Der Kuss Stand

GeschichteRomanze / P12 Slash
Drake Parker Josh Nichols
10.10.2009
29.12.2009
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Es handelt sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Und ich habe mich auch brav erkundigt ob ich mich dieser FF annehmen darf.

Diese Story ist nach dem Christmas Movie angesetzt.
Ich finde ja das Josh die längeren Haare wirklich gut stehen ^_^

+++++++

Josh konnte die donnernden Schritte schon hören, bevor Drake durch die Tür ins Zimmer platzte.
"Hey! Josh! Hey, Josh, schau dir das an!"
Josh nahm seine Aufmerksamkeit von seinem Gesichtaufsatz.
"Was ist los, Drake?"
"Das hier!", sagte dieser und schob einen knall-pinken Flyer in die Richtung seines Bruders, worauf dieser sich erhob und ihn in seine Hand nahm.
Fette, schwarze Schrift gab Phrasen wieder wie "Erstes jährliches Event" und "Essen, Spaß und Spiele!"
Das Datum war der 14. Februar, und es handelte sich um ein ganztägiges Spektakel in ihrer Schule.
"Okay...was ist damit?"
"Der Valentinstags-Jahrmarkt! Es gibt eine Spendensammlung für die Schule. Sie verteilen diese Flyer überall, um die Leute darauf aufmerksam zu machen.
"Cool, willst du dort auftreten? Brauchst du mich, damit ich mit dem Direktor spreche?"
"Na, ich habe schon mit ihm gesprochen. Ich habe schon gemanagt, dass wir am Abend zur Tanzveranstaltung spielen werden. Siehst du?" Drake stellte sich auf seine Zehenspitzen, um über den Fyler schauen und auf den Hinweis zum Tanzabend deuten zu können.
"Das ist nur ein Fyler für die Leute, die daran interessiert wären mit zu helfen."
"So?"
Drake schenkte Josh daraufhin einen Blick der sagte, dass er sich grade wirklich fragte, wer von ihnen beiden hier eigentlich der Pfiffigere sei.
"So... Ich dachte, dass wir mithelfen könnten. Schau mal, da gibt es auch einen Stand, wo geküsst wird!" Ein aufgeregtes Lächeln legte sich auf Drakes Lippen, so als hätte er gerade gehört, dass -Zero Gravity- wieder in der Stadt waren.
Josh ließ seine Arme sinken. "Drake!", meinte er daraufhin verärgert.
"Was? Ach komm schon Josh! Dieser Stand bringt bestimmt Spaß!"
"Für dich vielleicht, du ..., du Serienküsser!" Damit wendete sich Josh wieder ab und seinem Schreibtisch zu, wo er den Flyer auf die Tischplatte knallte, um sich schließlich wieder seinem Aufsatz zu widmen.
"Josh ...", hörte er Drake sagen, der nun zu ihm herüber kam, um den Flyer wieder aufzunehmen und seinem Bruder den Rücken zu tätscheln. "Hast du überhaupt eine Vorstellung wie viel Geld wir für die Schule einnehmen könnten, wenn wir dort mitmachen würden? Wir würden die Bank sprengen! Außerdem ... Shelly Winters wird auch mit dabei sein ... Ich wollte schon immer mal Shelly Winter küssen.", schloss er sehnsüchtig.
Josh drehte sich nun wieder seinem knutschbesessenen Bruder zu.
"Drake, du kannst nicht die anderen Mithelfer dieses Standes küssen. Kannst du dich noch daran erinnern, was vor einem Monat auf dieser Tribüne passiert ist, als du dich als Santa ausgegeben hast? Du hast ein hübsches Mädchen geküsst und dann auch all die anderen, jawohl, sogar die nicht so Hübschen wollten dich unbedingt küssen. Wenn Leute dafür bezahlen, dann musst du sie küssen, egal wie sie auch aussehen mögen."
Für einen Moment fand sich der Ausdruck eines schmollenden Hundewelpen auf Drakes Gesicht wieder, bevor er wieder zu seinem aufgeweckten Selbst zurückfand.
"Du kannst all die Hässlichen küssen und ich die ganzen Hübschen."
Für einen Augenblick konnte Josh seinen Bruder nur verblüfft anstarren. "Als Mensch enttäuschst du mich wirklich", gab er schließlich zurück und wendete sich erneut seinem Aufsatz zu.
"Oh, nun komm schon Josh! Ich werd dich auch hübsche Mädels küssen lassen. Ich verspreche es!"
"Warum müssen wir beide denn da mitmachen? Haben die nicht so was wie Ringwerfen, wo ich helfen kann?"
"Weil wir Brüder sind. Und weil wir alles gemeinsam machen."
