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Haus der Vampire - Sorrowful past

GeschichteDrama / P16 / MaleSlash
14.10.2009
14.10.2009
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Hallo meine treuen Leser. Ich bin mal wieder zurück mit einem neuen OS (klappt besser als lange FFs ;P ) Da es für diese Bücherreihe (noch?) keine eigene Kategorie gibt, will ich euch schnell erklären, worum es denn geht.

Mein neuer OS handelt von der Reihe „Haus der Vampire“ und geht um den aufbrausenden Shane, der des Öfteren diverse Gefühlsumschwünge und vor allem –Ausbrüche hat.

Soviel mal dazu, damit auch Leser, die das Original nicht kennen, diese Fanfic lesen können.

An alle die diese Bücher kennen: Wir sind auf dem Stand am Anfang des zweiten Bandes, kurz nachdem Shanes Dad wieder weg ist. (Könnte sein, dass er –Shane - etwas OOC geworden is …)

Viel Spaß beim Lesen ^_||



~*~

Sorrowful Past



Einsamkeit. Das war das Wort, das meinen derzeitigen Zustand am besten beschreiben konnte. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch hinter mir und keiner hatte es bemerkt. Wie auch? Allein saß ich in meinem stockdunklen Zimmer; die Rollos waren verschlossen.

Sie waren nicht daran schuld, dass ich einsam war. Sie konnten nichts dafür, dass sie nicht für mich da sein konnten. Nein, meine Freunde trugen keine Schuld. Vor etwa einer Stunde war ich ohne irgendeine Emotion zeigend in mein Zimmer gegangen, doch desto näher ich diesem kam, desto schlechter ging es mir. Ich hatte die Tür hinter mir geschlossen und den Schlüssel im Schloss verankert. Ich wollte nicht, dass sie mich so sahen.

Doch von dem allein sein, kam die Einsamkeit nicht. Mein Vater hatte es einmal wieder geschafft. Er hatte mir alles genommen, was ich brauchte, um ein normales Leben zu führen. Damals, noch bevor ich hier einzog hatte er mir die Liebe genommen. Die Liebe, die ein Sohn von seinem Vater braucht, wenn er erst seine Schwester und dann auch noch seine Mutter verloren hatte.

Doch statt mich zu trösten, spülte er seine Trauer und seinen Schmerz mit Alkohol runter. Er wurde von Tag zu Tag aggressiver und brutaler. Ich hatte oft versucht ihn davon abzuhalten, doch ich bekam immer nur wieder von neuem einen Schlag ins Gesicht. Mit den Wochen, die vergingen, sprachen wir fast garnicht mehr mit einander. Er begann mir die Schuld für die Tode unserer Familie gegeben. Er war der Meinung Lyssa wäre wegen mir gestorben. Weil ich Probleme mit Monica hatte und sie deshalb unser Haus in Brand gesteckt hätte. Ich wusste, dass er Recht hatte. Monica und ich waren nie Freunde gewesen. Schlimmer noch, wir hatten uns gehasst wie die Pest – und meine kleine Schwester hatte dafür mit dem Leben bezahlen müssen.

Nach meinem Vater war ich auch indirekt an Moms Tod Schuld. Er sagte, hätte sie sich nicht dauernd an Lyssas Tod erinnert, wären die Vampire uns nicht gefolgt und hätten sie nicht ermordet. Und da sie sich an den TOD von Lyssa erinnerte, bekam ich die Schuld, weil sie ja wegen mir starb. Ein ewiger Kreislauf eben.

Das einzige, worüber er mit mir sprach, war die Rache an den Vampiren. Aus eigenen Rachegelüsten und aus Hoffnung, dass ich die Liebe und die Zuneigung meines Vaters so wieder zurückgewinnen könnte, stimmte ich seinem Plan zu.

Doch in der Zwischenzeit wandelte ich ständig durch die Straßen meiner damaligen Heimatstadt. Ich nahm nichts mehr wahr, bis auf den ständigen Schmerz, der mich immer begleitete. Er ließ mich nie los und folgte mir sogar bis in die Träume. Das ewige Leid und die Trauer machten mich kaputt, ich zerbrach daran.

