zurück nach Bremen fahren.“ Ein Nicken war alles, was er als Antwort bekam. Was hatte er auch erwartet? Dass sich plötzlich, nach all den Jahren, irgendetwas geändert hatte und dass es ihn plötzlich interessierte, was sein eigener Sohn machte? Clemens schalt sich selbst in Gedanken, während er noch herausbrachte: „Und wenn du irgendwas brauchst… dann meldest du dich einfach, ja?“
Seine Stimme kippte und in seinem Kopf überschlugen sich alte Erinnerungen. Viel zu viele. Und sie taten viel zu weh.
„Jaja. Jetzt verschwind schon endlich! Ich brauch dich hier nicht!“, raunte sein Vater noch und drehte dann den Ton des Fernsehers lauter. Das Gespräch war beendet.

Mit zittrigen Knien drehte Clemens sich um und ging mit schnellen Schritten auf die Wohnungstür zu. Er floh. Vor seinem Vater, der Situation, vor neuen und alten Erinnerungen. Seine Flucht endete wie immer damit, dass er sich draußen atemlos an die kalte Hauswand lehnte und sich mit kalten Händen übers Gesicht fuhr. Die Treppen nach unten war er gerannt. War weggerannt. Vor seinem eigenen Vater. Schwach.
Er brauchte einige Zeit, um sich wieder etwas zu fangen, um nicht gleich mitten vor der Haustür loszuheulen. Mit tränenverschleiertem Blick machte er sich auf den Weg zum dunklen Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Warum? Warum tat er sich das jedes Mal wieder an? Warum ließ er sich jedes Mal wieder aufs Neue verletzen? Er könnte ihm das Geld doch auch einfach zuschicken. Oder überweisen. Dann müsste er ihn nicht sehen. Dann müsste er nicht die Augen aufmachen und sehen, dass sich noch immer nichts geändert hatte. Dass alles nur noch schlimmer wurde. Von Mal zu Mal.
Doch er tat es nicht. Immer wieder kam er hierher. Kam nach Hause. Nach Hause? Er schüttelte leicht den Kopf. Das hier war nicht sein zu Hause. Und doch kam er jedes Mal wieder.
Fuhr erst zu seiner Mutter, freute sich, sie zu sehen, fühlte sich wohl bei ihr und dann kam dieses innere Bedürfnis auf, er müsse jetzt seinen Vater besuchen. Gut, den Umschlag mit Geld trug er schon bei sich, seit er losgefahren war. Denn es war eh jedes Mal dasselbe.
Wieder schüttelte er den Kopf. Und drückte auf den Knopf an seinem Autoschlüssel, damit sich sein Auto aufschloss und er überhaupt erkannte, wo er es geparkt hatte.

Noch immer schüttelte er den Kopf und versuchte, alle Erinnerungen aus seinem Kopf zu verdrängen, als sich plötzlich eine Hand auf seine Schulter legte. Er machte einen Satz zurück und hörte sofort im nächsten Moment eine vertraute Stimme sagen: „Keine Angst, ich bin‘s.“
„Per?“, fragte Clemens ungläubig und erkannte im nächsten Moment, als seine Augen sich ansatzweise an die Dunkelheit gewöhnt hatten, die strubbeligen Haare und die leicht krumme Nase seines Freundes.
„Was… was machst du denn hier?“, stammelte er überfordert und fand sich im nächsten Moment an Pers Brust gedrückt wieder. Mit einer Hand in Clemens‘ Haaren flüsterte er: „Na, dich abholen, was sonst?“, bevor er ihm einen Kuss auf die Stirn drückte.
Eine unglaubliche Wärme breitete sich in Clemens‘ ganzem Körper aus und die letzte halbe Stunde in der Wohnung seines Vaters schien plötzlich so unendlich weit weg. Denn Per war hier. Er hielt ihn im Arm und drückte ihn an sich. Fuhr ihm durchs Haar und streichelte seine Wange. Hielt ihn einfach nur fest. Bei Per war alles anders. Denn bei Per folgten Worte auf Taten und Taten auf Worte. Sicherheit, Geborgenheit, Verlässlichkeit. Liebe.
Per tat was er sagte, und sagte, was er tat. Worte auf Taten. Taten auf Worte.
Und dann hob er seinen Kopf leicht an und küsste ihn. Bei Per folgten Worte auf Taten. „Ich liebe dich“, flüsterte er leise. Und Taten auf Worte. Wieder küsste er ihn. Küsste ihn so hingebungsvoll und so voller Liebe.

Als sie sich wieder getrennt hatten, schmiegte Clemens seinen Kopf an Pers Schulter. Hier in der Dunkelheit fühlte er sich sicher. Sicher und unbeobachtet. „Woher wusstest du, dass ich hier bin?“, fragte er leise und drehte an den Knöpfen von Pers Hemd.
„Ich weiß doch, dass du immer hierher kommst, wenn du nach Erfurt fährst. Und ich wollte nicht, dass du wieder allein bist, wenn du... wenn du wieder nach Hause fährst.“ Nach Hause. Das warme Gefühl hatte sich jetzt auch um sein Herz gelegt und wickelte es sanft in sich ein. Per.
Eine Zeit lang standen sie einfach nur so da und Clemens genoss das Gefühl, geliebt zu werden. Geliebt, gewollt, geschätzt und beschützt zu werden. Von Per.
Dann löste er sich wieder von seinem Freund, sah sich um und fragte: „Wo hast du denn dein Auto geparkt?“
„Das ist nicht angesprungen… also bin ich mit dem Zug hergekommen. Ich hatte schon Angst du bist wieder weg, bis ich endlich hier ankomme.“
„Wieso hast du mich nicht einfach gefragt, ob du mitkommen kannst?“
Per strich ihm lächelnd über die Wange und sagte leise: „Hättest du denn gewollt, dass ich mitkomme?“
Selbige färbte sich sofort rot und Clemens schüttelte betreten den Kopf. Natürlich hätte er nicht gewollt, dass Per mitkam. Dass er seinen Vater so sah. Dass er ihn so sah.
„Ich liebe dich.“, flüsterte Per ein weiteres Mal und bewahrte Clemens davor, mit seinen Gedanken in dunkle Erinnerungen abzugleiten.

„Also... fahren wir nach Hause?“, fragte Per und öffnete Clemens die Autotür. „Nach Hause.“, strahlte er ihn an und ließ sich in die Ledersitze fallen, schnallte sich an und startete das Auto. Mit glänzenden Augen beobachtete er, wie Per im Licht der Scheinwerfer auf die Beifahrerseite eilte und einstieg. Wartete, bis er sich angeschnallt hatte und fuhr dann los. Nach Bremen. Zu Per. Keine leeren Worte. Keine leeren Versprechungen. Keine Lügen. Keine verletzenden Taten. Bei Per war er stark. Bei Per war er zu Hause.
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