/Nicht alles/ kam es Josh ein. "Ich wusste gar nicht, dass das auch das Küssen mit einschließt, Drake."
Josh konnte förmlich spüren wie sein Bruder mit den Augen rollte.
"Bitte, Joshie? Tus für mich?" Bei dem Name -Joshie-  durchzog Joshs Herz ein seltsamer Schmerz und er lenkte seinen Blick wieder zu Drake.
"Ich zeig dir auch mein Bäuchlein...", bot dieser an, hob sein Shirt und fuhr sich über seinen Bauch, was Josh nur dazu brachte, eine Augenbraue zu heben.
"Was stimmt mit dir nicht? Dieses Angebot hat noch nie funktioniert, warum also sollte es das jetzt tun?"
Mit einem Achselzucken ließ Drake sein Shirt wieder fallen.
"Keine Ahnung, aber es kann ja nicht schaden, es zu versuchen."
"Du bist wirklich ein merkwürdiger kleiner Mann."
"Ich bin nicht klein."
"Vergleich gefällig?"
"Ha ha. Aber würdest du dir nen Ruck geben und deinem Bruder helfen?"
Josh verdrehte die Augen, er wusste, er würde bereuen, was er jetzt sagen würde. "Na von mir aus. Aber nun verschwinde, ich muss diesen Aufsatz bis morgen fertig haben."
"Toll! Das wird großartig, du wirst sehn!" Und als der Wirbelwind, der er war, machte sich Drake daran, das Zimmer mit genau dem zu verlassen, was er gewollt hatte.
Ein Seufzen entwich Josh und er fragte sich, ob sich daran wohl jemals etwas ändern würde.


Es war ein prächtiger und sonniger Tag, nicht sehr ungewöhnlich für Süd-Kalifornien, selbst wenn es Mitte Februar war. Überall auf dem Schulgelände hatte man Stände aufgebaut, verziert in Pink, Rot und Weiß. Alles war mit Herzen und funkelndem Glitzerkram behängt, wohin man auch schaute. Es war wie ein Pepto Bismol Albtraum, dachte sich Josh, und eigentlich hatte er kein Problem mit dem Valentinstag, ungeachtet dessen, dass er ihn nie mit jemand besonderem verbracht hatte.  Nicht einmal mit Mindy. Das fiel ihm jetzt erst ein. Sie hatten es nie geschafft, während eines Februars zusammen zu sein. Aber eigentlich war er auch zufrieden damit, zu Hause zu bleiben und seine Fudgie Boos zu machen und sie mit seinem Vater zu teilen. Oder im Premiere zu arbeiten, den glücklichen Pärchen zuzusehen, die Popcorn, Süßigkeiten und ihre Soda miteinander teilten, um schließlich in der dunklen Abgeschlossenheit des Kinosaales zu verschwinden, um zu knutschen, da die 20 Dollar, die sie pro Person ausgegeben hatten, letztendlich doch nicht dafür gedacht waren, den Film zu sehen.

Und nun stand er in dieser Kussbude; eine rote, hölzerne Konstruktion der Qual. Er war von allen Seiten von jemand umgeben, Drake zu seiner Linken und zwei Mädchen, Shelly Winters und Janet Hill, zu seiner Rechten.
Es war noch recht früh, der Jahrmarkt würde erst in ein paar Minuten eröffnen, und trotzdem war Josh nervös. Bis jetzt hatte er nur Mindy geküsst und Drake, wenn er den durch Oprah hervorgebrachten Wahnsinn dazuzählte. Er mochte den Gedanken, unzählige Mädchen zu küssen nicht, selbst wenn es eine Spendenaktion für die Schule war. Wer wusste schon, wo diese Mädchenlippen überall gewesen waren? Was, wenn sie keinen Wert auf eine ordentliche Mundhygiene legten? Oder womöglich hatten sie Zwiebeln gegessen. Oder sie hatten irgendeine Art von Herpes, welcher wahrscheinlich davon herrührte, die falsche Person geküsst zu haben.
Was, wenn er einfach nur schlecht im Küssen war?
Drake wippte derweilen, wie ein aufgeregtes Hündchen auf seinen Fußballen hin und her. Das würde eine leichte Sache für Drake werden, dachte sich Josh. Dieser Junge hatte schon mehr Mädchen geküsst als in ihrer Schule überhaupt anzutreffen waren. Er war in seinem Element und Josh so weit davon entfernt, dass er sich am liebsten übergeben hätte.
"Hey, geht es dir gut?", hörte er es von seiner Rechten.