Wenn ich abends dann fertig vom Tag und mit der Welt nach Hause kam und mein Vater sich wieder betrunken hatte, schlich ich mich so schnell und leise wie ich konnte hoch in mein Zimmer und vergrab mich unter meiner Bettdecke – mit einem Alkoholiker als Vater war nicht zu spaßen! Oft hoffte ich unter der Decke einfach ersticken zu können, doch leider war dem nie so. Meistens schlug mein unvermeidlicher Dad die Tür zu meinem Zimmer auf, wenn ich gerade am eindösen war. Nachdem er diese dann fast abendlich aus ihren Angeln gerissen hatte, kam er zu mir ans Bett mit und mit tränenverschmiertem Gesicht schlug er brutalst auf die Bettdecke ein, unter der ich verkrümmt und mich vor Schmerzen windend lag.  Ich dachte nicht auch nur einmal daran zurückzuschlagen. Ich nahm es ihm nie übel, was er mir antat. Ich wusste, dass er genauso unter dem Verlust der einzigen beiden Frauen in unserer Familie leidete wie ich.

Nachdem er nach seinem Wutanfall mein Zimmer wieder verlassen hatte, krabbelte ich meistens aus dem Bett, hängte meine Tür wieder ein und brach dann schließlich auf meinem Bett zusammen.

So verging jeder Tag meines Lebens für ein halbes Jahr, bis ich auf der Straße auf neue Freunde und Leidensgenossen traf.



Ich erinnerte mich zum ersten Mal seit einer sehr langen Zeit wieder an die schrecklichsten Monate meines Lebens. Und als ich an meine damaligen Freunde zurückdachte, flammte in mir ein unbeschreibliches Verlangen auf. Ich brauchte es! Ich brauchte die Medizin, die mich damals für wenigstens eine gewisse Zeit heilte…



*Flashback*

Ich konnte ihnen natürlich nichts von den Vampiren erzählen, aber alles andere vertraute ich ihnen an. Vor allem einen von ihnen. Chris zeigte mir einen Weg, wie es mir besser gehen würde. Er sagte mir, es sei eine Art Medizin. Er streckte mir eine kleine Verpackung entgegen und als ich den Inhalt herausholte, hatte ich eine nagelneue Spritze in der Hand. „Die Ärzte spritzen dir doch auch Medizin, oder?“ hatte er auf meinen skeptischen Blick geantwortet. Dann nahm er mich zum ersten Mal mit zu sich nach Hause. Es war ein alte Lagerhalle –er und seine Freunde lebten alle auf der Straße – und in jeder Ecke lagen immer ein paar Leute, zu einem Grüppchen versammelt, auf dem Boden rum.

An einer Seite der Halle standen mehrere Herde mit Backöfen und auch ein paar Waschbecken standen angeschlossen und installiert dort rum. Er führte mich in eine Art Nebenraum und holte etwas aus dem Schrank, der gegenüber der Tür stand. Der Raum war klein, doch dieser Schrank und ein paar alte, aber saubere Matratzen passten rein. „Das ist mein Zimmer. Du kannst fürs erste bei mir bleiben.“ Es war kein Angebot, sondern beschlossene Sache gewesen. Doch ich hatte auch keinen Grund deswegen zu protestieren, denn ich mochte seine Nähe.

Er hielt das kleine Säckchen nach oben, dass er gerade aus einer Schublade des Schrankes gekramt. Ein weißes Pulver befand sich darin und ich konnte schon erahnen, was er damit vorhatte. „Kannst du mir bitte einen Esslöffel aus der 2. Schublade von rechts geben?“, bat er, während er ein Feuerzeug aus seiner Hosentasche gezogen hatte. Das Pulver auf den Löffel schüttend, wies er mich an, mich auf seine Matratze zu setzen. Er selbst erhitzte, mithilfe des Feuerzeuges, die weiße Substanz zusammen mit etwas Zitronensaft und füllte das fertige Gemisch in die Spritze.

Ich musste ihn etwas nervös und angsterfüllt angesehen haben, denn er lächelte mich freundlich an, sodass es mir warm ums Herz wurde. „Keine Sorge, das erste Mal helf ich dir. Du wirst sehen, danach wird es dir besser gehen.“  Er nahm meinen Arm mit seiner warmen Hand und strich mit seiner anderen meinen Unterarm vom Handgelenk bis in die Beuge. Er malte meine Adern nach und ich stellte fest, was für schlanke Finger er hatte. als er meine Armbeuge erreichte, strich er sachte und ganz leicht drüber, sodass es mich kitzelte. Noch während ich leise lachte, drückte er mir die spitze Nadel in die Haut und presste das Drogengemisch in meine Blutbahn. Ich verkrampfte und riss meine Augen erschrocken auf, doch gleich im nächsten Moment entspannte ich mich.