Mit weit geöffneten Augen wendete sich Josh der hübschen, blonden Shelly Winters zu, welche einfach nur perfekt in ihrem kleinen, roten Sweater und ihrem dazu passenden Rock mit Schottenmuster, plus den weißen Socken, die bis knapp an ihre rosé farbenen Knie reichten, erschien. Ihr Haar war perfekt und glatt, ihre Wangen rosig und ihre schimmernden Lippen waren zu einem besorgten Lächeln verzogen.
"Er... nein. Nein nicht wirklich.", ließ Josh wissen.
Shelly legte ihre Hand auf seinen Unterarm und lächelte ihn an.
"Du brauchst nicht aufgeregt zu sein. Du wirst das schon schaffen. Es ist ja nicht so, dass wir die Leute mit Zunge küssen müssten. Nur ein leichter Kuss auf den Mund.", sagte sie beruhigend.
Und schon fühlte sich Josh ein wenig besser. Shelly war nett.
"Danke."
"Sollten wir das Ganze vielleicht vorher einmal üben?", vernahm er daraufhin Drakes Stimme hinter sich  und stöhnte innerlich auf.
Shelly neigte ihren Kopf, schaute an Josh vorbei zu Drake, und Josh musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass Drake ihr sein - ich weiß, dass du es willst-Lächeln präsentierte, gepaart mit dieser hochgezogenen Augenbraue, was ihn ein wenig gefährlich erscheinen ließ.
Genau die richtige Masche für Mädchen wie Shelly, so dachte Josh.  Es war diese –gefährliche - Aura die Drake irgendwie umgab, welche er aber nicht wirklich beherrschte, und von der Josh nicht die leiseste Ahnung hatte, wie man sie selbst aufbauen konnte.
"Warum nicht.", meinte Shelly folglich mit einem Schulterzucken und zu Joshs großem Erstaunen drehte sie sich zu ihm, platzierte ihre Hände an seinen Wangen, stellte sich auf ihre Zehenspitzen und presste ihre weichen Lippen gegen seine.
Er hörte wie Drake hinter ihm die Luft einzog, und augenblicklich fühlte er sich schuldig. Aber Shelly lehnte sich noch etwas weiter in den Kuss und bewegte ihre Lippen gegen seine und er merkte wie seine Hände automatisch zu ihrer Hüfte fanden und er seine Augen schloss.
Ihre Zunge streifte kurz seine Unterlippe und er neigte seinen Kopf, um daraufhin seinen Mund zu öffnen. Er zog sie ein wenig näher zu sich und stippte mit seiner Zunge in ihren Mund. Sie schmeckte süß, irgendwie fruchtig, und ihre Haut roch so gut.
Eine Art zischendes Geräusch verfing sich in Drake Kehle, aber Shelly dachte nicht daran aufzuhören und Josh fand es etwas schwierig diese Tatsache zu ignorieren.
"Hey - Kumpel!", platzte es schließlich aus Drake heraus.
Josh entfernte sich von Shellys ziemlich talentiertem Mund und ein leichtes Gefühl der Benommenheit blieb in ihm zurück. Drake packte ihn sofort am Arm und drehte ihn zu sich.
"Josh! Was glaubst du eigentlich, was du da machst?" Man konnte deutlich die Verdrossenheit in Drakes Stimme erkennen.
Josh wischte sich den leicht klebrigen Lipgloss mit dem Handrücken von seinen Lippen.
Widerlich.
"Ich wurde von Shelly Winters geküsst."
"Alter! Ich wollte Shelly Winters küssen. Du hast es gewusst! Ich hatte es dir doch gesagt!"
Josh blinzelte seinen Bruder an.
"Es tut mir leid Drake. Ich hatte nicht erwartet, dass sie mich küssen würde. Du kannst sie doch jetzt küssen, wenn du willst.", meinte er darauf noch immer etwas duselig und trat zur Seite, um Drake den Weg zu Shelly frei zu geben, welche gerade aufgeregt mit Janet herumflüsterte.
"Auf keinen Fall! Ich will nicht der Zweite nach dir sein!"
Okay... das war jetzt fies.
"Oh endschuldige bitte, wenn ich sie für dich jetzt verdorben haben sollte.", gab Josh zurück und spürte das Gefühl von Schuld unter dem Wahnsinn seines Bruder verschwinden.
"Das hast du ganz richtig erkannt!"
"Drake, das ist grade zu lächerlich.", erwiderte Josh. "Du hast schon dutzende von Mädchen innerhalb einer Woche geküsst. Und es ist ja nicht so, dass du für sie der Einzige warst, den sie geküsst haben. Also warum um alles in der Welt sollte mein Kuss mit Shelly sie verdorben haben?"
"Weil es nun einmal so ist!", beharrte Drake und verschränkte dabei die Arme vor seiner Brust.