Chris hatte sich in meiner Schrecksekunde zu mir rüber gebeugt und seine Lippen lagen ruhig auf den meinen, damit ich mich beruhigte. Ich schloss genüsslich die Augen und gab mich der Droge ganz hin. Er hatte recht gehabt, es ging mir besser. Ich befand mich in einer Welt außerhalb von Trauer, Leid und Schmerz. „Schlaf gut“ Das waren seine Worte; das Letzte was ich noch registrierte, bis ich in diesen Tranceartigen Zustand glitt …

Als meine Gedanken und Wahrnehmungen zurückkehrten, brach auch die Realität wieder über mir zusammen. All das, was ich in den letzen Minuten oder Stunden –ich wusste es nicht – verdrängt hatte, schlug nun mit geballter Kraft auf mich ein. Das Schluchzen konnte ich nicht verhindern, genauso wenig wie die Tränen. Unschlüssig, wie es nun weiterging, griff ich nach der Spritze, die neben mir lag. Ich hatte Chris dabei beobachtet, wie er dieses Wundermittel gemacht hatte und ich wollte es bereits jetzt schon nicht mehr missen.

Doch bevor ich mir auch noch den Rest des Heroins schnappen konnte, hielt mich eine Hand an meinem Arm zurück. Ich drehte mich zum Ausgangspunkt dieses Körperteils um und sah Chris, der mir tief in die Augen sah. „Nicht. Du solltest es am Anfang nicht übertreiben.“ Wieder lächelte er mich warm und freundlich an, wie er es immer machte. Er nahm mir die Nadel aus der Hand, legte sie auf den Boden neben sich und zog mich in seine Arme. „Wir können dich auch anderweitig von deinen Gedanken abbringen.“ Wie schon vor der High-Phase küsste er mich. Nur dieses Mal schmückte er diesen noch etwas aus. Erst bewegte er seine Lippen gegen meine, bis ich es ihm schließlich gleich tat. Ich war gespannt, was nun kommen würde. Es war das erste Mal (oder eher 2.), dass ich einen Jungen küsste. Mit Mädchen hatte ich schon einige Küsse hinter mir, aber das heute war Premiere für mich. Allerdings war es nicht weniger schön. Im Gegenteil, ich empfand es als aufregend und in der Tat konnte ich meine trüben Gedanken ein wenig nach hinten schieben.

Ich spürte, wie sich seine Lippen leicht öffneten und kurz darauf bat seine Zunge um Einlass. Ohne zu zögern gewährte ich ihm diesen. Ich wusste nicht, ob mein berauschter Zustand noch von der Droge kam oder von dem Kuss, aber ich fühlte mich äußerst wohl.

Aus unserem anfangs langsamen und ruhigen Kuss, wurde ein immer wilderer. Erst erkundete er noch meine Mundhöhle, was ich ihm gleichtat, dann stupste er meine Zunge an und umspielte sie. Anschließend zettelte er einen wilden und vor allem heißen Zungenkampf an, den er auch gewann. Da ich mich mit Niederlagen noch nie richtig anfreunden konnte, forderte ich eine Revanche an. Er ließ sich darauf an und seine Hände streichelten mich. Erst glitten sie über mein Gesicht und meinen Hals. Anschließend fand seine Hand den Weg unter mein Shirt und er liebkoste mich von oben bis unten. Eine wohlige Gänsehaut machte sich in mir breit und ehe ich mich versah, löste er den Kuss und zog mir mein Shirt über den Kopf. Seine Lippen und seine Zunge sollten wohl da weitermachen, wo seine Hände aufgehört hatten. er erregte mich mit jeder Faser seines Körpers, die meinen berührte. Schneller als ich auch nur daran denken konnte, was er mit mir vorhatte, entfernte er mir den Rest, der störenden Klamotten. Vor allem meine Hose hatte mich viel zu sehr eingeengt, sodass ich froh war, sie los zu sein. Er küsste weiterhin meinen Körper, arbeitete sich immer weiter abwärts. Schließlich war er in meinem Schritt angelangt und liebkoste auch diesen.

Mein Verstand verabschiedete sich erneut und ich konnte wieder keinen klaren Gedanken fassen. Mir war nur bewusst, dass ich diese Berührungen nicht mehr lange aushalten würde. Mein Körper schrie nach mehr, schrie nach Zuneigung, Verwöhnung und Berührung, aber am allermeisten schrie er nach Vertrauen und Liebe. Ich ließ ihn hören, wonach es mich sehnte. Ließ ihn hören, dass ich ihn brauchte.