"Ist bei euch hier alles soweit in Ordnung?", hörten sie es fragen und fanden daraufhin einen der Jahrmarkts Koordinatoren vor.
"Natürlich Mrs. Peabody.", gab Shelly mit einem strahlenden Lächeln zurück, um daraufhin zu Janet zu schauen, worauf beide leicht anfingen zu kichern.
"Jungs?" Mrs. Peabody schaute nun zu Drake und Josh, welche finster dreinblickten und demonstrativ ihre Arme vor der Brust verschränkt hielten.
"...selbstverständlich.", meinte Drake schließlich, während er sich von Josh abwendete.
"Na gut, dann möchte ich aber auch ein Lächeln auf euren Gesichtern sehen, Jungs! Es ist Valentinstag und niemand will ein knurriges Gesicht küssen wollen."
Mit einem breiten Grinsen schlenderte Mrs. Peabody wieder davon, um bei der Eröffnung des Jahrmarktes behilflich zu sein.
Josh wendete sich wieder an seinen Bruder.
"Drake hör zu: es tut mir leid. Ich habe es doch nicht darauf angelegt. Es ist halt irgendwie passiert."
"Ja, was auch immer."
"Drake..."
"Lächeln Joshie!", gab Drake mit falscher Begeisterung und leichter Gehässigkeit zu verstehen. "Hier kommen unsere ersten Kunden."
Und wie als wäre Drake in eine zweite Haut geschlüpft, fand er im selben Augenblick zu seinem Charme zurück.
Aufreizend lehnte er sich nach vorn, als ein hübsches Mädchen genau auf ihn zukam. Sie gab ihm einen Dollar und erhielt dafür einen einminütigen Spezialkuss al a Drake.
Das würde definitiv noch ein langer Tag werden.



Es war Mittag und Josh fing langsam an zu schwitzen. Er hatte die letzten drei Stunden damit zugebracht, Drake dabei zu beobachten, wie er dutzende hübsche Mädchen küsste und einige davon ziemlich innig. Ältere Damen und etwas dümmliche Mädchen bekamen nur einen flüchtigen Kuss, so als würde es Drake auf irgendeine Art und Weise Schmerzen bereiten. Josh hatte seinen eigenen Teil hübscher Mädchen, alter Damen und einfältiger Mädels, aber er gab keiner mehr als ein kurzes Küsschen mit geschlossenem Mund.
Er hatte den Eindruck das Drake versuchte, beweisen zu wollen, dass er der beste Küsser oder so etwas in der Art wäre, indem er mit so vielen Mädchen knutsche wie es ihm möglich war und das genau vor seinem Bruder. Oder, weil er Shelly deutlich machen wollte, dass sie eine schlechte Wahl getroffen hatte, wenn sie verfolgen konnte wie einige Mädchen zum wiederholten Male zu Drake zurück kamen, und jedes Mal ein wenig benommen wieder gingen.
Josh hatte noch nie wirklich die Hintergrundgedanken seines Bruders verstanden, egal was dieser tat, und so versuchte er auch nicht weiter darüber nachzudenken. Er vertrieb sich die Zeit in der nichts los war, indem er mit Shelly und Janet redete, während Drake, wie ein getretener Hund, in einer Ecke schmollte. Es wäre fast schon niedlich, wenn es nicht so jämmerlich anmuten würde.
Josh konnte seinen Bruder einfach nicht verstehen.
Irgendwann kam Jessica Spencer zu ihrem Stand, stellte sich zwischen die Plätze von Drake und Josh und schaute etwas verblüfft drein.
"Warum schmollt Drake?", fragte sie schließlich.
Janet rollte mit ihren Augen. "Shelly hat Josh geküsst."
Jessica neigte ihren nickenden Kopf.
"Und auf wen ist Drake nun eifersüchtig, auf Josh oder auf Shelly?"
Janet und Shelly lachten laut auf, und Drakes Schmollerei wurde noch deutlicher, indem er seine Brauen zusammenzog.
Josh blinzelte erst etwas verwirrt, da ihm nicht ganz klar war, was genau Jessica damit meinte, ...und dann kam er drauf.
Halt - Was?
Jessica Spencer fing an zu lächeln, trat etwas näher an Josh heran und legte ihren Dollar vor ihm auf den Tisch.
"Ich hätte gern einen Kuss, bitte.", meinte sie, und Josh schaute sie an als wäre sie geistesgestört, bevor er sich zu ihr nach vorn beugte, um sie schließlich zu küssen. Es sollte ein kurzer Kuss auf die Lippen werden, wie als ein Statement gedacht, aber Jessica hatte da andere Pläne und zog seinen Kopf kurzerhand wieder zu sich und bewegte ihren Mund gegen seinen, bevor sie schließlich -Goodbye- sagte und noch mal kurz mit ihrer Zunge über ihre Lippen fuhr.
Josh zuckte zurück und blinzelte verdutzt, als sie wieder von seinen Wangen abließ.
"Bye Josh.", hatte sie gesagt und der Ton wie sie seinen Namen ausgesprochen hatte, war deutlich mit Signalen verflochten, die man so nur als –besorgniserregend- bezeichnen konnte.
Er erschauderte ein wenig bei diesem Gedanken.
Drake hatte irgendetwas vor sich hingemurmelt und rückte daraufhin seine Arme zurecht, die er noch immer vor sich verschränkt hielt
"Was soll das den bedeuten Drake?", erkundigte sich Josh.
"Nichts, du Kussdieb."
Josh konnte nur mit seinen Augen rollen. Sein Bruder war ja so ein Baby.
Sie wendeten sich wieder voneinander ab, da es für die ersten Beiden an der Zeit war, sich ihr Mittagessen holen zu können; Drake und Janet blieben bei ihrem Stand, und Josh saß an einem der Picknicktische, Shelly gegenüber, und starrte seinen Corndog mit ziemlichem Desinteresse an.
"Hat der Corndog dich beleidigt, Josh?", hörte er Shelly fragen, um ihr daraufhin über den Tisch hinweg, in ihre braunen Augen zu blicken.
"Bitte...?"
"Du schaust den Corndog an, als hätte der dich persönlich angegriffen."
Josh entrann ein Seufzen, worauf er den Corndog wieder in seine Verpackung legte.
"Endschuldige, aber mir geht da was nicht aus dem Kopf."
"Hat es mit Drake zu tun?"
Josh neigte etwas seinen Kopf, als er Shelly dabei zusah, wie sie grade ein Stück von ihrem Würstchen abbiss.
"Du bist gar nicht so dumm."
Das blonde Mädchen schaute etwas verdutzt. "Meine Güte Josh, du weißt wirklich wie du einer Dame Herzklopfen bereiten kannst."
Daraufhin zog Josh etwas seinen Kopf ein. "Tut mir leid. So habe ich das nicht gemeint. Ich wollte nur sagen, dass ..."
"Du wolltest sagen, dass ich sogar etwas Verstand besitze, im Gegensatz zu den Mädchen die Drake sonst so mag?"
"Uh ..., genau."
Ein Lächeln umspielte Shellys Lippen, als sie sich nach vorn lehnte. "Ich bin vielleicht nicht Mindy Crenshaw, aber ich hab mehr drauf als diese durchschnittlichen Dummchen, die nur auf ihre Beine und Lippen reduziert werden, auch wenn ich nicht so aussehe."
Josh lächelte nun ebenfalls, während er ihr wieder in die braunen Augen blickte. Sie strahlten Humor aus, etwas das er von Drake her kannte, nur dass sie nicht diese kleinen Fältchen mit ihrer Nase zog und keine Sommersprossen auf ihren Wangen hatte.
Kurz räusperte er sich, bevor er Shelly fragte, "Kann ich ein Würstchen haben?"
Sie schob ihr Tablett zu ihm hin. "Klar doch. Aber ich würde auch gern mal etwas von dir wissen."
"Nur raus damit.", erwiderte Josh und dippte das Würstchen in etwas Ketchup.
"Was ist das da zwischen Dir und Drake? Ich meine, ihr beiden steht euch wirklich nahe, richtig?"
"Ja, so könnte man es nennen.", meinte er achselzuckend.
"Also war er so eingeschnappt, weil ich dich geküsst habe anstatt ihm oder weil er eifersüchtig war?"
"Wie meinst du das?"
"Na ja, das, was Jessica sagte, hat mich nachdenklich gemacht. Für zwei Jungs, bei denen es so aussieht als wären sie das komplette Gegenteil voneinander, könnte man fast meinen das ihr ..."
"Wie bitte?"
"Das ihr irgendwie mehr wärt."
"Huh?", gab Josh etwas begriffsstutzig von sich, da diese Information bis dahin nur zu seinem Ohr vorgedrungen war.
Shelly legte ihre Hände aufeinander. "Hör mir einfach mal für ne Sekunde zu. Ich bin nicht blind Josh. Ich habe dich geküsst, weil du umwerfend und hinreißend bist und ein Teil deiner Anziehung liegt darin, dass du dir dessen gar nicht bewusst bist. Drake hingegen weiß, dass er Anziehungskraft besitzt und er kann sie zu seinem Vorteil nutzen. Ich hätte ihn küssen können, aber was wäre ich dann? Nur eine weitere Kerbe an Drake Parkers Gürtel. Klar, er ist heiß, aber nicht so heiß."