Ich konnte mich nicht länger aufrecht halten und sank zurück auf die Matratze. Diesen Moment nutzte er um sich auch seiner Sachen zu entledigen. Meinen Blick von ihm lassen konnte ich nicht und so nahm ich war, dass auch er steinhart sein musste.

Ein kleines Fünkchen Angst keimte in mir, aber seine so wunderschönen Augen, die meine Unsicherheit erkannt hatten, beruhigten mich. Er hob mein Becken leicht an und drang erst mit einem Finger in mich ein, um mich vorzubereiten. Ich verkrampfte mich kurz, hatte ich mit so einem Schmerz nicht gerechnet. Chris wartete, bis ich mich beruhigt hatte und drang kurze Zeit später mit einem zweiten und danach mit einem dritten Finger in mich ein. Einen kurzen Moment dachte ich in seinem Blick nichts als Verlangen zu sehen, doch ich wusste, dass es mehr zwischen uns war. Und dieser Gedanke und das Eindringen seines Glieds brachten mich zum stöhnen.

Er war schnell und brutal und ich spürte, wie mir mein eigenes Blut die Oberschenkel hinab rann, doch ich gab keinen Ton, außer lautem und tiefem stöhnen, von mir.

Nachdem wir beide gekommen waren, zog er sich aus mir zurück und kuschelte sich neben mich und schlief auch sofort ein. Er hatte es genossen, das wusste ich. Aber ich? Was war mit mir? Hatte mir es gefallen? Ja, das hatte es. Ich war noch immer nicht wieder ganz bei mir, aber ich wusste, dass ich hier eine Chance hatte, ohne meine Schuldgefühle und ohne die Launen meines Vaters zu leben.

Denn das war noch eine der vielen Dinge, die ich hier lernte. Ich durfte es meinem Vater verübeln, dass er mich so behandelte. Denn auch ich leidete darunter und er hatte kein recht mich zu verprügeln. Aus diesem Grund blieb ich einige Wochen bei Chris, ohne mich einmal zuhause blicken zu lassen. Aber auch sein Vater hatte sich noch nicht bei mir gemeldet, obwohl ich mein Handy dabei hatte und es nie außer Reichweite hatte.

Zumindest hatte er sich bis zu diesem Tag nicht gemeldet. Doch nach Wochen kam der Anruf, auf den ich insgeheim gewartet hatte. Der Anruf, der mir zeigte, dass mein Vater sich Sorgen um mich machte und wollte, dass ich heim komme.

Doch dem war nicht so. Er bestellte mich nach Hause, weil er mit mir über unseren Plan reden wollte. Unschlüssig was ich nun tun sollte, wandte ich mich an Chris. Doch der reagierte ziemlich wütend auf die Frage. „Natürlich bleibst du hier! Dein Vater behandelt dich doch wie den letzen Arsch. Der will doch nur, dass du zurückkommst, damit er dich wieder verprügeln kann!“ Er konnte den wahren Grund nicht wissen, ich hatte es ihm nicht verraten.

Nach langem Überlegen verabschiedete ich mich fürs erste von meinem besten Freund, der mich mit Nichtachtung strafte und ging nach Hause. Dort erzählte mein Dad mir alles, was ich über diesen Plan wissen musste und ließ mich anschließend allein zurück. So hatte ich mir dieses Treffen nicht vorgestellt. Er hatte sich überhaupt keine Sorgen gemacht, wahrscheinlich hatte er noch nicht einmal bemerkt, dass ich wochenlang nicht da gewesen war.

Es gab nur eine Sache, die wirklich positiv an diesem Treffen: Mein Vater war ausnahmsweise mal nicht betrunken! Allerdings waren noch immer ein paar Fragen offen, was ihre Racheaktion anginge. Zum Beispiel wo ich wohnen würde. Er hatte mir zwar versprochen, mir jeden Monat die Miete zu bezahlen, aber wo würde ich so schnell eine Wohnung herkriegen.

Ich spürte langsam aber sicher den Entzug, wie er schmerzhaft an meinen Knochen, Muskeln und Nerven zerrte. Ich hatte die letzen Wochen fast nur damit verbracht mir Heroin zu spritzen und mich von Chris nehmen zu lassen. Denn beides holte mich immer raus aus dieser brutalen Realität.