Josh hingegen war nun erst einmal damit beschäftigt, herauszufinden, ob er nun rot werden sollte auf Grund des Komplimentes, oder ob er doch eher die Ehre seines Bruders verteidigen sollte.
"Und bevor du jetzt versuchen wirst, die Ehre deines Bruders zu verteidigen, möchte ich nur noch wissen, ob du je realisiert hast, wie der Umgang zwischen euch beiden so rüberkommt? Dafür, dass ihr so grundverschieden seid, hinterlasst ihr beiden einen recht innigen Eindruck. Und ich bin nicht die Einzige, die das schon bemerkt hat."
"Shelly, ich bin mir nicht ganz sicher, was du mir hier sagen willst.", gab Josh geduldig aber doch ehrlich verwirrt zurück.
Shelly ließ sich wieder nach hinten fallen, neigte ihren Kopf etwas zur Seite und machte den Eindruck als würde sie versuchen, ein besonders anspruchvolles Puzzle bewältigen zu wollen.
"Gerüchte sagen, dass ihr euch ein Zimmer teilt."
"Das stimmt auch. Und?"
"Ich weiß, wo du wohnst Josh. Und ich weiß, dass es durchaus möglich wäre, dass ihr beide in diesem Haus jeweils ein eigenes Zimmer haben könntet."
"Gut, wir haben noch ein Gästezimmer, aber mein Dad hat dort seine Eisenbahnplatte drin aufgebaut und ..."
"Shelly musste lachen: "Eine Eisenbahnplatte? Ehrlich? Oh mein Gott."
"Hey!", empörte sich Josh um seinen Vater zu verteidigen.
"Okay, Okay. Ist ja auch egal. Was ich eigentlich meine ist ..., tut ihr beide nicht manchmal ..., ich weiß nicht ...
Ist es nicht unangenehm, ein Zimmer mit seinem Bruder teilen zu müssen?"
Josh zuckte bei dieser Frage nur mit den Schultern, fühlte sich aber noch verwirrter als zuvor.
"Eigentlich nicht. Es war ja schließlich immer so, seit ich vor vier Jahren dort eingezogen bin."
"Aber habt ihr Jungs nicht ab und zu ..., verstehst du,  mal ein Mädchen mit auf dem Zimmer? Oder ..."
"Mädchen? Uh ..., nein nicht wirklich ..."
Diese Tatsache ließ Shelly fragend eine ihrer Augenbrauen heben. "Nicht einmal Drake? Wow ... das ist schon eine Überraschung."
Josh nahm wieder seinen Corndog auf. "Na ja, nachdem Drake vor ein paar Monaten aus versehen mit meiner E-Mail Freundin Yuuka verheiratet wurde, haben es unsere Eltern strikt verboten, Mädchen mit im Zimmer zu haben. Also verbringen wir unsere Zeit mit ihnen meist im Wohnzimmer des Hauses."
Nun verschränkte Shelly noch ihre Arme. "Uh-huh."
"Was ist?"
"Ach nichts, nur ... okay wie wäre es damit ..., habt ihr beiden nie das Gefühl auf bestimmte Dinge besonders gut aufpassen zu müssen?"
"Was?"
"Nichts, nichts."
"Shelly, ich hab wirklich keine Ahnung, was du versuchst, mir hier zu erklären.”, erläuterte Josh und nahm einen Bissen von seinem Corndog.
Nun war es an Shelley leicht ungehalten zu werden. "Jungs auf so engem Raum ... Okay, dann eben auf die schonungslose Tour.
Habt ihr zwei nicht ab und zu das Verlangen, euch einen runter zu holen?"
Josh war noch nie so sauer auf einen Corndog gewesen, als wie in diesem Moment. Er hatte einen kurzen, erschreckten Atemzug genommen, sodass er sich doch glatt an einen Stück von diesem verschluckte und nun hatte er alle Hände voll zu tun, nicht daran zu ersticken.
"Whoa, immer mit der Ruhe Tiger.", hörte er Shelly sagen, welche aufgestanden war, um zu ihm herum zu kommen, um ihm auf den Rücken klopfen zu können.
Es schmerzte, aber er brachte es dennoch fertig, das fehlgeleitete Stückchen herunter zu schlucken und dann mit etwas Soda nachzuspülen. Er schluckte noch ein paar Mal und sein Hals war wieder frei.
"Endschuldige, aber was hattest du gerade gesagt?", erkundigte er sich, auch wenn er ganz genau wusste, was sie ihn gefragt hatte.
Shelly war so großzügig zu erröten und nahm ihren Platz ihm gegenüber wieder ein.
"Das ist ganz natürlich Josh. Jeder tut es."
Eigentlich lag ein -ich tue so etwas nicht- auf Joshs Zunge als ihm deutlich wurde, was er hier grade versuchte zu erklären, und so schloss er seinen Mund prompt wieder.
Es wäre eh eine Lüge gewesen.
"Ist das so?", brachte er nach einigen Augenblicken hervor.
"Also ... was, jetzt erzähl mir nicht, dass ihr es nicht macht.", gab sie zurück.
Josh fühlte sich ungemein verschwitzt und unwohl. "Na ja ..., wir tun es auch. Ich meine, ich tue es, aber nie wenn Drake in der Nähe ist ..."
"Und er hat dich noch nie durch so etwas aufgeweckt?"
Gott, sie war wirklich aufdringlich und nachbohrend.
"Um ..., ich habe einen sehr tiefen Schlaf.", murmelte er und wünschte, er könnte das Thema wechseln.
Der Gedanke wie Drake sich eine runter holte, wie es Shelly so nett formuliert hatte, brachte Bilder in seinen Kopf, über welche er nicht zu sehr nachdenken wollte.
"Hm." Ein Stirnrunzeln war bei Shelly zu sehen, doch  schon im nächsten Moment war es wieder verschwunden und sie setzte an, weiter ihre Würstchen zu essen.
"Hm? Das ist alles?" Josh fühlte sich auf irgendeine Art und Weise außen vorgelassen.
Dann sah ihn Shelly wieder an.
"Was? Was willst du denn, das ich dazu sage?"
"Ich weiß es nicht! Es machte nur den Anschein als würdest du versuchen, mir etwas mitteilen zu wollen."
"Das stimmt auch." Sie zuckte erneut mit ihren Schultern und genehmigte sich einen Schluck von Joshs Mountain Fizz Soda.
"Ich dachte mir nur ..., du weißt schon, ihr beide steht euch so nahe, ihr teilt euch ein Zimmer und ihr seid geile Teenager ..."
"Und...?"
Shelly rollte mit den Augen, stand wieder auf und griff sich das übergebliebene Essen und die Servietten.
"Josh, wenn du noch immer nicht mitbekommen hast, was ich versuche, dir zu erklären, dann ist es wahrscheinlich das Beste, wenn ich es dir auch nicht sage." Und damit verließ sie den Tisch, um ihren Müll zu entsorgen.
"Ich geh zurück zum Stand. Kommst Du?"
Josh schaute nach unten und beäugte sich seinen halbaufgegessenen Corndog.
"Uh ... in einer Minute."
"Okay, wir sehn uns dort." Er schaute Shelly nach, wie sie davon zog, ihr niedliches, rotes Outfit vermischte sich mit der Umgebung, und ihr blondes Haar leuchtete im Licht der Sonne.
Josh saß da, seinen Corndog völlig vergessen, und versucht krampfhaft herauszufinden, um was es sich in ihrem Gespräche nun eigentlich gedreht haben sollte. Shelly hatte versucht ihm etwas über sich und Drake zu erklären. Darüber wie nahe sie sich standen. Was sie auch taten. Näher als Josh je geglaubt hätte, dass es möglich sein würde. Für eine lange Zeit, selbst als Drake ihre plötzliche Bruderschaft gelernt hatte, zu akzeptieren, hatte Josh immer noch die Befürchtung, dass Drake nie mehr in ihm sehen würde als einen Dummkopf, und dass sie deshalb niemals wirklich Brüder werden könnten, was auch immer man darunter verstehen sollte.
Er wusste es wirklich nicht, jetzt, wo er darüber nachdachte, und in Anbetracht der Tatsache, dass er ja eigentlich ein Einzelkind war.
Wenn er so über andere brüderliche Beziehung nachdachte, die er schon verfolgen konnte, musste er zu geben, dass das Zusammenleben mit Drake eher dem Zusammenleben mit einem besten Freund gleich zu setzten war. Sie verband nicht dieses typische brüderliche, wie es Geschwister, die miteinander aufgewachsen waren, tat, aber Josh sah auch nicht das typisch geschwisterliche zwischen Drake und Megan, so konnte er auch nicht sichergehen wie genau man es sich nun vorzustellen hatte.
Drake war einfach dieser Typ; dieser wirklich coole Typ, den Josh immer bewundert hatte und welchen er immer gern zum lachen bringen wollte. Und auch, wenn es seine Zeit gedauert hat, so konnte er sagen, dass er es doch irgendwie geschafft hatte, etwas zwischen ihnen aufzubauen, auch wenn Drake immer noch so tat als wäre Josh der größte Idiot, den es gab.