Ich hatte schon genauste Vorstellungen, wie ich Chris wieder gutstimmen würde, als ich wieder in meinem neuen ‚zuhause‘ ankam. Doch daraus wurde nichts. Als ich leise die Tür zu seinem Zimmer öffnete, blieb mir die Spucke weg. Einmal wieder aufs Neue brach meine Welt zusammen. Chris, mein Chris, schlief mit einem anderen. Ich hatte ihn in letzter Zeit öfters in unseren Reihen gesehen; er musste neu sein. Genervt sah er sich zur Tür um, als er merkte, dass sie offen stand. Kurz sahen wir uns in die Augen, bis mir die Tränen in Strömen über die Wangen liefen und ich davon rannte. Allerdings machte ich noch einen kurzen Stopp, an einem der zahlreichen Herde und nahm mir heimlich ein paar der Spritzen und der Drogen. Anschließend lief ich weiter bis ans Ende der Lagerhalle, wo eine kleine Wendeltreppe aufs Dach führte. Ich stieg hoch und setzte mich an den Rand des Daches. Ich hatte nicht vor zu springen und mich umzubringen. Nicht, solange diese Vampire nicht für ihre Taten gebüßt hatten. Das schwur ich mir an diesem Abend.

Hinter mir erklangen Schritte. Ohne mich umzudrehen, wusste ich wer dort stand. „Warum heulst du? Es muss dir doch klar sein, wenn du gehst, dann muss jemand anders her!“ WUMM! Diese Worte schmerzten mehr, als ein Schlag ins Gesicht von meinem Vater. „A-aber, ich dachte … das mit uns … ich dachte …“, stotterte ich vor mich hin, unfähig auch nur einen vollständigen Satz rauszubringen. „Du dachtest ziemlich viel, dafür, dass du die meiste Zeit über high warst. Siehs ein! Ich bin nicht dein Eigentum!! Warum denkst du, haben wir das getan, hm? Aus Liebe? Das glaubst du doch wohl selbst nicht! Du brauchtest es, um die Gedanken an deine Vergangenheit zu vertreiben und ich … glaubst du wirklich, dass Heroin das einzige is, wonach ich süchtig bin? Schon mal was von Sexsucht gehört?!“ Und  nun fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Deshalb war er so wütend, als ich sagte, ich würde gehen. Das letzte, was ich von ihm hörte, war ein verächtliches Lachen und seine hallenden Schritte, die immer und immer leiser wurden, desto weiter er ging.

Und wieder brach ich zusammen. Noch dazu leidete ich unter dem Entzug. Gerade wollte ich wenigstens diesem Leid ein Ende setzen, als mein Handy klingelte.

Verwundert stellte ich fest, dass mich ein alter Schulfreund anklingelte. Ich hatte schon seit mehr als einem Jahr nichts mehr von ihm gehört, was mich wunderte, weil er machte brillante Musik und war durch seine Gigs mehr oder weniger bekannt. Zumindest war ich immer davon ausgegangen, aber wahrscheinlich war er nur in Morganville bekannt.

Mein Handy bimmelte immer noch fröhlich vor sich her. Der Junge war echt hartnäckig, aber das war auch gut, da ich eigentlich rangehen wollte. „Hi Michael. Von dir hat man ja lange nichts mehr gehört.“ Wir redeten noch ein Weilchen und er nannte mir den Grund für seinen Anruf. Er suchte einen neuen Mitbewohner, weil seine Eltern ausgezogen waren und er sich einsam im Haus fühlte und die Miete nicht allein zahlen konnte. Das lief doch bestens! So konnte ich den Plan in die Tat umsetzen. Ich sagte ihm zu und versprach ihm auch so bald wie möglich zu kommen. Doch dann nannte er mir die Regeln. War eigentlich alles kein Problem, außer der für ihn wichtigsten: Kein Kiffen, kein Saufen, keine Drogen! Wie sollte ich das denn auf die Reihe kriegen?! Ich beschloss einen kalten Entzug zu machen. Ganz für mich allein. Ich hatte keine Ahnung wie ich das schaffen wollte, aber ich tat es für meine Schwester und für meine Mutter!

*Flashback Ende*



Mein Blick hing an meinem Unterwäschefach in meinem Schrank. Ich wusste noch genau wie schwer dieser Entzug für mich war. Ich dachte damals ich müsse sterben. Aber es hatte sich gelohnt. Denn sobald ich es geschafft hatte von meinen Drogen wegzukommen, zog ich bei Michael ein und fühlte mich seit einer Ewigkeit wieder etwas besser. Michael brachte wieder Farben und Freude in mein Leben und ich konnte endlich mal wieder glücklich sein in meinem Leben und das ganz ohne seine Drogen. Jetzt, im Nachhinein, war mir klar, dass Chris recht gehabt hatte. Ich hatte ihn nicht geliebt. Ich war lediglich süchtig danach gewesen, frei von meinem Schmerz zu sein.