Josh nahm an, dass er damit auch recht hatte, aber so war nun mal seine Natur. Drake war der Rockstar, derjenige, dem alle zu Füßen lagen, und wo jeder nur zu gern wie er sein wollte, und Josh war sein dümmliches Anhängsel, der einzige, der diesem Rockstar wirklich nahe stand; der Einzige, der wusste wie Drake war, wenn er sich nicht im Rampenlicht befand.
Drake war und würde es auch immer bleiben, wie ein kleiner Hund.
Josh verwendete diese Metapher recht oft, denn sie stimmte auch. Drake besaß fast kein Aufmerksamkeitsgefühl und tat immer genau das, was er wollte, nahm Zurechtweisungen darüber zur Kenntnis, nur um schon zwei Minuten später etwas zu tun, was vermeintlich genau das war, worüber er zurechtgewiesen wurde.
Er war die Art von Mensch, die es mochte, stets glücklich zu sein, die es mochte immer geliebt zu werden, und so zog es ihn zu jeder Person, die bereit war, ihm die größte Aufmerksamkeit zu widmen.
Josh war eher wie ein alter, erfahrener Hund, ausgenommen, wenn es um Drakes Erfahrungen mit Mädchen ging, wobei er sich immer etwas dumm vorkam. Das war eine Sache, in der ihm Drake immer voraus sein würde, und er akzeptierte es.
Er konnte diese Anziehungskraft nicht wirklich nachvollziehen, welche Drake nutzte, um jedes Mädchen küssen zu können, das seinen Weg kreuzte. Und er fragte sich wie dieser es so mühelos fertig bekam, dass er nur durch das hervorbringen seines Namens die Mädchen dazu bringen konnte, ihn zu küssen.
Aber das war das Mysterium um Drake Parker, und Josh war einfach froh, so kleine Dinge über Drake zu wissen, die eines dieser willkürlich gewählten Mädchen, das nur wusste wie gut Drake küssen konnte, niemals erfahren würde.
Zum Beispiel wie Drake jeden Morgen duschte oder dass er, wenn es ihm in der Nacht zu warm wurde, seine Decke im Schlaf bis ans Ende seines Bettes herunterstrampelt.
Das  Mocha Cola, Mountain Fizz und Malzbier die einzigen Limonaden waren, die Drake mochte, und dass er Orangensaft allen anderen Säften vorzog. Dass er nur Milch trank, wenn sie direkt aus dem Karton kam.
Und dass er eine Vorliebe für Bananen hatte und kaum anderes Obst aß. Oder aber, dass er dazu neigte, selbst bei größter Hitze langärmlige Shirts zu tragen, weil er der Meinung war, dass die Mädchen nicht auf die Sommersprossen auf seinen Armen stehen würden. Drake hatte es anscheinend nie realisiert, dass, wenn er zu lange in der Sonne unterwegs war, die Sommersprossen auf seinem Gesicht ebenfalls auffällig wurden und man sich somit eh schon denken konnte, dass diese nicht die einzigen waren.
Und niemand außer ihm wußte, wie einfach es war, den schlanken Körper von Drake anzuheben und ihn in einer Umarmung herumzuwirbeln. Drake war eigentlich nicht grade jemand, der es mochte, umarmt zu werden und der Gedanke, dass er es durfte, machten diese Umarmungen zu etwas Besonderem. Drake hatte noch nie eine seiner Freundinnen umarmt und man sah wie lange diese Beziehungen anhielten.
Auch wie Drake es pflegte, ein Mädchen zu küssen, wusste er genau. Er küsste sie immer genau auf die gleiche Art und Weise; zuerst langsam, dann zog er sie näher und bewegte seine Lippen gegen die ihren bis sie prickelten und leicht taub wurden. Gut, Josh konnte nun nicht wirklich nachvollziehen, wie sich ihre Lippen danach anfühlten, aber er hatte oft genau verfolgen können, wie Drake ein Mädchen küsste, um es sich vorstellen zu können.
Als er sich bewusst wurde, über was er soeben nachgedacht hatte, verstand er auch, was Shelly versucht hatte, ihm deutlich zu machen. Ihre Beziehung zueinander war einfach etwas anders. Es war mehr als Freundschaft, und sie waren nicht wirklich Brüder..., aber was sollte das nun bedeuten?
Nur weil er all diese Dinge über seinen Bruder wusste, hieß das noch lange nicht, dass er von Drake besessen war.
Du lebst seit vier Jahren mit jemandem zusammen, du teilst ein Zimmer mit ihm, du gehst zur Schule mit ihm, man sieht sich jeden Tag und da fallen einem eben solche Dinge auf, das war alles.
Außerdem, so dachte sich Josh, als er aufstand, um den Rest seines Mittagessens wegzuwerfen, war es ja nicht so, dass Drake solche Dinge auch bei ihm aufgefallen wären.
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