Heute wusste ich, was es wirklich hieß, verliebt zu sein. Denn ich hatte mich in Michael verliebt, dessen war ich mir sicher.

Er war die zweite Liebe, die mir mein scheinbarer Vater genommen hatte. Er und seine blöde Gang hatten ihm das letzte Fünkchen leben ausgehaucht, nur weil Michael ein Geist war!

Und nun war ich wieder einsam! Hoffnungsvoll fand meine Hand den Weg in Richtung Unterwäschefach und wuselte  darin herum. Normalerweise müssten darin noch die ein oder anderen Spritzen und Herointütchen liegen …

Doch ich fand nichts! Kurz wurde ich panisch, doch dann fiel mir wieder ein, dass Michael sie mir weggenommen hatte. Damals, als er herausgefunden hatte, dass ich Drogen genommen HATTE, war er völlig ausgerastet, schmiss alle Spritzen, die ich mir damals eingepackt hatte aus dem Fenster und das Pulver spülte er das Klo runter. Natürlich hatte ich in der Zeit, in der ich hier gewohnt hatte, nichts mehr genommen, aber ich wusste auch nich wohin mit dem Zeug, weil ich vergessen hatte, es bei meinem Alten zu lassen. Das alles erklärte ich ihm natürlich, genauso wie den traurigen Rest meiner Vergangenheit. Er hatte mir verziehen unter der Bedingung, dass ich nie wieder Drogen nehmen würde. Es hatte so unglaublich gut getan, sich jemandem anzuvertrauen, der es ernst meinte. Ich fühlte mich so wohl und umsorgt von ihm. Michael hatte mir das was ich brauchte innerhalb von ein paar Wochen gegeben, was mein Vater bis jetzt immer noch nicht geschafft hatte zu geben. Deshalb hatte ich mich wohl auch ihn verliebt. Weil er der großartigste, liebevollste und einfach beste Mensch ist, den es gibt – oder gab.

Desto länger ich an ihn dachte, desto größer wurde der Wunsch ihm zu folgen. Ich spürte einen kalten Luftzug neben mir, aber ich dachte mir nichts dabei. Ich nahm meine Schere in die Hand, die neben mir auf dem Boden gelegen hatte und hielt sie mir ans Handgelenk. Wenn ich nur oft und tiefgenug ansetze, würde es vielleicht bald meinem Leben ein Ende setzen.

Doch bevor ich an meiner Haut ansetzen konnte, wurde mir die Schere aus der Hand gerissen. Verblüfft schaute ich auf den „Verbrecher“, der mir einen Strich durch die Rechnung machen wollte und japste erschrocken nach Luft. Neben mir saß Michael und sah mich streng, aber warmherzig an. „Hör auf mit dem Mist! Ich habs dir doch versprochen, gemeinsam stehen wir alles durch!“ Er zog mich in seine Arme und erst jetzt realisierte ich das geschehene wirklich. „M-Michael?“ war das einzige, was ich raus brachte.  Er legte mir einen seiner wundervollen Musiker-Finger auf die Lippen, damit ich schwieg und sah mir tief in die Augen.  

„Ich liebe dich, Shane!“ Damit überhaupt nicht rechnend riss ich die Augen auf und er legte seine warmen Lippen sanft und vorsichtig auf die meinen. Es war sanfter, schüchterne und viel schöner als mit Chris. Ich ließ mich für eine gefühlte Ewigkeit in diesen Kuss fallen, bis ich mich schließlich von ihm löste. Sein Blick war überrascht und er wartete ab, ob ich was sagen würde. Und das tat ich auch:

„Ich liebe dich auch!“

~*~
endlich fertig. hab jetzt geschlagene 5 std und 30 min (mit unterbrechungen) gebraucht und meinen Wörter-Rekord gebrochen. Knappe 3.500 Worte *Stolz auf mich sei*
Sorry, dass ich den Lemon nur angeschnitten habe, aber ich habe lange drüber nachgegrübelt, ob er reinpasst oder nich. also dachte ich mir, ich  umschreib es nur grob.
Ich hoffe, ihr seid deswegen nicht böse.
Danke fürs Lesen, ich hoffe, es hat euch gefallen.
gglg eure sweetsilver ^_||

PS.: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten ;P
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